Ortschaft: Chur

Präsidium

Barbla Buchli

Kirchgemeindepräsidentin (ad interim)
Avant Baselgia
7554 Sent
081 864 02 78

E-Mail

Pfarramt

Neue Synodale: "Mit Zivilcourage und Freude"

28. Juni 2020

Nachwuchs für die Synode

Bei sommerlichen Temperaturen und viel Sonnenschein fand am Sonntag in Chur der Synodalgottesdienst als Höhepunkt und Ende der Synode statt. Fünf Pfarrpersonen wurden neu in die Synode aufgenommen - aufgrund von Corona im kleinen Kreis, doch nicht minder feierlich. Nein, Pfarrpersonen in Graubünden erlebten nicht immer Sonntagszeit, auch nicht immer Frieden, wandte sich Dekanin Cornelia Camichel Bromeis an die neuen Kolleginnen und Kollegen und wünschte ihnen Zivilcourage, Freude an und Mut für ihre Arbeit. Zum Aufnahmeritus gehört das Synodalversprechen und dessen Bestätigung mit Handschlag (oder zu Coronazeiten mit Hand aufs Herz), sowie der feierliche Eintrag der Namen in die Synodalmatrikel, in der die Namen der reformierten Pfarrpersonen seit der Reformationszeit eingetragen sind.

Gut gerüstet und verletzlich. "Viele Menschen seien heute als Verletzte unterwegs", sagte Vizedekan Kaspar Kunz in seinem Predigtimpuls. Das verordnete Abstandhalten habe jene Personen besonders hart getroffen, die ohnehin schon allein sind. Ausgehend von der biblischen Erzählung vom Barmherzigen Samariter hob er die Bedeutung von Pflege und Fürsorge hervor. Ja, es komme vor, dass Menschen die Not um sie herum sehen und doch nicht helfen, führte Vizedekan Thomas Müller den Gedanken weiter. Die Gründe dazu seien vielfältig. Nähe wolle zugelassen sein, sie erfordere Offenheit, Spontaneität und den Mut, sich auch mal von vorgesehenen Wegen abbringen zu lassen.

„Nicht systemrelevant“. Im Gegensatz zu Spitälern und anderen sozialen Einrichtungen hätten die Kirchen in der Corona-Zeit nicht als „systemrelevant“ gegolten, sagte Cornelia Camichel Bromeis im dritten Teil der Predigt. Dies, obwohl sich viele freiwillig wie angestellt in den Kirchgemeinden Tätigen gerne in der Rolle des helfenden Samaritaners sehen. „Statt helfen zu können, waren viele mit der eigenen Verletzlichkeit konfrontiert“, meinte die Dekanin. Doch sie wolle diese Erfahrung nicht missen, mache sie doch empfänglich für das Wesentliche: neue Freude und Lebendigkeit. Und sie öffne die Augen für Situationen, wo Menschen auf Hilfe angewiesen, unterdrückt und beeinträchtigt sind. „Ja, wir alle haben unsere Verletzungen“, sagte Camichel, die Chance bestehe darin, dass dadurch die Wahrnehmung weiter werde.

Hier gehts zum Livestream:
https://gr-ref.ch/livesynode/

 

Jens Köhre neu im Kirchenrat

27. Juni 2020

Personelles und Ehe für alle

An ihrem zweiten Sitzungstag hat die Synode Pfr. Jens Köhre aus Andeer in den Kirchenrat gewählt und Kirchenrätin und Pfrn. Miriam Neubert in ihrem Amt bestätigt. Zusammen mit den durch den Evangelischen Grossen Rat (EGR) gewählten Ratsmitgliedern Eugen Caduff, Grossrätin Erika Cahenzli, Barbara Hirsbrunner und Dr. Frank Schuler, ist die Exekutive der Landeskirche für die Jahre 2021 bis 2024 gesetzt. Die Dekanin ist von Amtes wegen im Kirchenrat. Wer das Kirchenratspräsidium übernehmen wird, entscheidet der EGR in seiner Herbstsitzung.

Neue Synodale. Im Synodalgottesdienst von morgen Sonntag werden fünf Pfarrpersonen aufgenommen. Es sind dies: Andreas Anderfuhren (Seewis), Lia Rahel Anderfuhren (Seewis), Niklaus Friedrich (Scuol/Tarasp), Claudia Judith Gabriel-Schneider (Vaz/Obervaz) und Susanne Ortmann (Mesolcina/Calanca). Sie werden das Synodalversprechen ablegen und dieses mit Handschlag bestätigen. Danach werden sie ihre Namen in die Synodalmatrikel eintragen. Eine Aufnahme in die Synode ist Voraussetzung für eine ordentliche Anstellung als Pfarrperson in einer Bündner Gemeinde.

Ausführungen zur Ehe für alle. Mit Blick auf die Diskussion im Ständerat im Herbst zeigte Kirchenrätin Miriam Neubert Hintergründe zum Ja der Evangelischen Kirche Schweiz (EKS) in Sachen Ehe für alle auf. „Normen fühlen wir, wenn wir ihnen nicht mehr entsprechen“, sagte die Pfarrerin. Das Gefühl von Nichtpassen bzw. Nichtzugehörigkeit sei sehr schmerzhaft. Bei den Überlegungen zur Ehe für alle gehe es um Gleichberechtigung und Entkoppelung des Ehebegriffs vom Geschlecht. Neubert führte aus, weshalb die Begriffe „sex“, „gender“ und „desire“ zu unterscheiden seien und warum das unreflektierte Übernehmen biblischer Ehevorstellungen und Sexualethik zu kurz greift.

In der reformierten Bündner Kirche ist die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren seit 1994 ein Thema. Neubert zeigte auf, wie sich die Stellung der Bündner Kirche dazu entwickelte. Erste Diskussionen gab es an der Synode in Ardez, es folgten Berichte, eine Ethikkommission und dann die Anpassung der massgebenden Verordnung. Segenshandlungen für Menschen „in besonderen Lebenslagen“ sind in der Bündner Kirche seit 1997 möglich. Die Ehe für alle sei nun ein Test dafür, wie Kirche mit Vielfalt im Leben umgehe. "Auch im Zeitgeist ist Heiliggeistkraft möglich", sagte Neubert. In jedem Fall habe ethische Entscheidfindung mit Menschen zu reden - und nicht nur über sie.

Stefan Hügli
Kommunikation

„Mehr Mut“. Synode in Chur eröffnet

26. Juni 2020

Drei statt fünf Tage

Die reformierten Bündner Pfarrpersonen haben sich in der Comanderkirche in Chur zur Synode versammelt. Als „Corona-Synode“ wird sie in die Geschichte eingehen: Drei statt fünf Tage dauert sie, einzelne Personen tragen Schutzmasken, das Rednerpult wird nach jedem Votum gereinigt. „Hat die Bündner Kirche während der Corona-Zeit zu sehr geschwiegen?“ fragte die Dekanin in der Eröffnungsanpsrache und nimmt dabei kritische Anfragen auf.  Hat sie sich zu wenig für die Menschen stark gemacht? "Nein", meinte Cornelia Camichel Bromeis,  "wir haben nicht geschwiegen, wir alle nicht". Der Lockdown habe die Verletzlichkeit des Lebens bewusst gemacht, aber auch eine neue Solidarität entstehen lassen. Nebst vielen Schwierigkeiten, Isolation und Einsamkeit habe das in vielen Gemeinden einen „konstruktiven Schub“ ausgelöst, Mut zu neuen Ideen für das Zusammenleben vor Ort.

An die gesellschaftliche Bedeutung von Kirche erinnerte auch Curdin Mark in seinem Grusswort als gastgebender Kirchgemeindepräsident. Eine Institution wie die Synode trage eine Gesellschaft mehr als vielen bewusst ist. Als eine der ältesten Synoden des Protestantismus sei die Bündner Synode ein einzigartiges Gefäss. „Geben sie acht, dass sie sich nicht im Kleinen verstricken“, redete er den Anwesenden ins Gewissen, „haben sie mehr Mut, Stellung zu nehmen auch zu umstrittenen Fragen“. Zur Konzernverantwortung ist das bereits geschehen. Mark wünscht sich eine Stellungnahme der Synode zu vielen weiteren Fragen der Zeit, zur anstehenden Beschaffung von Kampfjets etwa, zu Fragen von Gerechtigkeit und Frieden - aus theologischer Sicht.

Neue Pfarrpersonen. Haupttraktandum am Freitag war die Vorstellung der Pfarrpersonen, die sich um Aufnahme bewerben. Drei Pfarrerinnen und drei Pfarrer sind es dieses Jahr. Sie alle haben sich der Synode mit Lebenslauf und Predigt vorzustellen. Vorausgesetzt werden ein abgeschlossenes Theologiestudium, ein berufspraktisches Ausbildungsjahr („Vikariat“) und die Empfehlung einer Kirchgemeinde. Über die Aufnahmen berät die Synode morgen Freitag in geschlossener Sitzung. Folgendes sind die Kandidatinnen und Kandidaten: Andreas Anderfuhren (Seewis), Lia Rahel Anderfuhren (Seewis), Niklaus Friedrich (Scuol/Tarasp), Claudia Judith Gabriel-Schneider (Vaz/Obervaz), Susanne Ortmann (Mesolcina/Calanca), Tobias Winkler (Landquart).

Für Emotionen sorgte der Bericht über die Krise im Rat der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS). Kirchenrätin Miriam Neubert zeichnete den Hergang der Ereignisse rund um die Rücktritte von Gottfried Locher und Sabine Brändlin und die Beschwerde wegen „Grenzverletzung“ auf. „Das ist ungemein schmerzhaft für die ganze Kirche“, sagte Neubert. Dass die Zuständigkeiten in Folge der neuen Verfassung noch nicht klar waren und dass Drohungen mit ins Spiel kamen, habe die Sache weiter verkompliziert. „Tragisch, dass die Beschwerde wegen „Grenzverletzung“ dabei schon fast in den Hintergrund gerät“, meint Neubert. Es gelte nun, die Fehler auf Ebene der EKS aufzuarbeiten – obwohl das mit erheblichen Kosten verbunden ist. Neubert gibt sich in ihrem Bericht dennoch zuversichtlich, dass die EKS wieder auf die Beine komme. Im November werden Wahlen stattfinden.

Pointiert-kritische Reaktionen gab es dazu von einzelnen Synodalen. Pfr. Heinz-Ulrich Richwinn erwog, per Dringlichkeitsantrag eine „Protestnote“ zu erarbeiten und an den Rat der EKS zu senden. Es sei unverständlich, dass angesichts der „unseligen Verquickung von Rücksicht, Macht und Eitelkeit“ nicht der ganze Rat zurückgetreten sei. Auch Pfarrer Jürg Jäger machte aus seiner Enttäuschung kein Geheimnis. Insbesondere darüber, dass versucht worden sei, die Sache unter den Teppich zu wischen. „Was jetzt Not tut, ist Transparenz, Transparenz und Transparenz“. Die Bündner Vertreter in der EKS wurden zu genauem Hinschauen bei Rechnung und Budget angehalten.

Nochmals Ja zu KOVI. Bereits vor zwei Jahren hat die Synode in Cazis eine Stellungnahme zur Konzerverantwortungsinitiative veröffentlicht und damit das Anliegen der Initianten unterstützt. Die Synode nahm nun diese ihre Stellungnahme noch einmal zur Kenntnis. Es gehe nicht an, dass die Folgen wirtschaftlichen Tuns auf spätere Generationen oder auf andere Länder abgewälzt würden, heisst es darin. „Eigentlich eine Selbstverständlichkeit“, sagte Kirchenrätin Barbara Hirsbrunner. Mehr als 120 Organisationen unterstützen die Initiative mittlerweile. Dem Budget der Initianten von einer Million Franken stehe ein Budget von acht Millionen Franken auf Seite der Initiativgegner gegenüber.

Verlautbarung KoVI, Synode 2020

 

Bild: Beraten, abstimmen und wählen mit Abstand: Synode in der Comanderkirche in Chur.

Stefan Hügli
Kommunikation

28. Juni, 10 Uhr: Synodalgottesdienst Livestream

22. Juni 2020, aktualisiert am 27. Juni 2020

Neue Pfarrpersonen für Graubünden

Livestream

Fünf Pfarrpersonen werden am Sonntag im Rahmen des Synodalgottesdienstes in der Churer Comanderkirche in die Bündner Pfarrsynode aufgenommen - drei Pfarrerinnen und zwei Pfarrer. Die Aufzunehmenden werden das Synodalversprechen ablegen und dieses mit Handschlag bestätigen. Danach werden sie ihre Namen in die Synodalmatrikel eintragen. Eine Aufnahme in die Synode ist Voraussetzung für eine ordentliche Anstellung als Pfarrperson in einer Bündner Kirchgemeinde.

Der Synodalgottesdienst wird gestaltet vom Dekanat unter der Leitung von Pfrn. Cornelia Camichel Bromeis und von Christian Cantieni an der Orgel, bzw. einem synodalen Vokalquartett. Genau genommen gibt es zwei verschiedene Arten, wie Pfarrpersonen in die Synode aufgenommen werden: "Ordiniert" wird, wer die universitäre Ausbildung in Theologie und die praktische Ausbildung des Vikariats abgeschlossen hat. "Rezipiert" wird, wer in einem anderen Kanton bereits als Pfarrperson gearbeitet hat . Die Kandidierenden hatten sich vorgängig mit Lebenslauf und Predigt der Synode vorgestellt. Für eine Aufnahme braucht es die Empfehlung einer Kirchgemeinde und den Aufnahmeentscheid der Synode.

Wegen Corona nicht öffentlich. Damit das Risiko von Infektionen möglichst klein gehalten werden kann, ist der Synodalgottesdienst dieses Jahr nicht öffentlich. Wer trotzdem dabei sein will, meldet sich bitte vorher an (kanzellarin@gr-ref.ch). Interessierte können den Gottesdienst am 28. Juni ab 10 Uhr online mitverfolgen. Ein Kamerateam ist mit dabei und sorgt für die Übertragung.

Hier gehts zum Livestream:
https://gr-ref.ch/livesynode/

Stefan Hügli
Kommunikation

Downloads

Aufruf zum Flüchtlingssonntag

10. Juni 2020

«Keine verlorene Generation»

Aufruf der drei Landeskirchen und der jüdischen Gemeinschaft zum Flüchtlingssonntag vom 20./21. Juni 2020

«Verschafft den Waisen Recht» (Jesaja 1,17)

Mehr als die Hälfte der weltweiten Flüchtlinge sind Kinder. Ein grosser Teil von ihnen ist ohne Eltern oder Verwandte unterwegs oder wurde während der Flucht von ihnen getrennt. Mehr als 5,6 Millionen Syrerinnen und Syrer, darunter über 2,5 Millionen Kinder, mussten ihre Heimat verlassen und sind in Jordanien, im Libanon, Ägypten, dem Irak und der Türkei als Flüchtlinge registriert. Weitere 6,2 Millionen Syrerinnen und Syrer leben als Vertriebene im eigenen Land. Gemäss UNICEF benötigen dort 60% der Kinder humanitäre Hilfe, zwei Millionen Kinder können keine Schule besuchen und 3,3 Millionen Kinder sind der ständigen Gefahr durch Minen ausgesetzt.

Kinder sind die Zukunft der menschlichen Gemeinschaft und stehen unter besonderem Schutz. Auf der Flucht verlieren Kinder beides: ihren privilegierten Schutzstatus und ihre Aussicht auf eine Zukunft, die die ihrige ist und von ihnen geprägt sein wird. Die prekären Lebensverhältnisse machen die Flüchtlingskinder zu einer verlorenen Generation. Mit den Kindern verlieren die Länder, aus denen sie fliehen mussten, ihre eigene Zukunft. Von unserem Umgang mit den Flüchtlingskindern hängt es ab, ob ihre Herkunftsländer ihnen zukünftig wieder zur Heimat werden können. Denn die Kinder sind das einzige Fundament, auf das die Krisenregionen von heute ihre Hoffnung auf ein friedliches und menschenwürdiges Morgen bauen können.

Im eklatanten Gegensatz dazu steht der Umgang mit Flüchtlingskindern. Viele Kinder, die zwischen 2017 und 2019 unbegleitet oder von ihren Angehörigen getrennt über das Mittelmeer nach Europa kamen, wurden nach Libyen ausgeschafft und dort unter schrecklichen Bedingungen inhaftiert. In Flüchtlingslagern und in den europäischen Aufnahmezentren wird selten zwischen Kindern und Erwachsenen unterschieden. So sind Kinder der Gewalt und dem Missbrauch von Erwachsenen ebenso hilflos ausgeliefert wie den Behörden und einer Bürokratie, die auf die besondere Bedürftigkeit von Kindern nur unzureichend oder keine Rücksicht nehmen.

Die christlichen Kirchen und die jüdische Gemeinschaft in der Schweiz appellieren an Politik und Recht, die Empfehlungen des UNHCR umzusetzen und einzuhalten. Im Vordergrund stehen 1. die angemessene Unterbringung von Kindern in den Aufnahmelagern; 2. keine Einwanderungshaft für Kinder; 3. vollumfängliche Information der Kinder in ihrer Sprache und auf ihrem Niveau; 4. individuelle Unterstützung von unbegleiteten und getrennten Kindern durch qualifiziertes Fachpersonal; 5. Ermöglichung eines konstruktiven Zugangs zur Bildung; 6. Beschleunigung der Zusammenführung mit Familienmitgliedern.

In den jüdischen und christlichen Schriften begegnen uns Kinder als Segen Gottes. Diese Auszeichnung, die allen Kindern gilt, mahnt uns daran, was wir ihnen schulden. Kinder sind stets die unschuldigsten und schwächsten Opfer menschlichen Unfriedens und menschlicher Gewalt. Ihre Schicksale sind die Seismographen unserer Zukunft. Unsere eigenen Lebensaussichten hängen von den Lebenshoffnungen der Kinder ab, mit denen Gott uns gesegnet hat.

Esther Gaillard
Vizepräsidentin Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz EKS

Bischof Dr. Felix Gmür
Präsident Schweizer Bischofskonferenz SBK

Bischof Dr. Harald Rein
Christkatholische Kirche der Schweiz CKS

Dr. Herbert Winter, Präsident
Schweizerischer Israelitischer Gemeindebund SIG

Für erweiterte Anti-Rassismus-Strafnorm

16. Januar 2020

Mehr Schutz für Homosexuelle

Der Kirchenrat unterstützt die Stellungnahme des Rats der Evangelischen Kirche Schweiz (EKS) zugunsten eine Ausweitung des Diskrimierungsverbots auf die sexuelle Orientierung. Eine gezielte Herabsetzung von Menschen aufgrund ihrer Sexualität verstosse gegen deren Würde als Geschöpfe Gottes.

Damit unterstützt der Rat die am 9. Februar zur Abstimmung kommende Vorlage von Bundesrat und Parlament. Sie sieht vor, dass bestraft wird, «wer öffentlich durch Wort, Schrift, Bild, Gebärden, Tätlichkeiten oder in anderer Weise eine Person oder eine Gruppe von Personen wegen ihrer Rasse, Ethnie, Religion oder sexuellen Orientierung in einer gegen die Menschenwürde verstossenden Weise herabsetzt oder diskriminiert» (Art. 261bis StGB).

Schon heute kann sich strafrechtlich wehren, wer als Einzelperson aufgrund der sexuellen Orientierung verbal oder physisch angegriffen wird. Anders ist es, wenn jemand zum Hass gegen «die» Homosexuellen aufruft.

Stellungnahme des Rats EKS im Wortlaut

Zum Tag der Menschenrechte

10. Dezember 2019

Von Solidarität und Konkurrenz

Die Kirchen der Schweiz rufen anlässlich des Internationalen Tags der Menschenrechte zu Humanität im Umgang mit notleidenden Menschen auf. Asylsuchende und Flüchtlinge bräuchten Schutz und Unterstützung. Das "Gesetz der Knappheit" führe dazu, dass deren Bedürfnisse als Bedrohung eigener Ansprüche betrachtet würden. Ein "Modus des Gegeneinanders" sei die Folge - und ein Klima der Konkurrenz, Verunsicherung und des Misstrauens.

Wider die Abgrenzung. Nur wer der Humanität Raum lasse, könne Bedürfnisse ernst nehmen. Die drei Landeskirchen und die Freikirchen erinnern an das in den religiösen Traditionen verankerte Bild der einen Menschheitsfamilie. Es gehe darum, das Miteinander und die Zuversicht zu stärken. Die Idee der Menschenrechte bestünde darin, dass grundlegende Rechte ohne Einschränkungen und Grenzen gelten. "Das Menschenrecht, Rechte zu haben, steht jedem Menschen überall auf der Welt in gleicher Weise zu".

Petition. Ergänzt wird der Appell durch eine Petition von ACAT-Schweiz. Diese fordert eine menschlichere Politik gegenüber eritreischen Asylsuchenden.

Stefan Hügli

Aufruf im Wortlaut

 

Glockenläuten für die Schöpfung

23. September 2019

Zur Klimademo in Bern

Am 28. September läuten um 14.30 Uhr in 40 reformierten Kirchen des Kantons Graubünden die Glocken. Die Aktion versteht sich als dringender Aufruf zur Bewahrung der Schöpfung. Die Bündner Pfarrsynode und mit ihr 24 Kirchgemeinden stellen sich damit hinter die Klimajugend. Es gehe darum, nachfolgenden Generationen einen bewohnbaren Planeten zu hinterlassen. Die Würde des Menschen stünde auf dem Spiel.

Initiiert wurde die Aktion durch eine kirchliche Klima-Allianz mit Brot für alle / Fastenopfer, dem Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS), den Evangelische Frauen Schweiz, der Nationalkommission Justitia et Pax und der Organisation „oeku“ Kirche und Umwelt.

In Graubünden finden zusätzliche Aktionen statt, etwa eine Velodemo in Davos oder ein Abfallsammeln im Rheinwald. In Bern gibt es am Tag der Klimademo ein interreligiöses Klimagebet.

Für mehr Gleichstellung

10.6.2019

Frauenstreik: Kirchenrat unterstützt Anliegen

Der Kirchenrat unterstützt die Evangelischen Frauen Schweiz, die anlässlich des Frauenstreiktags vom 14. Juni mit sieben Thesen zu Veränderungen in Gesellschaft und Kirche aufrufen. Auch 23 Jahre nach Inkrafttreten des Gleichstellungsgesetzes bleibt die praktische Gleichstellung von Frauen und Männern eine Herausforderung. Zum Beispiel bei der zweiten Säule der Altersvorsorge, wo Personen mit mehreren kleinen Pensen – und das sind oft Frauen – benachteiligt sind. Der Kirchenrat fördert bei den landeskirchlichen Angestellten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und er unterstützt Bestrebungen, unbezahlte Care-Arbeit neu zu bewerten. Eine Selbstverständlichkeit ist für den Kirchenrat, dass alle kirchlichen Engagements vom freiwilligen Dienst bis zur Kirchenleitung für alle Geschlechtsidentitäten offen sind. Pfarrerinnen gibt es in der Evangelisch-reformierten Landeskirche Graubünden seit mehr als fünfzig Jahren.

Die sieben Thesen der Evangelischen Frauen Schweiz sind unter www.efs.ch zu finden.

 

 

 

 

LIES DIE BIBEL SELBST UND GANZ.

Lies die Bibel selbst und ganz.

Selber denken, selber entscheiden und selber verantworten – Mündigkeit im Glauben ist uns Reformierten wichtig. Dass jeder die Bibel selber lesen und verstehen könne, war schon eine Forderung der Reformatoren. 1531 entstand in Zürich die erste ganze Bibel in deutscher Sprache und es kam zu neuen Schulen. Bildung und Bildungsarbeit ist uns Reformierten bis heute wichtig.

ERKENNE DEINEN GOTTE UND SO DICH SELBST.

Erkenne Deinen Gott und so Dich selbst.

Reformierten ist es wichtig, in je eigener Sprache von Glaubensüberzeugungen zu reden und auch gegenüber andern dafür einzustehen. Mit Calvin sind wir der Überzeugung, dass Weisheit sowohl Erkenntnis Gottes als auch Selbsterkenntnis umfasst. Unser Haupt ist Jesus Christus – niemand sonst. Dafür stehen wir auch öffentlich ein.

Stefan Hügli

Evangelisch-reformierte Landeskirche Graubünden
Loëstrasse 60
7000 Chur
081 257 11 06

E-Mail

Cornelia Camichel Bromeis

Vizepräsidentin Kirchenrat
Departemente Synodales und Personelles und Präsidiales
Pfrn. und Dekanin
Loëstrasse 60, 7000 Chur
079 678 54 80

Eugen Caduff

Kirchenrat Departemente Finanzen und Spezialseelsorge und Beratung
Saltinisstrasse 30
7203 Trimmis
081 353 55 31

Barbara Hirsbrunner

Kirchenrätin Departement Mission, Ökumene, Diakonie
Palidetta Sut 22
7412 Scharans
081 651 51 31

Roland Just

Kirchenrat Departement Bildung
Pfr.
Via Raveras 25
7180 Disentis/Mustér
081 947 44 10
E-Mail

Cornelia Mainetti

Evangelisch-reformierte Landeskirche GR
Loëstrasse 60
7000 Chur
081 257 11 00

E-Mail

Hilfsangebote online

10. August 2020

Aus dem Kirchenrat

Diakonie. Der Kirchenrat unterstützt die Publikation kirchlicher Unterstützungsangebote auf den  Informationsplattformen „angehoerige-betreuen.gr.ch“ und „find-help.gr.ch“ des Gesundheitsamtes. Er beauftragt Sozialdiakon Johannes Kuoni, die dazu nötigen Informationen zu sammeln.

Personelles. Der Kirchenrat genehmigt die Stellvertretungsverträge von Pfr. Andreas Jecklin, Zizers, mit der Kirchgemeinde Furna und von Pfr. Roland Brendle, Stäfa, mit den Kirchgemeinden Avers und Ferrera. Er genehmigt den Provisionsvertrag von Pfrn. Simone Straub, Stuttgart, mit den Kirchgemeinden Steinbach und Maladers, sowie den Anstellungsvertrag von Sozialdiakonin Kathrin Bechtiger, Maienfeld, mit der Kirchgemeinde Davos Dorf/Laret.

Demnächst im Briefkasten

1. Juli 2020

Jetzt hör bitte endlich zu!

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Und Zuhören ist Platin mit Diamanten.

Weitere Themen:
Corona. Altbundesrat Moritz Leuenberger blickt auf die Krise zurück.
Ferien. Kirchliche Angebote bereichern das Tourismusgeschäft.

Ausgabe Juli/August
Reformiert.info

Brot für alle: Barbara Hirsbrunner im Stiftungsrat

16. Juni 2020

Frisch gewählt

Die Abgeordnetenversammlung der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) hat Barbara Hirsbrunner in den Stiftungsrat von Brot für alle gewählt. Die Bündner Kirchenrätin engagiert sich seit Jahren in den Bereichen Religion, Gesellschaft und Politik. Nach verschiedenen Tätigkeiten in der Pflege absolvierte sie den Evangelischen Theologiekurs sowie die Ausbildung zur Fachlehrperson Religion. Es folgte die Weiterbildung zur Fachlehrperson Religion/ERG Religion an der Oberstufe. Hirsbrunner vertritt seit 2018 die Sozialdemokratische Partei als Stellvertreterin im Grossen Rat und engagiert sich für eine verantwortungsvolle Wirtschaft.

Interreligiöser Dialog. Ihr besonderes Engagement gilt dem interkulturellen Austausch, namentlich dem interreligiösen Dialog, für dessen Förderung sie sich im Kanton Graubünden einsetzt. Sie ist Vorstandsmitglied im Bündner Diakonatskapitel sowie beim Verein «Hilfe für Asylsuchende» Chur (Rechtsberatung), Mitglied der IG Viamala und Stiftungsrätin beim Frauenhaus Graubünden. Zu ihrer Motivation für die Mitarbeit im Stiftungsrat von Brot für alle sagt Barbara Hirsbrunner: "Die Fortsetzung der Ökumenischen Kampagne liegt mir sehr am Herzen". Als Delegierte der Abgeordnetenversammlung sieht sie sich als Bindeglied zwischen Kirche und Brot für alle als entwicklungspolitischer Organisation.

Nachfolgerin von Andreas Thöny. Barbara Hirsbrunner folgt im Stiftungsrat von Brot für alle auf Andreas Thöny. Mit ihr konnte erneut eine Person für den Stiftungsrat von Brot für alle gewonnen werden, die in Kirche und Politik gut vernetzt ist. Präsidentin des neunköpfigen Gremiums ist Jeanne Pestalozzi-Racine. Als weitere Stiftungsrätinnen und -räte amtieren Nicole Bardet, Elisabeth Bürgi Bonanomi, Angelika Hilbeck, Maja Ingold, Pierre Jacot, Florian Wettstein und Daniel Reuter.

Lange Nacht der Kirchen am 28. Mai 2021

23. Juni 2020

Aus dem Kirchenrat

Zweiter Anlauf. Die Lange Nacht der Kirchen findet am 28. Mai 2021 statt. Der Kirchenrat beauftragt Cornelia Mainetti (Fachstelle Kirche im Tourismus) und Johannes Kuoni (Fachstelle Gemeindeentwicklung) mit der Projektarbeit.

Justizvollzug. Der Kirchenrat genehmigt die Vereinbarung mit dem Amt für Justizvollzug zur Seelsorge in Cazis Tignez und Realta. Ab 1. Juli 2020 wird das Seelsorgepensum für die Evangelisch-reformierte und die Katholische Landeskirche Graubünden um je 20 Prozent ausgebaut.

Hospiz. Die Seelsorge am Hospiz Maienfeld soll im bisherigen Umfang weitergeführt werden. Der Kirchenrat spricht sich für die Fortführung der Zusammenarbeit mit der Stiftung am Rhein aus und wählt Pfr. Dr. Simon Becker, Haldenstein, als neuen Seelsorger.

Personelles. Der Kirchenrat genehmigt die Arbeitsverträge der Kirchgemeinde Jenins mit Pfr. Richard Aebi, Sargans, und der Kirchgemeinde Davos Platz mit Pfr. Andreas Jecklin, Zizers.

Gemeindeleiten. Der Kirchenrat verabschiedet das Grundsatzpapier „Gemeinsam Gemeinde leiten“ zuhanden der Verantwortlichen in den Kirchgemeinden.

Reformiert. Der Kirchenrat wählt Adrienne Wegmann, Winterthur, als Gemeindeseitenredaktorin. Sie tritt ihre Stelle als Nachfolgerin von Karin Schneider am 1. August 2020 an.

Corona: aus 300 werden 1000

10. Juni 2020, aktualisiert am 22. Juni

Aberhoppla!

1000 Personen dürfen neu an einer Veranstaltung teilnehmen. Das hat der Bundesrat am vergangenen Freitag beschlossen. Der Schutzabstand wurde verkürzt auf eineinhalb Meter. Im Detail massgebend ist die revidierte COVID-19-Verordnung 3 sowie die entsprechenden Erläuterungen.

Für die Durchführung von Veranstaltungen (inkl. Gottesdienste) ist folgendes zu beachten:

  • Am einfachsten ist es, wenn die Distanz zwischen Einzelpersonen (bzw. Familien oder Personen im selben Haushalt) eingehalten werden kann.
  • Ist das nicht möglich, brauchts spezielle Schutzmassnahmen wie Hygienemasken oder Abschrankungen.
  • Wo ein "enger" Kontakt unvermeidlich ist, muss eine Teilnehmerliste geführt werden. Als "eng" gilt ein Kontakt, wenn der Schutzabstand während 15 Minuten nicht eingehalten werden kann.

Bei Unklarheiten und Fragen können Sie sich gerne an Kirchenratsaktuar Pfr. Peter Wydler wenden. Hilfe für alle, die ein Schutzkonzept erstellen (müssen), gibts  im "Rahmenschutzkonzept für Gottesdienste und religiöse Zusammenkünfte". Last but not least: Bei allen Verstanstaltungen brauchts, abgesehen vom Schutzkonzept, eine Person, die mit dem nötigen Charme dafür sorgt, dass das auf Papier Geschriebene auch eingehalten wird.

Detaillierte Informationen:
COVID-19-Verordnung 3 (19. Juni 2020)
BAG, Erläuterungen (8. Juni)
Informationsbrief Wydler (8. Juni)
BAG, Rahmenschutzkonzept-religioese-Gemeinschaften (5. Juni)
BAG, Rahmenschutzkonzept für öffentliche Veranstaltungen (5. Juni)

Erfahrungen mit digitaler Kirche

4. Juni 2020

Aus dem Kirchenrat

Digitale Kirche. Der Kirchenrat unterstützt die internationale Befragung zu „Church online in Times of Corona“ unter Leitung von Prof. Thomas Schlag von der Universität Zürich. Es geht darin um Erfahrungen mit digitaler Kirche.

Personelles. Der Kirchenrat genehmigt den Stellvertretungsvertrag von Pfr. Rudy van Kerckhove mit den Kirchgemeinden Steinbach und Maladers. Er wählt Pfr. Robert Naefgen Neubert als Seelsorger für die Justizvollzugsanstalt Cazis Realta.

Buchprojekt. Der Kirchenrat unterstützt den Kongressband „Die Ilanzer Artikel im Kontext der europäischen Reformation“ von Prof. Pfr. Jan-Andrea Bernhard und Dr. Cordula Seger mit 1000 Franken.

OKTAV. Der Beginn der ostschweizerischen Ausbildung zur Fachlehrperson Religion wird auf das Jahr 2021 verschoben. Dies aufgrund der wenigen Anmeldungen und der Unsicherheiten von Corona.

Gemeindebilden. Behördenbildung soll künftig drei Säulen haben: erstens: innerkirchliche Bildungsveranstaltungen für die Gemeindeleitung; zweitens: Standardisierung und Digitalisierung; drittens: Begleitung und Beratung. Der Kirchenrat hat ein entsprechendes Konzept gutgeheissen.

Freiwilligenarbeit. Der Kirchenrat beteiligt sich mit CHF 1000.- an der Verleihung des Prix Benevol Graubünden.

Optimierung. Der Kirchenrat spricht sich für die Optimierung der Strukturen und Prozesse von Verwaltung und Fachstellen an der Loëstrasse aus. Als Beratende wurden Barbara Grass und Silvio Sgier engagiert.

Kollekten. Der Kirchenrat spricht 5000 Franken für Mission 21. Dies aufgrund ausbleibender Kollektenbeiträge. Die Präsenz von Mission 21 sei für die notleidenden Menschen elementar.

Interpellation. Der Kirchenrat schliesst sich der Interpellation zum Konflikt im Rat der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) an und fordert eine transparente und sachgemässe Kommunikation auf allen Ebenen der EKS.

Erika Cahenzli neu im Kirchenrat

4. Juni 2020

Kirchenparlament tagt in der Stadthalle

Der Evangelische Grosse Rat hat an seiner Frühjahrssitzung in der Stadthalle Chur Amtsbericht und Rechnung des Kirchenrats genehmigt. Die Rechnung schloss mit einem Überschuss von 5‘788 Franken bei Einnahmen von 11‘939‘288 Franken und Ausgaben von 11‘933‘500 Franken. Das gute Ergebnis ist auf solide Steuererträge und Vermögenserträge zurückzuführen. Mit 724‘762 Franken floss deutlich weniger Geld in die Renovation kirchlicher Bauten – das langjährige Mittel beträgt 1.5 Millionen Franken. Der guten Zahlen zum Trotz mahnte Finanzchef Eugen Caduff zu Zurückhaltung bei der Budgetierung. Die finanzielle Lage der Landeskirche sei zurzeit gesund, doch die Zukunft sei unsicher – auch wegen Corona.

Andreas Thöny verabschiedet. Der Kirchenratspräsident wurde nach siebeneinhalb Jahren verabschiedet. Franz Rüegg würdigte sein ebenso engagiertes wie nachhaltiges Wirken. Er lobte seine Dossierfestigkeit und Argumentationsstärke und erinnerte daran, dass in Thönys Amtszeit wichtige Weichenstellung erfolgten: So konnte die Volksinitiative zur Abschaffung der Kultussteuer abgewehrt und zugunsten der Kirchen entschieden werden. Die Totalrevision der Kirchenverfassung wurde abgeschlossen und im Juni 2018 von 94% der Stimmenden gutgeheissen. Dass Kirche für Menschen da ist und dass sie eine wichtige Aufgabe in der Gesellschaft hat, dafür habe sich Thöny glaubwürdig stark gemacht. Thöny wird noch bis Ende Juni Kirchenratspräsident sein und danach die Leitung der sozialen Dienste in Chur übernehmen.

Wahlen. Neu in der Kirchenrat gewählt wurde Erika Cahenzli, Grossrätin, Primarlehrerin und  Kirchgemeindepräsidentin in Untervaz. Cahenzli wird ihr Amt am 1. Januar 2021 antreten. Der Evangelische Grosse Rat bestätigte zudem drei zur Wiederwahl vorgeschlagene Kirchenratsmitglieder: Eugen Caduff, Trimmis, Barbara Hirsbrunner, Scharans und Dr. Frank Schuler, Chur. Zwei weitere Mitglieder der siebenköpfigen Exekutive werden Ende Juni von der Pfarrsynode gewählt. Die Dekanin ist von Amtes wegen dabei. Wer neu das Präsidium übernehmen wird, entscheidet der Evangelische Grosse Rat in seiner Herbstsitzung. In der Zwischenzeit wird die Dekanin Cornelia Camichel Bromeis als Stellvertreterin die Leitung übernehmen.

Einstimmig gutgeheissen wurde das Gesetz zur Bildung von Kirchenregionen. Dieses soll die Zusammenarbeit der Kirchgemeinden fördern und ein vielfältiges Angebot auch bei Kleinstgemeinden sicherstellen. Aus den jetzt zehn Kolloquien dürften ab 2021 neu zwölf Kirchenregionen hervorgehen. Kirchenrätin Miriam Neubert informierte über den Rücktritt von Ratspräsident Gottfried Locher. „Alle Seiten sind ernst zu nehmen“, sagte die Pfarrerin. Für Neubert geht es um nichts weniger als die Stärkung der demokratischen Strukturen in der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz und um eine Neuausrichtung an deren Grundwerten.

Noch immer sei Distanz wichtig, meinte Evelyn Cremer in der Kurzandacht gleich zu Beginn der Sitzung. Dabei täte grad in schwierigen Zeiten Nähe gut. „Niemand lebt sich selbst“, sagte die Pfarrerin in Anlehnung an einen biblischen Text, niemand sei eine Insel für sich allein - das habe die Krise gezeigt. Leben bedeute, Beziehungen zu gestalten, an andere zu denken, sich zu ärgern, zu streiten, zu trösten und zu berühren. Dass in den vergangen Wochen Menschen alleine sterben mussten, so Cremer, sei eine der erschütterndsten Erfahrungen der Pandemie.

Kirchliches Leben wieder möglich

28. Mai 2020, aktualisiert am 5. Juni

Weitgehende Lockerungen

Aufatmen nach der Pressekonferenz des Bundesrates: Ab 6. Juni sind Veranstaltungen mit bis zu 300 Personen erlaubt. Damit dürfte das kirchliche Leben bald wieder in Schwung kommen. Nach wie vor gelten die bekannten Regeln.

In aller Kürze - das ist wieder möglich:

ab 28. Mai:

  • Gottesdienste, inkl. Abdankungen und Trauungen (vorerst mit gewissen Einschränkung, bitte Rahmenschutzkonzept Wiederaufnahme Gottesdienst beachten).

ab 6. Juni:

  • öffentliche Veranstaltungen bis 300 Personen (inkl. Kirchgemeindeversammlungen, Konzerte, etc.);
  • Ferienlager für Kinder und Jugendliche im Inland;
  • Reisen und Exkursionen im Inland;
  • Präsenzunterricht auch an Mittelschulen (inkl. Konfirmandenunterricht).

Massgebend im Zweifelsfall sind die Verordnung 2 über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus sowie die entsprechenden Erläuterungen in der aktuellsten Version.

Die Task Force dankt den Verantwortlichen in den Kirchgemeinden für die umsichtige Arbeit. Zu einzelnen Fragen können auch die FAQ's des Bundesamtes für Gesundheit weiterhelfen. Kontaktperson ist Kirchenratsaktuar Pfr. Peter Wydler.

Verordnung über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus, inkl. Erläuterungen
FAQ's des Bundesamts für Gesundheit
Rahmenschutzkonzept Wiederaufnahme der Gottesdienste

ACHTE GOTTES ALLMACHT UND MISSTRAUE DEN MÄCHTIGEN.

ACHTE GOTTES ALLMACHT UND MISSTRAUE DEN MÄCHTIGEN.

Als Reformierte sind wir misstrauisch gegenüber Allmachtsphantasien. Wir werden hellhörig, wo immer jemand göttlichen Anspruch erhebt – und sei es nur ein Gedanke, der nicht hinterfragt werden darf. Von der Bibel her sind wir sensibilisiert für Geschichten, in denen sich Menschen anmassen, über Leben und Tod zu entscheiden, ein Problem mit Gewalt zu lösen oder in denen Könige ihre Macht gegenüber ihrem Volk missbrauchen.

GEDENKE BEIM ABENDMAHL DEINER BEFREIUNG.

GEDENKE BEIM ABENDMAHL DEINER BEFREIUNG.

Im Abendmahl erinnern wir uns an die Befreiung durch Versöhnung mit uns selbst, mit unseren Nächsten und mit Gott. Mittelpunkt unserer Kirchen ist die Kanzel – ein Ort, wo das biblische Wort mit dem täglichen Leben und das Leben mit dem biblischen Wort in Berührung gebracht wird. Einen Altar braucht es nach unserem Verständnis nicht. Stattdessen haben wir einen Abendmahlstisch, der in den allermeisten Kirchen wegräumbar ist.

TRITT DANKBAR EIN FÜR DIE FREIHEIT DEINER NÄCHSTEN.

TRITT DANKBAR EIN FÜR DIE FREIHEIT DEINER NÄCHSTEN.

Wer frei ist, will befreien. Die Reformatoren waren der Auffassung, dass die Gabe der Freiheit das Wichtigste sei und dass alles andere dem nachgeordnet ist. Wir glauben, dass sich das anders anfühlt, als wenn Freiheit mit guten Werken verdient werden muss. Solidarität mit denen, die nicht frei sind, ist uns wichtig. Freiheit und Verantwortung, Autonomie und Solidarität gehören für uns zusammen.

MISCH DICH EIN UND BETEILIE ANDERE AM GEMEINSAMEN.

MISCH DICH EIN UND BETEILIE ANDERE AM GEMEINSAMEN.

Als Reformierte Christen sind wir der Überzeugung, dass Religion nicht einfach Privatsache ist. Zwar pflegen wir das Private in der persönlichen Gottesbeziehung zum Beispiel im Gebet. Doch was daraus folgt – unser Eintreten für Freiheit und Versöhnung – ist öffentlich. Nach Auffassung der Reformatoren ist mit dem Glauben gar ein „prophetisches Wächteramt“ verbunden. Das bedeutet auch Einmischung und Handeln in der Öffentlichkeit.

SCHLIESS EINEN BUND FÜR GERECHTIGKEIT.

SCHLIESS EINEN BUND FÜR GERECHTIGKEIT.

Glück ist für Reformierte nicht nur das Glück des Einzelnen, sondern auch dasjenige der Gemeinschaft. Die biblische Vorstellung vom „Bund“ ist uns darum nach wie vor wichtig, denn sie regt uns dazu an, das Überleben der Gemeinschaft im Blick zu behalten und auf die Gewalt zu verzichten, mit der man sich rücksichtslos holen könnte, was man braucht. Das Grösste, das wir uns vorstellen können: Glück und Gerechtigkeit in einer befriedeten Welt.

SEI GASTGEBER DEM FREMDEN ALS WÄRE ER EIN ENGEL.

SEI GASTGEBER DEM FREMDEN ALS WÄRE ER EIN ENGEL.

Biblische Texte ermahnen uns, die Gastfreundschaft zu pflegen und sich dabei vorzustellen, der Fremde wäre Gott, ein Engel oder ein Heiliger. Das ist für uns das das Urbild diakonischen Handelns. Der Fremde und das Befremdliche erscheinen dabei in einem anderen Licht. Wer immer mich befremdet wird ein Anderer, sobald ich ihn mir als Engel vorstelle.

LASS DICH BEGEISTERN UND BEGEISTERE DEINE MITWELT.

LASS DICH BEGEISTERN UND BEGEISTERE DEINE MITWELT.

Glaubende erleben, wie der Heilige Geist sie bewegt und belebt. Als reformierte Christen sind wir allerdings auch davon überzeugt, dass sich das Heilige nicht festhalten lässt – ebenso wenig wie der Atem oder ein Sturm. Die Reformatoren grenzten sich ab gegenüber einer Fülle an heiligen Bildern, Gräbern, Reliquien und Handlungen in der Kirche. Reformierten ist nichts Fixiertes heilig, aber sie leben in der Erwartung, dass der Heilige Geist sich ereignet.

LEBE ALS GESCHÖPF DES UNERSCHÖPFLICHEN SCHÖPFERS.

Reformierte leben in der Überzeugung, dass alles Lebendige in umfassendem Sinn von Gott gegeben ist: mein Atem ist auch die Luft des Schöpfers, die mich leben lässt. Der Reformator Calvin war gar der Auffassung, dass in jedem Menschen ein Potential dessen angelegt ist, was er kann und was nicht. Letztere Vorstellung hat zu vielen Diskussionen Anlass gegeben hat – zu recht. Klar aber ist: mit guten Werken allein ist es nicht getan und mit einem Weltbild, das die einen für den Himmel und die andern für die Hölle bestimmt auch nicht.

Texte in freier Anlehnung an die Publikation „Reformiert durch zehn Gebote“ von Matthias Krieg

"Wir haben spannende Themen"

Elsbeth Auer-Bühler, Maienfeld

Es ist mein Wunsch, Kindern Werte zu vermitteln, die ihnen in der globalisierten Welt Orientierungshilfe sind. Das Fach Religion stärkt Schüler in ihrer Persönlichkeit und Individualität. Sie erwerben sich Wissen und verstehen mehr von den Grundlagen unserer Kultur - vom christlichen Glauben wie auch von anderen Religionsgemeinschaften. Im Fach Religionen können wir uns in spannende Themen vertiefen und wir nehmen Bezug zu aktuellen Ereignissen.

Biblische Geschichten schaffen Zugang zu Themen, die für Schülerinnen und Schüler von Bedeutung sind - Mobbing zum Beispiel, Eifersucht. Ich erinnere mich an einen Knaben aus Eritrea. Er kam nach den Herbstferien in den Religionsunterricht als wir gerade mit der Abrahamsgeschichte begannen. Aufbrechen in eine anderes Land, das kannte er nur zu gut. Aber er wusste aus eigener Erfahrung auch, wie Lehmhütten aussahen, was Wüste ist und wie sie sich anfühlt. Er erzählte den anderen davon - was, so denke ich, sehr heilsam war für ihn - und spannend für die anderen.

Für mich ist das Unterrichten einer der schönsten Berufe. Ich lerne laufend dazu. Die jährlichen Weiterbildungen unterstützen mich dabei. Da ich die Gelegenheit hatte, die Ethikausbildung über den Schulverband zu absolvieren, kann ich im Unterricht die Themenwahl so koordinieren, dass sie sich nicht überschneiden. Auch sprechen wir uns im Lehrkollegium ab. Wichtig in meiner Arbeit als Relgionslehrerin sind mir Empathie und die Bereitschaft mich selbst zu reflektieren. Mit Kindern zu arbeiten macht mir einfach Freude.

Nach einem Text von Constanze Broelemann, reformiert.,

Taschengeld fürs Glockenläuten

Zimmermann und Kirchenvorstand

Urs Hämmerle ist ein Mann der Tat – die Ärmel hochgekrempelt und stets umgeben vom Geruch des Holzes. Das Wort ergreift der Zimmermann nur, wenn es sein muss. Seit fünf Jahren sitzt er im Vorstand der Kirchgemeinde Davos Dorf/Laret; er ist zuständig für die Liegenschaftsverwaltung und den Waldbesitz. «Die Kirchgemeinde im Dorf besitzt seit jeher grosse Waldflächen.»

Vor bald dreissig Jahren ist Urs Hämmerle nach Aus- und Weiterbildungen im Unterland ins Laret zurückgekehrt. Im ehemaligen Schulhaus, neben dem Bahnhof, hat er sich eine Zimmerei eingerichtet. Zwanzig Jahre war er für die Ausbildungskurse der Zimmermanns-Lehrlinge verantwortlich. An die Kindheit im Laret erinnert er sich gut. «Wir wohnten neben der Kirche. Mein Vater war Förster und nebenbei auch Messmer.» Während der Gottesdienste verdiente sich Urs Hämmerle als Schüler ein Taschengeld dazu: „Zu viert oder fünft zogen wir am Strick um die Glocken zu läuten.“ Bei Beerdigungen war der Einsatz besonders streng. „Die Glocken mussten läuten bis der Pferdewagen über dem Wolfgangpass war.“

Noch heute ist Urs Hämmerle vor Ort, wenn es gilt mitanzupacken in der Kirchgemeinde: beim Kleiderverladen für Rumänien, beim Feuermachen fürs Ostersingen oder beim Fällen des Weihnachtsbaumes. Die Gemeinschaft – auch die der Kirche – hat ihm über den Tod seiner Frau geholfen. Trotzdem findet er, dass die Kirche sich verändern muss. „Vielleicht müssten Pfarrpersonen die Menschen öfters daheim besuchen?“

Musik ist immer auch Gebet

Mit Rucksack und Rollkoffer tritt Anita Dirnberger ins Bahnhofbuffet am Hauptbahnhof Zürich. Sie kommt von Basel, wo sie studiert und ist auf dem Weg ins Tessin, wo ihr Freund wohnt. "Zu Hause in Andeer bin ich leider nur noch selten", sagt sie und bestellt einen Latte Macchiato. Sie streicht sich die dunklen Locken aus der Stirn und schwärmt von ihrem Studium. "Es ist so unglaublich vielseitig und spannend."

Dass nicht mehr Menschen Theologie studieren, erstaunt die Vielinteressierte, die in den Semesterferien als Journalistin bei einer Tageszeitung arbeitet. Als sie mit 14 verkündete, dass sie einmal Theologie studieren würde, habe das die Eltern im ersten Moment schon überrascht, sagt Anita und lacht. "Aber das waren sie wohl auch als meine Schwester sagte, sie wolle einen technischen Beruf erlernen."

Dabei trugen die Eltern nicht wenig zu Anitas Berufswahl bei. Denn die Kirche war immer ein Teil im Familienalltag der Dirnbergers. Die Eltern engagierten sich in der Baukommission und an Veranstaltungen. Einmal im Monat besuchte die Familie gemeinsam einen Gottesdienst. Später leitete Anita die „Kinderfiir“. Auch den Konfirmandenunterricht mochte sie. "Wir waren viel unterwegs und haben viel erlebt." Zum Beispiel eine Reise nach Taizé, wo sie neue Kirchenmusik kennenlernte. Noch heute pflegt sie diese beim Orgelspielen.  "Nach acht Jahren Klavierunterricht fand ich auf der Orgel in der Kirche eine neue Herausforderung." "Musik", so Anita Dirnberger, "ist für mich immer auch Gebet."

Ob sie dereinst als Pfarrerin tätig sein will, weiss sie nicht. Sie könnte sich ebenso gut eine Arbeit im Bereich Kommunikation bei der Landeskirche vorstellen. Und so ihren Beitrag leisten, "damit die reformierte Kirche eine Volkskirche bleibt, die möglichst vielen Menschen Heimat ist."

Kirche ist der Politik voraus

"Wir sind ein gutes Team"

Kurze Lederjacke, das Haar locker hochgesteckt, schreitet Erika Cahenzli gemächlich durchs Café. Sie kommt direkt aus einer Notfallbesprechung mit dem Vorstandskollegen. "Wir haben einen Wasserschaden auf dem Friedhof", erzählt sie und bestellt sich einen Tee. Seit bald vierzehn Jahren ist die vierfache Mutter und Lehrerin Präsidentin der Kirchgemeinde Untervaz; ihr zweites öffentliches Amt, nach einiger Zeit als Schulrätin. "Schon meine Vorfahren haben sich für die Öffentlichkeit engagiert. Es freut mich, diese Reihe fortzuführen."

Für ihren politischen Werdegang war dieses Amt hilfreich. "Es bringt ein gewisses Ansehen mit sich, Präsidentin einer demokratisch organisierten, reformierten Kirchgemeinde zu sein. Das passt gut zu den Leitsätzen meiner politischen Gesinnung als Grossrätin der Sozialdemokratischen Partei."

Eine Kirchgemeinde zu präsidieren sei wie ein kleines Unternehmen zu führen. "Uns beschäftigen Personalfragen, Projektfinanzierung oder Rechtliches. Ich freue mich jedes Mal auf die Vorstandssitzung. Wir sind ein gutes Team", sagt sie und zieht entschuldigend das klingelnde Handy aus der Tasche: "Der Friedhofsgärtner."

Liebgewonnene Tradition verbunden mit Weltoffenheit und Einstehen für die Würde aller Menschen, das sind Werte, die Erika Cahenzli an ihrer Kirche schätzt. «In der Reformierten Kirche steht jedes Amt auch Frauen offen, Lohngleichheit ist selbstverständlich. Insofern ist unsere Kirche der Politik weit voraus.» Als Kirchgemeindepräsidentin setzt sich Erika Cahenzli für eine Kirche ein, die sich als Teil der Gesellschaft versteht und den Seelen aller Menschen Sorge trägt. «Gibt es etwas Nobleres als das?»

Reformierte als Stein des Anstosses

Eckig, aber respektvoll

Als Toni Schneider 1971 vom Unterland ins romanischsprachige Brigels zog, suchten er und seine junge Familie Anschluss an eine reformierte Gemeinde. In Disentis, so hörte er, eine halbe Autostunde entfernt, gebe es einen Verein. Der sei steuerlich günstig, weil ihn die Kraftwerke Vorderrhein unterstützten, und deutschsprachig. "Wir dachten: Das ist sicher eine Sekte", erinnert sich der Architekt. In Wirklichkeit handelte es sich um die Evangelische Vereinigung der Cadi, eine kleine Gemeinschaft reformierter Kraftwerksarbeiter und Ferienwohnungsbesitzer. "Wir wurden schriftlich zum Gottesdienst in die Baracke des Kraftwerks eingeladen", so Toni Schneider, "und wenn wir nicht gingen, meldeten wir uns ab."

Reformiert zu sein in der katholischen Surselva, sei von gegenseitiger Unsicherheit begleitet. "Wir haben einen guten ökumenischen Weg gefunden", sagt Toni Schneider, "aber nur, weil wir nicht das Gefühl hatten, wir müssten die Welt verändern." Heikel wurde es etwa, als der Verein sich 1984 zu einer der jüngsten Kirchgemeinden der Bündner Landeskirche formierte und eine eigene Kirche bauen wollte. Der geplante Bauplatz in der Nähe des dominierenden Klosters musste fallengelassen werden, mit Hilfe der politischen Gemeinde fand man einen Ort im Industriegebiet, auf einer ehemaligen Müllhalde.

"Natürlich war diese Symbolik schwierig", sagt Toni Schneider, der als Architekt den Auftrag zum Bau der Kirche erhielt. "Ich habe überlegt: Müssen wir uns anpassen? Sollen wir das Gebäude tarnen?" Sein realisierter Entwurf geht einen anderen Weg: Das nach ökologischen Kriterien gebaute Gemeindezentrum spielt mit den fünf Elementen der Natur. So betritt man das Gelände über die "Brücke der Unsicherheit" und stösst dann auf den "Stein des Anstosses", bevor man das Pfarrhaus oder Gemeindezentrum erreicht.

Für Toni Schneider zeigt diese Symbolik nicht nur die Situation der jungen reformierten Gemeinde, sondern grundsätzlich die Existenz eines Christen. Wohl jeder Mensch komme aus der Unsicherheit und suche nach festem Boden. "Wenn aber die Kirche nicht ein Stein des Anstosses bleibt, dann verliert sie an Kraft", ist er überzeugt. Für eine reformierte Minderheit könnte das heissen, dass ihre Ideen bisweilen zu schnell oder fortschrittlich seien, aber dann brauche es eben Zeit. Toni Schneider: "Wenn wir respektvoll bleiben, dann mag es gut leiden, wenn Reformierte etwas eckig sind und ein Stein des Anstosses bleiben."

Den Gästen Stille anbieten

Kirche und Tourismus könnten sich gegenseitig inspirieren, sagt Thomas Rossmerkel in Chur. Zum Vorteil aller.

Thomas Rossmerkel warb in seinem Referat vor dem Evangelischen Grossen Rat für mehr Zusammenarbeit zwischen Kirchenleuten und Touristikern. Viele Menschen seien offen für Fragen nach Sinn, sobald sie aus der Tretmühle des Alltags herausgetreten sind. Der Referent für Kirche und Tourismus von der Evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern sorgte für verdutzte Gesichter: Jeder zweite Deutsche gehe am Urlaubsort in einen Gottesdienst und jeder Fünfte suche im Urlaub neue spirituelle Erfahrungen. Insbesondere bei Angeboten der Stille ortet Rossmerkel Potential. Je ausgeprägter die digitale Erreichbarkeit im Alltag, desto mehr suchten Menschen im Urlaub nach Entschleunigung und Sinn. „Die Sehnsucht nach dem Pausenknopf ist gross“, ist Rossmerkel überzeugt, „der Wunsch nach Stille wird mittelfristig den Wunsch nach Sonne ablösen“.

Aufgrund seiner Erfahrung in Bayern sieht Rossmerkel in der Zusammenarbeit von Kirche und Tourismus eine Win-Win-Situation. Die Touristiker hätten das Marketingwissen, die Kirchenleute Inhalte. Ebenso wie die Touristiker den Bergführer bräuchten, um eine „gscheite“ Wanderung anzubieten, so bräuchten sie die Kirchen für Angebote der Stille und Sinnfindung. Als mögliche Angebote nennt er spirituelle Wanderungen, Gottesdienste im Grünen, offene Kirchen, Räume der Stille am Radweg oder an der Autobahn, Begleitung für Geist und Seele. In Gegenden, wo Menschen vom Tourismus lebten, hätten die Kirchen geradezu die Pflicht, sich mit ihrem Know-How an der Entwicklung und der Durchführung solcher Angebote zu beteiligen. Schliesslich hätten die Kirchen Stille und Ruhe seit Jahrhunderten im Angebot, das sei ihr eigentliches Kerngeschäft. „Der Markt dafür ist vorhanden, mehr denn je", sagte Rossmerkel und mahnt die zugelich: "Wenn die Kirchen die Chance nicht nutzen, werden es andere machen“.

Rossmerkel hat die Erfahrung gemacht, dass Gemeindearbeit und Gästearbeit sich gut ergänzen. In Deutschland würden heute schon mehr Menschen unter der Woche in eine Kirche gehen als am Sonntag. Am Beispiel von „Stade Zeiten“ zeigte er auf, wie Kirchen ihre Angebote der Stille in Zusammenarbeit mit Touristischen Partnern vermarkten können. Mit „Stade Zeiten“ sei es gelungen, ein völlig neues Kundensegement zu erreichen. Voraussetzung für solche Kooperation ist, dass die Berührungsängste zwischen Kirche und Tourismus überwunden werden. Wo das gelingt, sei die Zusammenarbeit von Kirche und Tourismus für alle ein Gewinn.

EGR: "Präsent in der Gesellschaft"

13. November 2019

Ausgeglichenes Budget

„Kirche neu denken“ - so das Motto, unter dem Kirchenratspräsident Andreas Thöny vor dem Evangelischen Grossen Rat in Chur einen Überblick über die anstehenden Gesetzgebungsprojekte präsentierte. Die Evangelisch-reformierte Landeskirche wolle auch in Zukunft präsent sein in Graubünden. Deshalb gelte es die Rahmenbedingungen für das kirchliche Leben zu definieren. „Meilensteine“ nannte er die anstehenden Gesetzgebungsprozesse. Deren sechs sind geplant, je einen pro Jahr. „Das fordert uns alle“, sagte Thöny, denn die Ressourcen seien beschränkt. Doch es gehe darum, lebendig zu bleiben als Teil der modernen Gesellschaft.

Erster Meilenstein im Gesetzgebungsmarathon ist das Regionengesetz, welches in den Gemeinden ein vielfältiges Angebot sicherstellen soll. Die Vernehmlassung in den Kolloquien und in der Synode ist bereits erfolgt und die Botschaft des Kirchenrates liegt vor. Die evangelischen Grossräte wählten dazu nun eine Vorberatungskommission, ebenso für den nächsten Meilenstein, das Personalgesetz. Die weiteren Gesetzgebungsprojekte betreffen die Zulassung zum Pfarramt („für die richtigen Leute vor Ort“), die Zuteilung der Pfarrstellen („Grünes Heft“), den Finanzausgleich („für innerkirchliche Solidarität“) und das Gesetz über Aufbau und Leben der Kirchgemeinden („für mehr Lebensnähe“).

Solide Finanzlage. Des Weiteren genehmigte der Rat das Budget. Die Gefängnisseelsorge wurde um 20 Stellenprozente aufgestockt – Grund ist die Neueröffnung der Strafvollzugsanstalt in Cazis Tignez. Auch für die Kommunikation soll vorerst mehr Geld zur Verfügung stehen. Die Kantonale Evangelische Kirchenkasse rechnet bei Ausgaben von 11‘651‘994 Franken mit einem Aufwandüberschuss von 53‘474 Franken. Dabei werden Rückstellungen aufgelöst: 350‘000 Franken aus der Vorfinanzierung für kirchliche Bauten und 100‘000 Franken aus der Vorfinanzierung für bezugsberechtigte Kirchgemeinden. Erstmals wirksam wird auch der Entscheid des Kantonsparlaments, den Steuerfuss für juristische Personen von 10,5 auf 10 Prozent zu senken.

Kirchenbund. Kirchenrätin Miriam Neubert informierte über Neues aus dem Kirchenbund (SEK), wo nach dem Rat nun auch die Abgeordnetenversammlung eine „Ehe für alle“ auf zivilrechtlicher Ebene befürwortete. Nächster Schritt in dieser Sache ist die Beratung im Bundesparlament in Bern. Danach könnte sich auf kantonalkirchlicher Ebene die Synode mit dem Thema befassen. Bereits heute gebe es in der Bündner Kirche eine Liturgie für die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren.

EGR: "Zukunft ja, aber bitte nicht so schnell"

5.6.2019

Die Evangelischen Grossräte haben ein solides Jahresergebnis genehmigt. Und sie diskutierten, wie schnell die neue Verfassung umgesetzt werden soll.

Am meisten zu reden gaben in der Frühjahrssitzung des Evangelischen Grossen Rates in Chur unscheinbare Traktanden: die Wahl zweier Vorberatungskommissionen. Die eine sollte sich mit den in der neuen Verfassung vorgesehenen Kirchenregionen befassen, die andere mit einem landeskirchlichen Personalgesetz. Beide Gesetzesentwürfe befinden sich zurzeit in der Vernehmlassung.

Umstrittenes Tempo. „Es geht zu schnell“, sagte etwa Robert Heinz, der Präsident der Geschäftsprüfungskommission, der Kirchenrat solle das Tempo bei der Umsetzung der neuen Verfassung drosseln. Andere Stimmen bemängelten angebliche Unklarheiten im Vorgehen oder befürchteten gar die Einschränkung der Gemeindeautonomie durch die neuen Kirchenregionen. „Es ist nicht der Kirchenrat, es ist die Verfassung, die das Tempo vorgibt", konterte Kirchenrat Frank Schuler und Kirchenratspräsident Andreas Thöny doppelte nach: "Aufschieben bringt nichts, es erzeugt nur mehr Druck zu einem späteren Zeitpunkt." Tatsächlich sieht die Verfassung vor, dass die Kirchenregionen am 1.1.2021 ihre Tätigkeit aufnehmen. Es soll durch sie ein vielfältigeres kirchliches Angebot ermöglicht werden. Ob es nun rechtzeitig dazu kommt, ist offen. Klar ist, dass das Thema in der Herbstsitzung erneut auf die Traktandenliste kommt. Deutlich gezeigt hat die Diskussion auch, dass zur Kirche der Zukunft noch ein weiter Weg ist – auch mit neuer Verfassung.

Guter Jahresabschluss. Unbestritten waren hingegen der Amtsbericht des Kirchenrates und die Rechnung der Kantonalen Evangelischen Kirchenkasse. Diese schliesst mit einem Überschuss von 3‘009 Franken bei Einnahmen von 11‘959‘654 Franken und Ausgaben von 11‘956‘645 Franken. Das solide Ergebnis ist auf leicht erhöhte Steuereinnahmen und die Ausgabendisziplin in den Departementen zurückzuführen. Zudem floss, im Vergleich zum Vorjahr, weniger Geld in die Renovation kirchlicher Bauten. Trotz des guten Abschlusses mahnte Finanzchef Eugen Caduff zur Vorsicht. Die im Mai vom Volk angenommene Steuervorlage 17 könnte der Landeskirche Mindereinnahmen von geschätzten 700‘000 Franken bringen. „Falls kein Ausgleich durch den Kanton erreicht wird, wird das spätestens im Budget 2021 empfindlich weh tun.

Franz Rüegg als EGR-Präsident gewählt

14.11.2018

Der Evangelische Grosse Rat hat sich am Mittwoch in Chur mit der Digitalisierung befasst. Er hat gewählt und den Voranschlag 2019 genehmigt.

„Mit etwas Glück erleben wir eine neue Zeit“, sagte Dirk Helbing von der ETH Zürich im Grossratssaal in Chur. Doch es müsse gekämpft werden für Freiheit, Demokratie, Intuition und Liebe. In seinem Referat „Google als Gott?“ zeigte der Soziophysiker und Professor für Computational Social Science mögliche Auswirkungen von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz auf. „Wir alle werden geprofiled und getagged, wir werden manipuliert ohne es zu merken“, gab er den Räten zu bedenken. Die gesellschaftlichen Folgen der Digitalisierung würden von vielen unterschätzt. Helbing warnte vor einem „technologischen Totalitarismus“. Effektvoll und furchtlos griff er in die Bilderkiste der Apokalyptik und erwog das Risiko der Künstlichen Intelligenz für die Demokratie. Menschenrechte und Menschenwürde müssten in digitaler Zeit neu erfunden werden. „Wir befinden uns in einem Lernprozess“, sagte Helbing, "wir verstehen diese Technologie erst nach und nach".

Neue Legislatur. Leichter fassbar waren die übrigen Geschäfte, welche die Evangelischen Grossräte in ihrer Herbstsitzung zu erledigen hatten. Als erstes die Wahlgeschäfte für die Legislatur 2018-2022: Franz Rüegg, Arosa, wurde einstimmig zum Ratspräsidenten und damit zum Nachfolger von Grossrat Walter Grass gewählt. Erste Vizepräsidentin ist Grossrätin Martha Widmer-Spreiter, Chur, zweiter Vizepräsident Andri Poo, Filisur. Ebenfalls in die Geschäftsleitung gewählt sind: Grossrätin Heidi Clalüna, Sils i. E., und Pfrn. Silke Manske, Klosters. Der Geschäftsprüfungskommission gehören an: Robert Heinz, Avers, Pfr. Stephan Bösiger, Sta. Maria Val Müstair, Pfrn. Ursula Müller-Weigl, Arosa, Grossrat Maurizio Michael, Castasegna, und Rico Stiffler, Davos Platz. Vom Evangelischen Grossen Rat in die Rekurskommission sind gewählt: Dr. iur. Peter Andri Vital, Zuoz, Rechtsanwältin Nina Tinner, Rothenbrunnen, Dr. iur. Rudolf Kunz, Chur, und als stellvertretendes Mitglied Dr. Andri Mengiardi, Chur.

Zur Vorsicht gemahnt. Die Räte genehmigten den Voranschlag 2019 der Kantonalen Evangelischen Kirchenkassse. Dieser rechnet mit Ausgaben von 10.7 Millionen Franken und einem Defizit von 104‘000 Franken. Dabei werden Rückstellungen von 600‘000 Franken aufgelöst. Grossrat Robert Heinz mahnte im Namen der Geschäftsprüfungskommission zur Vorsicht und auch Finanzchef Eugen Caduff stellte fest, es sei „Zeit aufzuwachen und der Realität ins Auge zu sehen“. Die Rückstellungen der Kantonalen Evangelischen Kirchenkasse für kirchliche Bauten betragen noch 3.7 Millionen Franken, diejenigen für die ausgleichsberechtigen Kirchgemeinden 2.8 Millionen Franken.

Verfassung SEK. Ebenfalls gutgeheissen hat der Rat den Verfassungstext des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK). Wie Kirchenrätin Miriam Neubert ausführte, soll der Kirchenbund neu „Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz“ heissen, die Leitung wird mit Synode, Rat und Präsidium neu strukturiert und die grossen und finanzstarken Mitgliedskirchen bekommen mehr Gewicht. Die entsprechende Schlussabstimmmung wird am 18. Dezember anlässlich der Abgeordnetenversammlung in Bern stattfinden.

Guter Jahresabschluss

6.6.2018

Der Evangelische Grosse Rat stärkt die Ausbildung der Pfarrpersonen und genehmigt Jahresbericht und Jahresrechnung.

Der Evangelische Grosse Rat genehmigte am Mittwoch den Jahresabschluss der Kantonalen Evangelischen Kirchenkasse (KEK). Bei Einnahmen von 11‘470‘053 Franken und Ausgaben von 11‘465‘662 Franken resultierte ein Gewinn von 4‘391 Franken. Das gute Ergebnis ist nicht zuletzt auf Buchgewinne auf Wertpapieren zurückzuführen, weshalb GPK-Präsident Christian Hartmann die anwesenden Räte weiterhin zu Vorsicht und Sparsamkeit mahnte. Die Steuereinnahmen fielen geringfügig tiefer aus als im Vorjahr, dafür haben Kirchgemeinden weniger gebaut und renoviert, was Minderausgaben bei den Bausubventionen zur Folge hatte. Es konnten Rückstellungen in der Höhe von 1,3 Millionen Franken gebildet werden. Abgesehen von der Rechnung genehmigten die Räte einstimmig den Jahresbericht des Kirchenrates.

Die Ausbildung von Pfarrpersonen soll den künftigen Anforderungen angepasst werden. Der Rat genehmigte eine entsprechende Teilrevision des Konkordates für die kirchliche Ausbildung reformierter Pfarrerinnen und Pfarrer und ihrer Zulassung zum Kirchendienst. Der Rat verstand, dass die Stärkung der Aus- und Weiterbildung für eine Kirche der Zukunft und auch angesichts der anstehenden Pensionierungen von grosser Bedeutung ist. Im Übrigen wählte der Rat Pfarrerin Ursina Hardegger zur stellvertretenden Protokollführerin, liess sich über den neuen Ökumenischen Lehrplan und das Pfingstprojekt 2019-2021 informieren.

Zum letzten Mal wurde der Evangelische Grosse Rat von Grossrat Walter Grass geleitet. Er gibt das Ratspräsidium zum Ende der Legislaturperiode ab. „Es braucht alle, um Gerechtigkeit und Frieden hochzuhalten und die Kirche der Zukunft zu gestalten“, sagte Grass in seiner Ansprache mit gewohnt kurzen aber markanten Worten. Ebenfalls demissioniert haben in der Geschäftsprüfungskommission Grossrat Christian Hartmann (Präsident) und Ernst Waldvogel, und in der Geschäftsleitung Grossrätin Elisabeth Mani und Pfarrer Jens Köhre.

 

Pasqua: „Vita normala“ nu daja

7. April 2020

"Plü vivaints co avant"

Cura tuornaina darcheu illa vita normala da mincha di?
Quista dumonda occupa ils umans pel mumaint. Il virus da Corona ans maina temma e pissers. Isolaziun e mort. Però eir solidarità e creatività, colliaziun e resilienza. La pandemia ha cuntanschü mincha sectur da nossa vita. In ün mound global resentin nus las dependenzas vicendaivlas sco amo mai.

Quarantina
Nus vivain pel mumaint in quarantina. Quella vegn dal numer quaranta. Ella vain già avant i’ls temps biblics sco temp da retratta. Uschè passantain nus quaranta dis avant Pasqua, sco temp per gnir pro nus. Umans cristians as preparan uschenas sün las festas las plü importantas da l’on ecclesiastic: Venderdi sonch e la resüstanza da Gesu Christ, Pasqua. Ed els vegnan consciaints: Üna vita normala nun exista. I'ns renda consciaint quant ferma chi’d es l’indisponibiltà in nossa vita.

Co pudaina incleger quai?
Üna chosa indisponibla nu’s poja incleger. I's po be avair fiduzcha: illa buna nouva sco avant 2000 ons: La fossa d’eira vöda! Gesu Christ es vivaint! Dieu nu lascha vita innozainta mordriada sainza güstificaziun. Quista cretta significha:
La vita es plü ferma co la mort.
La vita es plaina da cretta, spranza ed amur. Indisponibla.
E causa quai uschè ferma.

Sco quella jada es quai eir hoz amo ün cuffort in vista da nossa mortalità. Cun l’experienza da la resüstanza da Gesu sun ils umans tuornats illa vita da minchadi. Plü vivaints co vant. Bunas Pasquas!

Ökumenische Botschaft zu Ostern 2020 in Graubünden

Wenn Würde kostet

3. April 2020

Jenseits von Kosten und Nutzen

Würdigen. In der Welt der biblischen Texte begegnen uns an manchen Stellen Salbungen. Sie sind ein Zeichen der Würdigung. Gesalbt werden Könige und Propheten oder Kranke - in christlichen Kirchen bis auf den heutigen Tag. Auf seinem Leidensweg ist Jesus noch einmal eingeladen. Eine Frau kommt und salbt ihn. So wird auch Jesus ein Gesalbter.

Aufbegehren.  Die Frau will Jesus ehren und würdigen. Sie dankt ihm für die Vergebung und bringt ihre Liebe zum Ausdruck. Dazu verwendet sie eine äusserst teure Nardensalbe. Einige Männer ärgern sich. Sie reden von Verschwendung: „Diese Kostbarkeit hätte doch besser verkauft und der Erlös den Armen gegeben werden müssen!“ „Lasst sie“ sagt Jesus. „Sie hat etwas Schönes an mir getan. Meinen Leib und mein Leben hat sie gewürdigt. Ihrer werden sich viele spätere Generationen erinnern.“

Erinnern. Im derzeitigen Lockdown muss vieles getan werden, was jenseits der normalerweise geltenden wirtschaftlichen Logik liegt. Die Würde von Menschen ist in der kommenden Karwoche mit Corona ein Thema wie kaum je sonst. Sie zu achten kostet unendlich viel. Wozu diese Verschwendung? So können auch wir aufbegehren. Jesus würde uns in diesen Tagen vielleicht sagen: „Lasst die Logik von Kosten und Nutzen hinter euch. Vergesst das Streben nach maximalem Profit. Erinnert euch an das Beispiel dieser Frau. Fragt nicht nach den Kosten, wenn es darum geht, die Leiber jener Menschen zu würdigen, in denen Christus leidet.“

 

3. April 2020

Jenseits von Kosten und Nutzen

Würdigen. In der Welt der biblischen Texte begegnen uns an manchen Stellen Salbungen. Sie sind ein Zeichen der Würdigung. Gesalbt werden Könige und Propheten oder Kranke - in christlichen Kirchen bis auf den heutigen Tag. Auf seinem Leidensweg ist Jesus noch einmal eingeladen. Eine Frau kommt und salbt ihn. So wird auch Jesus ein Gesalbter.

Aufbegehren.  Die Frau will Jesus ehren und würdigen. Sie dankt ihm für die Vergebung und bringt ihre Liebe zum Ausdruck. Dazu verwendet sie eine äusserst teure Nardensalbe. Einige Männer ärgern sich. Sie reden von Verschwendung: „Diese Kostbarkeit hätte doch besser verkauft und der Erlös den Armen gegeben werden müssen!“ „Lasst sie“ sagt Jesus. „Sie hat etwas Schönes an mir getan. Meinen Leib und mein Leben hat sie gewürdigt. Ihrer werden sich viele spätere Generationen erinnern.“

Erinnern. Im derzeitigen Lockdown muss vieles getan werden, was jenseits der normalerweise geltenden wirtschaftlichen Logik liegt. Die Würde von Menschen ist in der kommenden Karwoche mit Corona ein Thema wie kaum je sonst. Sie zu achten kostet unendlich viel. Wozu diese Verschwendung? So können auch wir aufbegehren. Jesus würde uns in diesen Tagen vielleicht sagen: „Lasst die Logik von Kosten und Nutzen hinter euch. Vergesst das Streben nach maximalem Profit. Erinnert euch an das Beispiel dieser Frau. Fragt nicht nach den Kosten, wenn es darum geht, die Leiber jener Menschen zu würdigen, in denen Christus leidet.“

 

3. April 2020

Jenseits von Kosten und Nutzen

Würdigen. In der Welt der biblischen Texte begegnen uns an manchen Stellen Salbungen. Sie sind ein Zeichen der Würdigung. Gesalbt werden Könige und Propheten oder Kranke - in christlichen Kirchen bis auf den heutigen Tag. Auf seinem Leidensweg ist Jesus noch einmal eingeladen. Eine Frau kommt und salbt ihn. So wird auch Jesus ein Gesalbter.

Aufbegehren.  Die Frau will Jesus ehren und würdigen. Sie dankt ihm für die Vergebung und bringt ihre Liebe zum Ausdruck. Dazu verwendet sie eine äusserst teure Nardensalbe. Einige Männer ärgern sich. Sie reden von Verschwendung: „Diese Kostbarkeit hätte doch besser verkauft und der Erlös den Armen gegeben werden müssen!“ „Lasst sie“ sagt Jesus. „Sie hat etwas Schönes an mir getan. Meinen Leib und mein Leben hat sie gewürdigt. Ihrer werden sich viele spätere Generationen erinnern.“

Erinnern. Im derzeitigen Lockdown muss vieles getan werden, was jenseits der normalerweise geltenden wirtschaftlichen Logik liegt. Die Würde von Menschen ist in der kommenden Karwoche mit Corona ein Thema wie kaum je sonst. Sie zu achten kostet unendlich viel. Wozu diese Verschwendung? So können auch wir aufbegehren. Jesus würde uns in diesen Tagen vielleicht sagen: „Lasst die Logik von Kosten und Nutzen hinter euch. Vergesst das Streben nach maximalem Profit. Erinnert euch an das Beispiel dieser Frau. Fragt nicht nach den Kosten, wenn es darum geht, die Leiber jener Menschen zu würdigen, in denen Christus leidet.“

Synodale Ideensammlung

"Dalla fragilità alla vulnerabilità"

27. März 2020

Un passo coraggioso

"Noi abbiamo questo tesoro in vasi di terra, affinché questa grande potenza sia attribuita a Dio e non a noi", 2 Corinzi 4,7

La fragilità della nostra esistenza è un dato di fatto, anche quando la ignoriamo o la neghiamo. La questione non è dunque se siamo o meno esseri umani fragili. La vera questione è che cosa facciamo della nostra fragilità. Cerchiamo di nasconderla dietro una corazza o di rinchiuderla in una fortezza, sperando che la nostra esistenza rimanga senza ammaccature, graffi o crepe? Proteggere le persone fragili in questi giorni non è solo giusto, ma doveroso. Tuttavia possiamo fare un passo in più per la nostra vita. Possiamo fare il passo coraggioso che porta dalla fragilità dissimulata e respinta alla fragilità riconosciuta e accolta, il passo che porta appunto dalla fragilità alla vulnerabilità.

Se la fragilità riguarda solo me, la mia fragile vita che cerco di rafforzare e proteggere come posso, la vulnerabilità implica invece per definizione la presenza di un altro accanto a me. Se la fragilità rischia di farmi sentire solo il rumore dei miei tanti o pochi cocci rotti, la vulnerabilità mi offre una magnifica cassa di risonanza attraverso cui ascoltare la bellezza e la bontà, le lacrime e i sorrisi, la voce e il silenzio di ciò che mi circonda.

Laddove la fragilità rischia di irrigidirci e farci ripiegare su noi stessi, la vulnerabilità può invece renderci aperti e capaci di esporci a ciò che ci raggiunge dall'esterno e che, se talvolta ci ferisce, può però anche ricucirci e ricostruirci. Il cammino dalla fragilità alla vulnerabilità ci insegna a mettere in gioco la nostra fragilità e a viverla fino in fondo riconoscendo la promessa che si nasconde nella presenza dell'altro, dell'altra, accanto a noi.

Synodale Ideensammlung

"Es braucht unser Gebet und Vertrauen"

22. März 2020

Wort zur Woche

Eine ganze Gesellschaft rückt zusammen – nahe auf Distanz. Alle geben sich Mühe, ihren Beitrag zu leisten, damit die Pandemie möglichst wenige Opfer fordert: Nur für nötige Aufgaben aus dem Haus gehen, Hände waschen und bei Begegnungen auf Distanz bleiben. Das sind unsere wichtigen Beiträge. Beten und Vertrauen kommen hinzu. Es braucht unser Vertrauen und unser Gebet.

Beten wir für die Positiv Getesteten, für die Erkrankten, besonders für die Schwererkrankten! Beten wir für die Besorgten, Verunsicherten, für Menschen ohne Arbeit, für Menschen mit unsicherer finanzieller Zukunft! Beten wir für die in den Sanitätsdiensten Arbeitenden, für die Pflegenden und für die Ärztinnen und Ärzte an der Front! Beten wir für die, welche für die Versorgung, für die Infrastruktur und die Sicherheit arbeiten. Und beten wir für die Forschenden und für die politischen Entscheidungsträger!

Und vertrauen wir! Vertrauen wir allen oben genannten Berufsgruppen! Vertrauen wir dem, was sie sagen, wozu sie aufrufen, um worum sie bitten! Vertrauen wir, dass sie richtig entscheiden, dass sie zum Wohl aller handeln, dass sie dabei weise geleitet werden! Vertrauen wir dem Heiligen Geist, dass er in uns und unter uns wirkt! Gott ist nah. Wir sind nicht alleine.

Synodale Ideensammlung

Trotz Corona: Ideen aus Kirchgemeinden

8. Mai 2020 (wird wöchentlich erweitert)

Synodale Ideensammlung

An vielen Orten versuchen Kirchgemeinden, trotz der Einschränkungen durch das Coronavirus kirchliches Leben zu gestalten. Konfirmandinnen und Konfirmanden kaufen für Betagte ein, Fachlehrpersonen Religion erzählen Geschichten für Kinder und Pfarrpersonen machen unzählige Telefonate und nehmen Kurzpredigten auf. Auch viele Briefe werden in dieser Zeit gegen die Vereinsamung und Sprachlosigkeit geschrieben. Das alles sind Zeichen kreativer Solidarität. Menschen machen sich stark für Menschen.

Wer weitere Ideen teilen möchte, sende diese an die Kanzellarin der Synode, Ursina Hardegger. Die Mitarbeitenden der Fachstelle Gemeindeentwicklung stehen für Beratung und Unterstützung gerne zur Verfügung.

Bitte beachten Sie, dass bei allen Aktionen die Vorgaben von Bund und Kanton einzuhalten sind.

Bild: Szene aus einem RTR-Beitrag über die Oberengadiner Konfirmanden

Ökumenische Botschaft zu Ostern

11. April 2020

«Die Unverfügbarkeit rückt ins kollektive Bewusstsein»

Wann kehren wir wieder ins normale Leben zurück?
Diese Frage treibt unzählige Menschen zurzeit um. Das Coronavirus bringt Angst und Sorgen. Isolation und Tod. Weckt aber auch Solidarität und Kreativität. Verbundenheit und Widerstandskraft. Die Pandemie hat alle Bereiche menschlichen Lebens erfasst. In einer globalisierten Welt spüren wir die Abhängigkeiten voneinander wie nie zuvor.
Quarantäne kommt von der Zahl vierzig und ist zu biblischen Zeiten schon erwähnt als Dauer einer bewusst gesuchten Abgeschiedenheit. Vierzig Tage lang dauert so auch heute noch die Zeit der Einkehr, die Zeit der Besinnung in der christlichen Fasten- und Passionszeit vor Ostern. So bereiten sich Christinnen und Christen auf ihre höchsten Feste im Kirchenjahr vor, auf Karfreitag und das Fest der Auferstehung Christi. Und vergegenwärtigen sich jedes Jahr aufs Neue: «Normales Leben» gibt es nicht. Und nun fällt die Zeit der verordneten Quarantäne in unserer westlichen Welt gerade auf diese Zeit vor Ostern. Die Unverfügbarkeit rückt ins kollektive Bewusstsein.

Wie können wir heute dieser Herausforderung begegnen?
Der Begriff Ökumene steht in der Antike für die ganze bewohnte Erde. Ökumene im Christentum bedeutet Dialog und Zusammenarbeit zwischen den christlichen Konfessionen. Was also bietet sich anderes an, als dieser Herausforderung in den Kirchen ökumenisch zu begegnen? In Demut gemeinsam Gottes Unverfügbarkeit zu bekennen? Und miteinander im Gebet Freud und Leid zu teilen? So erinnern auch die Evangelisch-reformierte Landeskirche Graubünden und der bündnerische Teil des Bistums Chur gemeinsam an den Ursprung des Christentums. Die Glocken der reformierten und katholischen Kirchen in Graubünden läuten am Ostersonntag um 10.00 Uhr zur Verkündigung der freudigen Osterbotschaft.

Was ist dies für eine Botschaft?
Dieselbe wie vor 2000 Jahren. Das Grab war leer. Jesus Christus lebt. Einige Frauen und Männer haben diese Erfahrung damals in Gemeinschaft gedeutet. Und viele haben diese freudige Botschaft weitergegeben – bis heute.«Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden.» Der Glaube daran bedeutet: Das Leben ist stärker als der Tod. Das Leben zeigt sich gerade in der Verletzlichkeit durchlässig und lebendig. Leben leuchtet auf in der Mitmenschlichkeit. Das Leben ist durchdrungen von Glaube, Hoffnung, Liebe. Unverfügbar. Und deshalb stark. Allumfassend. Damals erreichte diese gute Nachricht die Menschen in ihren drängenden Fragen. Sie ist uns heute Trost im Angesicht unserer Sterblichkeit. Und sie ist die Grundlage unseres Handelns. Dies ist die Erfahrung von Ostern, mit der viele Menschen nach dem Tode Jesu am Kreuz zurück ins Leben gefunden haben.

Lebendiger als zuvor.

In dieser ökumenischen Zuversicht wünschen wir Ihnen und uns allen: Frohe Ostern!

Für die Bistumsregion Graubünden
Msgr. Andreas M. Fuchs, Delegierter des Apostolischen Administrators

Für die Evangelisch-reformierte Landeskirche Graubünden
Pfrn. Cornelia Camichel Bromeis, Dekanin

Aufruf: "Wir lassen uns berühren"

16. März 2020

Aufruf in Zeiten der Kontaktlosigkeit

Liebe Mitmenschen. Wir alle sind betroffen von diesem Virus. Bund und Kantone erlassen Massnahmen, um dessen Verbreitung zu stoppen. Daran halten wir uns ganz klar auch in der Kirche und in den Kirchgemeinden. Anlässe und Gottesdienste werden abgesagt oder im kleinsten Rahmen abgehalten. Solidarität ist höchstes Gebot der Stunde.

Nicht unberührbar. Wir wollen durch die gebotene Kontaktlosigkeit aber nicht unberührbar werden. Wir wollen nicht immun sein gegen den Schmerz, der die notwendige Isolation verursacht. Als Christinnen und Christen haben wir Ressourcen, dem Geschehen nicht alternativlos gegenüberzustehen. Wir müssen nicht der Ohnmacht Raum geben. Wie unzählige Menschen vor uns, finden auch wir in dieser schwierigen Zeit Hoffnung und Zuversicht.

Kreativ solidarisch. Wir sind aufgerufen, Barmherzigkeit zu leben. In kurzer Zeit sind eindrückliche Initiativen entstanden. Angebote, dass eingekauft wird für Menschen, die einer Risikogruppe zugeordnet werden. Gegenseitige Kinderbetreuungsdienste. Anrufe per Telefon, Gebete, Übertragungen von Gottesdiensten um in Verbundenheit zu feiern. Solche Solidarität hält die Gesellschaft zusammen - und berührt. Werden, seien, bleiben wir solidarisch. Und vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit.


gekürzte Fassung: Stefan Hügli
Kommunikation

Aufruf im Wortlaut
Synodale Ideensammlung

Kasualien: "Flexibel sein genügt nicht"

29. Januar 2020

Herausforderung Kasualien

Die Bündner Pfarrpersonen haben in Chur über den Wandel bei den kirchlichen Handlungen wie Taufe, Trauung oder Abdankung diskutiert.

Gesucht wurde eine „gemeinsame Grundhaltung“, wie und ob den Wünschen nach immer individuellerer Gestaltung begegnet werden kann. Die Verunsicherung war an der synodalen Arbeitstagung im Saal des Kirchgemeindehauses Comander spürbar. Grund dafür ist die Tatsache, dass Pfarrpersonen bisweilen in Clinch mit ihrem eigenen Kirchenverständnis oder mit der Kirchenordnung kommen. Wie ist umzugehen mit dem Wunsch nach einer kirchlichen Trauung, in der das Wort „Gott“ nicht genannt werden soll? Wie mit dem Wunsch nach der Taufe eines Kindes im Rahmen einer privaten Feier, losgelöst vom Gemeindegottesdienst? Und was ist, wenn die Taufe dann doch im Gemeindegottesdienst stattfindet, die Gemeinde aber nicht sichtbar anwesend ist?

Für den Blick von aussen sorgte Thomas Schlag vom Zentrum für Kirchenentwicklung der Universität Zürich. Er zeigte auf, dass in den letzten 20 Jahren bei den kirchlichen Handlungen Selbstverständlichkeiten weggebrochen sind. Einerseits ist den Pfarrpersonen mit freien Ritualbegleitern Konkurrenz erwachsen. Andererseits sind die Wünsche nach individueller Gestaltung ausgeprägter geworden. „Wir gehen immer noch von einer pluralismusfähigen Volkskirche aus“, gab Schlag zu bedenken, doch bei den Kasualien zeige sich, mit welchen Spannungen diese Vorstellung verbunden ist: Während die einen sie vor dem Hintergrund einer christlichen Gemeinschaft verstünden, würden andere darin eine Dienstleistung der Kirche sehen. Die Tendenz zu letzterem sei zunehmend.

„Nicht jammern“, mahnte Thomas Schlag die rund 100 Kirchenleute und warb dafür, stolz darauf zu sein, dass Menschen von der Kirche etwas erwarteten, was ihnen Sinn gebe und im Leben trage. Nach wie vor stellten kirchliche Trauerfeiern eine Öffentlichkeit her, die weit über den privaten Rahmen hinausgeht. Was die besonderen Wünsche angeht, plädierte der Professor für Offenheit und Profiliertheit zugleich. Es gelte nachzufragen, was hinter den Wünschen stehe, doch zugleich müssten kirchliche Akteure klar benennen, was sie anzubieten hätten – und was nicht. „Flexibilität allein ist keine Lösung“, sagte Schlag und und wechselte noch einmal die Perspektive: Bisweilen hätten herkömmlich gestaltete Kasualien auch Vorteile. Beispielsweise dann, wenn es in einer Familie Konflikte gibt. Da könne es entlastend sein, wenn Angehörige bei einer Trauerfeier nicht alles selber sagen und machen müssten, sondern eine Drittperson mit der nötigen Erfahrung für Ausgewogenheit sorge.

Neue Geschäftsordnung. Abgesehen von der Kasualienfrage berieten und bereinigten die Synodalen die Vorlage einer neuen Geschäftsordnung. Im Wesentlichen ging es dabei um die Anpassung an die neue Kirchenverfassung.

 

Glockenläuten für die Schöpfung

23. September 2019

Kirchenaktion zur Klimademo in Bern

Am 28. September läuten um 14.30 Uhr in 40 reformierten Kirchen des Kantons Graubünden die Glocken. Die Aktion versteht sich als dringender Aufruf zur Bewahrung der Schöpfung. Die Bündner Pfarrsynode und mit ihr 24 Kirchgemeinden stellen sich damit hinter die Klimajugend. Es gehe darum, nachfolgenden Generationen einen bewohnbaren Planeten zu hinterlassen. Die Würde des Menschen stünde auf dem Spiel.

Initiiert wurde die Aktion durch eine kirchliche Klima-Allianz mit Brot für alle / Fastenopfer, dem Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS), den Evangelische Frauen Schweiz, der Nationalkommission Justitia et Pax und der Organisation „oeku“ Kirche und Umwelt.

In Graubünden finden zusätzliche Aktionen statt, etwa eine Velodemo in Davos oder ein Abfallsammeln im Rheinwald. In Bern gibt es am Tag der Klimademo ein interreligiöses Klimagebet.

 

100 Prozent Valposchiavo zum Schluss

1. Juli 2019

Antrag zum Klimaschutz. Am letzten Tag der Synode in Poschiavo überwiesen die Synodalen den Dringlichkeitsantrag zum Thema Klimakrise und Abfall. Unter dem Motto «Kirche ohne Plastik» wird den Kirchgemeinden empfohlen, am nationalen Klimademotag, dem 28. September 2019, um 14.30 aus Solidarität ein Glockengeläut anzuweisen und/oder die Kirchturmuhren auf fünf vor 12 zu stellen. Ausserdem soll versucht werden, sämtliche kirchliche Publikationen ohne Plastik zu versenden. «Wir haben Verantwortung für die Schöpfung und müssen das Ruder rumreissen», so Pfarrer Dirk Haarmann, einer der Initiatoren des Antrags.

Kirchenregionen. Ausserdem konnte der in Kolloquien viel diskutierte Gesetzesentwurf über die Bildung neuer Kirchenregionen abschliessend besprochen werden. Da der Kirchenrat auf Rückmeldungen der Kolloquien zwei «Kann-Formulierungen» in zwei besonders umstrittenen Artikeln (5,13) eingefügt hat, zeigten sich die meisten Synodalen mit dem Entwurf versöhnt. Der Präsident der Landeskirche, Andreas Thöny, sagte, dass die Gemeindeautonomie trotz enger Zusammenarbeit in den Kirchenregionen bewahrt bleibe. Ziel des neuen Gesetzes sei laut Kirchenrat Frank Schuler unter anderem die Rechtssicherheit, die die neuen Kirchenregionen auf diese Weise haben. Sie können dann beispielsweise Personen anstellen.

Die Diskussion zum umfangreichen Personalgesetz forderte eine zusätzliche Sitzung und konnte abgeschlossen werden. Unter anderem nahmen die Synodalen den Antrag an, die Arbeitszeit für Pfarrpersonen wieder auf 45 statt wie neu vorgesehen 42,5 Stunden anzuheben. Einzelne Pfarrpersonen befürchteten mit der Arbeitsstundenreduktion «ein vergiftetes Geschenk» vom Kirchenrat erhalten zu haben. Auch die so genannten Mitarbeitendengespräche sollen die Kirchenvorstände laut Synode nur mit Nicht-Synodalen statt mit allen Mitarbeitenden führen. Hintergrund ist, dass die Synode nochmals betonte, dass die Kirchenvorstände zwar ausführendes Organ, aber nicht Vorgesetzte der Pfarrpersonen seien.

Kräutertee aus Poschiavo gab es als Geschenk für die Synodalen. Dieser ist eines der Produkte aus der Val Poschiavo, das schweizweit bekannt ist. Daniele Rasseli, Ökonom und Zertifizierer des Labels «Bio Suisse» informierte die Synode über die Puschlaver Landwirtschaft. Diese besteht inzwischen zu achtzig Prozent aus biologischen Betrieben. Unter dem Label «100 Prozent Valposchiavo» haben die Puschlaver Bergbauern mit ihren verschiedenen Produkten ein gemeinsames Marketingkonzept entwickelt. Die Kräuter aus dem Puschlav sind nicht nur im Tee, sondern auch in den bekannten Ricola-Bonbons verarbeitet.

Gäste am Tisch des Herrn

30. Juni 2019

Feierliche Aufnahme. Höhepunkt der Bündner Synode ist der so genannte Rezeptionsgottesdienst. Dort werden die neuen Pfarrpersonen feierlich in die Synode aufgenommen. Sie tragen sich dann in das Matrikelbuch ein, in dem sich alle Bündner Pfarrpersonen seit 1537 verewigt haben. Dekanin Cornelia Camichel-Bromeis ermutigte die Neulinge zu ihrem «Amt der Versöhnung».

Die Predigt hielt Pfarrerin Wilma Finze Michaelsen aus Igis. Als Predigttext wählte sie das Gastmahl aus dem Lukasevangelium und betonte, dass kirchliche Mitarbeitende ebenfalls Gäste am «Tisch des Herrn» sind und keinesfalls die Chefinnen oder Chefs. Die Einladung zum Gastmahl gelte allen Menschen, ganz gleich, welcher Herkunft oder welchen sozialen Stati.

Am Nachmittag kickten die «Pastors United», eine Gruppe von Bündner Pfarrpersonen und ihren Angehörigen gegen die ortsansässige Mannschaft «Val Poschiavo over 40». Obwohl die Mannschaft der Geistlichen jung aufgestellt war und vollen Einsatz zeigte, siegten die Fussballer aus dem Puschlav mit 5:1. Das Fussballspiel gegen eine Mannschaft der gastgebenden Gemeinde ist Tradition der jährlichen Bündner Synode.

Dem Wort seinen Wert zurückgeben

29. Juni 2019

«Das Wort ist mein Königreich». Haben Pfarrpersonen heute noch den Mut so einen Satz zu sagen? Das fragte Pfarrerin Simona Rauch die Pfarrerinnen und Pfarrer in ihrem tendenziell sprachwissenschaftlichen Vortrag am dritten Tag der Synode in Poschiavo. Sie ermutigte ihre Kolleginnen und Kollegen ihre Beziehung zum Wort zu reflektieren und in ihren Predigten zu berücksichtigen. «Ihr seid Erben, Ordner und Erfinder von Worten», sagte die italiensichsprachige Pfarrerin. Rauch betonte die Wichtigkeit von Stille, Rhythmus, und Interpunktion – gerade auch in der Predigt. Pfarrpersonen sollten dem Wort wieder seinen Wert zurückgeben, indem sie dem Verborgenen und Unsichtbaren und damit auch der Rede von Gott Platz gäben.

Gerade in der Stille wohne Gott: «Es gebe ein letztes (eschatologisches) Wort, das nur dann zu hören sei, wenn alle anderen schweigen», zitierte Simona Rauch. An der Geschichte vom Turmbau zu Babel erläuterte die Referentin, dass die anschliessende Sprachverwirrung mehr ein Segen, denn ein Fluch ist. Babel stehe für die absolute Abwesenheit von Dialog, jeder ist bloss mit sich selbst beschäftigt, Gott spricht nicht. Die Tendenz zum Totalitarismus und zur Uniformität können Folge sein, wie die Referentin an dem Film «Babel, le récit d`une folie totalitaire» illustrierte. Die vielen Sprachen, die nach dem Turmbau zu Babel nach alttestamentlicher Erzählung entstehen, seien als Segen der Vielfalt zu betrachten. In Zeiten der Globalisierung eine Erkenntnis mit hohem Aktualitätsgehalt, wie Simona Rauch sagte.

Über das Bild, genauer über Zeichnungen, näherte sich Ko-Referent Heiner Schubert, Pfarrer in Montmirail, den Gleichnissen Jesu. Seine Spezialität ist es, biblische Geschichten während des Erzählens mit einer Bildergeschichte zu illustrieren. Inzwischen hat er seine biblischen Comics auch als kurze Filmsequenzen für den Online-Kanal YouTube produziert. Inspiriert zu dieser Arbeit haben ihn die Bildhauer von französischen Kapitälen. Die Steinmetze waren angewiesen mit Reduktion und Symbolik ihre Gottesgeschichten umzusetzen. Ähnlich verfährt Schubert mit seinen Zeichnungen. Sie sind schnell zu entschlüsseln. Die Gleichnisse Jesu erzähle er am liebsten, da sie ihm schon oft in seinem Leben Handlungsalternativen aufgezeigt hätten.

Gletschermühlen bei Cavaglia. Am Nachmittag lud die politische Gemeinde Poschiavo die Synodalen zur Besichtigung der Gletschermühlen in Cavaglia. Über Jahrtausende hinweg haben sich hier zahlreiche Gletschertöpfe in den Stein geschliffen. Derzeit ist das Projekt «Orrido-Schlucht Cavaglia» in Planung. Mit einem Investitionsvolumen von 1 Million Franken, mehrheitlich aus Spenden, soll eine Schluchtbegehung realisiert werden. Besucher können sich dann über Treppen durch die Tiefen der Schlucht bewegen.

Diskussion zum neuen Personalgesetz

28. Juni 2019

Neues Personalgesetz. Die Vernehmlassung des Entwurfes eines neuen Personalgesetzes für die Bündner Landeskirche war Haupttraktandum des zweiten Synodentages in Poschiavo. Ziel des neuen Personalgesetzes ist, die Attraktivität der Pfarrstellen im Bündner Land für zuziehende Pfarrpersonen zu erhöhen. Die so genannte Treueprämie, die Neuzuzügler benachteiligt, soll zugunsten eines 13. Monatslohns fallen. Da in den kommenden Jahren zahlreiche Pfarrpersonen im Kanton pensioniert werden, ist die Landeskirche auf ausserkantonalen Nachwuchs angewiesen.

Als Vernehmlassungsorgan haben die Synodalen das Recht, Anträge auf Bearbeitung des Gesetzesentwurfes zu stellen. Gleich der erste Artikel veranlasste innerhalb der Synode zu Diskussionen. Mit deutlicher Mehrheit plädierten die Synodalen für eine Unterscheidung innerhalb des Gesetzes in Mitarbeitende und Pfarrpersonen. Hintergrund ist, dass Pfarrpersonen nicht Angestellte, sondern von der Kirchgemeindeversammlung gewählte Personen sind. Diskussionen gab es auch zum Thema Lohneinstufung von Pfarrpersonen. So stimmte die Synode dafür, zu prüfen, ob kantonale Pfarrpersonen in die Gehaltsklasse 20, also gleich dem Salär von Gymnasiallehrenden, eingestuft werden könnten. Bündner Pfarrpersonen verdienen im schweizweiten reinen Lohnvergleich verhältnismässig wenig. Ob die Anträge der Synode in das Gesetz eingearbeitet werden, entscheidet der Evangelische Grosse Rat (EGR).

Drei neue Pfarrpersonen. Mit dem Mehr der Stimmen wurde der Aufnahme von Balthasar Bächthold, Filisur, Reinhard Eisner, Jenaz und Brigitte Unholz, Sent, in die Bündner Pfarrsynode zugestimmt.

Verbindliche Regelung der Kausalien. Traktandiert war am zweiten Synodentag auch das Thema «Kasualien». Die dafür eingesetzte Arbeitsgruppe präsentierte den Synodalen ihre Ergebnisse, die an der ersten Synodaltagung des Jahres aufgestellt worden waren. Hintergrund ist, eine Vereinheitlichung innerhalb des Kantons in Fragen der Amtshandlungen zu erreichen. «Zwischen St. Antönien und St. Moritz sind nicht nur Berge, sondern auch Welten», sagte Arbeitsgruppenmitglied Urs Zangger. Damit sprach er auf die unterschiedliche Ausrichtung der Bündner Kirchgemeinden an. Trotz Differenzen im Profil sind die Fragen bei den Kasualien immer dieselben: «Taufen wir ausserhalb eines Gemeindegottesdienstes?», «Sollen freie Theologen Abdankungen in reformierten Kirchen abhalten können?» Diese und weitere Fragen sollen nun unter Zuhilfenahme einer ausserkantonalen Perspektive und der Befragung der Kirchgemeinden und Kolloquien verbindlich geregelt werden.

Antrag Abfallkrise und Klima. Überrascht wurde die Synode von einem Dringlichkeitsantrag zum Thema Abfallkrise und Klima. Pfarrehepaar Haarmann aus Sils im Domleschg ermunterte die Synodalen sich an der Stelle zu positionieren. Forderungen sind unter anderem, den kirchlichen Postversand ohne Plastikhüllen zu bewerkstelligen und alle kirchgemeindlichen Veranstaltungen so bald wie möglich ohne Plastik auszurichten. Der Antrag wurde angenommen und wurde einer Arbeitsgruppe überwiesen.

Synode in Poschiavo eröffnet

27. Juni 2019

«Wir pflegen eine Kultur der Offenheit», betonte die Dekanin der reformierten Landeskirche Graubünden in ihrer Eröffnungsansprache in Poschiavo. Dort ist am Donnerstag, die fünftägige Synode, an der alle reformierten Pfarrpersonen des Kantons teilnehmen, eröffnet worden. Dieses Gefäss ist einzigartig in der gesamten Kirchenlandschaft der Schweiz. Ein strukturelles und kollegiales Organ zugleich. Seit jeher sei es ein Pfeiler der Bündner Landeskirche gemischt-national zu sein, so die Dekanin weiter. Fünfzig Prozent der derzeitigen Bündner Pfarrpersonen sind Deutsche. Ängste vor Überfremdung etwa, die immer wieder Teil des gesamtgesellschaftlichen Gefühls seien, könnten die Synodalen an sich selbst erkennen, bearbeiten und so mit einer positiven Identität in die Gesellschaft hineinwirken. Unter dem Titel «Was ist ein Kollege», wies Camichel-Bromeis darauf hin, dass Kollegialität Ressource statt Konkurrenz sein sollte. «Mit der Bündner Synode haben wir ein grandioses Übungsfeld dazu».

Vielfalt als Chance zur Kreativität war auch das Thema von Paolo Tognina. Der Journalist und Pfarrer ist im Puschlav aufgewachsen. Er ist Redaktor beim Radiotelevisione Svizzera Italiana (RSI). An der Synode berichtete er über die Geschichte der konfessionellen Trennungen im Val Poschiavo bis in die Schulen hinein. Schon damals mussten Menschen reformierten Glaubens kreativ sein, um etwa im Geschäftsleben weiter zu kommen. Heute gibt etwa es 15'000 italienisch-sprechende Reformierte in der Schweiz. Eine Minderheit. Tognina ist der Überzeugung, dass Minderheiten nur dann gut überleben können, wenn sie einen «positiven, offenen und grosszügigen Beitrag» in die Gesellschaft geben.

Brückenfunktion des Puschlavs. Der ortsansässige Pfarrer Antonio di Passa und der Kirchgemeindepräsident Karl Heiz begrüssten die Anwesenden. Letztgenannter erwähnte, wie wichtig gute Anstellungsbedingungen seien, damit immer wieder pfarramtlicher Nachwuchs in entlegenere Orte wie das Val Poschiavo komme. Von politischer Seite sprach Podestà Giovanni Jochum. Er betonte die Brückenfunktion des Puschlavs, die Grösse (das Tal ist so gross wie der Kanton Zug) und die Tatsache, dass die meisten Einheimischen ab 15 Jahren erst einmal den Ort verlassen müssen, um sich ausbilden zu lassen.

Drei neue Pfarrpersonen stellen sich vor. Traditionellerweise bitten an der Synode Pfarrpersonen um Aufnahme in dieselbe. In diesem Jahr stellten sich mit Curriculum vitae und Predigt vor: Balthasar Bächtold, Filisur/Albula/Alvra, Reinhard Eisner, Jenaz/Buchen sowie Brigitte Unholz, Sent. Die Predigten handelten von Feindesliebe (Paulus), dem Lob der Gemeinschaft (Pfingstereignis) und der Stärkung durch heilsame Begegnungen (Elia).

Thesen zum Bündner Pfarramt stellte eine Arbeitsgruppe, bestehend aus fünf Pfarrpersonen, dem Plenum vor. Danach soll sich die Synode unter anderem zur Wohnsitzpflicht positionieren,  Überlegungen zu einer einheitlichen Besoldung für das Pfarramt anstellen und eine flexiblere Handhabe beim Thema Religionsunterricht in Betracht ziehen. Derzeit müssen Bündner Pfarrpersonen bei einem 100-Prozent-Pensum acht Schullektionen pro Woche erteilen. Zudem haben sie die Pflicht, unabhängig ihres Pensums, in der jeweiligen Kirchgemeinde Wohnsitz zu nehmen.

 

"Neue Kultur der Wertschätzung"

30.1.2019

Wie kann Kirche besser mit Mitgliedern kommunizieren, die lieber auf Distanz zum örtlichen Kirchengeschehen bleiben? Darüber haben die Synodalen und weitere Interessierte anlässlich einer Arbeitstagung in Chur diskutiert. Anregungen zum Thema gab ein Referat von Frank Worbs, dem Kommunikationsbeauftragten der Aargauer Kirche. Bis zu 70 Prozent der Kirchenmitglieder hätten kaum je Kontakt zu ihrer Kirchgemeinde, mutmasste Worbs. Sie blieben auf Distanz zur Kirchgemeinde, ermöglichten aber durch ihre Steuergelder, dass diese ihren Auftrag erfüllen könne. „Viel zu selten haben wir Danke gesagt“, meinte Worbs, der selber Pfarrer war. Unter dem Titel „Lebenslang Mitglied bleiben“ präsentierte er ein Paket mit rund 30 Vorschlägen, wie Beziehungspflege mit "distanzierten Kirchenmitgliedern“ geschehen könnte. Darunter finden sich Gratulationskarten zu Geburt oder Jubiläum, Grusskarten zu kirchlichen Feiertagen. Auch eine ausformulierte Austrittsbestätigung ist dabei - sie beginnt mit dem Dank für die geleistete Unterstützung. Das sei ein Perspektivenwechsel in der kirchlichen Kommunikation, meinte Worbs: Aufmerksamkeit und Wertschätzung auszudrücken ohne Teilnahme oder Mitarbeit einzufordern. Worbs Materialien stehen den Kirchgemeinden ab sofort zur Verfügung.

Kirchliches Trittbrettfahren? In einem weiteren Referat äusserte sich Kirchenrat Frank Schuler zum Thema „Mitgliedschaft und Kasualien – Streiflichter aus verfassungsrechtlicher Sicht“. Ähnlich wie die selbst gewählte Distanz der Distanzierten sei auch der Austritt der Ausgetreten zu respektieren. Wer aus der Kirche austrete, wolle nicht mehr dazugehören. Das sei ernst zu nehmen - auch dann, wenn eine Hochzeit oder eine Beerdigung anstehe. Mit Blick auf die verschiedenen Formen der Mitgliedschaft weist Schuler allerdings auch darauf hin, dass die Sache in der Praxis oft komplizierter sei: wer genau muss denn Mitglied sein, damit eine kirchliche Handlung stattfinden kann: Ist es bei einer Abdankung die verstorbene Person oder sind es die Angehörigen? Ist es bei einer Taufe der Täufling, der Vater und/oder die Mutter oder sind es gar die Paten? „Wo und wie ziehen wir die Grenze“, fragte Schuler. Dass in Sachen kirchliche Handlungen für Ausgetretene Klärungsbedarf besteht ist für den Juristen unbestritten: "Die SBB kann auch nicht akzeptieren, dass ich mit dem GA meiner Tante im Zug sitze“. Davon zu unterscheiden seien allerdings Situationen, wo Kirche im gesamtgesellschaftlichen Auftrag handle, zum Beispiel im Bereich der Spitalseelsorge oder der Lebens- und Paarberatung. Davon müssten alle profitieren können, unabhängig ihrer Religion und Kirchenmitgliedschaft. Dasselbe gelte für Gottesdienste und gelebte Solidarität.

Wandel spürbar. Wer den Gesprächen der Synodalen zuhörte, hörte heraus, wie die Konkurrenz in Sachen Ritualbegleitung und der Wunsch nach immer individuelleren Kasualien die Pfarrerschaft herausfordert und auch verunsichert. „Was macht das alles mit uns“, fragt etwa die Dekanin Cornelia Camichel. „Wir werden ständig in Frage gestellt und stellen auch uns ständig in Frage“. Die Arbeit in den Kirchgemeinden hätte an Selbstverständlichkeit verloren und das gehe an allen, die für die Kirche arbeiteten, nicht spurlos vorüber. Die Arbeitstagung verstand sich denn auch als Übung in Selbstwahrnehmung und Selbstreflektion und sie bot Gelegenheit zum Austausch und Blick von aussen. Sowohl die Lust auf andere Sichtweisen wie auch auf Abgrenzung war in den Diskussionen spürbar. „Wir leben in einer Zeit der Deinstitutionalisierung“, fasste Kirchenrat Roland Just die Veränderungen zusammen und stellte sie in einen gesellschaftlichen Zusammenhang. Kirche sei Institution, Organisation und Bewegung zugleich - eine produktive Spannung, die wachzuhalten sei. Rückzug ist für Just keine Option, im Gegenteil. Das wichtigste Kriterium ist für Just, wie und ob Kirche mit ihrem Umfeld interagiert.

Der positive Blick. Aufgelockert wurde die Tagung durch kabarettistische Einlagen von Adele Seibold. Sie sprach in clownesker Art von „Communityhopping“ und von „Kirche von Fall zu Fall“. Sie befeuerte die Ideen in Richtung einer einfallsreichen Kirche und warf auch mal einen unbeschwert positiven Blick auf kirchliches Leben im Hier und Heute.

"Wir sind empört" - Synode spricht Klartext

25.6.2018

Ja zu KOVI

Für menschenwürdiges Wirtschaften. Die Synode hat am Montag eine Stellungsnahme zur Konzernverantwortungsinitiative verabschiedet. „Wir sind empört“, heisst es darin, es gehe nicht an, dass die Folgen wirtschaftlichen Tuns auf spätere Generationen oder auf andere Länder abgewälzt würden. Die Stellungnahme der Synode stützt ab auf eine Studie von „Fastenopfer“ und „Brot für alle“, wonach lediglich 11 Prozent der 200 grössten Schweizer Konzerne ihre Unternehmenspolitik nach den Leitprinzipien der UNO zu Wirtschaft und Menschenrechten ausrichten. „Wirtschaft soll Menschen dienen“, fordern die Synodalen, und das bedeute dreierlei: erstens ein nachhaltiger Umgang mit der Um- und Mitwelt; zweitens eine sozialverträgliche Arbeits- und Geschäftswelt und drittens eine menschenwürdige Wirtschaft. Schon die Synode 2015 im Bergell hatte sich mit der Konzernverantwortungsinitiative befasst, damals sprachen sich die Synodalen für die Unterschriftensammlung zugunsten der Initiative aus. Nein, der Gegenvorschlag zur Initiative sei nicht ausreichend, hiess es nun in Cazis. Die Synode verabschiedete die Stellungnahme klar mit 57 Ja bei drei Enthaltungen.

Um aktuelle Trends in der Psychiatrie ging es im zweiten Teil der Sitzung. „Das Bild, dass es einen einfach gut geht, wenn man in der Bergen lebt, stimmt nicht“, sagte Dr. Andres Schneeberger, ärztlicher Direktor der Psychiatrischen Dienste Graubünden (PDGR). Depressionen seien gerade in ländlichen Gebieten häufig. Offen ist, ob das mit der schlechteren Erreichbarkeit psychiatrischen Dienstleistungen oder mit anderen Gründen zusammenhänge. „Wir wollen hin zum Menschen“, sagte Schneeberger und sprach über Traumata und Transgender („Wenn Körper und Seele nicht zueinander passen“) und von den Belastungen, die solche Leiden zur Folge haben – sozial, beruflich, körperlich. Spiritualität werde zunehmend wichtiger in der Psychiatrie, liess er die Pfarrpersonen wissen. Auch im Care-Team Grischun seien darum verhältnismässig viele Theologen tätig. Überhaupt befinde sich die Psychiatrie heute in einem grundlegenden Wandel weg von den Defiziten eines Patienten hin zu dessen Ressourcen und Potentialen. Eine wichtige Neuerung sei auch die „Peerarbeit“. Dabei übernehmen ehemalige Patienten eine Brückenfunktion zwischen Arzt und Patient, laut Schneeberger mit gutem Erfolg. Die anschliessende Diskussion zeigte auf, wie vielerorts in Graubünden psychische Leiden nach wie vor tabuisiert werden. Eine „Entstigmatisierung“ sei dringend nötig.

Wahlen. Pfrn. Cornelia Camichel Bromeis wurde mit sehr gutem Resultat in ihrem Amt als Dekanin bestätigt. Pfr. Jens Köhre und Pfr. Roland Hadorn wurden in die Rekurskommission gewählt. Nächster Synodalort wird Poschiavo sein.

Die Stellungnahme im Wortlaut

"Kieselstein, Raupe oder Riesenei?"

24.6.2018

Gottesdienst in der Steinkirche

Die Synode in Cazis hat am Sonntag sechs Pfarrerinnen und drei Pfarrer neu in ihre Reihen aufgenommen. Die Steinkirche in Cazis war dabei bis auf den letzten Platz besetzt. Nach alter Tradition geschah die Aufnahme „mit Wort und Handschlag“ und mit dem Synodalversprechen. Die neu Aufgenommenen trugen ihre Namen in die „Synodalmatrikel“ ein. In dieser sind alle Bündner Pfarrpersonen seit der Entstehung der Synode im Jahr 1537 verzeichnet.

Nicht Selbstzweck. „Kirche, wie bist du?“, fragte in der Predigt Pfarrer Josias Burger und zeigte auf einem Blatt Papier eine Aussenaufnahme der Steinkirche. Einst habe dieser eigenwillige Kirchenbau nahe der Kantonsstrasse als die „Unvollendete“ gegolten, weil Vorstellungen und verfügbares Geld nicht zusammenpassten. Bis heute ist diese Kirche anders als alle anderen und beflügelt die Phantasie. Die einen sehen darin überdimensionale Kieselsteine, andere Rieseneier, Fischmäuler oder gar Reaktoren. Burger schaute nach oben und zeigte auf die blattförmige Fensteröffnung über ihm. „Da öffnet sich der Himmel, doch jeder sieht davon ein anderes Stück“.

Kirche im Dorf. Burger ermahnte die Anwesenden, dass Kirche niemals Selbstzweck, sondern für Menschen da sei. Auch wenn die Fenster der Steinkirche von aussen fast wie halb geschlossene Augen aussähen: Kirche erfordere Mut zum Hinschauen, wie das in der Diakonie geschehe. Dafür stehe auch das zweite und dritte Fenster, durch welche die Muttner Höhe und die Häuser von Cazis zu sehen sind. Übrigens: Auch an einen Walfisch könnte die Steinkirche erinnern, meinte Burger, und damit an den Propheten Jona und seinen Glauben, der mutig wurde durch Gebet. Rieseneier? auch das passe: Tatsächlich würden in Kirchenräumen Ideen ausgebrütet, die den Dorfgemeinschaften im Kanton Graubünden zu Gute kommen. In Cazis zum Beispiel das "Gaissaprojekt", das Flüchtlingen eine Zukunft gibt.

Begegnung. Nach dem Gottesdienst lud das Agape-Projekt zum Apéro in die Schule St. Catharina und auf dem Fussballplatz fand die Begegnung zwischen der "Cazis Selection" und den "Pastors United" statt. Das Spiel endete mit zwei zu null Toren.

"Brutalität über die man stolpern kann"

23.6.2018

Von der dunklen Seite der Bibel

Legitimiert die Bibel religiöse Gewalt? Jörg Lanckau konfrontierte in seiner Synodalproposition vom Samstag die Bündner Pfarrpersonen mit unangenehmen Fakten. „Ja, es gibt Texte in der Bibel, die verstörend sind“, sagte der Pfarrer und Professor für Bibelwissenschaften. Es sind Texte die von Gewalt handelten, von Krieg und Missbrauch. Abraham etwa soll seinen Sohn Isaak opfern, Kain schlägt seinen Bruder Abel tot, und mit Sodom wird eine ganze Stadt zerstört. „Ist Religion also an allem Schuld?“, fragt Lanckau, „sollen wir die Religion abschaffen und alles wird gut?“

Nein, so einfach sei das nicht, sagte Lanckau und forderte die Synode auf, zu differenzieren. Er versteht die Bibel als "Bibliothek von Diskursen über menschliche Erfahrungen" – und dazu gehöre eben auch die dunkle Seite des Lebens, Krieg und Gewalt. Biblische Erzählungen seien nicht Erzählungen zum Nachmachen, meinte er, vielmehr gehe es darin um den Ausdruck zeitgebundener Meinungen, um Dokumente eines kulturellen Gedächtnisses. „Geschichte ist immer gedeutete Geschichte“, führte Lanckau aus, und so spiegeln sich auch in den biblischen Texten bestimmte Weltsichten und Auseinandersetzungen ihrer Entstehungszeit. Sie fragen nach Identität - persönlich wie kollektiv, sie fragen nach Fremdem und Eigenem. "Im schlimsten Fall wird das Fremde zum Feind".

Gerade das zwanzigste Jahrhundert, welches dem Mittelalter und auch biblischen Texten gerne Gewalttätigkeit vorwarf, war laut Lanckau eines der gewalttätigsten Jahrhunderte der Geschichte. Ausgehend von der These des Ägyptologen Jan Assmann, wonach mit Mose und dem Monotheismus auch die Unterscheidung von wahr und falsch, gläubig und ungläubig in die Religion gekommen sei, überraschte Lanckau mit Hintergrundwissen, welches die schwer einzuordnenden Texte in einem neuen Lichte erscheinen liess – als Spiegel von Auseinandersetzungen der damaligen Zeit. „Wenn man die Bibel diskursiv liest, wird der Blick frei für Kritik“.

In der Geschichte von Kain und Abel zum Beispiel sieht Lanckau die Frage, wann ein Streit beginne. In der Opferung des Isaak durch Abraham sieht er die Frage, wie Glaube und Gehorsam sich zueinander verhielten. Ob die Geschichte von der Zerteilung einer Frau in zwölf Stücke eine Art Fake-News zur Rechtfertigung eines Kriegszugs ist, lässt Lanckau offen. Unbestritten ist für ihn aber, dass es in der Bibel theologische Interpretationsmuster des Krieges gibt, wie sie im Alten Orient verbreitet waren – mal zustimmend, mal kontrollierend, mal kritisch bis hin zu den Texten, die sich eine Welt ohne Tod ausmalen, wie in der Geschichte vom Garten Eden, oder auch eine Welt ohne Krieg.

Wie solch diskursive Bibellektüre geht, übten die Synodalen an konkreten Beispielen. Klar wurde, dass die Unterscheidung „böses Altes Testament – gutes Neues Testament“ entschieden zu kurz greift. Auch im Neuen Testament sind Texte mit schwieriger Wirkungsgeschichte zu finden. Gegenüber sozialromantischen Vorstellungen in Zusammenhang mit den ersten Christengemeinden, brachte Lanckau die Geschichte von Hananias und Saphira ins Spiel und warf ein, dass es im Anfang möglicherweise auch nicht einfach ganz anders gewesen sei. Und: wer als Sohn oder Tochter des Lichts und wer als Sohn der Finsternis galt, das war nie nur eine religiöse Frage, sondern immer auch eine politische.

Am Nachmittag stand ein Apéro-Empfang der Gemeinde Cazis auf dem Programm - mit Grusswort des Gemeindepräsidenten Eduard Decurtins und der Dorfmusik Rothenbrunnen. Weiter wurden den Synodalen verschiedene Aktivitäten angeboten, etwa eine Kirchenwanderung,  ein Besuch im Kulturarchiv oder eine Wanderung durchs nahe Naturschutzgebiet.

Stefan

Neue Pfarrpersonen für Graubünden

22.6.2018

Neun Kandidat/-innen

Neun Pfarrpersonen werden am Sonntag in die Synode aufgenommen. Das hat die Synode am Freitagnachmittag in geschlossener Sitzung entschieden. Die Kandidaten hatten sich zuvor mit Lebenslauf und Predigt vorgestellt. Ihre Namen: Simon Becker (Haldenstein), Désirée Bergauer (Untervaz), Constanze Broelemann (Redaktionsleiterin Reformiert.GR), Claudia Haarmann (Sils i. D. und Mutten), Dirk Haarmann (Sils i. D. und Mutten), Beate Kopp-Engel (Fläsch), Manuela Noack (Chur), Peter Nowak (Mittelschanfigg) und Peppina Schmid (Scharans/Fürstenau). Schmid wird am Sonntag nicht nur in die Synode aufgenommen, sondern auch ordiniert.

Der Ordinations- und Aufnahmegottesdienst wird am Sonntag um 10.00 Uhr in der Steinkirche in Cazis stattfinden. Nach alter Tradition geschieht die Aufnahme „mit Wort und Handschlag“ und mit dem Synodalversprechen. Darin verpflichten sich die angehenden Synodalen, Verkündigung, Unterricht und Seelsorge in Verantwortung vor Jesus Christus zu leisten. Sie versprechen, Diener nicht des Buchstabens zu sein, sondern des Geistes. „Der Buchstabe tötet“, wird Dekanin Cornelia Camichel bei der Aufnahme sagen, „der Geist aber macht lebendig“. Danach werden die neuen Synodalen ihre Namen ins Matrikelbuch der Synode eintragen.

Ebenfalls zugestimmt hat die Synode folgenden Provisionsverlängerungen: Roland Robert Brendle (Seewis), Sandor Jakab (Castrisch), Csaba Kokai (Tschiertschen), Dorothea Wiehmann (Ascona) und Maria Wüthrich (Ilanz). Nach viel Sitzen und Reden stand am Freitagabend dann der traditionelle Volksabend in der Mehrzweckhalle der Schule auf dem Programm. Dieser bot Gelegenheit für vielfältige Begegnungen mit der Bevölkerung. Grund zum Feiern war vorhanden: Die Kirchgemeinde Cazis feiert ihr 50 jähriges Bestehen – mit dem Cäcilienchor, der Trachtengruppe Hohenrhätien, der Hobby Bühne und last but not least der Buremusik Cazis, die zum Tanz aufspielte.

 

Wider die Beschämung - Synode eröffnet

21.6.2018

Synode tagt in der Steinkirche

Immer mehr Menschen haben das Gefühl, nicht zu genügen. Das sagte der Psychologe und Psychotherapeut Daniel Hell vor rund 120 Synodalen und Gästen. Nicht nur wer an beruflichen Anforderungen scheitere oder in den sozialen Medien negativer Kritik ausgesetzt sei, gerate massiv unter Druck. Druck entstehe auch durch den in der modernen Gesellschaft verbreiteten Zwang zu Selbstbestimmung, Selbstbehauptung und Selbstoptimierung. "Menschen müssen ihr Glück heute bei sich selbst suchen", sagte Hell. Wenn aber Wunsch und Realität zu sehr auseinander klafften, könne das zu depressiven Lähmungen führen, die von den Betroffenen "als grauenhaft" erlebt würden. Seelsorge könne helfen, überzogene Erwartungen als solche zu erkennen und das Vertrauen der Betroffenen durch Anerkennung und Achtung zu stärken. Auch Jesus habe sich mutig auf die Seite der Beschämten geschlagen. "Politische Korrektheit genügt nicht".

Eröffnungsansprache. "Wir leben mit und zwischen extremen Spannungen», sagte auch Dekanin Cornelia Camichel in der Eröffnungansprache. Sie sprach über das "postpatriarchalische Durcheinander" als Herausfordernung, sich gesellschaftlichen Veränderungen zu stellen. Noch nie waren, nach Aussage von Camichel, Menschen so gut informiert und zugleich so machtlos. "Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst und sind doch überfordert".  Kirche könne Orientierung geben durch Orte und Räume, durch gemeinsames Beten, Feiern und Singen. Die neue Verfassung gebe dazu einen verbindlichen Rahmen.

Symbolischer Ort. Im Synodalgottesdienst am Sonntag sollen neun Pfarrpersonen in die Synode aufgenommen werden. Bis Freitagmittag haben sich diese mit Lebenslauf und Predigt der Synode vorzustellen. Musikalisch gestaltet wurde die Eröffnungsfeier von Schulkindern des evangelischen Religionsunterrichts unter der Leitung von Evelyne Hess. Kirchgemeindepräsidentin Mengia Werro ging in ihrer Begrüssung auf die Symbolik der Steinkirche ein. „Wie drei überdimensionierte Kieselsteine“, sagt Werro, denn seit Menschengedenken hätten sich Menschen bei Steinen getroffen. Die Fenster hätten je unterschiedliche Blickrichtungen: nach oben als Verbindung zum Göttlichen, in die Weite als Horizonterweiterung und gerade hinaus zum Dorf als Symbol für Nähe und Transparenz.

Reformierte Liturgie: "schlicht und schön"

29.1.2018

Impulse für die gottesdienstliche Praxis

"Schlicht und schnörkellos" sei die reformierte Liturgie – und gerade darum alles andere als leichte Kost, sagte Dr. Katrin Kusmierz an der synodalen Arbeitstagung in Chur. Die Leiterin des Kompetenzzentrums Liturgik der Universität Bern zeigte vor rund 150 Organisten, Chorleitern und Pfarrpersonen auf, wie sich die reformierte Liturgie im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hat - von den Anfängen der Reformation in Zürich und Genf bis heute. Charakteristisch für die reformierte Liturgie ist, dass sie die Predigt ins Zentrum stellt.

Priorität des Unsichtbaren. Noch heute gehen mancherorts traditionelle Reformierte „z’Predigt“ – nicht etwa in den Gottesdienst. Das heute in der Schweiz am weitesten verbreitete reformierte Gottesdienstmodell geht auf die Zürcher Liturgie aus dem Jahr 1968 zurück. Demnach hat die reformierte Liturgie fünf Teile: Sammlung, Anbetung, Verkündigung, Fürbitte und Sendung. Diese seien wie ein Weg, den die Gemeinde durchschreite, sagte Kusmierz. Die Liturgien der Bündner Kirche stammen aus den Jahren 1979 und 1987.

Liturgische Vielfalt. In Graubünden habe es nie eine einheitliche reformierte Gottesdienstordnung gegeben, sagte demgegenüber der Kirchenhistoriker Jan-Andrea Bernhard. Grund dafür ist die Mehrsprachigkeit des Kantons. Die deutsch- und romanischsprachigen Regionen waren in Sachen Liturgie von Zürich her beeinflusst, die Südtäler dagegen von Genf. Aufgrund der zerklüfteten Topographie hielten sich in Graubünden lokale Eigenheiten länger als anderswo. Selbst zentrale theologische Begriffe würden je nach Region, ganz unterschiedlich „konnotiert“. Das Verständnis von Abendmahl zum Beispiel sei im deutschsprachigen Raum mit Gemeinschaft und Erinnerung verknüpft, im romanischen dagegen mit einem Akt der Busse.

Wider die Beliebigkeit. „Ist Graubünden ein theologisches Afrika?“, fragte Bernhard provokativ und forderte von den Pfarrpersonen mehr liturgische Verbindlichkeit. Kritisch stellte er zur Diskussion, ob liturgische Texte abgeändert werden dürfen, nur weil sie dem Liturgen nicht passen. Neu sei diese Frage nicht, sagte der Kirchenhistoriker. Schon die Bündner Liturgie aus dem Jahr 1941 hätte um die Vielfältigkeit liturgischer Praxis in der Bündner Kirche gewusst. Sie schlug darum vor, zumindest Taufe und Abendmahl verbindlich und in immer gleicher Form zu gestalten.

Übungen. Wie sehr Musik und Wort sich in einem Gottesdienst miteinander vebinden, zeigten die Workshops am Nachmittag. Chorleiter Mauro Ursprung machte beispielsweise vor, wie eine Gemeinde zum Singen motiviert oder wie ein Kanon angestimmt werden kann. Kirchenmusiker Ulrich Weissert zeigte die Vielfalt reformierten Liedguts vom Psalmengesang bis zu Chorälen der Südtäler aus der waldensischen Tradition. Und Pfarrer Peter Wydler machte sich Gedanken darüber, wie im Gottesdienst Gewohntes ungewohnt gestaltet werden kann.

Mach mal Pause. Nicht zuletzt geht es in der Gestaltung von Gottesdiensten um Rhythmus und Gestik. „Üben Sie sich darin, den Resonanzraum wahrzunehmen und zu gestalten“, redete Katrin Kusmierz den Anwesenden ins Gewissen, „und machen Sie Pausen“. Wo dieser Kunst nachgelebt werde, könne in aller Schlichtheit viel Schönes entstehen.

Bernhard, reformierte Liturgie in Graubünden (Präsentation)

"Grundlagen bekennen"

26.6.2017

Regierungsrat Christian Rathgeb referierte vor der Synode über die Präambel der Kantonsverfassung

„Christliche Werte sind Teil unserer Kultur“, sagte Regierungsrat Christian Rathgeb an der Synode in Ilanz. In seinem Referat über die Präambel der Kantonsverfassung unterstrich er die Bedeutung der Zusammenarbeit von Staat und Kirche. Auch der Staat solle sich, nach Auffassung von Rathgeb, zu seiner Tradition bekennen. Die Formulierung „im Bewusstsein unserer Verantwortung vor Gott“ in der Präambel der Kantonsverfassung sei bewusst weit gefasst. Sie garantiere den Blick auf das Ganze, ohne dass individuelle Rechte wie zum Beispiel die Glaubens- und Gewissensfreiheit tangiert würden. Dieselbe Grundhaltung komme auch in der Zusammenarbeit des Staates mit den öffentlich-rechtlich verfassten Landeskirchen zum Ausdruck.

Die Synode diskutierte über Pfarrstellenprozente und Nachwuchsförderung. Ursina Hardegger, St. Antönien, wurde zur Kanzellarin gewählt und Rüdiger Döls, Malans, als Kanzellar mit Applaus verabschiedet. Synodalproponent 2018 wird Jörg Lanckau, Untervaz, sein. Er wird aus bibel- und kulturwissenschaftlicher Perspektive zum Thema „Gewalt im Namen Gottes“ sprechen.

„Abschiedsworte müssen so kurz wie Liebeserklärungen sein“, sagte Kirchgemeindepräsident Martin Gabriel zum Schluss und überreicht den Synodalen je einen tönernen Vogel, gestaltet von der Ilanzer Künstlerin Marianne Giger. „Der Vogel gehört ihnen“, sagte Gabriel mit Schmunzeln. Und die Dekanin konterte: Es war ein Höhepunkt im Jubiläumsjahr in Ilanz zu sein. „Wir alle haben einen Vogel, vielleicht bekommt der Herr Regierungsrat ja auch einen“.

Die nächste Synode wird vom 21. bis 25. Juni 2018 in Cazis stattfinden. 

Gelebte Ökumene

25.6.2017

Der Synodalgottesdienst in Ilanz überraschte mit Wertschätzung und Respekt. Zwei Pfarrerinnen und drei Pfarrer wurden neu aufgenommen.

Die Synode hat den Ordinations- und Rezeptionsgottesdienst zusammen mit der Bevölkerung und der Klostergemeinschaft in der Klosterkirche der Dominikanerinnen gefeiert. Im Zentrum des dreisprachigen Gottesdienstes standen die biblischen „Ich-bin-Worte“ Jesu und für die Predigt nahm Camichel eigens eine Rebpflanze mit. „Wir alle sind abhängig von Luft, Boden, Wasser, Liebe und Fürsorge – von so vielem, was wir uns nicht selber geben können“. Aus Anlass des Reformationsjahrs sprach sie über Erneuerungsbewegungen in den Kirchen und über die Balance zwischen Abhängigkeit und Freiheit. Das gemeinsame Feiern und Beten war ein starkes Zeichen für Wertschätzung und Respekt unter den Konfessionen.

Im Rahmen des Gottesdienstes fand auch ein Abendmahl und die Aufnahme von fünf neuen Synodalen statt. Diese legten das Synodalversprechen ab und trugen ihre Namen in die Synodalmatrikel ein, in der alle Namen der evangelischen Pfarrpersonen seit 1537 eingetragen sind. Die Kirchenchöre Ilanz unter der Leitung von Rilana Cadruvi, der Synodalchor und Sigrid Pérez an der Orgel gestalteten die Feier musikalisch. Die neuen Synodalen sind: Patrick Brand (Zernez), Juliane Hilke Grüsser (Davos Platz), Martin Grüsser (Davos Platz), Martin Kuckelsberg (Jenins), Marianne Strub (Ardez/Ftan/Guarda).

Keine Chance hatten die Pastors United gegen die Auswahl US Schluein. Die Begegnung zwischen den kickenden Pfarrerinnen und Pfarrern und der lokalen Auswahl auf dem Fussballplatz Fontanivas endete mit 0 zu 5 Toren.

Gemeindepädagogik stärken

23.6.2017

Die Synode bekommt Zuwachs. Und die Veränderungen beim Religionsunterricht geben zu reden.

Zwei Pfarrerinnen und drei Pfarrer sollen neu in die Synode aufgenommen werden. Dies hat die Synode am Freitag in geschlossener Sitzung entschieden. Es handelt sich um Patrick Brand (Zernez), Juliane Hilke Grüsser (Davos Platz), Martin Grüsser (Davos Platz), Martin Kuckelsberg (Jenins), Marianne Strub (Ardez/Ftan/Guarda). Die feierliche Aufnahme wird am Sonntag im Rahmen des Ordinations- und Rezeptionsgottesdienstes in der Kirche des Dominikanerklosters Ilanz stattfinden.

Kirchenrat Roland Just informierte über die anstehenden Änderungen im Religionsunterricht. Ab Schuljahr 2018/19 werden die Landeskirchen auf allen Stufen der Volksschule noch mit einer, statt der ursprünglich zwei Stunden Religionsunterricht präsent sein. Dies als Ergänzung zum staatlich verantworteten Schulfach Ethik, Religion, Gemeinschaft (ERG). So will es das „Modell 1+1“, wie es vom Bündner Stimmvolk im Jahr 2009 beschlossen worden war. „Die Präsenz an der Schule ist uns wichtig“, sagte Just. Als Ersatz soll in Zukunft die „Gemeindepädagogik“, also die Kinder- und Jugendarbeit in den Kirchgemeinden, gestärkt werden.

Freitagabend ist Volksabend. Das gilt auch an der Synode in Ilanz. Ein vielfältiges Programm, moderiert von Ladina Spiess, erwartet die Synodalen: Neben Kulinarischem gibts ein Interview mit Rolf Maibach, Schweizer des Jahres 2010, Unterhaltung durch das Kabarettduo Coirason sowie musikalische Beiträge und Tanz.

Jetzt anmelden!

Sind Adam und Eva wirklich der Anfang? Wie lässt sich diese Frage beantworten? Was sagt die Bibel dazu? Was die heutige Jugend? In der neuen Ausbildung für Fachlehrpersonen Religion geht es um solche spannenden Fragen im Theologisieren mit Kindern, in der Auseinandersetzung mit biblischen Grundlagen und im Finden von Antworten aus der heutigen Lebenswelt. „Fangen Sie ruhig bei Adam und Eva an“ - mit diesem Motto wirbt der Ostschweizer kirchlich-theologische Ausbildungsverbund (OKTAV) für die Ausbildung, die im August 2020 startet.

Neu konzipiert. Mit der Ausbildung wird es möglich sein, die Qualifikation für Primar- und Oberstufe innerhalb von drei Jahren zu erreichen. Die Ausbildung kann berufsbegleitend absolviert werden. Der pädagogische Teil wird überkantonal mit Dozierenden der Pädagogischen Hochschule St. Gallen gestaltet. Der praktische Teil sowie die theologische Ausbildung werden kantonal angeboten. Durch den modularen Aufbau der Ausbildung sind die Kurstage offen für weitere Interessierte (Pfarrpersonen, Sozialdiakone, Fachlehrpersonen Religion mit Ausbildung). Einzelne Inhalte können als Weiterbildung belegt werden.

Bald offene Stellen. Im Kanton Graubünden könnten gut ausgebildete Fachlehrpersonen bald einmal gefragte Leute sein. Bis 2023 gehen 50 der heute unterrichtenden Fachlehrpersonen Religion in Pension. Diese müssen ersetzt werden, damit Religionsunterricht an der öffnetlichen Schule und kirchliche Bildungsarbeit weiterhin gewährleistet sind. Die neue Ausbildung hilft mit, dass es auch in Zukunft gut qualifizierte Fachleute gibt, die sich für schulische und ausserschulische Bildungsarbeit stark machen.

Flyer | Plakat
Inhalte der Ausbildung
Dozierende und Trägerschaft, GR
Schulpraxis und Qualifikation
Termine und Kosten, GR
Anmeldung, GR
Portfolio

Neue Ausbildung zur Fachlehrperson Religion

Jetzt anmelden!

Sind Adam und Eva wirklich der Anfang? Wie lässt sich diese Frage beantworten? Was sagt die Bibel dazu? Was die heutige Jugend? In der neuen Ausbildung für Fachlehrpersonen Religion geht es um solche spannenden Fragen im Theologisieren mit Kindern, in der Auseinandersetzung mit biblischen Grundlagen und im Finden von Antworten aus der heutigen Lebenswelt. „Fangen Sie ruhig bei Adam und Eva an“ - mit diesem Motto wirbt der Ostschweizer kirchlich-theologische Ausbildungsverbund (OKTAV) für die Ausbildung, die im August 2020 startet.

Neu konzipiert. Mit der Ausbildung wird es möglich sein, die Qualifikation für Primar- und Oberstufe innerhalb von drei Jahren zu erreichen. Die Ausbildung kann berufsbegleitend absolviert werden. Der pädagogische Teil wird überkantonal mit Dozierenden der Pädagogischen Hochschule St. Gallen gestaltet. Der praktische Teil sowie die theologische Ausbildung werden kantonal angeboten. Durch den modularen Aufbau der Ausbildung sind die Kurstage offen für weitere Interessierte (Pfarrpersonen, Sozialdiakone, Fachlehrpersonen Religion mit Ausbildung). Einzelne Inhalte können als Weiterbildung belegt werden.

Bald offene Stellen. Im Kanton Graubünden könnten gut ausgebildete Fachlehrpersonen bald einmal gefragte Leute sein. Bis 2023 gehen 50 der heute unterrichtenden Fachlehrpersonen Religion in Pension. Diese müssen ersetzt werden, damit Religionsunterricht an der öffnetlichen Schule und kirchliche Bildungsarbeit weiterhin gewährleistet sind. Die neue Ausbildung hilft mit, dass es auch in Zukunft gut qualifizierte Fachleute gibt, die sich für schulische und ausserschulische Bildungsarbeit stark machen.

Flyer | Plakat
Inhalte der Ausbildung
Dozierende und Trägerschaft, GR
Schulpraxis und Qualifikation
Termine und Kosten, GR
Anmeldung, GR
Portfolio

 

Alistair Murray

Pfr.
Kirchweg 17
7104 Versam
076 594 08 84

E-Mail

Andreas Anderfuhren

Pfr.
Parschientschstrasse 6
7212 Seewis Dorf
081 325 11 45

E-Mail

Andreas Jecklin

Pfr.
Rathausstutz 2
7270 Davos Platz
081 413 53 42

E-Mail

Anita Zysset

Kirchgemeindepräsidentin
Rheinstrasse 9
7302 Landquart
079 271 33 78

E-Mail

Synode in Chur statt in Trimmis

30. April 2020

Aus dem Kirchenrat

Synode. Die Pfarrsynode wird vom 26. bis 28. Juni in gekürzter Form in Chur stattfinden und nicht, wie ursprünglich geplant, in Trimmis/Says. Voraussetzung ist eine entsprechende Bewilligung des Kantons. Der Kirchenrat nimmt die Information des Dekanats zur Kenntnis.

Nothilfe. Spitex-Pflegefachleute für Osteuropa und Hygienemassnahmen in Flüchtlingslagern: Der Kirchenrat unterstützt die Corona-Soforthilfe des HEKS mit 3000 Franken.

Evangelischer Grosser Rat (EGR). Der Kirchenrat empfiehlt der Geschäftsleitung des EGR, an der Durchführung der Frühjahrssitzung festzuhalten und einen Alternativstandort zu prüfen.
Gesetzgebung. Der Kirchenrat setzt eine Arbeitsgruppe zur Anpassung der Geschäftsordnung der Rekurskommission ein. Ein erster Vorschlag soll bis September 2020 entstehen.

Personelles. Der Kirchenrat genehmigt den Provisionsvertrag der Kirchgemeinde Zernez mit Pfr. Rainer Grabowski.

Handelsregister. Der Kirchenrat bestätigt, dass es sich bei der „Fundaziun Anton Cadonau per cultivar il Rumontsch sursilvan ella baselgia evangelica dellas valladas Renanas“ um eine kirchliche Stiftung im Sinn des Schweizerischen Zivilgesetzbuches handelt.

KirchenKino. Der Kirchenrat unterstützt das Projekt „KirchenKino“ der Kirchgemeinde Scharans/Fürstenau mit einem Beitrag aus dem Fonds Diakonie und Bildung.

GemeindeBilden. Der Kirchenrat genehmigt den Umlenkungsantrag der Kirchgemeinde Oberheinzenberg. Umlenkungsanträge kompensieren wegfallende Unterrichtsstunden.

Verschiebung. Der Kirchenrat nimmt die Verschiebung des Forums Diakonie/Sozialarbeit auf den 6. März 2021 zur Kenntnis und er prüft eine Teilnahme an der Langen Nacht der Kirchen 2021.

"Die Werteskala hat sich verändert"

6. April 2020

Coronakrise: Interview mit Kirchenratspräsident Andreas Thöny

Von einem Tag auf den anderen hat das Coronavirus hat unser aller Leben auf den Kopf gestellt. Andreas Thöny, wie gehen Sie persönlich mit dieser Veränderung um?

Andreas Thöny: Ich versuche, nicht in Hyperaktivität zu verfallen, sondern genau zu beobachten, einzuordnen und zu reflektieren – und dabei auch einmal besonnen abzuwarten.

Sie sind Kirchenratspräsident der Bündner Kirche - einer Organisation mit 65‘000 Mitgliedern in über 79 Gemeinden. Die Krise hat viele verunsichert. Hat der Kirchenrat genug getan oder hätte er mehr tun müssen?

In einer Krisensituation besteht zu Recht eine erhöhte Erwartung an die Führung. Zum einen gilt es, die Führung noch deutlicher zu übernehmen als sonst und entsprechend zu informieren. Doch zum anderen wird in Graubünden die Gemeindehoheit gross geschrieben. Vieles muss vor Ort entschieden werden. Hier besteht ein Spannungsfeld.

Die Kantonalkirche hat eine Auskunftsstelle für Gemeinden bezeichnet. Gemeinden fragen beispielsweise, wie sie es mit Abdankungen halten sollen, wie mit dem Glockenläuten wenn kein Gottesdienst stattfindet.

Auch die Auskunftsstelle wird den Gemeinden die Unsicherheit nicht abnehmen können. Doch sie kann hinweisen auf geltende Regelungen und auf Erfahrungen in anderen Gemeinden. Als Kirche wollen wir sowohl in der Mitte wie auch am Rande des Lebens präsent sein. Die Herausforderung besteht darin, sich dabei innerhalb der gesetzten Grenzen zu bewegen. Wir erleben bei den Kirchgemeinden viel Bereitschaft und grosse Motivation in der jetzigen Ausnahmesituation kreativ zu sein. Sie möchten kirchliches Leben ermöglichen in einer einfacheren und rudimentäreren Form – einfach so, wie es die Verhältnisse vor Ort zulassen.

Der Kirchenrat hat eine Task-Force ins Leben gerufen. Was ist deren Aufgabe?

Die Task-Force hat die Aufgabe, genau zu beobachten, was Bund und Kanton entscheiden und anordnen. Immer dann, wenn neue Bestimmungen erlassen werden, überprüft sie deren Bedeutung für die kirchliche Arbeit und informiert die Gemeinden bei Bedarf entsprechend. Die Task-Force erarbeitet keine Lösungen. Dies geschieht innerhalb der Pfarrerschaft, des Dekanats oder der Verwaltung in Zusammenarbeit mit den Kirchgemeinden.

Genügt das oder braucht es mehr?

Die Task-Force hat sich zum Ziel gesetzt, sich mit Empfehlungen zurückzuhalten und möglichst transparent auf die Bestimmungen des Kantons und des Bunds zu verweisen. Sie möchte vermeiden, mit eigenen Interpretationen eine Parallelstruktur aufzubauen. Weniger zurückhaltend mit Empfehlungen war die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz EKS. Sie hat für Landeskirchen und Kirchgemeinden einen umfangreichen Leitfaden abgegeben, der aufgrund der raschen Entwicklung auch schon bald angepasst werden musste. Unser Ziel ist es, klar zu kommunizieren, immer aber auf die schon geleistete Denkarbeit zu verweisen. Wir meinen, dass das den Gemeinden am meisten dient.

Kirche ist für Menschen da. Doch der Zugang zu Sterbenden, Kranken und Betagten ist seit Corona stark eingeschränkt oder überhaupt nicht möglich. Was bedeutet das für die kirchliche Arbeit, beispielsweise die Seelsorge?

Die Seelsorge in den Institutionen ist davon nicht betroffen, denn Seelsorgende beispielsweise im Kantonsspital gelten als Mitarbeitende und haben Zugang zu Patientinnen und Patienten. Doch die Seelsorgenden in den Gemeinden müssen aufgrund der Einschränkungen vermehrt auf telefonische Kontakte ausweichen – anstelle von Hausbesuchen. Oder sie sind im Dorf mit offenen Augen unterwegs. Ermutigend finde ich, dass auch die Frauenvereine in der Unterstützung von hilfsbedürftigen Menschen ein neues Betätigungsfeld gefunden haben.

Was ist jetzt wichtig für die Bündner Kirche? Was für die Bündner Gesellschaft?

Für die Bündner Gesellschaft ist wichtig, sich an die Bestimmungen zu halten, um möglichst zügig aus der aktuell schwierigen Situation herauszukommen und zum normalen Leben übergehen zu können. Für die Kirche scheint mir wichtig, dass sie gerade für die bevorstehende Osterzeit einen Weg findet, Rituelles zu leben - sei es über Gottesdienste, die online übertragen werden, oder über Aktionen wie die Aktion „Lichtblick Ostern“. Kirche braucht Rituale auch in schwieriger Zeit.

Die Kantonalkirche steht mit dem Kirchenparlament auch für übergemeindliche demokratische Prozesse. Was bedeutet der Stillstand des öffentlichen Lebens in dieser Hinsicht?

Es bedeutet das Gleiche wie für die Gemeinden und den Kanton. Die Versammlungsmöglichkeit ist eingeschränkt mit allen Folgen, die sich daraus ergeben. Kirchgemeindeversammlungen sind zurzeit nicht möglich. Ob der Evangelische Grosse Rat im Juni tagen kann, hängt vom weiteren Verlauf der Krise ab. Zum Glück können sich Kirchgemeindevorstände weiterhin treffen - ob in einer Videokonferenz oder physisch in einem Sitzungszimmer, ist ihnen überlassen. So ist zumindest die Handlungsfähigkeit der Kirchgemeinden gewährleistet. Dass es insgesamt zu gewissen Ausfällen kommt, ist nicht zu vermeiden. Doch das ist verkraftbar, die demokratischen Prozesse sind nicht grundsätzlich in Frage gestellt.

Sehen Sie in der Krise auch eine Chance?

Ich meine zu beobachten, dass sich die Wertungen eines lebenswerten oder erfüllten Lebens verändern: weg vom Materiellen hin zum Persönlichen und Sozialen. Es ist wieder wichtig, den älteren Leuten Unterstützung zu bieten. Man interessiert sich für die Nachbarn, ruft Freunde an, tritt mit Alleinstehenden in Kontakt. Ob die Werteskala dadurch nachhaltig verändert ist, wird sich zeigen. Ich hoffe, dass etwas davon zurückbleibt, wenn wir uns wieder frei bewegen werden.

Und wie geht es weiter?

Im Moment weiss das niemand. Am 19. April wird der Bundesrat die Lage neu beurteilen. Ich persönlich glaube, dass es noch längere Zeit gehen wird, bis wir zur Normalität zurückkehren können. Schön wäre es, wenn es schon im Juni so weit wäre; doch das ist ein Wunsch.

Andreas Thöny, besten Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Stefan Hügli
Kommunikation

Nothilfe: 5'000 Franken für Syrien

3. April 2020

Aus dem Kirchenrat

Nothilfe. Der Kirchenrat spendet CHF 5‘000 angesichts der Not an der türkisch-griechischen Grenze. Mit dem Geld unterstützt er die kirchliche Zusammenarbeit in Syrien, einem Herkunftsland vieler Flüchtlinge. Projektpartner ist das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS).

Corona. Der Kirchenrat bestimmt eine Task-Force zum Coronavirus mit Kirchenratspräsident Andreas Thöny, Kirchenratsaktuar Peter Wydler und dem Kommunikationsbeauftragten Stefan Hügli. Der Kirchenrat ist sich bewusst, dass die aktuellen Einschränkungen Kirchgemeinden vor grosse Herausforderungen stellen. Er bittet die Gemeindeleitenden, ihre Verantwortung den örtlichen Gegebenheiten entsprechend wahrzunehmen, die allgemeinen Schutzbestimmungen zu beachten und dabei das kirchliche Leben sowie die Kontakte vor Ort im Rahmen der Möglichkeiten zu pflegen.

Amtsbericht. Der Kirchenrat verabschiedet den Amtsbericht 2019. Dieser gibt Auskunft über die Tätigkeit der Landeskirche im vergangenen Jahr. Er wird in der Juni-Sitzung dem Evangelischen Grossen Rat zur Diskussion und zur Genehmigung vorgelegt werden.

Jahresrechnung. Der Kirchenrat genehmigt die Rechnung 2019 der Kantonalen Evangelischen Kirchenkasse (KEK) zuhanden des Evangelischen Grossen Rats. Sie schliesst mit einem Überschuss von 5‘787.50 Franken. Zudem genehmigt der Kirchenrat die Bilanz und Erfolgsrechnung des Notfonds KEK sowie der Kollekten- und der Synodalkasse.

Chur. Der Kirchenrat genehmigt die neue Kirchgemeindeordnung der Reformierten Kirche Chur.

VOGRA. Der Kirchenrat nimmt zur Kenntnis, dass der Verband für Orgeldienst und Kirchengesang in Graubünden (VOGRA) sich neu ausrichtet. Er schliesst sich dem Konzept der Ausbildung von Kirchenmusikern der Katholischen Landeskirche an.

Musterstatuten für Kirchenregionen

10. März 2020

Aus dem Kirchenrat

Mustervorlagen. Der Kirchenrat verabschiedet provisorische Musterstatuten für die Kirchenregionen und er passt die Vorlage für Kirchgemeindeordnungen an die neue Verfassung an.

Personelles. Der Kirchenrat genehmigt den Provisionsvertrag der Kirchgemeinden Avers und Ferrera mit Pfr. Jürg Scheibler.

GemeindeBilden. Der Kirchenrat genehmigt Umlenkungsanträge aus den Gemeinden Davos Altein, Bivio/Sursés, Ardez/Ftan/Guarda und Luven/Flond/Pitasch/Duvin. Umlenkungsanträge kompensieren wegfallende Unterrichtsstunden.

Buch. Der Kirchenrat unterstützt das Buch „Himmelsleiter und Posaunenchor - die Kirchenlandschaft im Unterengadin“ mit 1000 Franken. Das Buch enthält Texte von Köbi Gantenbein und Fotos von Ralph Feiner.

Verband „Kind und Kirche“. Der Kirchenrat delegiert Pfrn. Ina Weinrich, Valendas, als Vertreterin der Landeskirche.

Stels: Der Kirchenrat unterstützt die „Brachwoche“ im Seminarhotel Stelserhof mit 5000 Franken.

Jugendarbeit: 122 Projekte unterstützt

7. Februar 2020

Aus dem Kirchenrat

Jugendarbeit: Der Kirchenrat genehmigte im vergangenen Jahr 122 Gesuche mit einem Gesamtbetrag von 85‘000 Franken. Davon gingen 36‘000 Franken an Konfirmandenprojekte, 49‘000 Franken an Jugendprojekte.

Gesetzgebung. Der Kirchenrat verabschiedet Botschaft und Entwurf für ein Personalgesetz sowie den Entwurf des Zulassungsgesetzes 910 zuhanden des Evangelischen Grossen Rates.

Spitalseelsorge. Der Kirchenrat heisst das neue Spitalseelsorgekonzept des Kantonsspitals Graubünden gut. Es klärt Rollen und Aufgaben der Spitalseesorge sowie den Umgang mit Spiritual Care.

Personelles. Der Kirchenrat genehmigt den Stellvertretungsvertrag von Pfrn. Margrit Uhlmann mit der Kirchgemeinde Bergün. Er genehmigt die Provisionsverträge von Pfrn. Andrea Witzsch und der Kirchgemeinde Bregaglia und von Pfr. Andreas Anderfuhren sowie Pfrn. Lia Anderfuhren mit der Kirchgemeinde Seewis.

Jenaz/Buchen. Der Kirchenrat genehmigt die Teilrevision der Kirchgemeindeordnung.

Bildungskommission. Der Kirchenrat wählt Anita Zysset und Samuel Gilgen in die Bildungskommission.

Buchprojekte. Der Kirchenrat bewilligt 4‘000 Franken an die Druckkosten der drei Publikationen "Cubadreams", "La Pultruna – Annäherungen" und "A spass a l‘ur dal tschêl" von Pfr. Romedi Arquint, sowie 1‘000 Franken an die Neuausgabe des Buches „Die Geschichte der St. Antönier Lawinen" von Pfr. Dr. Holger Finze-Michaelsen.

Castrisch/Riein/Sevgein: Kurator solls richten

20. Dezember 2019

Aus dem Kirchenrat

Castrisch/Rein/Sevgein. Weil die Kirchgemeinde über keinen Vorstand mehr verfügt, stellt sie der Kirchenrat unter Kuratel. Ein Kurator soll die Handlungsfähigkeit der Kirchgemeinde sichern.

Reformiert. Der Kirchenrat wählt Karin Schneider als neue Redaktorin für die Gemeindeseiten Chur. Sie übernimmt ihre Aufgabe am 1. September 2020.

Kolloquien. Der Kirchenrat verabschiedet das Frühlingsausschreiben an die Kolloquien.

Prättigau. Der Kirchenrat bewilligt 5‘000 Franken für das Kolloquium IX zur Finanzierung des Mehraufwandes auf dem Weg zur Kirchenregion.

GemeindeBilden. Der Kirchenrat genehmigt Umlenkungsanträge aus den Gemeinden Zillis/Schamserberg, Küblis, Conters und Bregaglia. Umlenkungsanträge kompensieren wegfallende Unterrichtsstunden.

Migration. Der Name der Fachstelle Migration, Integration und Flüchtlingsarbeit (MIF) wird geändert. Neu heisst sie Fachstelle Migration.

Kirchenrat: Thöny kündigt Rücktritt an

19. Dezember 2019

Präsident noch bis Ende Juni

Seit sieben Jahren präsidiert Andreas Thöny, Landquart, die Exekutive der reformierten Landeskirche Graubünden. Nun tritt er per 30. Juni 2020 aufgrund einer neuen beruflichen Herausforderung von seinem Amt als Kirchenratspräsident zurück. „Ich schaue auf eine wunderbare Zeit bei der Landeskirche zurück“, sagt der gelernte Primarlehrer und Grossrat der sozialdemokratischen Partei. Bis Ende Juni werde er mit vollem Elan die Arbeit als Kirchenratspräsident weiterführen und dafür besorgt sein, dass die Landeskirche ihre Aufgaben erfüllt. Thöny leitet die Departemente Präsidiales sowie Kommissionen und Werke und ist Präsident der Herausgeberkommission der Kirchenzeitung reformiert.Bündner Kirchenbote. Wer Thönys Nachfolge übernimmt, entscheidet der Evangelische Grosse Rat in seiner Frühjahrssitzung.

Bettina Schönmann

Pfrn.
Sassabinghel 31
7536 Sta. Maria Val Müstair
Tel. 081 858 51 55

E-Mail

Claudia Gabriel

Pfrn.
Voa Baselgia 2A
7078 Lenzerheide/Lai
081 384 32 22

E-Mail

Edi Wäfler

Kirchgemeindepräsident ad interim
Via Padrusa 38
7013 Domat/Ems
081 284 84 72

E-Mail

Gundi Demarmels

Kirchgemeindepräsidentin
Veia Prinzipala 26
7443 Pignia

E-Mail

Hans Möckli

Kirchgemeindepräsident
Via Davos-Mustér 4
7180 Disentis
081 947 43 52

E-Mail

Hanspeter Wildi

Kirchgemeindepräsident ad interim
Alte Kirchgasse 1
7215 Fanas
081 322 10 46

E-Mail

Helmut Heck

Pfr.
Straglia da Sar Josef 3
7505 Celerina
081 833 31 10

E-Mail

Johannes Bühler

Kirchgemeindepräsident
Aeramunt 17
7231 Pragg-Jenaz
081 332 19 02

E-Mail

Kathrin Bechtiger

Sozialdiakonin
Bündastrasse 7
7260 Davos Dorf
079 236 94 11

E-Mail

Kathrin Deflorin

Kirchgemeindepräsidentin ad interim
Via Sulten 6a
7017 Flims Dorf
081 936 29 29

E-Mail

Lia Anderfuhren

Pfrn.
Parschientschstrasse 6
7212 Seewis Dorf
081 325 11 45

E-Mail

Luca Compagnoni

Kirchgemeindepräsident
Via da Mezz 26
7742 Poschiavo
079 635 46 91

E-Mail

Marina Keller

Kirchgemeindepräsidentin
Cresta 12
7418 Tumegl/Tomils
Tel. 079 719 71 32

E-Mail

Markus Hitz

Kirchgemeindepräsident
Kirchweg 2
7228 Schuders
081 740 39 14

E-Mail

Martin Gabriel

Kurator
Chasa Editura Rumantscha
Obere Plessurstrasse 47
7000 Chur
079 800 92 82

E-Mail

Martina Fontana

Redaktion Gemeindeseiten
Brandisstrasse 8
7000 Chur
079 823 45 93

E-Mail

 

Natalia Sciamanna

Kirchgemeindepräsidentin
Scalottas 1
7421 Summaprada
081 651 11 57

E-Mail

Niklaus Friedrich

Somvi 353
7550 Scuol
081 864 12 03

E-Mail

Rainer Grabowski

Pfr.
Chasa pravenda
Runatsch 136
7530 Zernez
081 856 15 43

E-Mail

Renata Aebi

Pfrn.
Kantonsspital Graubünden
Rheinstrasse 13a
7320 Sargans
081 256 68 14
077 422 04 65 (privat)

E-Mail

Roland Robert Brendle

Pfr.
Schwylerstrasse 3a
8712 Stäfa
079 936 64 76

E-Mail

Simone Straub

Pfrn.
Enderdorf 53
7064 Tschiertschen
081 373 11 81

E-Mail

Susanne Ortmann

Pfrn.
Evang. Parramt Mesolcina/Calanca
Via alle scuole 20
6537 Grono
091 827 10 71

E-Mail

Theo Haupt

Pfr.
Via Cruscheda 1
7504 Pontresina
081 842 64 28

E-Mail

Andrea Gaudenz

Kirchgemeindepräsident
Veia Granda 1B
7440 Andeer
079 745 75 75

E-Mail

Anna-Therese Buchli

Kirchgemeindepräsidentin
Gün 32
7107 Safien Platz
081 647 11 47

E-Mail

Claudio Eugster

Sozialdiakon
Fachstelle Gemeindeentwicklung:
Jugendbeauftragter
Evangelisch-reformierte Landeskirche Graubünden
Loëstrasse 60
7000 Chur
081 257 11 09

E-Mail

David Zippert

Kirchgemeindepräsident (ad interim)
Gründjistrasse 4
7057 Langwies
081 356 41 79

E-Mail

Hermann Thom

Kirchgemeindepräsident
Suot Plaz 7
7542 Susch
081 860 02 41

E-Mail

Marcello de Monti

Kirchgemeindepräsident
La Motina 450
7743 Brusio
081 846 52 59

E-Mail

Maria Thöni

Dr. phil.
Fachstelle Religionspädagogik in der Schule
Evangelisch-reformierte Landeskirche Graubünden
Loëstrasse 60
7000 Chur
081 257 11 86

E-Mail

Martin Flütsch

Kirchgemeindepräsident (ad interim)
Oberfeldstrasse 8
7430 Thusis
081 651 27 52

E-Mail

Philipp Brumm

Kirchgemeindepräsident
Dorfstrasse 29
7426 Flerden
079 406 44 33

E-Mail

Regula Meier

Kirchgemeindepräsidentin
Goristrasse 3
7260 Davos Dorf
081 416 55 57

E-Mail

Reinhard Eisner

Pfr.
Brüel 1
7233 Jenaz
081 332 16 49

E-Mail

Remo Held

Kirchgemeindepräsident (ad interim)
Cartschinsweg 29
7074 Malix
081 252 09 12

E-Mail

Susanne Haury von Siebenthal

Dr.
Kirchgemeindepräsidentin
Plandaditsch 7
7208 Malans
079 279 89 91

E-Mail

Franz Rüegg

Präsident EGR
Kirchgemeindepräsident
Präsident Kolloqium VI
Maranerstrasse 45
7050 Arosa
081 377 46 41

E-Mail

Martha Widmer-Spreiter

Erste  Vizepräsidentin EGR
Obere Plessurstrasse 43
7000 Chur
081 252 44 76

E-Mail

Andri Poo

Zweiter Vizepräsident EGR
Dorfstrasse 61a
7477 Filisur
079 610 52 07

E-Mail

Heidi Clalüna-Herzog

Stimmenzählerin EGR
Föglias 5
7514 Sils-Maria
081 826 52 86

E-Mail

Rudolf Kunz

Dr. iur.
Gäuggelistrasse 1
7000 Chur
081 286 05 01

E-Mail

Nina Tinner-Ambühl

RA lic. iur.
Pro Sura 4
7405 Rothenbrunnen
081 630 01 31

E-Mail

Alex Schaub

Kirchgemeindepräsident
Landweg 3
7249 Serneus
079 827 92 06

E-Mail

Andreas Blumer

Kirchgemeindepräsident
Caldeirastrasse 5
7015 Tamins
079 610 32 87

E-Mail

Andreas Wassmer

Pfr.
Via Aruons 3
7500 St. Moritz
081 834 47 74

E-Mail

Astrid Fiehland

Pfrn.
Herman-Burchard-Str. 1
7265 Davos Wolfgang
081 416 78 12

E-Mail

Balthasar Bächtold

Pfr.
Via Valnava 4
7477 Filisur
081 404 12 34

E-Mail

Christine Gross-Jäger

Kirchgemeindepräsidentin (ad interim)
Hauptstrasse 124
7075 Churwalden
081 382 24 37

E-Mail

Marianne Aguilera

Kirchgemeindepräsidentin
Brämabüelstrasse 15
7270 Davos Platz
055 212 60 14 / 079 258 10 88

E-Mail

Olivier Pernet

Kirchgemeindepräsident
Olivier Pernet
Sonnenheim 1
7307 Jenins
081 250 08 48

E-Mail

Richard Aebi

Pfr.
Evang. Pfarramt Davos Altein und Jenins
Rheinstrasse 13a
7320 Sargans
081 413 64 10

E-Mail

Simone Geyda

Pfrn.
Serneuserstrasse 60
7249 Serneus
081 422 14 56 / 078 410 92 98

E-Mail

Angela Buxhofer

Kirchgemeindepräsidentin
Haus Meisser, Schulhausstrasse 9
7050 Arosa
079 291 25 20

E-Mail

Daniel Hanselmann

Pfr.
Via Cresta 10
7152 Sagogn
081 921 68 55

E-Mail

Désirée Bergauer-Dippenaar

Pfrn.
Quadergasse 3
7204 Untervaz
081 322 34 77

E-Mail

Karin Last

Sozialdiakonin
Fuschigna 8
7502 Bever
079 265 22 08

E-Mail

Tobias Schneider

Kirchgemeindepräsident
Glennerstrasse 8
7130 Ilanz
076527 82 85

E-Mail

Jörg Lanckau

Pfr. Dr.
Büel 5
7023 Castiel
079 339 46 37

E-Mail

Constanze Broelemann

Pfrn.
Redaktion
reformiert. Graubünden
Brandisstrasse 8
7000 Chur
079 823 45 93

Pfarramt Ausserdomleschg:
Alte Dorfstrasse 4, 7416 Almens
081 655 10 15

E-Mail

Rita Gianelli

Redaktion
reformiert. Graubünden
Brandisstrasse 8
7000 Chur
079 310 56 80

Fachstelle Migration
Evangelisch-reformierte Landeskirche Graubünden
Loëstrasse 60
7000 Chur
079 406 94 99

E-Mail

Ursula Kobel

Redaktion Gemeindeseiten
Brandisstrasse 8
7000 Chur
079 823 45 93

E-Mail

Adrienne Wegmann

Redaktion Gemeindeseiten
Brandisstrasse 8
7000 Chur
077 410 07 45

E-Mail

Arno S. Arquint

Paarlando
Familienzentrum Planaterra
Reichsgasse 25
7000 Chur
081 252 33 77

E-Mail

Jörg Büchel

Pfr.
Kantonsspital Graubünden
Rheinstrasse 28
7302 Landquart
079 108 75 88

E-Mail

Suzanna Hulstkamp

Pfrn.
Psychatrische Kliniken Waldhaus und Beverin
058 225 21 66
Vitg 25, 7417 Paspels
081 630 72 82 / 076 568 40 89

E-Mail

Daniel Klingenberg

Pfr.
Zürcher Rehazentren Klinik Davos
Klinikseelsorge
Rotachstrasse 5
9000 St. Gallen
079 787 45 16

E-Mail

Jürg Jäger

Paarlando
Familienzentrum Planaterra
Reichsgasse 25
7000 Chur
081 252 33 77

E-Mail

Peter Bernhard

Präsident
Kaltbrunnstrasse 15
7000 Chur
081 353 53 60

E-Mail

Heinz-Ulrich Richwinn

Pfr.
Stöcklistrasse 2
7205 Zizers
081 322 15 65

E-Mail

Harald Schade

Pfr.
Präsident Kolloqium I
Via Bargagliott 7
7017 Flims Dorf
081 911 12 74

E-Mail

Peter Andri Vital

Dr.
Chesa Planta
7524 Zuoz
081 850 17 50

E-Mail

Robert Heinz

Juppa
7447 Am Bach (Avers)
081 667 11 60

E-Mail

Albrecht Merkel

Pfr.
Via Sumvitg 19
7141 Luven
081 925 34 26

E-Mail

Alfred Enz

Pfr.
Sennensteinstrasse 22
7000 Chur
081 253 34 32

E-Mail

Andrea Clopath

Kirchgemeindepräsident
Zarnos 7
7432 Zillis
081 257 45 70

E-Mail

Andrea Witzsch

Pfrn.
Via Maistra 101
7505 Celerina
079 155 14 56

E-Mail

Andreas Berry

Kirchgemeindepräsident
Stettweg 2
7232 Furna
081 332 19 18

E-Mail

Andreas Rade

Pfr.
Masanserstrasse 233
7000 Chur
081 353 59 02

Justizvollzugsanstalt Cazis-Tignez:
081 423 12 12
(Montag und Donnerstag)

E-Mail

Angelika Müller

Pfrn.
Calandastrasse 46
7000 Chur, 079 541 27 11

Paarlando
Familienzentrum Planaterra, Reichsgasse 25
7000 Chur, 081 252 33 77

E-Mail

Anja Felix-Candrian

Pfrn.
Postfach 15
7014 Trin
081 635 13 77

E-Mail

Annalisa Candrian-Bertogg

Kirchgemeindepräsidentin
Via Casut 3
7152 Sagogn
081 921 62 08

E-Mail

Annamarie Salzgeber-Kunfermann

Kirchgemeindepräsidentin
Oberrütiweg 8
7076 Parpan
081 382 21 55

E-Mail

Annett Kindschi

Kirchgemeindepräsidentin (ad interim)
Malieterstrasse 16
7243 Pany
081 332 18 24

E-Mail

Antonio Di Passa

Pfr.
Via da Mezz 47
7742 Poschiavo
081 844 02 43

E-Mail

Arturo Fasciati

Kirchgemeindepräsident
Piazza San Giovanni 140
7457 Bivio
081 684 10 27

Astrid Weinert-Wurster

Pfrn.
Muntagn 1
7412 Scharans, 081 651 13 64

Pfarramt für Menschen mit Behinderung
Erikaweg 1
7000 Chur, 081 250 28 63

E-Mail

Ruedi Hofer

Pfarramt für Gehörlose
der Kantone SG, AR, GL, TG, GR
Oberer Graben 31
9000 St. Gallen
055 642 16 22

E-Mail

Astrid Wuttge Glang

Pfrn.
Kirchenstutz 2
7430 Thusis
081 651 21 41

E-Mail

Barbla Buchli

Kirchgemeindepräsidentin (ad interim)
Avant Baselgia
7554 Sent
081 864 02 78

E-Mail

Beate Kopp-Engel

Pfrn.
Krüzgass 7
7306 Fläsch
081 302 73 31

E-Mail

Gisella Belleri

Pfrn.
Masanserstrasse 233
7000 Chur
081 353 59 00

E-Mail

Beni Singer

Kirchgemeindepräsident
Carà de Dosc 11
6538 Verdabbio
091 827 36 78

E-Mail

Brigitte Gafner

Sozialdiakonin
Büdemjistrasse 1
7277 Davos Glaris
081 401 10 42

E-Mail

Chasper Stupan

Kirchgemeindepräsident
Fusch 168
7546 Ardez
081 860 32 50

E-Mail

Chasper Stuppan

Kirchgemeindepräsident
Clüs 28
7532 Tschierv
078 653 60 18

E-Mail

Christina Eugster

Kirchgemeindepräsidentin
Löser 19B
7413 Fürstenaubruck
081 651 24 40

E-Mail

Jörg Wuttge

Pfr.,
Präsident Kolloquium III
Pitgongas 3
Postfach 130
7408 Cazis
081 651 25 88

E-Mail

Erich Wyss

Pfr.
Präsident Kolloqium IV
Kirchgasse 12
7000 Chur
081 250 11 10

E-Mail

Evelyn Cremer

Pfrn.
Präsidentin Kolloquium V
Violaweg 3
7203 Trimmis
081 353 71 56

E-Mail

Gian-Duri Ratti

Kirchgemeindepräsident
Präsident Kolloquium VII
Via Principela 17
7523 Madulain
081 854 10 03

E-Mail

Christoph Reutlinger

Pfr.
Präsident Kolloquium VIII
Chasa da pravenda
7559 Tschlin
081 866 32 63

E-Mail

Claudia Bollier Hülsen

Pfrn.
Hauptstrasse 32
7278 Davos Monstein
081 401 11 56

E-Mail

Claudia Haarmann

Pfrn. Dr.
Ausserdorf 9
7411 Sils im Domleschg
081 651 12 84

E-Mail

Claudia Heldstab

Kirchgemeindepräsidentin
Winkelstrasse 16
7247 Saas im Prättigau
081 332 32 15

E-Mail

Conrad Dalbert

Kirchgemeindepräsident
Crap Martin 6
7158 Waltensburg/Vuorz
081 941 21 39

E-Mail

Corinne Dittes

Pfrn.
Dimivih d'Aguêl
7524 Zuoz
081 854 15 72

E-Mail

Cornelia Camichel Bromeis

Vizepräsidentin Kirchenrat
Departemente Synodales und Personelles und Präsidiales
Pfrn. und Dekanin
Loëstrasse 60, 7000 Chur
079 678 54 80

E-Mail

Daniel Bolliger

Pfr. Dr. theol. habil.
Pastoralbibliothek
Rheinstrasse 2
7302 Landquart
081 544 54 18

E-Mail

Daniel Wieland

Pfr.
Sennensteinstrasse 24
7000 Chur
081 284 65 16

E-Mail

David Last

Pfr.
Fuschigna 8
7502 Bever
081 852 46 02

E-Mail

Dirk Haarmann

Pfr. Dr.
Ausserdorf 9
7411 Sils im Domleschg
081 651 12 84

E-Mail

Elisabeth Anderfuhren

Pfrn.
Under Dutjen 3
7122 Valendas
081 921 77 25

E-Mail

Erich Frauenfelder

Kirchgemeindepräsident
Puez 131 A
7482 Bergün/Bravuogn
081 420 50 45

E-Mail

Erika Cahenzli-Philipp

Kirchgemeindepräsidentin
Gaidlaweg 3
7204 Untervaz
081 322 45 61

E-Mail

Ernst Waldvogel

Kirchgemeindepräsident
Montalinstrasse 7
7203 Trimmis
081 353 15 38

E-Mail

Erwin Engel

Kirchgemeindepräsident
Hofstrasse 21
7246 St. Antönien
081 330 56 58

E-Mail

Fadri Ratti

Pfr.
Obere Gasse 3
7012 Felsberg
081 252 13 32

E-Mail

Florian Sonderegger

Pfr.
Präsident Kolloqium IX
Malieterstrasse 3
7243 Pany
081 332 14 32

E-Mail

Gabi Cola

Kirchgemeindepräsidentin (ad interim)
Sot God 13
7078 Lenzerheide
081 384 53 95

E-Mail

Gabriele Nigg

Kirchgemeindepräsidentin
Turmgassa 22
7240 Küblis
078 751 17 03

E-Mail

Gabriele Palm

Pfrn.
Aegertawäg 7
7075 Churwalden
081 382 11 95

E-Mail

Georg Häfner

Kirchgemeindepräsident
Prà da la Faira
7558 Strada
081 866 32 24

E-Mail

Georg Trepp

Kirchgemeindepräsident
Dorfstrasse 11
7438 Hinterrhein
081 664 18 08

E-Mail

Hannah Thullen

Pfrn.
Salzgäbastrasse 10
7260 Davos Dorf
081 416 15 32 / 079 322 01 78

E-Mail

Hans Walter Goll

Pfr.
Via Tuma Platta 12
7013 Domat/Ems
081 633 12 27

E-Mail

Hans-Ludwig Seim

Pfr.
Untergasse 7
7247 Saas i.P.
081 332 14 62

E-Mail

Hanspeter Burri-Furrer

Kirchgemeindepräsident
Domleschgerstrasse 38
7411 Sils im Domleschg
081 651 17 07

E-Mail

Heidi Buchli-Hunger

Kirchgemeindepräsidentin
Rosenkehr
7431 Mutten
081 681 12 05

E-Mail

Heidi Lori

Kirchgemeindepräsidentin
Caspärsch 17
7307 Jenins
081 257 00 70

E-Mail

Helke Döls

Pfrn. Dr. theol.
Heerengasse 8
7208
Malans GR
081 322 14 08

E-Mail

Henk Melcherts

Kirchgemeindepräsident
Süesswinggel 4
7023 Haldenstein
081 353 49 31

E-Mail

Holger Finze-Michaelsen

Pfr. Dr. theol.
Unterdorfstrasse 34A
7206 Igis
081 332 10 05

E-Mail

Ina Weinrich-Pohlmann

Pfrn.
Winkel 20
7122 Valendas
081 921 60 30

E-Mail

Ivana Bendik

Pfrn. Dr.
Engadinstrasse 42
7000 Chur
081 353 24 27

E-Mail

Jan-Andrea Bernhard

Prof. Dr. theol.
Strada Veglia 1
7130 Strada i. O.
081 941 19 55

E-Mail

Jasmine Frigg

Kirchgemeindepräsidentin
Präzerstrasse 37
7424 Präz
081 651 39 88

E-Mail

Jens Köhre

Pfr.
Gazetta 23A
7440 Andeer
081 661 11 28

E-Mail

Joachim Berg

Pfr.
Sponda 13
7240 Küblis
081 332 14 55

E-Mail

Jacqueline Baumer

Fachstelle Gemeindeentwicklung und
Fachstelle ÖME Weltweite Kirche
Evangelisch-reformierte Landeskirche Graubünden
Loëstrasse 60
7000 Chur
081 257 11 07

E-Mail

Wilma Finze-Michaelsen

Pfrn.
Fachstelle Gemeindeentwicklung:
Kinder, Familien und Generationen
Evangelisch-reformierte Landeskirche Graubünden
Loëstrasse 60
7000 Chur
081 257 11 08

Pfarramt Landquart:
Unterdorfstrasse 34A
7206 Igis
081 330 81 34

E-Mail

Johannes Kuoni

Sozialdiakon
Fachstelle Gemeindeentwicklung:
Freiwilligenarbeit, Gemeindediakonie, Organisationsberatung
Evangelisch-reformierte Landeskirche Graubünden
Loëstrasse 60
7000 Chur,
081 257 11 85

Pfarramt Grüsch/Fanas/Valzeina:
Aräljaweg 6
7214 Grüsch
081 325 34 85

E-Mail

Josias Burger

Pfr.
Chilchgasse 2
7203 Trimmis
081 353 33 37

E-Mail

Juliane Grüsser

Pfrn.
Promenade 35
7270 Davos Platz
081 413 76 77

E-Mail

Jürg Scheidegger

Kirchgemeindepräsident (ad interim)
Via Scarneras 23
7014 Trin
081 630 43 54

E-Mail

Karin Ott

Pfrn.
Unter der Linde 10
7304 Maienfeld
081 330 74 74

E-Mail

Linard Pitsch

Kirchgemeindepräsident
Via Quadras 16
7013 Domat/Ems
081 630 34 90

E-Mail

Luregn Caspescha

Kirchgemeindepräsident
Vitg Dado 7
7130 Schnaus
081 925 40 47

E-Mail

Manuela Noack

Pfrn.
Senensteinstrasse 28
7000 Chur
081 250 47 32

E-Mail

Manuela Spichtig

Kirchgemeindepräsidentin (ad interim)
Dorfstrasse 23
7235 Fideris
081 332 38 80

E-Mail

Margreth Egger

Kirchgemeindepräsidentin
Von Salis-Strasse 10
7212 Seewis Dorf
081 325 16 56

E-Mail

Margrit Casotti

Kirchgemeindepräsidentin
Oberdorf 41
7026 Maladers
081 252 84 89

E-Mail

Margrit Uhlmann

Pfrn.
Präsidentin Kolloquium X
Puez 123A
7482 Bergün
081 407 11 36

E-Mail

Margrith Weber

Kirchgemeindepräsidentin
Plutt 22
7306 Fläsch
081 302 62 47

E-Mail

Maria Wüthrich

Pfrn.
Städtlistrasse 16
7130 Ilanz
081 925 14 33

E-Mail

Marianna Iberg Garcia

Pfrn.
Aräljawäg 6
7214 Grüsch
081 325 12 20

E-Mail

Marianne Strub

Pfrn.
Arfusch 166
7546 Ardez
081 862 23 61

E-Mail

Marion Stalder

Kirchgemeindepräsidentin
Unter Feld 1
7012 Felsberg
081 250 45 64

E-Mail

Markus Just

Pfr.
Cartschinsweg 62
7074 Malix
081 252 12 02

E-Mail

Markus Schärer

Pfr.
Vea Jerts 227
7457 Bivio
081 684 51 88

Paarlando
Beratungsstelle Engadin/
Südtäler/Surses

E-Mail

Daniela Bucher

Sekretariat
Paarlando
Familienzentrum Planaterra
Reichsgasse 25
7000 Chur
081 252 33 77

E-Mail

Pernilla Jöhr

Sekretariat
Paarlando
Familienzentrum Planaterra
Reichsgasse 25
7000 Chur
081 252 33 77

E-Mail

Martin Grüsser

Pfr.
Promenade 35
7270 Davos Platz
081 413 76 77

E-Mail

Martin Jäger

Sozialdiakon
Kirchgasse 12
7000 Chur
081 252 27 04

E-Mail

Meia Inauen

Kirchgemeindepräsidentin
Via Camelc 3
7137 Flond
081 925 43 76

E-Mail

Michael Landwehr

Pfr.
Crasta 1
7503 Samedan
081 852 54 44

E-Mail

Michael Ott

Pfr. lic. theol.
Unter der Linde 10
7304 Maienfeld
081 330 74 74

E-Mail

Eugen Caduff

Kirchenrat Departemente Finanzen und Spezialseelsorge und Beratung
Malinweg 20
7203 Trimmis
081 353 55 31

E-Mail

Barbara Hirsbrunner

Kirchenrätin Departement Mission, Ökumene, Diakonie
Palidetta Sut 22
7412 Scharans
081 651 51 31

E-Mail

Roland Just

Kirchenrat Departement Bildung
Pfr.
Via Raveras 25
7180 Disentis/Mustér
081 947 44 10

E-Mail

Miriam Neubert

Kirchenrätin Departement Aussenbeziehungen
Pfrn.
Obere Quaderstrasse 12
7015 Tamins
081 641 11 56

E-Mail

Nadia Crüzer

Kirchgemeindepräsidentin
Via Pleiv 9
7603 Vicosoprano
081 822 17 52

E-Mail

Oliver Santschi

Pfr.
Poststrasse 11
7434 Sufers
081 664 11 16

E-Mail

Paul Urech

Kirchgemeindepräsident
Cresta Lunga 15
7425 Masein
081 651 33 23

E-Mail

Peder Rauch

Kirchgemeindepräsident
Vi 657A
7550 Scuol
081 864 07 90

E-Mail

Peter Caflisch

Kirchgemeindepräsident
Weidstrasse 9
7265 Davos Wolfgang
081 416 25 58

E-Mail

Peter Jäger-Bleuler

Kirchgemeindepräsident
Büelweg 7
7027 Lüen
079 628 70 93

Peter Nowak

Pfr.
Arosastrasse 2
7028 St. Peter
081 374 11 55

E-Mail

Philipp Candrian

Kirchgemeindepräsident
Casutt 14
7112 Duvin
081 931 36 18

Regina Rothenbühler

Kirchgemeindepräsidentin
Cartschinsweg 59
7074 Malix
077 438 08 53

E-Mail

René Müller

Kirchgemeindepräsident
Pardellgasse 17
7304 Maienfeld
081 302 31 79

E-Mail

Rita Caviezel

Kirchgemeindepräsidentin
Miezvitg 96
7111 Pitasch
076 445 70 71

E-Mail

Robert Naefgen-Neubert

Pfr.
Obere Quaderstrasse 12
7015 Tamins
081 641 11 56

Justizvollzugsanstalt Realta:
081 641 11 56

E-Mail

Roland Hadorn

Pfr.
Feldstrasse 6
7430 Thusis
081 651 38 03

E-Mail

Rolf Frei

Pfr.
Schuderserstrasse 16
7220 Schiers
081 328 11 48

E-Mail

Rolf Weinrich

Pfr.
Winkel 20
7122 Valendas
081 921 60 30

E-Mail

Romilda Pappa-Grischott

Kirchgemeindepräsidentin
Dorf 35
7444 Ausserferrera
079 423 33 05

E-Mail

Rüdiger Döls

Pfr.
Heerengasse 8
7208 Malans GR
081 322 14 08

E-Mail

Ruedi Gredig-Albus

Kirchgemeindepräsident
Via Valspregna 19
7477 Filisur
081 404 19 51

E-Mail

Ruedi Müller

Kirchgemeindepräsident
Bin da Hüscher 39
7063 Praden
081 373 13 74

E-Mail

Ruth Flury

Kirchgemeindepräsidentin
Schuderserstrasse 29
7220 Schiers
081 332 30 33

E-Mail

Silke Manske

Stimmenzählerin EGR
Pfrn.
Kirchgasse 9
7250 Klosters
081 422 58 61 / 078 639 57 56

E-Mail

Silvia Boutellier-Risch

Kirchgemeindepräsidentin
Plaus 54F
7241 Conters
081 332 14 96

E-Mail

Simon Becker

Pfr.
Stein 6
7023 Haldenstein
081 353 76 33

E-Mail

Simon Conrad

Kirchgemeindepräsident
Gauaweg 10
7215 Fanas
081 416 24 15

E-Mail

Simona Rauch

Dekanat Quästorin
Pfrn.
Plazza 2
7603 Vicosoprano
081 822 17 23

E-Mail

Sulamith Daly

Kirchgemeindepräsident
Kantonsstrasse 9
7205 Zizers
079 471 02 28

E-Mail

Theresa Menn-Buchli

Kirchgemeindepräsidentin
7448 Juf
081 667 12 39

E-Mail

Thomas Müller-Weigl

Erster Vizedekan, Pfr.
Poststrasse 163
7050 Arosa
079 790 14 71

E-Mail

Tobias Winkler

Pfr.
Rheinstrasse 2
7302 Landquart
076 617 35 26

E-Mail

Urs Zangger

Pfr.
Via dal Farrer 17
7513 Silvaplana
081 836 22 81

E-Mail

Ursula Müller-Weigl

Pfrn.
Poststrasse 163
7050 Arosa
075 434 39 43

E-Mail

Verena Arpagaus-Janki

Kirchgemeindepräsidentin
Via Demvitg 15
7141 Luven
081 925 19 60

E-Mail

Viola Schenk

Pfrn.
Scherrat 22
7013 Domat/Ems
081 633 51 09

E-Mail

Walter Bstieler

Sozialdiakon
Kirchgasse 9
7250 Klosters
081 422 14 49 / 078 410 67 33

E-Mail

Wieland Grass

Kirchgemeindepräsident (ad interim)
Mitteldorf 18
7427 Urmein
081 651 20 33

E-Mail

Wini Schäfer

Pfr.
Präzerstrasse 15
7424 Präz
081 651 12 34

E-Mail

Kaspar Kunz

Zweiter Vizedekan, Pfr.
Pardi 3
7432 Zillis
081 655 10 15

E-Mail

Peter Urs Wydler

Kirchenratsaktuar, Protokollführer EGR,
Vizekanzellar, Pfr.
Loëstrasse 60
7000 Chur
081 257 11 00

E-Mail

Ursina Hardegger

Stv. Kirchenratsaktuarin
Kanzellarin
Pfrn.
Überwasserstrasse 7
7246 St. Antönien
081 332 15 47

E-Mail

Marcel Schädler

Finanzverwalter
Loëstrasse 60
7000 Chur
081 257 11 00

E-Mail

Claudia Lippuner

Sachbearbeiterin Aktuariat
Loëstrasse 60
7000 Chur
081 257 11 00

E-Mail

Barbara Bertini

Sekretärin Verwaltung
Loëstrasse 60
7000 Chur
081 257 11 00

E-Mail

Regula Frei

Sachbearbeiterin Finanzen
Loëstrasse 60
7000 Chur
081 257 11 00

E-Mail

Michèle Klarer

Sachbearbeiterin Finanzen
Loëstrasse 60
7000 Chur
081 257 11 00

E-Mail

Curdin Mark

Kirchgemeindepräsident
Kirchgasse 12
7000 Chur
081 252 22 92

E-Mail

Eva Lehmann

Kirchgemeindepräsidentin
Schulhausstrasse 47
7415 Rodels
081 655 18 46

E-Mail

Frank Schuler

Kirchenrat Departement Strukturelles und Rechtsfragen
Dr. iur.
Bahnhofstrasse 7
7001 Chur
081 258 38 15

 

E-Mail

Thomas Ruf

Pfr.
Pfarrhaus/Dorfstrasse 1
7416 Almens
081 655 11 42

E-Mail

„Aus Freude am Umgang mit Kindern“

2. März 2020

Spirit-Interview mit Maria Thöni

„Riesig verändert“ hat sich die Situation des Religionsunterrichts an der öffentlichen Schule, sagt Maria Thöni im Interview mit Michael Brüngger von Radio Südostschweiz (RSO). Offene Lernformen und eine Vielzahl von spannenden Lernmedien sind aus dem Religionsunterricht nicht mehr wegzudenken. Zudem sei die Beschäftigung mit Religion in der heutigen Gesellschaft absolut notwendig, meint die Spezialistin für Religionspädagogik. Es gehe darum, jungen Menschen religiöse und ethische Kompetenz zu vermitteln.

Neue Ausbildung: Wer die nötigen Voraussetzungen mitbringt, kann sich jetzt für die berufsbegleitende Ausbildung zur Fachlehrperson Religion anmelden. Sie dauert drei Jahre und wird zusammen mit anderen Ostschweizer Kantonen und Dozentinnen der pädagogischen Hochschule St. Gallen angeboten. Vermittelt werden pädagogisches Wissen, Kenntnisse in Didaktik und Methodik sowie Grundlagen der Theologie. Die Ausbildung berechtigt, das Fach Religion sowohl auf der Primar- wie auch auf der Oberstufe zu unterrichten.

Gute Aussichten. Im Interview mit RSO macht Thöni deutlich, dass in naher Zukunft vermehrt Fachlehrpersonen Religion gesucht sein werden. Dies aufgrund von anstehenden Pensionierungen. Fachlehrpersonen können in Schule wie auch in der Kirchgemeinde eingesetzt werden. Grundlage dafür ist der Lehrplan 21 zum einen und das Bündner Modell 1 + 1 zum andern. „Eine sehr gute Kombination“, ist Thöni überzeugt.

Hier gehts zur Sendung
mehr zur Ausbildung

Zwölf Lehrpersonen diplomiert

25.6.2019

OKTAV: Abschluss der dreijährigen Ausbildung

Zwölf Personen aus den Landeskirchen Thurgau, St. Gallen und Graubünden haben ihre dreijährige Ausbildung zur Fachlehrperson für evangelischen Religionsunterricht auf der Sekundarstufe abgeschlossen. Die Diplomfeier fand am Sonntag, 23. Juni 2019 in der Evangelischen Kirche in Arbon statt. 

Der Aufwand für ihre dreijährige Zusatzausbildung hat sich gelohnt. Elf Frauen und ein Mann durften ihr Fähigkeitszeugnis vom Ostschweizer kirchlich-theologischen Ausbildungsverbund OKTAV entgegen nehmen. Damit sind sie berechtigt als Fachlehrpersonen Religion an der Oberstufe in den Kantonen AI, AR, GL, GR, SG und TG Religionsunterricht zu erteilen. Die Diplomfeier fand im Rahmen des Gemeindegottesdienstes statt, Gastgeberin war die Evangelische Kirchgemeinde Arbon.

Anschauliche Auslegung des Bibeltextes. Den Gottesdienst zum Thema „Das könnt ihr euch schenken” haben die Diplomanden und der Diplomand gemeinsam gestaltet. Als Predigttext wählten sie mit ihren Kursleitenden Maria Thöni, Graubünden, Tobias Arni, Thurgau, und Holger Brenneisen, St. Gallen, den Text aus 1. Könige 13,1-17. Tobias Arni, Leiter der Thurgauer Fachstelle Religionsunterricht, legte den Bibeltext mit einer anschaulichen Methode aus, die nach der dreijährigen Ausbildung auch den zwölf Kursteilnehmenden vertraut ist. Er überraschte mit einprägsamen Zeichenhandlungen und verknüpfte die Prophetenerfahrung mit prägenden Erlebnissen, die in einer Biografie zur überraschenden Wende führen können.

Kompetenz nicht geschenkt. Pfarrer Holger Brenneisen, Leiter des Religionspädagogischen Instituts St. Gallen, sagte zur feierlichen Diplomübergabe anerkennend: „Euch ist nichts geschenkt worden. Ihr habt euch die Kompetenz sauer verdient“. Mit der erweiterten OKTAV Ausbildung erwarben sich die Teilnehmenden die Fähigkeit zur kirchlichen Bildungsarbeit und zum Erteilen von reformiert-konfessionellem und interkonfessionellem Religionsunterricht auf Sekundarschulstufe. In den ersten beiden Ausbildungsjahren befassten sie sich mit den Modulen Theologie, Religionskunde, Methodik/Didaktik und Pädagogik/Psychologie. Im 3. Jahr sammelten sie die nötige Praxiserfahrung.

Kirchenchor-Premiere. Namens des Kirchenrats ihrer Kantonalkirchen überreichten Barbara Damaschke-Bösch (St. Gallen), Maria Thöni (Graubünden), und Ruth Pfister (Thurgau) den Diplomandinnen und dem Diplomand ihr Zertifikat und ein Geschenk. Der neugebildete Kirchenchor unter Leitung von Simon Menges verlieh dem Gottesdienst eine feierliche Note mit seinem ersten öffentlichen Auftritt. Die Fest-Gemeinde war nach dem Gottesdienst zum Apéro im Kirchgemeindehaus eingeladen, wo die neuen Fachlehrkräfte herzliche Gratulationen entgegen nehmen durften.

Erfolgreich absolviert haben den Oktav E Kurs: TG: Linda Klein, Neukirch an der Thur; Anita Ledermann, Aadorf; Carola Menzi, Affeltrangen; Pia Oertig, Frauenfeld; Elvira Pauli, Tägerwilen; Manuela Raschle-Kundert, Sirnach; Mirtha Reimann Dold, Romanshorn TG; SG: Beate Drafehn, Jörg Drafehn, beide Sevelen; Ulrike Christine Marx, Oberhelfenswil; GR: Barbara Hirsbrunner, Scharans; Karin Last, Bever.

OKTAV: Fit für Unterricht und Gemeinde

Neue Ausbildung für Fachlehrpersonen Religion

«Was, du unterrichtest Religion? Ist das nicht sehr undankbar?», fragte mich eine Mutter vor zwei Jahren, als ich in Lenz die 5. Klasse übernahm. Ich verzichtete darauf zurückzufragen, ob der Beruf der Mutter – sie ist Treuhänderin – dankbarer wäre. Stattdessen beschrieb ich ihr die interessanten Themen im Religionsunterricht, die vielfältigen Methoden und die Begegnung mit den Kindern im Theologisieren. Selbstbewusstsein und Wertschätzung für den Beruf als Fachlehrperson Religion entwickelte sich bei mir nicht nur durch Berufserfahrung, sondern gerade auch während einer guten Ausbildung.

Damit die Ausbildung für Fachlehrpersonen dieses Selbstbewusstsein fördert, werden Präsenz und Persönlichkeit ein wichtiges Thema im neuen Konzept OKTAV (Ostschweizer kirchlich-theologischer Ausbildungsverbund der Evangelisch-reformierten Kirchen von Graubünden, St. Gallen, Thurgau und Appenzell) sein. Im August 2020 soll der nächste Ausbildungsgang starten und neue Themenschwerpunkte im pädagogischen Teil enthalten. Mir war es wichtig, folgende Zielsetzungen in das neue Konzept einzubringen:

  • In der Schule professionell auftreten. Um in der Schule, im Lehrerkollegium und im Austausch mit Eltern professionell aufzutreten, ist pädagogisches Wissen und theologische Kompetenz entscheidend. Gemeinsame Begrifflichkeiten im Gespräch mit Klassenlehrpersonen zu verwenden und Eltern die Unterrichtsgestaltung kompetent erklären zu können, verhilft zu einem professionellen Auftritt in der Schule. Daher werden Themen wie «Lernen und Entwicklung», «Wahrnehmungspsychologie» oder «Erziehungsbilder» zu zentralen Grundlagen in der pädagogischen Ausbildung. Diese Module sind an die aktuellen Studienpläne der Pädagogischen Hochschulen Graubünden und Zürich (Primarschulausbildung) angelehnt. Für zukünftige Auszubildende im Fach Religion schafft diese Anlehnung eine pädagogische Kompetenz analog zur Lehrerausbildung.
  • Religionsunterricht ansprechend gestalten und überzeugend präsentieren. Um Religionsunterricht ansprechend gestalten zu können, braucht es nicht nur Motivation für ein Thema oder die Freude an der Begegnung mit Kindern und Jugendlichen. Das Wissen um Konzepte und Ansätze in der Religionspädagogik ist ebenso notwendig wie eine Vertiefung in kompetenzorientierter Unterrichtsplanung (siehe Lehrplan Religion). Mit den Themen «Lernprozesse gestalten» (Kompetenzorientierung), «Lernressourcen nutzen» (Methodenrepertoire, digitale Medien) und «Ganzheitliches Fördern und Beurteilen» (Formen von Beurteilung, Motivation und Begleitung) wird diesem Anspruch im neuen Konzept OKTAV Rechnung getragen. Zudem werden aktuelle Herausforderungen in Schule und kirchlicher Bildungsarbeit mit den Themen «Inklusive Bildung» (Umgang mit Heterogenität) und «Klassenführung» (Führungsstile, Lernprozesse in Gruppen) akzentuiert.
  • Für Religionsunterricht und Gemeindebilden kompetent werden. Nebst der Qualifikation für den Religionsunterricht auf Primar- und Oberstufe ermöglicht der Themenbereich «Projektplanung und Entwicklung» (für kirchliche Bildungsarbeit in Schule und Kirchgemeinde) eine Vertiefung in die Möglichkeiten von Gemeindebilden. Gerade die Umsetzung des Modells «1 plus 1 plus x» erfordert Kompetenz in Projektplanung, um Ideen in überzeugende Bildungsformen und religiöse Erlebnisse umzusetzen. Ein überkantonaler Austausch während der Ausbildungszeit wird dabei zur Bereicherung und zum Anstoss für Neues.

Chancen der Ausbildung. Pädagogische Zielsetzungen der Ausbildungsleitung (kantonale Fachstellen) sind das eine. Was aber sind die Chancen für die Teilnehmenden des Ausbildungsgangs? Im neuen Konzept OKTAV wird es möglich sein, die Qualifikation für Primar- und Oberstufe innerhalb von drei Jahren zu erreichen. Die Ausbildung kann berufsbegleitend absolviert werden und der praktische Teil wird kantonal angeboten. Eine konstruktive, gewinnbringende fachliche Begleitung durch die Fachstelle Religionspädagogik (von meiner Seite) ist dabei zentral. Die Grundlage für die theologische Sachkompetenz bleibt in Graubünden der Theologiekurs. Durch den modularen Aufbau der Ausbildung sind die Kurstage offen für weitere Interessierte (Pfarrpersonen, SozialdiakonInnen, Fachlehrpersonen Religion). Einzelne Inhalte können so als Weiterbildung belegt werden. Diese Ziele und Chancen in der neuen Ausbildung OKTAV aufzuzeigen und Interessierte für den neuen Ausbildungsgang zu gewinnen, werden zur Herausforderung für die Bewerbung des Ausbildungsgangs ab Herbst 2019.

Offen bleiben für Neues. Am 23. Juni 2019 werden Barbara Hirsbrunner und Karin Last ihre Ausbildung zur Fachlehrperson Religion Oberstufe (Zyklus 3) im aktuellen Ausbildungsgang OKTAV (Oberstufe) abschliessen. Mit dem Diplom erwerben sie die Unterrichtsbefähigung für das Fach ERG-Kirchen in St. Gallen und Thurgau und Graubünden. Insgesamt schliessen zwölf Fachlehrpersonen Religion und Pfarrpersonen diese Ausbildung ab. Nach langjähriger Erfahrung auf der Primarschulstufe haben sich beide der Herausforderung von Begleitung und Beurteilung im Unterricht auf der Oberstufe gestellt. Im April 2019 konnten sie ihre Prüfungslektion erfolgreich bestehen. Sich trotz mehrjähriger Berufserfahrung einem Teamteaching und einer kritischen Beurteilung von Unterricht zu stellen, erfordert Offenheit. Es erfordert Offenheit, sich mit Neuem in den aktuellen Unterrichtskonzepten auseinanderzusetzen. Herzliche Gratulation an Barbara Hirsbrunner und Karin Last für diese Offenheit und die Ausdauer während der Ausbildungszeit.

Über kantonale Grenzen sehen und gehen. Nach den beiden Ausbildungsgängen 2014–17 und 2017–19 wird das Ziel für die zukünftige überkantonale Zusammenarbeit sein, die Synergien der Fachstellen in der Ausbildung zu nutzen und ein reformiertes Bildungsverständnis zu stärken. Die Positionierung im Beruf Religionslehrperson während und nach der Ausbildung zu unter-
stützen, bleibt auch überkantonal ein forderndes Thema.

Zukunft und Herausforderung. Bin ich in der kirchlichen Mediothek, dann wird mir bei der Fülle der Unterrichtsmaterialien der Anspruch an die Medienkompetenz bewusst. So braucht es in der kirchlichen Bildungsarbeit in Schule und Kirchgemeinde qualifizierte und motivierte Fachpersonen, die sich nicht nur mit der eigenen Medienkompetenz auseinandersetzen, sondern auch ein positives und kompetentes Bild von kirchlicher Bildung vermitteln. Die Ausbildung nach dem neuen Konzept OKTAV, welche die Positionierung im Beruf als Religionslehrperson und in der Reformierten Kirche mit fachlicher Kompetenz und Persönlichkeitsentwicklung unterstützt, möchte dieses positive und kompetente Bild von kirchlicher Bildung fördern. Gibt es also noch einen Grund, sich nicht anzumelden?

Der Beitrag erschien erstmals im Mitarbeitermagazin dialgintern 2019-06

Zehn Jahre nach der «Ethik­initiative»

29. April 2019

Im Wissenschaftscafé

Zehn Jahre ist es her, seit die Jungsozialisten mit einer Initiative das Ende des Religionsunterrichts an der öffentlichen Schule forderten. Es sollte damals nicht so weit kommen: Die Idee der Jungpolitiker hatte beim Bündner Stimmvolk keine Chance, insbesondere, weil die Regierung in Zusammenarbeit mit den beiden Landeskirchen mit dem Modell 1+1 einen Gegenvorschlag präsentierte. Dieser sah vor, dass der Religionsunterricht an der öffentlichen Schule von zwei Wochenlektionen auf eine reduziert und durch das Fach «Ethik, Religionen, Gemeinschaft (ERG)» ergänzt wird. Der Religionsunterricht würde durch die Kirchen verantwortet, das Fach ERG durch den Staat, also die Schule. Das Stimmvolk hat am 16. Mai 2009 den Gegenvorschlag angenommen und der Initiative der Jungsozialisten eine Abfuhr erteilt.

Öffentliches Interesse. «Hat sich die Bündner Lösung bewährt?», fragte kürzlich ein Wissenschaftscafé im Saal des B12 an der Brandisstrasse in Chur. «Ethik und Religionen im Stresstest» steht auf der Leinwand. Knapp hundert Personen verfolgten die Diskussion. Pfarrer Reinhard Kramm, an der Pädagogischen Hochschule mit der Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen für das Fach ERG beauftragt, moderierte die Gesprächsrunde. Gemäss geltender Regelung müssten Lehrpersonen in fünf Tagen dazu befähigt werden, das Fach zu unterrichten. «Viel zu wenig», sagt die Islamwissenschaftlerin Rifa’at Lenzin. Das genüge in keiner Weise. Am Beispiel des Islam führt sie aus, dass es nicht nur darum gehe, die wichtigsten Grundlagen von Religionen und Weltanschauungen zu vermitteln. Es gehe auch darum, die Lebenswirklichkeit allfälliger muslimischer Schülerinnen und Schüler zu kennen. «Es überfordert Lehrpersonen, wenn sie Dinge unterrichten sollen, die sie selber nicht verstehen.»

Die Rechenaufgabe 1+1 sei in der Praxis schwieriger als auf dem Papier, räumte auch Professor Christian Cebulj von der Theologischen Hochschule ein. Er unterstrich, dass politisch gesehen das Bündner Modell ein Konsens sei – und darum ein Erfolg. Auch schweiz-, ja sogar europaweit könne sich das Modell sehen lassen. Mit Verweis auf die aktuellen Zahlen der Religionszugehörigkeit mahnte demgegenüber Andreas Kyriacou, Präsident der Freidenker-Vereinigung der Schweiz, zu Realismus. Schon heute gebe es in der Schweiz mehr Konfessionslose als Protestanten. Umso wichtiger sei es, dafür einzustehen, dass auch religionsferne Kinder in ihrem Denken ernst genommen würden. Heute sei das noch zu wenig der Fall. «Es gibt auch einen nichtreligiösen Zugang, sich die Welt zu erschliessen».

Dass ein reflektierter Zugang zu Weltanschauung, Ethik und Religion wichtig ist, darin waren sich die Gesprächsteilnehmenden einig. Sowohl das Fach ERG als auch der von den Kirchen verantwortete Religionsunterricht würden hierzu einen Beitrag leisten. Insofern habe das Modell 1+1 den Stresstest bestanden. Für Diskussionen sorgte dann aber die Tatsache, dass es für das Fach ERG bis heute kein wirklich passendes Lehrmittel gebe. Dies, obwohl das Fach auf der Sekundar- und Realstufe bereits 2012 und auf der Primarstufe 2018 eingeführt worden ist. «Ich vermisse das Feuer», sagte Kramm, es fehle die Lobby für das Fach. Die Initianten hätten sich zurückgezogen, die Kirchen aus verständlichen Gründen auch. «Wer treibt das Fach ERG voran?», fragt Kramm.

Kontrovers diskutiert wurde auch die Frage, ob bereits ein «Stille Nacht» in ERG eine Grenzüberschreitung sei, weil in diesem Fach ja keine religiösen Handlungen vorgenommen werden dürften – im Gegensatz zum Religionsunterricht. Zudem tauchte in der Diskussion die Frage nach dem islamischen Religionsunterricht auf. «Nicht realistisch in den nächsten 30 Jahren», sagte die Islamwissenschaftlerin Rifa’at Lenzin. Ein solcher sei an die öffentlich-rechtliche Anerkennung gebunden, und die sei vorläufig nicht in Sicht. Ein Blick nach Deutschland zeige aber, dass islamische Fakultäten an den Universitäten für die Integration wichtig seien. In Deutschland habe das jetzt schon etwas in Gang gesetzt. Es seien nun Leute unterwegs, mit denen man reden könne, sagte Lenzin. «Koranschule in den Moscheen genüge nicht».

Unbestritten war in der Gesprächsrunde im B12, dass Themen rund um Ethik und Religion auch in Zukunft wichtig sein werden. Die Rückkehr der Religionen sei jetzt schon Realität, und auch Migrantinnen und Migranten brächten ihre Religion selbstverständlich mit in die Schweiz. Es brauche darum vermehrt «Pluralitätskompetenz» und die «Fähigkeit zum Perspektivenwechsel», meinte Christian Cebulj. Und der Freidenker Kyriakou doppelte nach: Werte dienten heute zunehmend als Kampfbegriff und Mittel zur Abgrenzung. Das Fach ERG und auch der Religionsunterricht müssten dem Ziel dienen, andere Weltsichten und Meinungen auszuhalten und gelten zu lassen.

«Immer diese Zwinglis» auf Romanisch

Mit Stimmen aus Disentis und Müstair

Pünktlich aufs neue Schuljahr ist der Film «Immer diese Zwinglis» auch auf Vallader und Sursilvan verfügbar. Radiotelevisiun Svizra Rumantscha (RTR) realisierte die Synchronisation des Animationsfilms in Zusammenarbeit mit dem Theaterpädagogen David Flepp und Schülerinnen und Schülern aus Disentis/Mustér und Müstair.

Der Film erzählt unterhaltsam und berührend von der Suche der Kinder Ueli, Regula und Wilhelm nach ihrem auf dem Schlachtfeld von Kappel verstorbenen Vater. Sie erfahren von den Sonnen-, wie auch Schattenseiten des Reformators, beispielsweise auch, warum er ausgerechnet in einem Glaubenskrieg starb, wo er doch gegen die Ausübung von Gewalt gepredigt hatte.

Produziert wurde der zehnminütige Film im Auftrag der Zürcher Kirche durch das Trickfilmbüro Brunner und Meyer in Koproduktion mit SRG SSR sowie SRF mySchool. Am 27. August um 9 Uhr wird der Film auf SRF ausgestrahlt. Begleitend zum Film erscheint vom Theologischen Verlag Zürich eine Arbeitshilfe mit Umsetzungsideen für den Unterricht.

www.immerdiesezwinglis.ch
Synchronisationen

 

 

Bereit für den Lehrplan 21

10.6.2018

Der neue Lehrplan Religion

Das Rad muss nicht neu erfunden werden. Soviel war der Arbeitsgruppe klar, als sie sich vor gut einem Jahr daran machte, einen «neuen» ökumenischen Lehrplan für den Religionsunterricht zu verfassen. Was sollen Schülerinnen und Schüler im Fach Religion an Grundwissen über die jüdisch-christliche Religion erfahren?

Grundlage für die Arbeit am Lehrplan 2018 war der ökumenische Lehrplan von 2002. Einige Inhalte vorwiegend aus dem Alten und Neuen Testament hatten sich so gut bewährt, dass sie auch in der jetzt vorliegenden Version Aufnahme gefunden haben. Bisher sah der ökumenische Lehrplan pro Schulstufe insgesamt 15 Themen vor, jetzt sind es noch deren 8. Eine zweite Grundlage stellte der im Zuge des Lehrplans 21 erarbeitete Sankt Galler Lehrplan dar. Dieser übernimmt die Kompetenzen des Fachbereichs Ethik, Religionen, Gemeinschaft des Lehrplans 21 vollumfänglich für den Religionsunterricht. Diese starke Anlehnung an das Schulfach ERG wollten wir für den Religionsunterricht in unserem Kanton nicht. Da sich der katholische Lehrplan für den konfessionellen Religionsunterricht stärker an christlichen und biblischen Inhalten orientiert, übernahmen wir zwei seiner Grundkompetenzen und ergänzten diese noch mit einer auf biblische Inhalte und einer auf religiöse Praxis bezogene Kompetenz.

«Neu» am Lehrplan ist, dass er sich an Kompetenzen orientiert. Kompetenzen versuchen, wichtige Aspekte des Fachs Religion so auszudrücken, dass man eine Antwort auf die Frage erhält, was Religion zur Lebensbewältigung des Menschen beiträgt. Kompetenzen definieren übergeordnete Ziele, die angeben, was Schülerinnen und Schüler zu einem Thema lernen. Kompetenzen formulieren also die Ergebnisse von Lernprozessen und verstehen Lernen als komplexen, ganzheitlichen Prozess.

Lernen fürs Leben. Der ökumenische Lehrplan Religion 2018 orientiert sich an vier Grundkompetenzen:

  • Identität entwickeln. Diese Grundkompetenz verknüpft Grunderfahrungen eines Menschen mit der Vielfallt der Menschheit. Denn wer weiss, wer er ist, tut sich leichter mit dem Anderssein anderer. Wenn jemand seine eigene Ambivalenz kennt, kann er mit menschlicher Vielfalt umgehen. Wer bin ich zwischen all den anderen, die anders sind als ich? Wie versuche ich, meine Mitmenschen zu lieben, und wie leben andere Menschen dieses Gebot? Was schätze ich an meiner Heimat und wie geht es wohl jenen, die fremd sind unter uns? Anhand solcher Inhalte soll im Religionsunterricht Identitätsentwicklung gefördert werden.
  • Religiöse Ausdrucksfähigkeit erwerben. Viele Inhalte des Religionsunterrichts entziehen sich der objektiven Wahrheitsfindung und bedürfen der Erschliessung durch den Einzelnen bzw. die Einzelne. Darum soll mit den Schülerinnen und Schülern das Philosophieren bzw. Theologisieren als Umgang eingeübt und gefördert werden. Biblische Themen wie Schöpfung, Taufe, Abendmahl und Heiliger Geist müssen als Ausdrucksformen christlicher Lebensinterpretation gedeutet werden. Kinder sollen dabei erfahren, dass religiöse Inhalte einer besonderen Ausdrucksweise bedürfen, und Jugendliche sollen so den Umgang mit religiöser Sprache erlernen.
  • Bibelverständnis aufbauen. Diese Grundkompetenz will den Schülerinnen und Schülern einen angemessenen Umgang mit der Bibel ermöglichen. Sie sollen unterscheiden lernen zwischen der Bibel als Buch mit einer entsprechenden Entstehungsgeschichte und der Bibel als Wort Gottes, die von Erfahrungen berichtet, die Menschen mit Gott gemacht
    haben und heute noch machen. Entsprechend gestalten sich die Inhalte zu dieser Kompetenz. Die Geschichten der Erzelternpaare, des Mose und der Könige des Alten Testaments sind aufgeführt wie die Wunder und Gleichnisse aus dem Neuen Testament, die das Handeln und Reden Jesu über das Reich Gottes aus-
    drücken.
  • Christliche Praxis entdecken. Der Religionsunterricht soll den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit eröffnen, gelebten Glauben und kirchliche Praxis zu entdecken. Dies ist ja auch einer der Gründe, weshalb die beiden Landeskirchen dieses Fach an der Schule verantworten und erteilen. Bei dieser Grundkompetenz geht es einerseits darum, die Bedeutung von Weihnachten, Passionszeit, Ostern und Pfingsten im Zyklus des Kirchenjahres zu erschliessen. Andererseits sollen die Jugendlichen mit den jüdisch-christlichen Grundlagen geltender gesellschaftlicher Normen und Werte vertraut gemacht werden. Die Zehn Gebote, der biblische Begriff der Gerechtigkeit, das Doppelgebot der Liebe, der Glaube an die Versöhnung und Friedensvisionen sollen von ihrer religiösen Bedeutung her eingeordnet und in ihrer Auswirkung auf die geltenden Werte und Normen der heutigen Gesellschaft entdeckt werden.

Umfang reduziert. Aus den vier Grundkompetenzen resultieren für jede Schulstufe acht Themen anstelle der bisherigen fünfzehn. Viele Unterrichtende treibt diese Reduktion um. Sie fürchten, nur noch die Hälfte des bisherigen Stoffes vermitteln zu können. Meine Erfahrung in der Ausbildung und Unterrichtsbegleitung ist, dass sich auch bisher nicht mehr als acht Themen pro Schuljahr behandeln liessen. Ich vermute, die Inhalte halbieren sich nicht, sondern reduzieren sich um ein paar wenige Themen. Ein Wermutstropfen bleibt dennoch bestehen: Schüleraktivierende und lernfördernde Methoden sind zeitintensiv und bedürfen grösserer Zeitfenster, als dies mit einer Lektion pro Woche gegeben ist. Die Themen müssen mit dem Modell 1+1 in Zukunft kompakter und effizienter vermittelt werden, was sewohl Lehrpersonen des Fachbereichs 1+1 als auch Schülerinnen und Schüler fordern wird.

Gegen Fundamentalismus

10.6.2018

Zur bleibenden Bedeutung religiöser Bildung

«Wer nichts als Chemie versteht, versteht von Chemie nichts. Wer nichts als Religion versteht, versteht von Religion nichts. Wer von allem etwas versteht, aber nichts von Religion, versteht der etwas vom Ganzen?» So fragte einmal der bekannte Religionspädagoge Hubertus Halbfas in einem seiner Lehrmittel. Wenn zum kommenden Schuljahr 2018/19 im Kanton Graubünden der Lehrplan 21 eingeführt wird, begegnet uns Religion als Bildungsgegenstand sozusagen im
«Doppelpack»: Im Rahmen des Modells 1+1 steht ab Herbst in der Stundentafel das vom Kanton verantwortete Fach «Ethik-Religionen-Gemeinschaft» (ERG) und das von den beiden Landeskirchen verantwortete Fach «Religion». Damit stellt sich die Frage von Halbfas neu und gleichzeitig anders:

«Stricken ohne Wolle»? Es war immer schon schwierig zu messen, welches religiöse Wissen Schülerinnen und Schüler nach dem Ende ihrer Schulzeit angesammelt haben, was sie im Sinne von Halbfas also «vom Ganzen» verstehen. So argumentierten Skeptiker gerade aus den Reihen der Kirchen anfangs gegen den Lehrplan 21, dass die Umstellung von der Lernziel- auf die Kompetenzorientierung keinen Vorteil bringe. Sie sei ganz im Gegenteil «Stricken ohne Wolle», weil befürchtet wurde, dass wichtige Glaubensinhalte auf der Strecke blieben. Inzwischen konnten wenigstens diejenigen Kritiker überzeugt werden, die meinten, die gegenwärtige bildungspolitische Entwicklung sei nichts anderes als die Wiederholung von Diskussionen um die Curriculumtheorie aus den 1990er- Jahren.

Wozu religiöse Kompetenzorientierung? Und tatsächlich scheinen sich derzeit einige Optionen zu wiederholen, jedenfalls provozieren sie vergleichbare Befürchtungen: Wieder steht beim Lehrplan 21 im Vordergrund, die Ziele schulischen Lernens besser überprüfbar zu machen. Ein umfassendes Verständnis von allgemeiner Bildung tritt dagegen in den Hintergrund. Wieder wird der funktionale Charakter des Lernens betont, weil es bei den Kompetenzen auf Problemlösungsfähigkeiten ankommt. Bildung als zweckfreier oder subjektorientierter Prozess kommt jedoch kaum in den Blick. Wieder wird die Bedeutung von empirischer Lehr- und Lernforschung als Instrument der Qualitätsentwicklung von Schule und Unterricht hervorgehoben. Dass sich Bildungsprozesse gerade im Religionsunterricht letztlich aber nicht immer zweckrational kalkulieren lassen und damit auch nur teilweise messbar sind, wird als Einwand kaum gehört.

Jenseits dieser Bedenken führen wir derzeit eine spannende Debatte um die Kompetenz-
orientierung im Religionsunterricht. Denn es ist ja so, dass sowohl seine Inhalte als auch seine Form einem «Update» unterzogen werden. Der neue ökumenische Lehrplan Religion für Graubünden ersetzt deshalb nicht einfach nur die
St. Galler Vorgängerversion aus dem Jahr 2002, sondern versucht, religiöse Kompetenzen zu vermitteln, die sich in folgenden Dimensionen äussern:

  • Religiöse Sensibilität: Fähigkeit zur Wahrnehmung religiöser Phänomene;
  • Religiöse Inhaltlichkeit: Wissen als Orientierungs- und Deutungsmuster;
  • Religiöses Ausdrucksverhalten: Übernahme religiöser Rollen und Handlungsmöglichkeiten;
  • Religiöse Kommunikation: Sprach-, Interaktions- und Dialogfähigkeit;
  • Religiös motivierte Lebensgestaltung: Fähigkeit zu einem an religiösen Überzeugungen orientierten Handeln.

Identität und Verständigung. Ich gehe davon aus, dass der Prozess der religiösen Pluralisierung in der Schweiz nicht rückgängig zu machen ist – und ich will es auch gar nicht. Im Unterschied zu Früher hat dieser Prozess aber für den Religionsunterricht zur Folge, dass religiöse Bildung in der Volksschule künftig auf zwei Säulen steht, die wir Identität und Verständigung nennen können: Das neue Fach «Ethik-Religionen-Gemeinschaft» übernimmt die Aufgabe der Verständigung. Es hilft bei der Klärung von Werten und leitet zur Auseinandersetzung mit verschiedenen Religionen an. Die Aufgabe der religiösen Identitätsbildung übernehmen die Religionsgemeinschaften. Im Kanton Graubünden sind das die beiden Landeskirchen, im Kanton Luzern auch die islamische Religionsgemeinschaft. Identität und Verständigung werden künftig zwei sich gut ergänzende Gefässe sein.

Perspektivenwechsel. Ich sehe im Miteinander dieser beiden Gefässe eine wichtige religionspädagogische Chance: Kinder und Jugendliche können zum Perspektivenwechsel zwischen der Aussensicht und der Innensicht von Religion angeleitet werden. Dabei ist es nicht Aufgabe des ERG-Unterrichts, Lernende in einer Religion zu beheimaten, weil der Staat dazu nicht befugt ist. Das heisst praktisch: Ich muss mich als Schülerin oder Schüler nicht mit dem Ramadan oder der Konfirmation identifizieren. Aber ich muss begreifen, was sie sind und was sie für andere bedeuten, wenn ich im Kontext religiöser Pluralität meine Mitmenschen verstehen will.

Bildungsreligion. Es wird eine wichtige didaktische Chance des Modells 1+1 sein, dass Kinder und Jugendliche das Christentum nicht einfach nur als eine Frömmigkeitsform kennenlernen, sondern als Bildungsreligion. Zwar ist das Christentum eines nicht: eine Religion nur für Gebildete. Aber es ist eine Religion, die auf Bildung setzt, und das aus gutem Grund, denn es ist eine Religion, die auf der Vernunft des Glaubens basiert. Religion ohne Bildung wird gefährlich. Daher hat der religionsbezogene Unterricht sowohl im Fach ERG als auch in Religion die wichtige Aufgabe, einer Versuchung entgegenzutreten, die sich heute als hässliches Phänomen in allen Religionen zeigt: der Vereinfachung von Glaubensaussagen in Form von Fundamentalismen. Vereinfachung muss aber nicht zwangsläufig Banalisierung bedeuten. Vielmehr ist von den Lehrpersonen im Religionsunterricht die hohe Kunst gefordert, die Kerninhalte des Glaubens so auf den Punkt zu bringen, dass ihre Komplexität nicht vernachlässigt wird. Wenn das gelingt, wird der Religionsunterricht die beste Prävention gegen religiösen Fundamentalismus sein. Angesichts der politischen und religiösen Grosswetterlage habe ich den Eindruck, dass wir gerade diese Bildungschance besonders ernst nehmen müssen.

Lehrplan vorgestellt

20.4.2018

In Ilanz wurde der Ökumenische Lehrplan Religion vorgestellt. Damit sind die Bündner Landeskirchen bereit für den Lehrplan 21.

Ab kommendem Schuljahr werden die Schülerinnen und Schüler an den Bündner Schulen zum einen das Schulfach „Ethik, Religionen, Gemeinschaft (ERG)“ besuchen, zum andern das kirchlich verantwortete Schulfach „Religion“. Damit ist das sogenannte „Modell 1+1“, auf allen Klassenstufen eingeführt. Nun ist klar, welches die Schwerpunkte des Fachs „Religion“ sein werden. Vier Grundkompetenzen sollen gefördert werden: Der Unterricht soll Schülerinnen und Schüler darin unterstützen, ihre eigene Identität zu entwickeln, religiöse Ausdrucksfähigkeit zu gewinnen, Verständnis für biblische Texte zu bekommen und anhand ausgewählter Themen christliche Praxis zu entdecken. Zusätzlich enthält der Lehrplan Anregungen für Anlässe und Aktivitäten im Rahmen der ausserschulischen religiösen Bildung in den Kirchgemeinden und Pfarreien.

Die Persönlichkeit im Blick. „Wir stricken mit derselben Wolle“, sagt Christian Cebulj, Professor für Religionspädagogik an der Theologischen Hochschule Chur. Für die Religionsdidaktik sei die Kompetenzorientierung, wie sie der Lehrplan 21 fordert, zwar nichts grundlegend Neues. Allerdings müsse im Fach Religion in Zukunft schneller gestrickt werden und mit besseren Resultaten. Der Lehrplan macht deutlich, dass es im Fach Religion um die ganzheitliche Förderung der Schülerinnen und Schüler geht. Sie sollen Kultur deuten können, selber Auskunft über die eigene Herkunft und Geschichte geben und sich das Rüstzeug holen können, um sich selbst die Welt zu erschliessen. Der Lehrplan zeigt auch, dass gegenüber dem Fach „Ethik, Religionen, Gemeinschaft (ERG)“ eine Profilierung stattgefunden hat. Der Unterricht im Fach Religion fokussiert auf den eigenen Standpunkt und auf die gelebte Toleranz gegenüber anderen Bekenntnissen und Weltanschauungen. „Nur ERG wäre zu wenig“, sagt Cebulj.

Ausgewählte Themen. Angesichts der Reduktion von zwei auf eine Wochenstunde bedeute der Lehrplan auch eine Vereinfachung, wie Pfarrerin Ursula Schubert von der Fachstelle für Religionsunterricht der Evangelisch-reformierten Landeskirche ausführte. 8 statt wie bis anhin 15 Themenkreise sind vorgesehen: Zum Beispiel die biblischen Geschichten von Jesus, Abraham und Sara, Mose oder Josef; das Thema Versöhnung, Gerechtigkeit und Verantwortung für die Schöpfung; aber auch Fragen nach dem Umgang mit Erfolg und Misserfolg, Verantwortung und Solidarität. Der neue Lehrplan ist von beiden Landeskirchen und vom Ordinariat unterzeichnet. Er ist für die Unterrichtenden des Fachs Religion an den Bündner Schulen ab kommendem Schuljahr verbindlich.

Ökumenischer Lehrplan Religion

Führen in kirchlichen Kontexten - Zertifikatsübergabe

26. März 2020

Fink3: 16 Teilnehmende zertifiziert

Um die immer anspruchsvoller werdende Arbeit in der Gemeinsamen Gemeindeleitung zu unterstützen, wurde der Lehrgang „Führen in kirchlichen Kontexten - FinK“ in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule für Soziales, Olten, konzipiert. Zwei Fachkurse, aufgeteilt auf Referentinnen und Referenten der FHNW und der Kirche, vermitteln erprobtes Führungswissen, zugeschnitten auf den kirchlichen Kontext, zum ‚Führen von Menschen‘ (Fachkurs I) und ‚Führen von Institutionen‘ (Fachkurs II). Sie werden jeweils mit einem Fachkurs-Zertifikat abgeschlossen.

Von August 2018 bis März 2020 haben 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die beiden Fachkurse absolviert. 14 von ihnen planen, eine schriftliche Arbeit zu verfassen, die ein Führungsproblem anhand des Gelernten reflektiert. Wird die Arbeit angenommen, kann damit ein CAS „Führen in NPOs“ erworben werden, der überall anerkannt ist. Neben der Reformierten Landeskirche Aargau kamen die Teilnehmenden aus den Landeskirchen Baselland, Bern-Jura-Solothurn, Graubünden, St. Gallen und Zürich. Folgende kirchliche Arbeitsfelder waren vertreten: KUW, Kirchenpflege/Kirchgemeinderat, Kirchenrat/Synodalrat.

Eine weitere, vierte Durchführung ist geplant. Für den Start im August 2020 hat es noch einen freien Platz, die Anmeldefrist ist der 30. April.
Anmeldung und weitere Infos über die Website der Aargauer Kirche. Bisher haben drei Personen aus Graubünden diese Weiterbildung besucht

Die Absolventen: Baumann Dominique, Oftringen; Bosshard Andreas, Bubikon; Camichel Bromeis Cornelia, Davos Clavadel; Fischlin Eva, Zürich; Imholz Katrin, Aarau; Kurth Silvia, Brüttelen; Maurer Beat, Zofingen; Meyer-Hosner Iris, Zollikofen; Reichen Evelyne, Schüpfen; Richard Mirjam, Steffisburg; Schmitt Cyril, Jona; Schwanke Graf Katja, Zürich; Vögtli Isabell, Diegten; Voigtländer Erika, Buchs; Walther Matthias, Zürich; Wintzer Birgit, Tegerfelden.
Foto: Jürg Hochuli

 

 

Junge Theologie im Campus Kappel

Campus Kappel heisst Theologie erleben. Diskutiere eine Woche lang mit dreissig anderen Jugendlichen, profilierten Theologinnen und Theologen sowie Persönlichkeiten aus Kultur, Politik und Showbiz!

Diskutierst du gerne bis spät in die Nacht hinein über Gott und die Welt? Der Campus Kappel gibt dir Gelegenheit, eine Sommerwoche lang den Fragen des Lebens und deinen eigenen Überzeugungen auf den Grund zu gehen. Wir laden dich dazu ins geschichtsträchtige Kloster Kappel ein, wunderschön gelegen zwischen Zürich- und Zugersee. Gemeinsam mit dreissig anderen jungen Menschen und spannenden Gästen erlebst du fünf inspirierende Tage.

Der nächste Campus Kappel findet vom 15. bis 19. Juli 2019 statt. Die Themen: Kann die Bibel wahr sein? Brauchen wir Religion, um gut zu sein? Ist der Mensch ersetzbar? Darf ich missionieren? Hierfindest du das Programm und die Gäste, die wir eingeladen haben. Die Anmeldung ist ab Januar möglich.

Website

Wer hilft weiter? Eine neue Plattform informiert

Für pflegende Angehörige

Das Gesundheitsamt Graubünden hat unter www.angehoerige-betreuen.gr.ch eine neue Website für betreuende und pflegende Angehörige aufgeschaltet. Die Website informiert über Entlastungsangebote und Wissenswertes zum Thema.

In der Region. Über den Button „Kontakte und Adressen“ kann gezielt nach einer Anlaufstelle in der Region gesucht werden. Die Datenbank wird von Fachleuten laufend ausgebaut und aktualisiert.

Einfacher Zugang: Die Plattform kann unter find-help.gr.ch auch direkt aufgerufen werden.

"Der Bedarf ist gestiegen"

4. Oktober 2019

Wandel des Berufsbildes, Mindestanforderungen, Nachwuchsförderung – die Bündner Sozialdiakoninnen und Sozialdiakone haben sich in Davos zum Diakonatskapitel getroffen.

„Die Geschichte der Sozialdiakonie begann mit dem Pfarrmangel“, sagte Simon Hofstetter von Diakonie Schweiz in seinem Referat vor den Bündner Sozialdiakoninnen und Sozialdiakonen. Hostettler präsentierte die Erhebung «Diakonie und Diakonat in den Kantonalkirchen» und erinnerte daran, dass die Geschichte der Sozialdiakonie bis in die 1930er-Jahre zurückreicht. Gemeinde- oder Pfarrhelferinnen hatten damals in den Kirchgemeinden den Pfarrer zu entlasten. „Pfarrer männlich, Pfarrhelferin weiblich“ – das sei lange die übliche Konstellation in vielen reformierten Kirchgemeinden gewesen, sagte Hostettler. In der Nachkriegszeit stieg der Bedarf an und zunehmend drängten auch Männer in diesen Beruf.

Stark verändertes Berufsbild. Gemeinde- oder Pfarrhelferinnen gibt es heute keine mehr. Dafür gibt es in den Kirchgemeinden neben Kirchenmusikern, Mesmerinnen, Pfarrpersonen, Fachlehrpersonen Religion auch Sozialdiakoninnen und Sozialdiakone mit einem eigenen Tätigkeitsbereich. 680 Personen sind so angestellt, drei Prozent mehr als noch vor sechs Jahren. Vergleichsweise wenige gibt es im Kanton Graubünden. Grund dafür ist, dass solche Stellen vor allem von grösseren Gemeinden angeboten werden - und davon gibt es im Kanton der 150 Täler nicht viele.

Für rege Diskussion sorgte in Davos die Entwicklung von Mindestanforderungen, die Nachwuchsförderung oder das Amtsverständnis. Zwar ist für Sozialdiakoninnen und Sozialdiakone schweizweit die sogenannt „doppelte Qualifikation“ (sozialfachlich und kirchlich-theologisch) die Regel, aber die Rahmenbedingungen sind laut Simon Hostettler sehr unterschiedlich. In Bern-Jura-Solothurn beispielsweise sind sie oft in der Sozialarbeit tätig. In Graubünden dagegen sind sie Teil des Pfarramts und darum arbeiten sie nicht nur in der Diakonie und Jugendarbeit, sondern auch in der kirchlichen Bildung und in der Verkündigung.

Am zweiten Tag des Herbstdiakonatskapitels stand die kollegiale Praxisberatung und Geschäftliches im Vordergrund. Daniela Troxler wurde mit Dank und Applaus aus dem Vorstand des Diakonatskapitels verabschiedet. Neu in den Vorstand gewählt wurde Walter Bstieler, dem erst am Vortag die Titelurkunde „Sozialdiakon Diakonie Schweiz“ überreicht worden ist.

Erhebung «Diakonie und Diakonat in den Kantonalkirchen»

2020: Forum für Diakonie und Sozialarbeit - abgesagt

abgesagt

28. Juli 2019

Die Vernetzung unter Fachpersonen aus Diakonie und Sozialarbeit soll besser werden. Das will das neue Forum Diakonie und Sozialarbeit, das 2020 erstmals stattfinden wird.

Eine psychische Erkrankung macht es Herrn B unmöglich, weiter als Mechaniker zu arbeiten. Seine Tage sind ohne Sinn, soziale Kontakte nehmen stetig ab. Was er doch alles gerne machen würde! Er wird vom Regionalen Sozialdienst begleitet. Doch weder er noch seine Beraterin wissen: Die Kirchgemeinde sucht Praktiker, die Jugendlichen beim Umgestalten des Jugendraumes unterstützen.

Wissenstransfer. Das wäre ein Szenario möglicher Gemeindearbeit. Voraussetzung dazu ist allerdings, dass sich die beteiligten Fachpersonen mit ihren Angeboten und Möglichkeiten kennen. Genau diese Vernetzung hat das erste Forum Diakonie für Diakonie und Sozialarbeit zum Ziel. Es wird am 16. Mai 2020 in Chur stattfinden.

Wenn ein nahestehender Mensch stirbt

13.12.2018

In Andeer hat ein Kurs zum  Thema "Letzte Hilfe" stattgefunden.

Der Kurs, der von der Evangelisch-reformierten Kirche Graubünden und Palliative GR organisiert wurde, vermittelte Basiswissen im Umgang mit Sterben und Tod. Dabei handelte es sich um den ersten Anlass dieser Art im Kanton Graubünden. Durch den Kurs führten Jacqueline Baumer, Organisationspsychologin von der Evangelisch-reformierten Landeskirche Graubünden, Johannes Kuoni, Sozialdiakon der Fachstelle Gemeindeentwicklung der Evangelisch-reformierten Landeskirche Graubünden, Monika Lorez-Meuli, Leiterin der Geschäftsstelle Palliative GR, und Susanna Meyer Kunz, Spitalpfarrerin am Kantonsspital.

Grundwissen. Zu Beginn wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die aus verschiedenen Berufen und aus etlichen Gebieten des Kantons stammten, über den Grund ihres Kursbesuches befragt. Die meisten Personen wollten mehr darüber wissen, wie man sich grundsätzlich verhalten soll, wenn eine Person im Sterben liegt. Deutlich wurde, dass Angehörige von Sterbenden oft hilflos sind, zum Beispiel dann, wenn ein Mensch vor dem Sterben Angst hat. In solchen Situationen wisse man oft nicht recht, was dem Sterbenden dienen kann und was nicht.

Was Sterbende wollen. 80 Prozent der alten Personen möchten am liebsten zu Hause sterben, tatsächlich aber  sei es aber so, dass das nur bei 20 Prozent der Fall ist. Die meisten Menschen sterben heute in einem Heim oder im Spital. Der Kurs zeigte weiter auf, dass die Bedürfnisse von Sterbenden sehr unterschiedlich sein können. Es gebe Menschen, die beim Sterben lieber ganz für sich sind, während andere gerade nicht allein sein wollten und Unterstützung und Begleitung wünschten. In solchen Situationen sei es wichtig, dass auch die näheren Verwandten sich einig sind, wie die sterbende Person betreut werden soll und was für ihr Befinden am besten ist. Sehr hilfreich ist auch, wenn nebst einem Testament auch eine Patientenverfügung und ein Vorsorgeauftrag bestehen. Patientenverfügungen regeln die Wünsche im medizinischen Bereich, der Vorsorgevertrag regelt die Belange der Berechtigungen bezüglich der finanziellen Angelegenheiten.

Palliativer Brückendienst. In Gruppengesprächen und anhand von Vorträgen konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die vielseitigen Fragestellungen einarbeiten und sie erfuhren, wo bei Bedarf Unterstützung zu holen ist. Zum Beispiel bei Palliative GR.  Der Verein mit Leistungsauftrag des Kantons setzt sich dafür ein, dass sterbende Menschen und deren Angehörige eine umfassende Betreuung und Begleitung erhalten. Der Kantonale Brückendienst mit Teams im Unterengadin in der Surselva und in Chur wird weiter ausgebaut und demnächst wird in Maienfeld ein Hospiz mit einigen Betten für Menschen, die schwer krank sind und keine Aussicht auf Genesung haben, eröffnet. Die Zusammenarbeit mit der Spitex Graubünden, den Ärzten, den Spitälern und den Heimen funktioniere gut und werde weiter gefestigt.

Nach einem Beitrag von Peider Ganzoni im „Pöschtli“ vom 29. November 2018

Flyer

Letzte Hilfe Diakonie

Herausfinden, wo der Schuh drückt

14.3.2018

Soll Kirche vermehrt in Sozialarbeit investieren?

Wenn ja: wie? Diese Frage diskutierte das Diakonatskapitel am Montag. Vier Impulsreferate, moderiert von Adrian Camartin, RTR, sorgten für Gesprächsstoff.

Kirche müsse sich neu erfinden, sagte Sozialdiakon Johannes Kuoni vor rund 30 Anwesenden im Kirchgemeindehaus Comander in Chur. Die Diakonie werde dabei eine Schlüsselrolle spielen. Doch wo liegt das Potential? Wird Kirche als Anlaufstelle in herausfordernden Lebenssituationen wahrgenommen und wie müsste kirchliche Sozialarbeit aussehen, damit sie die staatlichen Angebote sinnvoll ergänzt?

„Kirche soll soziale Netze knüpfen“, sagte Gion Andri Bundi, Leiter des Regionalen Sozialdienstes Landquart in einem ersten Impulsreferat. Wie keine andere Organisation sei Kirche lokal verankert ­- in den Dörfern und in der Bevölkerung. Wo dieses Potential eingebracht werde, können spannende Projekte entstehen, sagt Bundi.  Als Beispiel nennt er das Projekt „KONTAKT.PUNKT“, das Flüchtlinge und lokale Bevölkerung in Landquart an einen Tisch bringt. Sozialdienst, Kirchgemeinden und Organisationen aus dem Migrationsbereich arbeiten dabei zusammen.

Edy Wäfler, Geschäftsführer des Vereins „Brocki Grischun“, forderte in seinem Impulsreferat von den anwesenden Sozialdiakoninnen und Soziadiakonen, aktiver auf Menschen zuzugehen. Am Beispiel der „Brocki Grischun“ zeigte er auf, wie alles damit beginnt, dass Beziehungen aufgebaut werden. „Nur wer das Gespräch sucht, findet heraus, wo der Schuh drückt“, sagte Wäfler. Erst dann könne nach Lösungen gesucht werden – mit den Menschen, nicht bloss für sie. Auch Pfarrer Urs Zangger aus Silvaplana bezeichnete die Zusammenarbeit als das A und O. „Es reicht nicht, nur Glocken zu läuten“, sagte er provokativ und gab zu bedenken, dass nicht nur die Kirchen, sondern die ganze Gesellschaft im Umbruch sei. Besonderes Potential sieht Zangger in Pfarrpersonen und weiteren kirchlichen Mitarbeitenden, die längere Zeit an einem Ort sind. Ihr umfangreiches Beziehungsnetz gebe ihnen die Möglichkeit, unbürokratisch und niederschwellig  zu agieren - in Zusammenarbeit mit Ämtern, Professionellen und Freiwilligen.

Dass das Engagement für Menschen zum Grundauftrag von Kirche gehört, war unter den Anwesenden unbestritten. Kirche müsse aufgrund des Spardrucks im Sozialwesen immer wieder in die Bresche springen, meinte Sozialdiakon Martin Jäger, Leiter des Gemeinde- und Sozialdienstes der Evangelischen Kirchgemeinde Chur. Das Potential kirchlicher Sozialarbeit liege nicht primär im Monetären, doppelte Edy Wäfler nach. Es liege darin, Menschen einzubinden, ihnen eine sinnvolle Aufgabe zu geben, sie damit herauszufordern und so Verantwortung zu übergeben.

Getestet: Nähe dank Videokonferenz?

3. April 2020

Tools für Online-Meetings

Die digitale Welt erfährt derzeit eine kaum dagewesene Akzeptanz. Wo die junge Generation noch vor 'zu viel Bildschirmzeit' ermahnt wurde, ist sie nun aufgefordert, eben genau damit einen grossen Teil ihrer Zeit zu verbringen. Lernend, versteht sich - und macht Sinn. In der Arbeitswelt ist eben genau diese Art von 'Fernwirken' auch angekommen. Zwar unter Druck, für mich dennoch mit klaren Vorteilen. Die Verkehrswege und -Zeiten erfahren Entlastung,  klare  Moderationen führen zusätzlich zeitsparend und effektiv zum Ziel.

Und worin erkennt der Schreibende Nähe? Skype war vielleicht überhaupt die erste Möglichkeit, ausserhalb der Geschäftswelt mit Ton und Bild in Kontakt zu treten. Wir als Familie schätzten diesen Kontakt mit der Tochter in Übersee. Das spätere Texten in Echtzeit - vorwiegend mit WhatsApp, verlor an Qualität im Austausch. Die Kommunikation veränderte sich zum Ping-Pong. Ich stehe dazu: Chats bediene ich meist nebenbei, bin gleichzeitig in Gruppen und mit Freunden im Austausch, die anwesende Familie bleibt aussen vor. Bestenfalls zeige ich einen geteilten Film, den die Übrigen oft schon mehrmals erhalten haben...

Die aktuellen Online-Meetings, wie sie halt neudeutsch benannt werden, erfahre ich durchwegs positiv. Meine Zeit ist für jemand, für ein Thema reserviert. Da bin ich ungeteilt dabei. Auch mein Gegenüber ist voll da. Sogar dann, wenn rund 10 Personen auf meinem Bildschirm sichtbar sind. Zusätzlich beeindruckt mich die Gesprächsdisziplin. Wortmeldungen werden kürzer gefasst, haben dadurch grosse Chance, bis zum Ende angehört zu werden. Dreinreden gibt es kaum, denn in der zweidimensionalen Welt bleibt die Konzentration auf eine Stimme auf der Strecke (Dies erfahren alle, welche mit einem Gegenüber im Gespräch ist, welches eine Hörhilfe benutzt).
Ich ziehe mich gerne in eine ruhige Ecke zurück, um an Videokonferenzen teilzunehmen. Ich klinke mich aus der Umgebung aus. Das gelingt mir mit einem Telefongespräch nicht immer. Gut, diese finden oft spontan statt und unterbrechen eine andere Tätigkeit.

Nähe? Ja! Die bestimmt bestmögliche Nähe zum Gegenüber. Mit Ton und Bild darf ich die aktuelle Stimmung vom Gegenüber teilen, ein Teil von mir ist 'dort', denn auch ich teile mich mit, mit meiner Umgebung, meinen Gefühlen, meiner Aufmerksamkeit. Vielleicht hätten wir schon früher den Wert des 'von Angesicht zu Angesicht' erkennen sollen.
Dass ich's hier doch noch erwähne: Handgeschriebene Briefe hätten noch heute ihren Wert. Hätten, ja. Auch ich nehme mir zu selten Zeit dafür. Solche Briefe gehen über den Moment hinaus, damit beeinflussen sie schon beim Schreiben den Inhalt. Ist hier aber nicht Thema...

Mein Favorit im Dschungel der digitalen Möglichkeiten:

meet.jit.si


Hier wird (fast*) keine zusätzliche Software und auch kein Benutzerkonto benötigt, was für mich die grössten Vorteile sind. Die Leute von jitsi.org stellen hiermit eine geniale Möglichkeit kostenlos zur Verfügung. 17 Jahre Erfahrung können hier genutzt werden! Die Startseite meet.jit.si erscheint wohl in Englisch, soll jedoch nicht beängstigen. Verlangt wird lediglich ein Name für die bevorstehende 'Sitzung', dann rechts auf GO klicken. Die Anzeigesprache kann über das Zahnradsymbol oben rechts bei Bedarf dennoch geändert werden.

Einmal auf Go/Los geklickt, erscheint das Videofenster, im besten Fall startet die Liveübertragung von Ihnen. Kein Bild? Lesen sie dazu die Informationen weiter unten "allgemeine Anforderungen".
Noch sind Sie alleine. Kopieren Sie die ganze Adresse oben im Browser (https://meet.jit.si/IHR-SITZUNGSNAME) und schicken Sie diesen Link an alle, welche Sie einladen möchten - natürlich mit exaktem Termin. Zu besagtem Zeitpunkt werden alle Eingeladenen diese Website öffnen - jedes erscheint mit kleinem Bild. Als Gast einer Sitzung brauchen Sie nichts weiter zu tun, als den erhaltenen Link zu öffnen und natürlich die "Allgemeinen Anforderungen" zu erfüllen.

Hilfreiche Symbole von links nach rechts erklärt, viele sind selbsterklärend:

  • Teilen Sie ihren Bildschirm -> zeigen Sie Fotos, Videos oder Traktanden von ihrem Computer
  • Erheben Sie die Hand -> in grösseren Gruppen hilfreich, um angesprochen zu werden (ähnlich wie in der Schule  ;-))
  • Chat-Funktion -> Teilen Sie Links oder Fragen - auch nur an Einzelne aus der Gruppe möglich
  • Mikrofon -> Schalten Sie das Mikrofon aus oder ein
  • Rote Taste -> Damit melde Sie sich ab!
  • Kamera -> Aktivieren oder deaktivieren Sie die Videoübertragung (Verbindung und Ton bleibt erhalten, auch sind die Übrigen für Sie sichtbar)
  • Kachelansicht -> Entscheiden Sie, ob alle Teilnehmenden in gleichgrossen Fenster oder der/die Sprechende in Grossbild zu sehen ist.
  • Information -> Zeigt Einzelheiten zur aktuellen Sitzung. In Chrome lässt sich auch hier die Adresse der Sitzung kopieren.
  • 'Drei Punkte' / Weitere Einstellungen: Hier kann unter anderem ebenfalls die Sprache ausgewählt oder ein Videomitschnitt gestartet werden.

Achtung: Jitsi funktioniert mit dem Webbrowser Google Chrome am besten, selber benutze ich Firefox. Zwar gibt Firefox eine Meldung aus, dass er nicht optimal funktionieren wird -> Wegklicken, funktioniert trotzdem! Die Browser Edge und Safari funktionieren leider nicht. Das Tool funktioniert auf Computer, Laptop wie auch auf Smartphone und Tablet. Es wird nicht weiter erstaunen, dass es für Smartphone und Tablet eine App gibt.

Das Eröffnen und Einladen zu einer Sitzung erachte ich als sehr einfach, ebenso das Folgen auf eine Einladung. Der gleiche Link kann zu weiteren abgemachten Zeiten genutzt werden, so braucht es beispielsweise für Vorstände oder Projektgruppen nicht für jedes Meeting eine neue Web-Adresse. Ein Login bei irgendeinem Anbieter entfällt - was aus Sicht der Datensicherheit dem üblichen Internetgebrauch entspricht. Ohne Einladung werden sich keine unangemeldeten Gäste einfinden.

Hilfreich ist, wenn eine Gesprächsleitung definiert ist. In Schulungssituationen ist das Stummschalten des Mikrofons zu empfehlen, da ein Husten oder Blättern nicht nur für alle hörbar ist, eine  Bildschirmübertragung wird je nach Einstellung bei den Teilnehmenden durch Ihr Bild vorübergehend ersetzt.

Allgemeine Anforderungen: Ob es wirklich funktioniert? Machen Sie vor dem ersten Meeting einen Testanruf! Ihr Moderator, Teamkollege oder Freund ist dazu bestimmt gerne bereit.

Videokonferenzen machen nur mit Ton und Bild Sinn. Häufig sind Mikrofon und Kamera in den Sicherheitseinstellungen im Computersystem oder im Browser ausgeschaltet. Der Browser wird Sie nach der Erlaubnis fragen. Allenfalls ist ein Durchklicken in die Systemeinstellungen notwendig:
Windows: Start-> Einstellungen -> Sicherheit -> Kamera und Mikrofon (je separat)
Mac: Apple-Symbol- -> Systemeinstellungen - Sicherheit -> Datenschutz -> Kamera und Mikrofon (je separat)
Achtung: Sicherheitseinstellungen im System brauchen Administratorenrechte! Sind Sie nicht selber Admin, prüfen Sie die Einstellungen also rechtzeitig!

Verwenden Sie generell aktualisierte Programme.

Mikrofon, Kamera und Lautsprecher sind bei vielen Computer, vor allem Laptops meist ausreichend. Trotzdem verwende ich gerne einen Kopfhörer. Damit bin ich konzentrierter dabei und lasse mich - gerade im Home-Office nicht von Nebengeräuschen ablenken. Ist am Kopfhörer / Headset ein Mikrofon mit dabei, ist ein Tippen auf der Tastatur für das Gegenüber wesentlich unauffälliger. Wie Sie zusätzliche Geräte anschliessen, koppeln oder freigeben erfahren Sie bestimmt bei dessen Hersteller.

 

Persönliche Rückmeldungen zu anderen Anbietern:
(ohne mich als IT-Kenner darzustellen, erlaube ich mich dazu zu äussern):

  • Zoom habe ich als stabil und mit guter Qualität erfahren. Bedienung und Möglichkeiten innerhalb einer Konferenz sind sehr gut. Das Login, der Softwaredownload, vor allem die Installation - welche mich zum meinem Administrator zwingt kann eine Hürde sein. In der Gratisversion wird eine Unterhaltung nach 40Min abrupt abgebrochen. Das Meeting kann zwar neu gestartet werden, ist jedoch verwirrlich. Die Jahreslizenz hat seinen Preis, rund Fr. 150.-. Rechnet man das Abo in Bahnbillete nach Zürich hoch, hat es sich doch schnell rentiert. Die Datensicherheit sei bei Zoom bereits umstritten, sodass einige Betriebe und Institutionen bereits ausgestiegen sind.
  • Skype, als 'guter alter Freund' kann leider auch nicht ganz mithalten. Die Bedienung ist zwar vertraut, doch will hier zuerst eine Gruppe erstellt werden. Das Einloggen in ein Meeting war für viele Mühsam, die Verbindung war teilweise schlecht oder ruckte. Weiter arbeitet Skype nach wie vor mit  verschiedenen Fenster. Dies mag gut sein bei mehreren Monitoren, macht die Unterhaltung dennoch unübersichtlich. Auch war einmal ein ungebetener Gast mit in der Runde.

Weiterführender Link: Jitsi Tutorial: www.youtube.com/watch

Sind Sie nun bereit? Laden Sie doch zu einem virtuellen 'Stammtisch' oder Kaffeetreff ein! Regelmässig, zur selben Zeit. Lassen Sie sich überraschen, wer da Ihre Nähe suchen wird. Oder 'schauen' Sie im April jeweils mittwochs um 10:00 bei mir zu einem 'Kaffee' vorbei:
https://meet.jit.si/GR-ref_MittwochKafi

Kaleidoskop

31. Januar 2020

Basisausbildung Kind und Kirche

«Kaleidoskop» ist ein Basiskurs für Frauen und Männer, die sich in der kirchlichen Arbeit mit Kindern engagieren oder sich auf eine solche Tätigkeit vorbereiten möchten. Zum Beispiel in Krabbelgruppen, im Fiire mit de Chliine, der Jungschar, in der Kinderkirche, der offenen Arbeit mit Kindern im Vorschulalter und in der Primarschule. Die Inhalte des Kurses sind auf Kinder im Alter bis zu 11 Jahren angepasst.

Modul 1: Der Bibel begegnen (Theologie). Gemeinsam den grossen Schatz entdecken, den die Bibel uns in ihrer Vielfältigkeit bietet. Biblische Texte historisch einordnen und sie mit der Erlebniswelt der Kinder in Verbindung bringen. Ergründen, wie die Bibel entstanden ist und deren Aufbau kennenlernen, ebenso den zeitlichen Rahmen des Alten und Neuen Testaments (Leben und Umwelt zur Zeit der Bibel, Geographisches). Erarbeitung exemplarischer Texte mit Hilfsmitteln, Heilungsgeschichten und Gleichnissen.

Modul 2: Erzählen. Die vielfältigen Formen und Bedeutung des Erzählens von biblischen Geschichten in unterschiedlichen Lebensbereichen des Kindes entdecken. Dabei die Grundlagen, Erzählmethoden und Techniken kennenlernen. Vertraut werden mit verschiedenen Darstellungsarten wie visuell, akustisch und mit der Hand. Eine weitere Möglichkeit ist das Erzählen mit Hilfsmitteln (Kamishibai, Handpuppen, Figuren, Sandkasten, Godly-Play).

Modul 3: Kinder verstehen und mit ihnen auf Entdeckungsreise gehen. Kinder in ihrer (religiösen) Entwicklung verstehen und gerecht werden. Entwicklungspsychologie, religiöse Entwicklung (Mädchen und Jungen), Umgang mit Störungen, Umgang in Gruppen.

Schwerpunkte:

  • Die Bibel kennenlernen
  • Bausteine guten Erzählens von biblischen Geschichten zu Alltagsgeschichten
  • Geschichten spielend vertiefen
  • Feiern mit Kindern
  • gemeinsames Singen
  • Arbeiten im Team
  • Fragen rund um Kinder in der Kirche
  • meine eigene «religiöse Biographie»
  • meine Erwartungen und die Erwartungen an mich
  • rechtliche Fragen
  • Öffentlichkeitsarbeit und Werbung

Die Evangelisch-reformierte Landeskirche Graubünden und die Evangelisch-refomierte Kirche des Kantons St.Gallen bieten den Basiskurs gemeinsam an. Die Trägerschaft der Kaleidoskop-Kurse liegt beim deutsch- schweizerischen Verband Kind und Kirche.

 

6. März: Weltgebetstagsfeier aus Zimbabwe

«Steh auf, nimm deine Matte und geh deinen Weg!».

Das Thema des Weltgebetstags vom 6. März ist ein Satz aus der Geschichte «Heilung am Teich Betesda», die im Johannes-Evangelium steht (Kap 5, V 2-9). Es ist die Aufforderung, mit der Jesus die Heilung eines seit langer Zeit kranken Menschen bewirkt; dieser hatte bisher geglaubt, um gesund zu werden, müssten ihn andere Menschen zu einer bestimmten Zeit zum Teich tragen.

Die Frauen aus Zimbabwe, die die Liturgie zum Weltgebetstag 2020 verfasst haben, sehen diese Geschichte vor dem Hintergrund der politischen Situation ihres Landes. Von 1980 bis 2017 führte Robert Mugabe ein tyrannisches Regime. Von der Präsidentenwahl im Jahr 2018 erhoffte sich die Bevölkerung einen Wandel. Leider hat sich die Situation unter dem neuen Präsidenten Emmerson Mnangagwa nicht wesentlich verbessert.

Die Kirchen setzen sich nun ein für die Erziehung zum Frieden und für den Weg der Versöhnung. Und so verstehen auch die Verfasserinnen der Liturgie den Satz aus dem Johannes-Evangelium als Aufforderung, selber Verantwortung zu übernehmen auf dem Weg der Liebe zu Frieden und Versöhnung.

Auch in Graubünden finden Veranstaltungen zum Weltgebetstag statt. Gottesdienst bieten die Möglichkeit, mit den Worten der Zimbabwerinnen für Frieden und Wohlergehen in Zimbabwe und darüber hinaus zu beten. Mehr dazu im Veranstaltungskalender Ihrer Kirchgemeinde.

Website: wgt.ch

Brot für alle: "Saatgut gehört nicht den Konzernen"

Brot für alle: Für Artenvielfalt und Ernährungssicherheit

Die Existenz vieler Kleinbäuerinnen und –bauern im globalen Süden ist gefährdet. Dies obwohl sie mit traditionellen Pflanzensorten für Ernährungssicherheit und Artenvielfalt sorgen und 70 Prozent aller Nahrungsmittel weltweit von ihnen produziert werden. Doch Saatgutkonzerne und Freihandelsabkommen schränken die bewährte Praxis von Bauernfamilien zunehmend ein. Sie verlangen strikte Saatgut- und Sortenschutzgesetze, die es Kleinbauernfamilien verbieten, ihr Saatgut zu tauschen oder zu verkaufen.

Die Ökumenische Kampagne 2020 macht mit dem Slogan „Gemeinsam für eine Landwirtschaft, die unsere Zukunft sichert“ auf diese Missstände aufmerksam. Und sie fordert zum Handeln auf: Etwa mit dem Verfassen von Briefen ans Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), das für die Freihandelsabkommen zuständig ist. Oder mit der Unterstützung von Projekten der Partnerwerke im Süden, die sich gegen die Einschränkung der Saatgut-Vielfalt wehren.

Auch Bündner Kirchgemeinden beteiligen sich an der Kampagne von Brot für alle und Fastenopfer. Vom 26. Februar bis 12. April (Ostersonntag) finden dazu diverse lokale Aktivitäten statt - zum Beispiel Themenabende, Suppenzmittage oder der Verkauf von Rosen.

 

Reformierte Leitungskultur

19. August 2019

Wie ist eine Gemeinde zu leiten? Die Kirchgemeindepräsidien haben an der Zukunftstagung in Davos Fragen der Gemeindeleitung diskutiert.

Seit dem 1. Januar 2019 ist die neue Verfassung der Evangelisch-reformierten Landeskirche in Kraft. Darin verankert ist die „gemeinsame Gemeindeleitung“, wonach eine Kirchgemeinde in Zusammenarbeit von Vorstand und Pfarramt geleitet werden soll. Die Idee dahinter: Beide tragen die Verantwortung für das kirchliche Leben, trotz unterschiedlicher Sichtweisen und Aufgabenbereiche. „Immerwährendes Aushandeln“ gehöre im Alltag von kirchlichen Leitungspersonen selbstverständlich dazu, sagte Kirchenratspräsident Andreas Thöny. Es sei geradezu „typisch reformiert“.

Impulse aus der Organisationsentwicklung. Daniela Steiner vom Management Centrum Vorarlberg wies auf die Bedeutung von Unternehmenskultur und Zukunftsbildern hin. Kirchliche Organisationen hätten einen stark ausgeprägten „Existenzgrund“. Steiner zeigte eine Grafik mit vier konzentrischen Kreisen. Der erste und innerste Kreis symbolisiere, worum es der Organisation im Kern gehe, der zweite die Menschen und die Kultur. Beides zusammen nennt Steiner die "Tiefenstruktur". Der dritte Kreis stehe für Ordnung und Regelung und der vierte für die Rahmenbedingungen wie Finanzen oder zur Verfügung stehende Räume. Auch in Zeiten, wo (Neu-)Ordnung und Anpassung der Rahmenbedingungen viel Zeit und Energie in Anspruch nähmen, sei die Tiefenstruktur sorgsam zu pflegen, mahnt Steiner.

Gemeinden im Umbruch. Die Zukunftstagung in Davos regte zum Diskutieren an. Wertschätzung, Partizipation, Vielfalt, Dialog, Kooperation und organisationelles Lernen: Entscheidend sei nicht die Kultur, die eine Organisation gerne hätte, sondern diejenige, die sie tatsächlich lebe. „Gibt es in ihrer Kirchgemeinde Wertschätzung?", fragt Steiner, "gibt es Raum für Konflikte?“. Klar wurde an der Tagung auch, wie anspruchsvoll das Amt des Kirchgemeindepräsidiums ist. Es ist ein Ehrenamt, das oft neben Beruf und Familie ausgeübt wird. „Ich bin froh, wenn ich das erledigen kann, was mir zu Füssen liegt“, sagte eine Kirchgemeindepräsidentin aus dem Engadin. Dennoch bleibt sie dran.

Anspruchsvolle Aufgabe. In Workshops bekamen die Teilnehmenden Anregungen und konkrete Hilfestellungen für die Arbeit vor Ort. Die Themen: Mitarbeitendengespräche führen, Konflikt und Kooperation, Projekte gemeinsam steuern, Teamentwicklung. Einen ganz anderen Zugang zum Thema boten Rolf Grillo und Elisabeth Osewod aus Freiburg. Mit Singen, Klopfen, Klatschen und Bodypercussion fragten sie nach der Bedeutung von Rhythmus für Teams, machten Führen und Folgen erlebbar, gaben kreative Impulse und liessen Neues daraus entstehen.

Das neue Bildungsprogramm ist da.

14.6.2019

Tagungen, Kurse, Exkursionen, Reisen

Sind Sie an einem Feierabendgespräch mit Impulsreferat zu aktuellen Themen der Jugendarbeit interessiert? Arbeiten Sie ehrenamtlich in einem Kirchgemeindevorstand und wollen mehr über "Führungsinstrumente" erfahren? Pflegen Sie demenzkranke Angehörige und wünschen einen Erfahrungsaustausch mit Personen, die ähnliches erleben?

Das neue Bildungsprogramm für die Monate Juli bis Dezember zeigt Tagungen, Kurse, Exkursionen und Reisen auf einen Blick. Angebote der Erwachsenenbildung sind öffentlich und stehen allen Interessierten offen. Angebote der Gemeindeentwicklung richten sich an Mitarbeitende, Behördenmitglieder und Freiwillige. Sie vermitteln das nötige Handwerkszeug, sind spannende Horizonterweiterung und ermöglichen Erfahrungsaustausch aus der Praxis.

Mehr dazu im Flyer oder online unter Bildungsangebote

Gesucht: Jugendbotschafter/-innen weltweit

young@mission

Der zweite Durchlauf des internationalen Jugendbotschaftsprogramms findet vom November 2019 bis November 2021 statt. Bereits 2019 bereiten sich Interessierte zwischen 18 und 30 Jahren auf ihre Rolle als Jugendbotschafter/-in vor. Nach einer Reise zu einer Partnerorganisation in Afrika, Asien oder Lateinamerika im Jahr 2020 finden im Folgejahr Rückbesuche von internationalen Jugendbotschafter/-innen in die Schweiz statt.

Mit Zertifikat. Wer teilnimmt, erhält am Ende des Programms ein Zertifikat für interkulturelle Kompetenzen in Zusammenarbeit mit dem IKF Luzern.

Interessiert?

Veranstalter: Mission 21

Flyer

Konfestival WEEKEND

Das andere Konflager

„Konfestival WEEKEND" ist ein ein Wochenende im Zelt mit Erlebnispädagogik für Konfirmandenklassen und ihre Pfarrpersonen. Das Wochenende wird von einem Team aus erfahrenen Cevi-Leiterinnen und -Leitern geleitet. Perfekt für kleine Konfgruppen, die überregionale Begegnung und Vernetzung schätzen. 

Für Pfarrpersonen gibt es nach den Sommerferien ein obligatorisches Vortreffen, um sich gegenseitig kennenzulernen, das genaue Programm zu erfahren und vieles mehr.

Wann? 20.-22. September 2019

Veranstalter: CEVI Ostschweiz

Flyer

"Kirche hat Zukunft, wenn sie starke Gemeinden hat"

20.8.2018

Innovation heisst, Leute miteinander zu verbinden. 60 Kirchgemeindeverantwortliche kamen an die „Zukunftstagung“ in Schiers.

„Würde Jesus seine Jünger heute in Facebook suchen?“, fragte Kirchenratspräsident Andreas Thöny und ermunterte die Kirchgemeindeverantwortlichen, sich mutig für eine Kirche von morgen einzusetzen. Die Evangelisch-reformierte Landeskirche Graubünden ist mit 66‘000 Mitgliedern die zweitstärkste Religionsgemeinschaft im Kanton Graubünden. Allerdings hat sie während der letzten zwölf Jahre je ein Prozent ihrer Mitglieder verloren. Neben dem Mitgliederrückgang ortet Thöny zusätzliche Risiken durch den Wandel beim Religionsunterricht, dem schwindenden Wissen über Religion in der Öffentlichkeit und bei der Tatsache, dass es oft nicht einfach sei, Pfarrämter und Kirchgemeindevorstände geeignet zu besetzen. Thöny wünscht sich eine Kirche mit klarem Profil und starken Netzwerken vor Ort.

Zukunft durch Partizipation. Die Tagung im Bildungszentrum Palottis in Schiers ermunterte die Kirchgemeindeverantwortlichen mehr Menschen zu Beteiligten zu machen und Kirche als Raum zu verstehen, in dem Neues entstehen kann. „Leute zusammentrommeln, Ideen generieren und etwas draus machen“, sagte etwa der Sarganser Gemeinderat Roland Wermelinger. Das funktioniere. Der Sarganser Städtlimarkt sei so enstanden, auch das „Fest der Kulturen“, und beides habe die Erwartungen weit übertroffen. Ein zweites Beispiel präsentierten Corina Hungerbühler und Claudia Lips Furler aus der Kirchgemeinde Kloten. Sie zeigten ein Luftbild ihrer Kirche mit Spielplatz und Liegestühlen im Pfarrgarten. „Wir richten uns gezielt an Familien“, sagte Hungerbühler. Symbol dafür sei das von einem jungen Designer in einer Jurte gestaltete „Café Himmelblau“. Dieses wurde vor zwei Jahren eröffnet und ist mittlerweile zu einem beliebten Ort der Vernetzung, des Austauschs und Quelle frischer Ideen geworden ist. Die Freiwilligenarbeit, die hier geleistet wird, kommt allen zu gut, auch die Kirche wurde mit vier "Gestaltungsräumen" familienfreundlich eingerichtet. Mit Instagram und Facebook ist die Arbeit auch in den Sozialen Medien präsent.

Kirchgemeinden gestalten Lebensraum - auch in Randgebieten. Kirchgemeinden seien Netzwerke, die mithelfen könnten, Regionen zu entwickeln. Das unterstrich Professor Ralph Kunz vom Zentrum für Kirchenentwicklung der Universität Zürich. Die Tatsache, dass Kirche zur Zeit an Grösse und Bedeutung verliere, müsse kein Nachteil sein, sagte Kunz. Am Beispiel von Mecklenburg-Vorpommern zeigte er auf, was geschehen kann, wenn das Modell Landeskirche an Grenzen stösst: zu hohe Unterhaltskosten für die Gebäude, zu grosse Kirchgemeinden mit „ausgedünnten“ Diensten, zu viele Burnouts beim Personal. Das habe aber erstaunlicherweise nicht zum Ende des Kirchgemeindelebens geführt, im Gegenteil. Angesichts der Krise hätten vielerorts Laien begonnen, sich für „ihre“ Kirche einzusetzen. Anstelle von bezahlten Mitarbeitenden zeigten sich Freiwillige mitverantwortlich für das Wohl der Gemeinschaft. Solcher „Bürgersinn“ ist nach Meinung von Kunz für eine Kirche der Zukunft wichtig. Ebensowichtig sei auch, dass „Gemeinschaftszellen“ entstünden, in denen die Freude am christlichen Glauben gelebt und gefeiert werde. "So bleibt Kirche im Dorf und es ensteht eine positive Dynamik".

In diversen Workshops hatten die Teilnehmenden Gelegenheit, sich lösungsorientiert über aktuelle Fragen in den örtlichen Vorständen auszutauschen. Zum Beispiel über Freiwilligenarbeit, gemeinsame Gemeindeleitung oder über Organisatorische Belange der Vorstandsarbeit. Einen eindrücklichen „Blick über den Tellerrand“ ermöglichte die Begegnung mit Lernenden der Trumpf Schweiz AG in Grüsch.

BREAKout mit Luke

Sommerworkshop für Jugendliche

Ob in Mogadischu, Kabul, Aleppo, Jenaz oder Landquart – Breakdance ist allen Jungs ein Begriff. BREAKout könnte es bald auch sein. Denn so heissen die Sommer-Workshops der Fachstelle Migration in Zusammenarbeit mit dem Blauen Kreuz Graubünden für Jugendliche aus den Transitzentren. Gemeinsam mit Bündner Jungs lernen sie verschiedene Techniken des Breakdance kennen.

BREAKout ist ein Integrationsprojekt der Fachstelle Migration in Zusammenarbeit mit dem Blauen Kreuz Graubünden. Luke Gustafson ist halbprofesioneller Breakdancer, studiert an der Pädagogischen Hochschule Chur und leitet die Jungs-Breakdance-Gruppe boyzaround in Landquart. Lukes Wunsch ist es, gemeinsam mit geflüchteten Jugendlichen zu tanzen.

Das interkulturelle Angbeot besteht aus sechs Einheiten für interessierte Jungs ab ca. 10 Jahren aus den Bündner Asylzentren. Ziel ist die Vermittlung von Bausteinen für Trainings, damit die teilnehmenden Jugendlichen selber weitertrainieren können, bzw. eine Gruppe anleiten können.

 

"Kirchen sind berührbar"

17. September 2019

Spannende Kirchenführungen sind Erlebnisse für Kopf, Herz und Hand. Wie das geht, zeigt der Kurs für Kirchenführungen, der soeben begonnen hat. Bereits zum zweiten Mal.

Übungsort Martinskirche. Die angehenden Kirchen-Guides stehen im Halbkreis um einen hoch gewachsenen Mann in beigem Baumwolljacket. Es ist Thomas Gamma aus Zürich, geübt darin, Gäste aus aller Welt durch traditionsreiche Räume zu führen. Thomas Gamma klaubt eine Taschenlampe aus einer Stofftasche und gleich danach ein Fernglas. Wer fokussiere, erlebe einen Raum anders, sagt er. Das Fernglas verändere den Blick und bündle die Aufmerksamkeit. Die Gruppe tut es ihm nach und schwärmt in alle Richtungen aus – ein munteres Entdecken, Ausprobieren und Diskutieren setzt ein. Wer den Kirchenraum noch intensiver erleben wolle, solle sich mit geschlossenen Augen durch den Raum führen lassen, mit den Händen den Schnitzereien nachspüren oder auch mal eine der mächtigen Säulen umfangen.

Kirchen sind berührbar und dürfen angefasst werden. Das sei ein grosses Potential - im Unterschied zu vielen Museen, wo die Gegenstände in Vitrinen lagern. Ein Vorteil sei das auch für junge Menschen, denen ein eigener Zugang zu Kirchenräumen fehle. Eine gute Kirchenführung solle die Sinne öffnen, sagt Gamma. Ein Raum lasse sich nicht nur über das Auge, sondern auch über Gerüche, Geräusche, die Temperatur oder durch den Widerhall beim Singen erfahren. Und dann gibt Gamma den angehenden Kirchen-Guides einige Tipps mit auf den Weg. „Nicht überfordern, aber auch nicht unterfordern“. Das Wichtigste sei, offen zu bleiben für die Menschen die kommen und flexibel auf deren Wünsche zu reagieren. „Weshalb nicht einmal den Kirchenraum durch die Hintertür betreten oder einen Raum besuchen, den andere so nicht sehen können?“

Ein Guide sei Vermittler, im Mittelpunkt aber stehe nicht er oder sie, sondern das Gebäude. „Treten sie nicht als Experten auf“, rät Gamma, sondern gehen sie selbst mit auf Entdeckungstour. Derweil zeigt jemand auf die Südwand der Kirche – überrascht von den kräftigen Farben, welche die berühmten Giacometti-Fenster auf die mächtigen Kirchenmauern werfen. Giacometti habe die Bilder im Jahr 1918 gemalt, als Europa zerbrochen war durch einen Krieg mit Giftgas und beispiellosem Leid. „Erstaunlich, es sind Bilder der Geburt!“ Seit hundert Jahren sind sie in dieser Kirche zu sehen und heute noch haben sie die Kraft mit den Farben zu spielen - ernst und leicht zugleich.

Ich trete hinaus ins Freie, nicht ohne auf den „Übergang“ zu achten. Davon war nämlich im Kurs auch die Rede - vom Raum zwischen drinnen und draussen. Dieser Übergang mache etwas mit einem, wurde gesagt, und ein Kirchen-Guide beginne deshalb seine Führung mit Vorteil schon vor der Kirche. Ich gehe durch den Übergang hindurch, überquere den Martinsplatz und mische mich unter die Leute des Wochenmarkts in der Oberen Gasse. Ja, dieser Markt ist Teil meiner Stadt. Die Martinskirche nun auch.

 

Kirchenklingen am Schamserberg

11.7.2018

Mit Fahrrad und Gesang

Die E-Bikes surren, die Sonne brennt, der Beverin thront majestätisch über den endlosen Wiesenhängen des Schamserbergs. Zehn Personen haben sich an diesem Sonntag vorgenommen, das Zusammenspiel von Bewegung, Landschaft, Raum und Musik zu erproben. „Kirchenklingen - Kirchensingen“ heisst die Aktion – eine Zusammenarbeit der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Zillis/Schamserberg, dem Naturpark Beverin und von Viamala Tourismus. Pfarrerin Suzanna Hulstkamp und die Sängerin Maria Walpen empfangen die Gruppe auf dem Kirchhügel von Casti im wohltuenden Schatten der Bäume. Der Talboden ist hier schon in die Ferne gerückt. Grillen zirpen im hohen Gras.

„Es tut den Kirchen gut, besungen zu werden“, sagt Maria Walpen und führt die singenden Radfahrer in den Kirchraum. Hier ist es kühl, nur wenig Licht dringt durch die schmalen Fenster. Maria Walpen beginnt zu singen und fordert die Teilnehmenden auf, es ihr gleichzutun. Aus einem ersten Ton entsteht so allmählich ein ganzes Klanggeflecht und die erfahrene Kursleiterin formt daraus, mit erstaunlicher Leichtigkeit, eine Melodie, die den ganzen Raum erfüllt. „Nie laut, nie mit Kraft“, sagt sie. Wer singe, dürfe sein Tun nicht zu ernst nehmen und vor allem keine Angst davor haben, Fehler zu machen. Fliessenlassen sei wichtig und selbst in Fluss zu kommen.

Nach dem Fliessenlassen die Höhenmeter. Bald schon ist Mittag, die Route führt die steile Strasse hinauf. Weit oben steht die Kirche von Wergenstein, strahlend weiss inmitten eines Überflusses von Grün und Blau. Ich hänge den Gedanken nach und gebe mir Mühe, rund und gleichmässig in die Pedalen zu treten. Ich beobachte, wie nach und nach neue Bergspitzen hinter dem Horizont erscheinen. Endlich führt die Strasse in zwei grosszügigen, doch nicht minder steilen Bögen direkt auf den Dorfplatz von Wergenstein. Ich stelle mein Rad neben den gusseisernen Steinbock, fülle die Flasche erneut mit Wasser und bin stolz auf die hinter mir liegende Steigung. Anderen geht es ebenso: „Schau, eben noch waren wir dort unten“.

Aus der nahe gelegenen Kirche ertönt eine Stimme. Es ist Maria Walpen, die einlädt, einen weiteren Raum singenderweise zu erkunden. Diesmal mit einem Alpsegen aus dem Alpstein. „Ave Maria“, singt sie, „es bhüet üs Gott und Maria“. Sie steht mit beiden Füssen fest auf dem Boden, ihr ganzer Körper ist Gesang und mit den Händen tut sie, als ob sie in einem grossen Kessel rührte. Typisch für diesen Alpsegen seien die Naturtöne und das stetige Zurückgehen zum Grundton. Später wird sie zwischen die Grabsteine mit den Namen Clopath, Cantieni, Dolf und Michael treten. Sie wird den Alpsegen ins Tal hinausschicken und dazu die Hände erheben. „Musik kommt aus der Stille und führt dorthin zurück“, ist Walpen überzeugt, Singen könne Stille hörbar machen.

Die Panoramafahrt von Wergenstein nach Mathon ist Genuss pur. Nach dem Mittagessen erwartet die singenden Radfahrer eine Schussfahrt in grandioser Umgebung. Der Fahrtwind bläst ins Gesicht, Konzentration ist gefragt, die Landschaft zieht mühelos vorbei. Nächster Halt ist bei der Kirche Fardün, einer ebenso schmucken wie kleinen Kirche mit bester Aussicht auf das Schoms. Wer den Kirchenraum mit den verblichenen Fresken betritt, lässt sie erst einmal auf sich wirken. „Ausatmen bitte“, sagt Maria Walpen, „und dann den Atem wieder kommen lassen“. Diesmal wird ein Kyrie gesungen. Walpen gibt mit einer Handbewegung den Einsatz, schreitet auf den improvisierten Chor zu um gleich danach wieder Abstand zu gewinnen und sich im Raum zu drehen. Das Kyrie sei Schwung und Ruhe zugleich, sei Beruhigung, tue gut.

Auf dem Weg hinunter nach Zillis merke ich, wie die gehörten Melodien sich einnisten und der Mix von Bewegung, Landschaft, Raum und Musik zu wirken beginnt. „Kirchen sind Orte, da man sich öffnen kann“, wird Walpen beim Abschluss unter der weltberühmten Zilliser Kirchendecke sagen. Sie wird dabei noch einmal das „Alleluja“ anstimmen, die Bedeutung der Vokale a, e, u und i erläutern, auch dass bei Gesängen der gregorianischen Tradition sich der letzte Ton gleichsam aus dem vorletzten herausschälen müsse. Die Kunst bestehe darin, das alles angemessen klingen und verklingen zu lassen: freundlich, zärtlich und kraftvoll zugleich.

Doch schon wenn Maria Walpen ihre Hand zum Ausklingenlassen erheben wird, weiss sie, dass das nicht das Ende ist. Der "Kirchenklingen - Kirchensingen"-Tag wird nachklingen, selbst dann noch, wenn nichts mehr zu hören sein wird, wenn der zuletzt besuchte Kirchenraum wieder sich selbst überlassen und das E-Bike zurückgegeben ist. „Magic“, höre ich jemanden sagen und jemand anderen: „Wann findet das nächste Kirchenklingen statt?“

Kirche, Kultur, Tourismus

10.6.2018

Zwei Beispiele, zwei Einblicke

Beispiel 1: Theater von und mit jungen Menschen. «Anfangs war ich skeptisch», sagt Cosma, eine der jungen Darstellerinnen. Zu fremd schien ihr die Zeit, zu religiös die Sprache. Doch der Eindruck hat sich durch die Proben verändert. «Wir bringen etwas Komödiantisches in den Text, er beginnt zu leben», beobachtet sie. Cosma ist eine der zehn Darstellerinnen im Theaterstück «Die Nonne tanzt», welches im September 2017 in der ChurerPostremise aufgeführt wurde.
Der Roman der Jungautorin Lea Gafner brachte den jungen Schauspielerinnen und Schauspielern die Kirche und ihre Geschichte näher, die alten Texte begegnen dem heutigen Leben. Kirchengeschichte wird für Jugendliche zugänglich, auch im Publikum: Konfirmandengruppen und Schulklassen sitzen in den Reihen. Einige sprechen beim Gehen überraschend einen Dank, ein Kompliment aus, andere harren die Stunde aus und erkennen das Erlebte vielleicht erst Jahre später? Die Menschen damals waren gar nicht anders als wir heute», ergänzt Charlotte, eine weitere Darstellerin, «die gleichen
Gefühle und Launen. Sie hatten viele Regeln und wünschten sich Freiheit.»
Ein Theater als Projekt der Fachstelle Kirche im Tourismus? Nicht unmittelbar ersichtlich ist der Bezug zum Tourismus, doch die Erkenntnis ist: Gast sind wir, auch wir Bündner.

Beispiel 2: Fünftägige Reise durchs Bergell. Die Reise «Auf den Spuren der Reformation durchs Bergell» wurde drei Mal durchgeführt und hat dabei im Bergell 260 Logiernächte generiert. Diese Zahl bringt die Verbindung zum Tourismus zum Ausdruck. Was den Teilnehmenden bleibt, ist mehr: Geschichten, Gastfreundschaft, ein gemeinsamer Gottesdienst, Begegnungen, Klänge, Gerüche und Geschmäcker, Licht und Farbe. «Licht und Farbe, Farbe und Licht.» Die Stimme von Pfarrer und Wanderleiter Fadri Ratti hallt im Gewölbe der Kirche San Pietro in Coltura. Die Teilnehmenden betrachten das Wandbild auf der Ostseite des Kirchenschiffs – ein Spiel aus Farbe und Licht. Der Einheimische Augusto Giacometti hat als sein erstes sakrales Werk dieses Wandbild geschaffen. Vorbei an soeben gemähten Wiesen und frischem Heu führt Fadri Ratti die Gruppe weiter in das nahe gelegene Dorf. Dort wartet ein zweites Gebäude darauf, besucht zu werden. Wie ein grosses Schloss mutet der Palazzo Castelmur an, wenn man ihn von der Brücke über die Maira aus betrachtet. Auf der anderen Seite sieht er hingegen wie ein beschauliches Haus aus. «Das ist eigentlich kein Schloss, es ist ein Scheinschloss», erklärt Lokalhistoriker Gian Andrea Walther, als er die Gruppe empfängt.

Nahe bei den Menschen. Kirche, Kultur, Tourismus – es sind die sich daraus ergebenden Schnittstellen, die Begegnungen, die bereichernd sind. Die Fachstelle Kirche im Tourismus verbindet Kirche mit Tourismus, ergänzt mit weiteren Themen wie beispielsweise Kunst oder Kultur. Es entsteht so die Möglichkeit, Kirche neu zu erleben, für manche überhaupt zugänglich zu machen. Vernetzungsarbeit ermöglicht es Kirchgemeinden, als Gastgeber Gäste einzubinden, Pfarrpersonen auch in der Rolle eines Wanderleiters zu erleben: Sie zeigt touristischen Institutionen auf, dass dass Kirche da ist, wo die Menschen sind, dass Kirche im Kirchenraum und auch ausserhalb erlebbar ist und Themen hat, die eine breite Öffentlichkeit ansprechen sowie attraktive Angebote ermöglichen.

GUT BLEIBT DIE KIRCHE IM DORF.

GUT BLEIBT DIE KIRCHE IM DORF.

Die Kirche ist ein fester Ort im Leben: Hier werden Kinder getauft und Jugendliche konfirmiert, Paare geben sich das Ja-Wort und Trauerfamilien nehmen Abschied. Menschen in allen Lebenslagen finden in den schönen Kirchen unseres Kantons Stille, Kraft und Unterstützung.

Eintreten – ohne anklopfen.

Eintreten – ohne anklopfen.

Hat Sie unsere kirchliche Feier angesprochen? Als Kirche sind wir für die Menschen da – für alle Generationen und in verschiedensten Situationen. Als Mitglied tragen Sie solidarisch dazu bei, dass wir unser soziales Engagement in der Gemeinde leisten können.

Früher oder später.

Früher oder später.

Entscheidungen, die Sie vor Jahren getroffen haben, waren damals bestimmt richtig. Doch im Leben ist vieles im Fluss. Sind Sie aus der Kirche ausgetreten? Treffen Ihre damaligen Beweggründe noch zu? Vielleicht ist jetzt die Zeit reif, über einen Wiedereintritt nachzudenken. Unsere Tür ist offen – machen Sie den nächsten Schritt. Wir freuen uns auf Sie.

Glaube, Liebe, Hoffnung – nur drei Worte?

Glaube, Liebe, Hoffnung – nur drei Worte?

Die Kirche ist dem Evangelium in Wort und Tat verpflichtet. Sie macht viel für die Menschen vor Ort und weit darüber hinaus. Die Arbeit der Kirche mit Unterricht, Betreuung, Seelsorge, Beratung und Verkündigung kommt allen zugute.

Täglich offen.

Täglich offen.

Unsere 188 Kirchen sind Orte der Stille und der Einkehr. Es gibt sie nicht nur dort, wo viele Leute sind, sondern auch in abgelegenen Talschaften und kleinen Dörfern. Unsere Kirchgemeinden pflegen sie mit Liebe - im Wissen, dass darin das Leben gefeiert wird.

Woher die Weihnachtsmusik kommt

Bizarre Welt aus Ventilen, Schläuchen, Bälgen und Pfeifen

Wen Stephan Thomas ins Innere der Orgel der Martinskirche in Chur führt, den oder die führt er zu einer schmalen, rot umrandeten Tür. Er öffnet diese mit einer Art Schraubenschlüssel und mahnt, den Kopf tief zu halten. Und tatsächlich: Erst geht es einige Stufen hinunter in einen Raum mit viel Mechanik: da gibt es Blasbälge, die mehrere Kubikmeter Luft in sich zu fassen vermögen, es gibt Schläuche, Züge, Ventile – und mittendrin hängt an einem Bügel ein schwarzer Anzug mit weissem Hemd. Seit 30 Jahren sei er hier Organist, sagt Stephan Thomas, steigt eine schmale Holztreppe hoch und öffnet eine kleine Falltür. „Hier passt nicht jeder durch“, sagt er augenzwinkernd, gibt sich einen Ruck und entschwindet. Ich folge ihm. Die Treppe fühlt sich steiler an als erwartet, und die Luke erinnert mich an die Estrichtür im Haus meiner Grosseltern – nur viel kleiner.

Atemberaubend. Was ich oben zu sehen bekomme, übertrifft alle Erwartungen. Der Anblick ist atemberaubend – eine filigrane Welt aus Holz, Zinn und Blei. Alles scheint senkrecht nach oben zu zeigen. Zudem sind hier die alten Kirchenfenster fast zum Greifen nah. So habe ich die Martinskirche noch nie gesehen. Stephan Thomas balanciert auf schmalen Brettern ohne Geländer durch eine Pfeifenlandschaft sondergleichen. Ungefähr 2700 Stück seien es, doch gezählt habe er sie nie. Ich erfahre: Ob eine Pfeife aus Holz gebaut sei oder aus Metall, habe erstaunlicherweise relativ wenig Einfluss auf deren Klang. Früher seien Pfeifen oft aus Holz hergestellt worden, weil Metall teuer war, teurer als die Arbeitsstunden der Orgelbauer. Und nein, es stimme nicht, dass man hier oben Wind spüre, wenn die Orgel gespielt werde. Dafür sei der Luftdruck an den Pfeifen zu klein.

Klangvielfalt und Stolz. Seine Leidenschaft für diese Königin der Instrumente kann Stephan Thomas nicht verbergen. Eine „Kuhn-Orgel“ sei es, gebaut 1868 als vierte Orgel des bekannten Schweizer Orgelbaus. „Eine Orgel ist wie ein Orchester“, schwärmt er, ein Tastendruck genüge, um es spielen zu lassen. Und tatsächlich: Alles, was hier oben zu sehen ist, kann er während eines Konzertes oder eines Gottesdienstes vom Spieltisch aus bedienen. Schier beliebige Kombination von Pfeifen kann er zum Klingen bringen – so wie es die Musik und die Situation erfordert, in unzähligen Klangfarben, mal nasal, mal mit vollem Klang, mal mit kraftvollen Bässen, bei Bedarf auch fortissimo. Dass er stolz darauf ist, auf dieser besonderen Orgel spielen zu dürfen, ist keine Frage – das sieht man. Es gebe viele gute Organisten, meint Stephan Thomas, doch nur wenige hätten die Gelegenheit, auf einem solch schönen und auch denkmalpflegerisch bedeutenden Instrument zu spielen.

Erkunden Sie die Orgel selbst (360°-Panorama)

Briefaktion zum Flüchtlingstag

5.6.2020

"Beim Namen nennen"

Mindestens 38 739 Menschen sind in den letzten acht Jahren beim Versuch, nach Europa zu flüchten, gestorben. Die meisten sind im Mittelmeer ertrunken. Andere wurden an Grenzübergängen erschossen. An den Aussengrenzen Europas und in Nordafrika leben aktuell hunderttausende Menschen in erbärmlichen Flüchtlingscamps unter katastrophalen Bedingungen. Besonders auf den griechischen Inseln ist die Situation dramatisch. Die Corona-Pandemie verschärft die Situation zusätzlich.

Briefaktion. Auch wenn am Flüchtlingstag vom 20. Juni 2020, nicht wie gewohnt Veranstaltungen stattfinden können, soll trotzdem der Flüchtlinge gedacht werden, insbesondere der über 38‘739 Menschen, die beim Versuch nach Europa zu flüchten, gestorben sind. Die Briefaktion nennt sie beim Namen. Die Idee: Jede und jeder schreibt von Hand einen oder mehrere kurze Briefe an den Bundesrat mit Kopie an die EU.

Das Ziel ist, dass für jeden der oben genannten 38'739 Menschen ein Brief geschrieben wir und somit jede der verstorbenen Personen gewürdigt wird und gegen ihren Tod protestiert wird. Vorlagen für die Briefe in verschiedenen Sprachen hier heruntergeladen werden. Die Briefe können vom 1. bis 30. Juni geschrieben werden. Handgeschriebene Briefe und deren Kopien einsenden an: Netzwerk Migrationscharta Bürenstrasse 8, 3007 Bern.

Bei Fragen gibt auch Chika Uzor Auskunft: 071 224 06 13 / 079 935 84 06

Begräbniskulturen in Graubünden

2. Dezember 2019

Der Dialog geht weiter

Was geschieht in den verschiedenen Religionsgemeinschaften, wenn ein Mensch stirbt? Welche Rituale werden vollzogen und welche Vorstellungen haben die einzelnen Religionsgemeinschaften vom Jenseits? Verschiedene Religionsgemeinschaften in Graubünden trafen sich einmal mehr zum Austausch, diesmal zum Thema Begräbniskultur. In Gesprächsgruppen diskutierten die Teilnehmenden und lernten sich von einer ganz neuen Seite kennen. Referate von Urs Tischhauser von der Stadtgärtnerei Chur und David Naef vom Churer Bestattungsunternehmen Caprez Bestattungen ergänzten die Veranstaltung in der interreligiösen Fürstenaukapelle in Chur. Sie betonten, dass sie stets offen seien für Anliegen betreffend Grabfelder oder ritueller Wünsche.

Bericht im Bündner Tagblatt

 

Seite an Seite mit Flüchtlingen

Kirchen engagieren sich

Krieg und Verfolgung treiben jährlich Millionen Menschen in die Flucht. Ein kleiner Teil von ihnen findet den Weg in die Schweiz. Sie werden zu Nachbarinnen und Nachbarn.

Auch engagierte Personen aus Kirchen und Kirchgemeinden greifen den neu Zugezogenen unter die Arme und helfen freiwillig beim Spracherwerb, bei der Wohnungs- und Arbeitssuche und in anderen Bereichen.

Der beiligende Flyer zeigt Erfolgsgeschichten zum Nachahmen. Die Reformierten freuen sich, wenn weitere Freiwillige ermutigt werden, sich für Flüchtlinge einzusetzen. 

Flyer

Daniela Troxler in Integrationskommission

8.3.2018

Integrationskommission. Der Kirchenrat delegiert Sozialdiakonin Daniela Troxler, Fachstellenleiterin "Migration, Integration, Flüchtlinge", für weitere vier Jahre in die kantonale Integrationskommission.

weitere Themen aus der Kirchenratsitzung vom 22. Februar 2018:

Personelles. Der Kirchenrat genehmigt die Stellvertretungsverträge zwischen der Kirchgemeinde Landquart und Pfr. Tobias Winkler sowie der Kirchgemeinde Bregaglia und Pfrn. Andrea Witzsch.

Abstimmung. Der Kirchenrat verabschiedet die Abstimmungserläuterungen für die Abstimmung über die neue Verfassung vom 10. Juni 2018.

Buchprojekt. Der Kirchenrat bewilligt einen Beitrag von 1‘000 Franken an die Publikation „Hüttenzauber“ von Pfr. Daniel Zindel.

Neuer Lehrplan. Der Kirchenrat nimmt die Verabschiedung des neuen Lehrplans durch die Fachgruppe 1+1 zur Kenntnis. Es handelt sich dabei um eine Überarbeitung des bestehenden Lehrplans. Sie gewährleistet die Anschlussfähigkeit an den Lehrplan 21.

Stellenbemessung. Der Kirchenrat prüft die Stellenbemessung in 5-Prozent-Schritten und spricht sich dagegen aus. Er hält am Grundsatz fest, dass Pfarrstellen nur bei Pfarrwechseln neu bewertet werden. Generelle Neuberechnungen könnten für viele Gemeinden zu massiven Reduktionen führen.

Neuer Termin. Die Oktobersitzung des Kirchenrates wird um eine Woche vorverschoben. Sie findet neu am Donnerstag, 18. Oktober 2018 statt.

 

Stefan Hügli

 

Bild: Sozialdiakonin Daniela Troxler nach einem Besuch im Transitzentrum "Landhaus" in Davos Laret.

Pfingstprojekt: Lockdown in Umunumo

Stillstand und Hunger

Noch im Januar schien Covid-19 aus afrikanischer Perspektive ein Problem ferner Kontinente zu sein. Doch mittlerweile ist das Virus auch in Umunumo angekommen. Die nigerianische Regierung reagierte in der dritten Märzwoche: Sie verordnete die Schliessung aller Schulen, Kirchen, Kaufhäuser, Werkstätten und Märkte. Auch öffentliche Busse und Taxiverkehr wurden verboten.

Lockdown bedeutet in Umunumo keine Arbeit zu haben und kein Geld. Kontaktpersonen der Stiftung MO VINAVON berichten von Hunger in Umunumo. Die Bevölkerung mache die Erfahrung, dass der Lockdown schneller töte als das Virus. Die Preise für Lebensmittel und Medikamente seien massiv gestiegen.

Auch Spitex und Berufsschule sind vom Lockdown betroffen. Es fehlt an Schutzmasken und Desinfektionsmittel. Die Berufsschule MOCTECH ist geschlossen und die Regierung hat einen Baustopp für die letzte Ausbauetappe verfügt. Studentenwohnheim, Aula, Küche, Bäckerei, Speisesaal und Fussballplatz konnten bisher nicht fertiggestellt werden. Auch die Planungen für das kommende Landwirtschaftsprojekt Songhai mussten gestoppt werden.

Im Newsletter von MBARA OZIOMA  geben verschiedene Personen Einblick in die aktuelle Lage vor Ort: Irene Okoro, Leiterin des Spitex-Dienstes; Igwe Tobechukwu, Schulleiter der MOCTECH, sowie weitere Lehrpersonen und Studierende. Die Verantwortlichen des Pfingstprojekts und der Stiftung MO VINAMON danken für alle Aufmerksamkeit und Solidarität.

 

Corona: #Zeichen der Hoffnung

6. April 2020

Weltweite Solidarität: Jetzt mehr denn je

In vielen Teilen Afrikas, Lateinamerikas und Asiens kommt das Coronavirus jetzt erst an. Es wird dort ungleich dramatischere Auswirkungen haben als in Europa. Die kirchlichen Hilfswerke HEKS und Mission 21 haben ihre Soforthilfe intensiviert und brauchen finanzielle Unterstützung. Eine laufend aktualisierte Übersicht der Aktionen findet sich auf der Website der ÖME Arbeitsgemeinschaft Schweiz (oeme.ch)

Hilfswerke der Evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS)
Am 26. März hat HEKS ein Soforthilfe-Programm angekündigt für Menschen in der Schweiz und im Ausland, die wegen der Corona-Pandemie in Not geraten und dringend auf Hilfe angewiesen sind. Ziel des Soforthilfe-Programms von HEKS ist es, möglichst unbürokratisch, rasch und flexibel auf die drängendsten Bedürfnisse der Begünstigten der bestehenden Regionalprogramme in der Schweiz und der Projekte in den Programmländern zu reagieren.

Mission 21
Zusätzlich zur Spendenaktion startet das Missionswerk auf Social Media eine weltweite Bewegung der Solidarität unter #ZeichenDerHoffnung. Wo das Gesundheitssystem ohnehin schwach ausgebaut ist, viele Menschen bereits Infektionskrankheiten haben oder mangelernährt sind und Menschen vor Konflikten auf der Flucht sind, Familien sich einen kleinen Raum teilen müssen, dort sind Kinder, Frauen und Männer dem Corona-Virus und dessen Auswirkungen wehrlos ausgesetzt.

Brot für alle
Die Absage der Suppentage trifft Brot für alle hart. Bfa macht den Kirchgemeinden deshalb ein Angebot: „Kleine Suppe – grosse Wirkung“. Das Hilfswerk regt an, dass Kirchgemeinden ihren Mitgliedern eine kleine Fastensuppe verteilen, die diese in Ruhe zu Hause geniessen können - zusammen mit der Bitte um eine Spende.

Sammlungen der Glückskette
Die humanitäre Hilfe und der Wiederaufbau bei Katastrophen geschieht mit Einbezug von Glückskettegeldern. Um an diese Gelder zu gelangen müssen die Hilfswerke bei ihren Sponsor/-innen (Kirchgemeinden, Privatpersonen) Spendengelder generieren. Meist sind zwischen 20 und 40% gefordert, um den Betrag, der für 100% Projektkosten fehlt, von der Glückskette erhalten zu können. Daher ist es sinnvoll für aktuelle Nothilfeprojekte direkt an die kirchlichen Hilfswerke zu spenden.

 

Von Bienenhonig, Palmblättern und T-Shirts

Geschenkte Freundschaft

„Mr. Jacob, please, come to the office desk“ tönt es mehrmals aus dem Lautsprecher im Flughafen von Port Harcourt vor unserer Heimreise. Was war los? In meinem Reisekoffer haben die Röntgenmaschinen einen undefinierbaren, länglichen Gegenstand ausgemacht, dem die Kontrolleure nicht trauten: Eine Flasche mit Honig, den uns Justine geschenkt hat. Nach einer genauen Inspektion meines Koffers darf ich ihn behalten.Die Begegnung mit Justina Uwalaka, der Präsidentin der Frauengenossenschaft St. Nicholas von MBARA OZIOMA, mit der wir weiter im Kontakt sind, steht als leuchtendes Beispiel für meine Erfahrung des Beschenktwerdens während dieses Besuchs in Nigeria.

Natürlich, ich muss mich als Teilnehmer dieser Reise nicht mit den Bedingungen für die weitere finanzielle und inhaltliche Unterstützung dieses grossen Projekts beschäftigen; dafür ist vor allem Roland Just zuständig. Zusammen mit dem Projektleiter Pfr. Roland Just, Peter Kreiliger, meiner Frau Susanne Lerch, der Fachstellenleiterin der Landeskirche Graubünden Jacqueline Baumer und den Bäuerinnen aus der Surselva Barbara Candinas, Irma Cavegn und Caroline Gerner sind wir die bunte Reisegruppe, die während zwei Wochen vielfältige Einblicke und Begegnungen in das Leben und Wirken der Mitarbeitenden in diesem Projekt erleben durften.

Mir ist von Anfang an klar, dass ich dort ein Besucher bin, eingeladen vom Präsidenten der Mbara Ozioma Foundation Dr. Ozioma Nwachukwu, der sich unermüdlich für unser Wohlbefinden und ein intensives Programm einsetzt: Saubere Zimmer und Toiletten; verträgliches, leckeres Essen, zubereitet von drei jungen Frauen; Begleitung während allen Exkursionen und Treffen mit Lehrpersonen und Studierenden der Berufsschule MOCTECH, mit den Frauen der Genossenschaft und der Spitex. Er führt uns auf den Markt, ins moderne Einkaufszentrum, zu landwirtschaftlichen Pionierfarmen, zum Ausbildungsseminar für katholische Pfarrer, ja zu einer Beerdigungsfeier einer bekannten Persönlichkeit.

Und wir sehen und staunen, mit welchem Engagement und Eifer uns Frauen die Produktion ihrer Lebensmittel vorführen und uns in ihre Häuser einladen, Mass nehmen und daraus Kleider (Röcke für die Frauen und T-Shirts für die Männer) nähen, die sie uns schenken. Wir dürfen uns auch einmischen in die Gespräche um die Weiterentwicklung der verschiedenen Projekte, dem Ausbau der landwirtschaftlichen Produktion, der Platzierung der zukünftigen Küche in der Schule und auch der Grösse des Fussballplatzes.

Was mir bei der Begegnung mit all den Frauen, Männern und Kindern in diesem Projekt im nigerianischen Regenwald sehr bewusst ist: Die Geschwisterlichkeit, der gegenseitige Respekt vor der jeweiligen Lebensweise und die Freude aneinander. Der Honig, der Besen und die T-Shirts sind bleibende Zeichen einer geschenkten Freundschaft mit den Schwestern und Brüdern in Nigeria.

Die nächste Projektreise nach Umunumo findet vom 19.04. bis 03.05.2020 statt. Im Anschluss an den Aufenthalt in Umunumo wird vom 03. bis 10.05.eine Kultur- und Bildungsreise angeboten. Sie führt nach Lagos, zur Oshun-Kultstätte in Oshogbo und zum ökologischen Songhai-Farmprojekt in Benin. Am 13.11.2019 um 18.00 Uhr an der Loëstrasse 60 in Chur informieren die Veranstalter über Programm und Organisation. Anmeldeschluss für die Reise ist am 15.12.2019. Für weitergehende Fragen und Informationen: Roland Just, tuerauf-movinavon@auaviva-cadi.ch

Jakob Lerch (Organisationsberater und Mitglied der ÖME-Kommission der Evangelisch-Reformierten Landeskirche GR) und Susanne Lerch (Musiklehrerin)

 

Weltfilmtage mit Barbara Miller

26. September 2019

Barbara Miller und das HEKS sind am 30. Oktober in Thusis zu Gast.

Um 17.45 Uhr zeigt die Regisseurin Barbara Miller im Kino Raetia ihren Film „Korenkombu“. Der Film über ein Dorf in den dicht bewaldeten Bergen Tamil Nadus (Indien) zeigt in einfühlsamer Weise die traditionelle Lebensweise der dortigen Menschen im Einklang mit der Umwelt sowie deren Kampf gegen Regierung, Kaffeeplantagen und Holzindustrie.

Um 18.30 Uhr stellt sich Barbara Miller einem Filmgespräch, zusammen mit Adrian Scherler vom Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS). Thema: „60 Jahre Entwicklungszusammenarbeit in Indien – Einblicke und Ausblicke“. Die Gesprächsrunde wird moderiert von Kirchenrätin Barbara Hirsbrunner.

Im Begleitprogramm ist am 2./3. November ein 360°-Film über das libanesische Flüchtlingslager Shatila zu sehen. Der Film, der im Saal der evangelischen Kirchgemeinde an der Feldstrasse 6 von 11-16 Uhr gezeigt wird, zeigt die Welt der 14 Jahre alten Fadia, die vor sieben Jahren aus Syrien geflüchtet ist. Weitere Einblicke in dieses Flüchtlingslager gibt die Fotoausstellung des Schweizer Reportagefotografen Christian Bobst.

Flyer

 

 

Reise zum Pfingstprojekt

Drei Bündner Landfrauen in Umunumo

Es war ein unvergessliches Erlebnis für alle Beteiligten und ein eindrücklicher interkultureller Austausch. Während zwei Wochen waren die Bündner Landfrauen Barbara Candinas, Irma Caveng und Caroline Gerner bei den Bäuerinnen der Gemeinde Umunumo im Süden Nigerias zu Besuch. Diese leben mit ihren Familien als Kleinbauern in einem bewirtschafteten Regenwaldgebiet und haben sich in der landwirtschaftlichen Frauengenossenschaft St. Nicolas zusammengeschlossen. So versuchen sie gemeinsam, ihre Produktionsmethoden und ihren Ertrag zu verbessern und neue Vermarktungsmöglichkeiten zu finden.

An verschiedenen Anlässen konnten die Bündnerinnen den Alltag und die Arbeit ihrer nigerianischen Kolleginnen näher kennenlernen. In der genossenschaftseigenen Mühle erhielten sie einen Einblick in die Verarbeitung von Cassava-Knollen (Maniok) und die Herstellung von Palmöl. An einem Fest führten verschiedene Frauengruppen ihre traditionellen Tänze auf und luden die Gäste aus der Schweiz ein, als Jury zu amten. Zudem durften diese die Frauen zu Hause besuchen und erhielten dadurch einen Einblick in den schwierigen Alltag in Nigeria.

An einem Nachmittag wurde die Verarbeitung von verschiedenen einheimischen Produkten vorgeführt (z.B. Kassava-Gries, Kerzen aus Palmkernfasern, Besen aus Palmblattrippen, Bohnenküchlein). Die Bündnerinnen ihrerseits erklärten mit Präsentationen, wie sie ihren Betrieb in der Schweiz führen und wie sie neue Vermarktungsmöglichkeiten und Kundensegmente für ihre Produkte gefunden haben. Barbara Candinas erzählte dabei von ihrem Cateringservice bei der Genossenschaft Amarenda, Irma Caveng und Caroline Gerner von ihrer langjährigen Erfahrung bei der Direktvermarktungsorganisation Scarnuz Grischun.

Der Besuch der drei Bündnerinnen fand im Rahmen einer Reise statt, die von MBARA OZIOMA organisiert wurde, einem Entwicklungshilfeprojekt der Bündner Oberländer Stiftung "Tür auf - mo vinavon". Mbara Ozioma hat nebst anderen Aktivitäten in Umunumo auch die Gründung der landwirtschaftlichen Genossenschaft St. Nicolas und den Bau ihrer Mühle unterstützt. Während der Reise haben die Bündner Landfrauen auch ein mögliches zukünftigen Farm- und Agrobusiness-Projekt von Mbara Ozioma in der Umgebung von Umunumo beraten.

Mbara Ozioma wurde für die Jahre 2019-2021 als Pfingstprojekt der Evangelisch-reformierten Landeskirche Graubünden ausgewählt. Damit wird die Organisation auch von der Kommission für Ökumene, Mission und Entwicklung (ÖME) und von Jacqueline Baumer von der Fachstelle ÖME weltweite Kirche unterstützt. Zu Pfingsten fliesst zudem die kantonale Kollekte in das Projekt. Die nächste Reise von Mbara Ozioma nach Nigeria findet voraussichtlich Anfang Februar nächsten Jahres statt. Dann wird entweder die Spitex-Organisation oder die neue Berufsschule von Umunumo im Zentrum stehen.

www.mbaraozioma.ch

Die Reise nach Umunumo in 14 Bildern
Fotos: Peter Kreiliger

HEKS und Brot für alle fusionieren

12.4.2019

Die kirchlichen Hilfswerke Heks und Brot für alle schliessen sich zusammen. Damit wollen sie ihre Position stärken und die Wirkung ihrer Projekte und Aktivitäten verbessern.

Bis im Jahr 2021 soll der Zusammenschluss der beiden Hilfswerke vollzogen sein. Das teilte das Hilfswerk der evangelischen Kirchen Schweiz (Heks) am Freitag in einem Pressecommuniqué mit. Im Oktober 2018 seien die ersten Arbeiten für den Zusammenschluss aufgenommen worden, Ende März respektive Anfang April hätten die Stiftungsräte der Organisationen schliesslich den Grundsatzbeschluss zur Fusion gefasst. Sie hoffen, damit Synergien zu schaffen und sowohl innovativer als auch konkurrenzfähiger zu werden.

Personalbestand soll reduziert werden. Die beiden Marken sollen vorläufig erhalten bleiben; Hauptsitz der neuen Organisation wird Zürich sein. Die Geschäftsstellen der Organisationen in Bern respektive Lausanne bleiben gemäss Mitteilung bestehen. Der Zusammenschluss werde aber eine «moderate Reduktion des Personalbestandes» mit sich ziehen, schreibt Heks. Diese soll «wenn immer möglich im Rahmen der regulären Personalfluktuation innerhalb der nächsten zwei Jahre umgesetzt werden.»

Heks hatte erst im März mitgeteilt, dass es den Gürtel enger schnallen muss wegen rückläufiger Spendenerträge, grosser Konkurrenz und der «allgemein schwierigen Wirtschaftslage». Sechs Stellen in der Schweiz fallen dieser Restrukturierung zum Opfer. Zudem zieht sich das Hilfswerk aus Ländern wie Moldawien und Simbabwe zurück. In Kolumbien sowie Israel/Palästina wird die Zahl der Projekte reduziert. Bereits früher beschlossen worden ist der Rückzug aus Indien.

Quelle: ref.ch

Aktionstag am internationalen Tag der Frau

4.3.2019

"Starke Frauen - gerechte Welt" in der Stadtbibliothek Chur

Zum internationalen Tag der Frau (8. März) spannt die Evangelisch-reformierte Landeskirche mit der Frauenzentrale, der Stadtbibliothek Chur, der Katholischen Landeskirche und weiteren Akteuren zusammen. Der Aktionstag steht  im Zusammenhang mit der "Ökumenischen Kampagne", die unter dem Motto «Gemeinsam für starke Frauen – gemeinsam für eine gerechte Welt» zum fünfzigsten Mal stattfindet. «Wir wollen gemeinsam feiern, uns austauschen und auch über Frauen- und Männeranliegen – also Gesellschaftsanliegen nachdenken», sagt Cathrin Räber, Geschäftsführerin und Präsidentin der Frauenzentrale Graubünden.

Das Tagesprogramm mit freiem Eintritt startet um 7.30 Uhr vor und in der Stadtbibliothek mit Rosen von chur@work und Gipfeli von Nationalratskandidatinnen. Ab 10 Uhr gibt es internationale Kurzfilme, Spiele und Geschichten für starke Mädchen und Frauen. 11.55 Uhr heisst es: «Fünf vor Zwölf» - ein Impulstheater zur ökumenischen Kampagne. Um 12.15 Uhr beginnt die Podiumsdiskussion mit und für Frauen aus Wirtschaft, Politik und Kirche. Zum Schluss des Tagesprogrammes liest Ursina Hartmann Frauentexte.

Das Abendprogramm startet ab 16.45 Uhr. In der Postremise in Chur feiern Frauen International den 8. März, danach Internationales Apéro-Buffet. Um 19 Uhr wird "Die Frauenflüsterin" von und mit Marietta Jemmi und um 20 Uhr der Damenchor "Chursüd" zu hören und zu sehen sein. Ab 20.30 Uhr tritt im Theater Chur das Tanztheater "Encounters" auf. Eintritt Abendprogramm: Frauentag-Pass CHF 50, nur Postremise CHF 30, Programm Frauenflüsterin CHF 20.

Flyer

 

Ökumenische Kampagne würdigt "unsichtbare Frauen"

6.3.2019

Unter dem Motto «Gemeinsam für starke Frauen – gemeinsam für eine gerechte Welt» feiern die Hilfswerke "Brot für alle" und "Fastenopfer" 50 Jahre "Ökumenische Kampagne".

Seit 1969 setzen sich Brot für alle und Fastenopfer in der gemeinsamen Ökumenischen Kampagne für eine gerechtere Welt ein. In der Jubiläumskampagne «Gemeinsam für starke Frauen – gemeinsam für eine gerechte Welt» wollen die Hilfswerke nun auf jene Frauen aufmerksam machen, die sich für Menschenrechte engagierten und dabei «oft unsichtbar» blieben, wie es auf der Website der Kampagne heisst.

50 Frauenporträts. Zu diesem Anlass haben die Hilfswerke die Broschüre «Gemeinsam verändern wir die Welt!» mit Porträts von Aktivistinnen aus der ganzen Welt publiziert. Vorgestellt werden fünfzig Frauen, darunter Vertreterinnen von Menschenrechtsorganisationen, Anwältinnen und Theologinnen, aber auch Bäuerinnen, Handwerkerinnen und Freiwillige aus Kirchgemeinden.

Engagierte Schweizerinnen. Auch einige Schweizerinnen sind unter den Porträtierten vertreten, so die ehemalige Fastenopfer-Direktorin Anne-Marie Holenstein, die reformierte Theologin Ina Praetorius oder Caterina Fierz Carinci, Freiwillige in der reformierten Kirchgemeinde Lugano. Gemeinsam sei diesen Frauen, dass sie massgeblich zum Erfolg von Brot für alle und Fastenopfer beigetragen hätten, schreiben die Hilfswerke im Vorwort.

Die Ökumenische Kampagne startetet am 6. März und dauert bis zum 21. April. Nationaler Höhepunkt ist der Jubiläums-Suppentag mit ökumenischem Gottesdienst am 13. April in Bern. Auch in Graubünden sind diverse Veranstaltungen geplant, darunter ein Rosen-Verkaufstag, Suppentag oder der Aktionstag in der Stadtbibliothek vom 8. März in Chur.

Stefan Hügli
Kommunikation
Quelle: ref.ch

50 Frauenportraits
Ökumenische Kampagne

Bündnerinnen für Umunumo

10.9.2018

„MBARA OZIOMA“ heisst das neue Pfingstprojekt. Peter Kreiliger hat es in Schiers vorgestellt.

Dienstagvormittag, 11.30 Uhr. Zwölf junge Frauen des „Offenen Kurses für Bäuerinnen“ treffen sich im Bildungszentrum Palottis in Schiers zur letzten Lektion vor der Mittagspause. Die Stühle in der hinteren Reihe sind schnell besetzt, vorne steht Peter Kreiliger, der eingeladen ist, aus Nigeria zu erzählen. In Jeans und Dreitagebart tritt er vor die Klasse und zeigt ein Bild von tanzenden Bäuerinnen. Er erzählt von afrikanischer Lebensfreude, von Tönen und Klängen und von Ozioma, jenem Priester, der einst aus dem Bündner Oberland nach Nigeria zurückkehrte und eine Gemeindepartnerschaft begründete, die heute noch Menschen aus Afrika und der Schweiz miteinander verbindet.

Umunumo – so heisst das Dorf, von dem Kreiliger erzählen will. Kreiliger ist Schulleiter und Filmemacher, der sich in seiner Freizeit für Entwicklungszusammenarbeit stark macht. Er zeigt eine Karte von Nigeria. Umunumo liegt im Süden, mitten im Regenwald. Wer hier wohne, verdiene den Lebensunterhalt mit Landwirtschaft oder Kleingewerbe. Kreiliger erklärt den angehenden Bäuerinnen die dort übliche „Drei-Etagen-Landwirtschaft“. Auf der untersten Etage wird Maniok oder Yams angepflanzt. Die Bäume stünden jedoch so dicht, dass für Maschinen kein Durchkommen sei, für Traktoren schon gar nicht. Die mittlere Etage besteht aus Sträuchern, Stauden und Büschen - hier wachsen Nüsse, Beeren und Früchte, Mango zum Beispiel oder Papaja. Die oberste Etage besteht aus dem Blätterwerk der Bäume, das der Landwirtschaft den nötigen Schatten spendet, hier wachsen die Palmfrüchte. „Ohne Bäume wäre hier Wüste“, sagt Kreiliger.

Die Frauen stärken. Hauptakteure in Kreiligers Ausführungen sind die Frauen. Sie sind es, die die landwirtschaftliche Arbeit hauptsächlich leisten. Sie arbeiten auf dem Acker, erziehen die Kinder und sorgen dafür, dass die Familie das Nötigste hat. „Es lastet eine enorme Last auf den Schultern der Frauen“, sagt Kreiliger. Erschwerend komme hinzu, dass Frauen in Nigeria für gewöhnlich in die Familie ihres Mannes einheiraten und so ihr Dorf und ihr angestammtes soziales Netz verlassen. MBARA OZIOMA wolle die Stellung der Frauen stärken. Auch mit einer Genossenschaft, die sie bei der Vermaktung ihrer Produkte unterstützt. Dieser Genossenschaft gehören mittlerweile über 300 Frauen an.

In der Surselva entstanden. Der Verein MBARA OZIOMA wurde vor 12 Jahren in der Cadi gegründet und ist mittlerweile breit abgestützt. „Es geht um Empowerment“, sagt Kreiliger. Als konkretes Beispiel zeigt er eine Ölpresse, an der zwei Frauen aus Palmfrüchten Öl gewinnen. Die Ölpresse ist Teil eines grösseren Mühlebetriebs, welchen MBARA OZIOMA in Umunumo mitfinanziert. Für Jugendliche hat MBARA OZIOMA eine Berufsschule für Holz- und Metallbearbeitung aufgebaut – und eine Spitex, die eine minimale Gesundheitsversorgung fernab des Spitals garantiert. „Es geht darum, den Menschen vor Ort zu helfen, damit sie nicht ihre Heimat verlassen“, sagt Kreiliger.

Reise und Austausch. Im April wird Kreiliger mit einer Gruppe Interessierter nach Umunumo fliegen. Sein Wunsch ist es, dass auch einige Bäuerinnen aus Graubünden dabei sind, die sich mit den Frauen in Umunumo fachlich austauschen könnten. Die Entwicklungsarbeit in Umunumo wird auch von der Evangelisch-reformierten Landeskirche Graubünden unterstützt. Im Rahmen des „Pfingstprojekts“ wird sie das Projekt drei Jahre lang mittragen. Ein Informationsanlass findet am 22. November 2018 um 18 Uhr an der Loëstrasse 60 in Chur statt. Die Reise nach Umunumo vom April 2019 steht allen Interessierten offen.

Flyer Pfingstprojekt
Flyer Reise
www.mbaraozioma.ch

Bild: Macht sich stark für die Frauen in Umunumo: Peter Kreiliger im Bildungszentrum Palottis in Schiers.

Thöny in Stiftungsrat von "Brot für alle"

18.6.2018

Für weltweite Solidarität

Kirchenratspräsident Andreas Thöny wurde an der Abgeordnetenversammmlung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds in den Stiftungsrat von Brot für alle gewählt. Mit dieser Wahl verstärke die Entwicklungsorganisation ihr Netzwerk in Kirche und Politik, heisst es in einer Mitteilung. Brot für alle setzt sich im Norden wie im Süden für neue Modelle der Nahrungsmittelproduktion und der Wirtschaft ein. Thöny bringt langjährige Erfahrung in politischen und kirchenpolitischen Ämtern mit.

Ebenfalls in ein kirchliches Werk gewählt wurde Barbara Hirsbrunner. Die Bündner Kirchenrätin wird neu dem Kontinentalausschuss von mission 21 angehören. Neben dem Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS) und der Entwicklungsorganisation Brot für alle (Bfa) ist mission 21 das dritte kirchliche Werk, welches die Kirchenfenster weit öffenet. Im Auftrag des Kirchenbunds pflegen sie Beziehungen zu Partnerorganisationen und Kirchen im In- und Ausland und machen sich stark für Gerechtigkeit, Friede und Bewahrung der Schöpfung weltweit.

 

Neues vom Pfingstprojekt

19.5.2018

Zukunft dank Integration

Wenn Kriszta Naszadi von der „Integration der jungen Roma-Generation“ in Ungarn spricht, dann bekommt dieses so ungelenkige Wort ein Gesicht. Es werden Schicksale sichtbar, Menschen, die weit unter der Armutsgrenze leben – ohne Hoffnung auf Besserung. Viele Romas leben im Nordosten Ungarns an Orten, wo sonst kaum jemand leben will. Naszadi zeigt ein Bild eines Hauses, das aus nur einem Raum besteht. Es sei das Haus einer Familie mit sieben Kindern, Toiletten gebe es keine, fliessendes Wasser auch nicht. Mit dem Projekt „Integration der jungen Romageneration“, das auch von der Bündner Kirche unterstützt wird, will Naszadi zumindest Kindern und Jugendlichen den Glauben an eine Zukunft wiedergeben.

Riss in der Gesellschaft. Naszadi arbeitet für die Reformierte Kirche in Ungarn und als Koordinatorin für das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz (HEKS). Sie hat Dörfer kennengelernt, da niemand eine Arbeit hat, ausser jenen Personen, die als Strassenkehrer für die Gemeinde oder als Lehrperson für die Schule arbeiteten. Wer kann, zieht weg und Familien, die das nötige Geld hätten, würden ihre Kinder in die Schule der Stadt fahren, wo sie bessere Bedingungen vorfinden. Das führt mittelfristig zur Separation und das Verhältnis zwischen Mehrheitsbevölkerung und Romas wird weiter belastet.

Die Ressentiments gegen die Romas sind in der ungarischen Bevölkerung heute schon gross. Selbst in den Kirchgemeinden sei es nicht einfach, Leute für Romaprojekte zu motivieren, sagt Naszadi. Sie zeigt eine Karte, auf der 14 Orte markiert sind. Hier gebe es Förderklassen, Eltern-Kind-Gruppen oder Kinderfreizeiten für Romas. Die Kinder und Jugendlichen werden dabei gezielt gefördert, sie lernen Berufe kennen und bekommen schulische und soziale Unterstützung. Über 500 Kinder hätten bereits davon profitiert.

Erfolg durch Wertschätzung. Respekt ist keine Selbstverständlichkeit, das realisiert, wer Naszadi mit grossem Engagement von ihrer Arbeit erzählen hört. Wo gegenseitige Wertschätzung und Achtung die Grundlage für das Zusammenleben sind, könne sich vieles entwickeln, ist Naszadi überzeugt. Ein Kind beispielsweise, das sich aufgehoben fühle, lerne besser - und es lerne selbst Mathematik. Wo Freundschaften zwischen Romas und Ungaren entstehen,  habe das langfristig auch gesellschaftliche Auswirkungen. Die grösste Veränderung könnte nach Meinung Naszadis erreicht werden, wenn der Staat ins Schulsystem eingreifen und die freie Schulwahl aufheben würde. Politisch ist das aber im Ungarn von Victor Orban kein Thema.

Beziehungsarbeit. Und so hält sich Naszadi an das zurzeit Mögliche. Was ihr an dem Integrationsprojekt zugunsten junger Romas am besten gefalle, wollte ich von ihr wissen. Naszadi erzählt von der Dankbarkeit der Kinder, von den Volksliedern der Roma mit ihrem Mix aus Traurigkeit und Heiterkeit. Sie berichtet davon, dass es, allen Ressentiments zum Trotz, immer wieder gelinge, Brücken zwischen den Ethnien zu bauen. Häufig würden diese durch junge Leute initiiert. „Es geht eben alles über die Beziehung“, sagt Naszadi. „Nur sie ermöglicht das Verständnis“.

Die Kollekte der Pfingstgottesdienste kommt vollumfänglich der Integration junger Romas zugute.

 

Kriszta Naszadi kommt nach Graubünden

28.4.2018

Hoffnung praktisch weitergeben. Kriszta Naszadi wird über das Pfingstprojekt der Bündner Kirche berichten.

„Ich kann es schwer ertragen, wenn Kinder keine Chance haben“, sagt Kriszta Nazadi, und erzählt davon, dass in Ungarn Romakinder oft unter ihresgleichen aufwachsen, getrennt von Gleichaltrigen anderer Familien. „Das führt zu enormen Spannungen“, sagt Naszadi. Die Mehrheit der jungen Roma sei schlecht ausgebildet, hätte keinen Schulabschluss und in Folge davon haben neun von zehn junge Romas keinen Job. „Das untergräbt das Selbstbewusstsein“, sagt Naszadi. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, der Isolation entgegenzuwirken. Das ist ihr so wichtig, dass sie ihre Stelle als Cheflektorin eines Verlags aufgab und nun ganz auf die Integrationsarbeit setzt. „Die Zeit drängt“, mahnt Naszadi. Denn mit jeder neuen Generation erhöhe sich der Anteil armutsgefährdeter Kinder und Jugendlicher unter den Romas.  

Kriszta Naszadi ist heute Projektkoordinatorin des Hilfswerks der Evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS). Im Auftrag der reformierten Kirche Ungarn begleitet sie zwölf reformierte Kirchgemeinden, die Romas bei der Bildung und Alltagsbewältigung unterstützen und gleichzeitig gegenseitige Wertschätzung fördern. Naszadi erlebt dabei Erstaunliches und lernt vieles kennen, was sie als gebürtige Ungarin bisher nicht kannte. Von Wertvorstellungen bis hin zu Kunstgemälden lokaler Künstler, über die sie in der Schule nie etwas gehört hatte. Sie mag das „Energetische“ und „Ausdrucksvolle“ der Roma-Kultur. Im Rahmen der Kirchgemeindearbeit wirbt sie für Verständnis, fördert gemeinsame Erlebnisse und versucht immer wieder, Vorurteile abbauen. Der Weg dazu ist simpel: gemeinsam kochen, auch mal singen, tanzen oder einen  Poetry Slam mit Jugendlichen veranstalten. Wo Menschen einander begegnen, wächst Verständnis von alleine.

Auch die Bündner Kirche unterstützt Naszadis Arbeit. Sie lässt die Pfingstkollekten der reformierten Kirche in Ungarn zukommen. In den letzten beiden Jahren kamen so je 17‘000 Franken zusammen. Die Arbeit dürfte so schnell nicht ausgehen. In Ungarn leben rund 800‘000 Roma, das sind 10 Prozent der Bevölkerung.

-

Die Veranstaltungen mit Kriszta Naszadi finden vom 13. bis 16. Mai 2018 in Schiers, Grüsch, Cazis, Fürstenaubruck und Chur statt.

  • Sonntag, 13. Mai, 10 Uhr, reformierte Kirche Schiers
  • Montag, 14. Mai, 19 Uhr, Primarschule Grüsch, Singsaal
  • Dienstag, 15. Mai, 20.00h, Steinkirche Cazis
  • Mittwoch, 16. Mai, 14.30 Uhr, Haus Viadi, Fürstenaubruck
  • Mittwoch, 16. Mai, 20.00 Uhr, Kirchgemeindehaus Comander Chur, Sennensteinstrasse 28

 

 

Rosen schenken - neu auch per Smartphone

5.3.2018

Rosen für das Recht auf Nahrung

Am Samstag, dem 10. März, findet der Rosenverkauf der kirchlichen Hilfswerke Brot für alle und Fastenopfer statt. Freiwillige verkaufen Rosen für eine symbolische Spende von fünf Franken. Die Aktion wird von Bündner Kirchgemeinden und Pfarreien mitgetragen. Unter dem Motto „Fair-Trade-Rosen für das Recht auf Nahrung" kommt der Erlös Bauern in Entwicklungsländern zugute. Ihnen soll ermöglicht werden, das traditionelle Saatgut zu pflegen und so die Abhängigkeit von der Saatgutindustrie zu mindern.

100‘000 Rosen stellt Coop Schweiz den Hilfswerken für diese Aktion vergünstigt zur Verfügung. Sie stammen aus afrikanischen Blumenfarmen, wobei das Gütesiegel „Max Havelaar“ Fairness in Produktion und Handel garantiert. „Diese Rosen zu schenken macht drei Mal Freude“, sagt Jacqueline Baumer von der Evangelisch-reformierten Landeskirche. Sie machen die Beschenkten glücklich, ermöglichen fairen Handel und stärken zugleich die Lebensgrundlage von Menschen im Süden.

Die Rosenaktion ist Teil der Ökumenischen Kampagne, die noch bis Ostern dauert. Mit der APP „Give a Rose“ können die Rosen auch virtuell per Smartphone verschenkt werden - zum Beispiel als Geburtstagsgruss. Die APP ist ganzjährig über die APP-Stores verfügbar.

Die Verkaufsstandorte in Graubünden:

  • Laax: Volg Falera, ab 9 Uhr
  • Laax: Volg Laax, ab 9 Uhr
  • Ilanz: Ilanzer Dominikanerinnen, Klosterweg 16
  • Ilanz: Landsgemeindeplatz (beim Stadtbrunnen), ab 10 Uhr
  • Vals: vor der Pfarrkirche, 10. März: 20.15 Uhr, 11. März. 10.45 Uhr
  • Zizers: Denner, Coop, Bäckerei Signer, ab 8.30 Uhr
  • Vorder- und Mittelprättigau: Volg Grüsch, Bäckerei Vetsch Jenaz, Volg Fanas, Volg Schiers, 8–12 Uhr
  • Davos Platz: Rätia Shopping, 9–12 Uhr
  • Landquart / Igis / Maienfeld: Coop / Bäckerei Ziegler
  • Bonaduz / Rhäzüns: Volg Tamins, Coop Bonaduz, Denner Rhäzüns, 9–11 Uhr
  • Cazis, vor der Post, ab 8.30h
  • Flerden: Lädeli, 9 bis 11.30 Uhr
  • Scharans: Dorfplatz Scharans vor dem Dorfladen, 8-11 Uhr
  • Vicosoprano, Parrocchia S. Gaudenzio: in den Dörfern Maloja bis Castasegna, 9–11.30 Uhr
  • Poschiavo: Plaza dal Suisse, 9–12 Uhr, 14–16 Uhr

Ökumenische Kampagne

Sieben Wochen: "Werde Teil des Wandels"

Ökumenische Kampagne

Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit stehen im Zentrum der ökumenische Kampagne 2018 der Hilfswerke Brot für alle und Fastenopfer. Die Hilfswerke betonen in ihrer Kampagne die individuelle Verantwortung. Die Kampagne dauert bis Ostern.

«Werde Teil des Wandels» fordert die ökumenische Kampagne 2018 von Brot für alle und Fastenopfer. Jede und jeder Einzelne könne dazu beitragen, die Welt nachhaltiger und gerechter zu gestalten. Sie fordern den «Grossen Wandel».

Politische Massnahmen, Rechtsreformen und technische Innovationen seien zwar wichtig, aber das genüge nicht. «Jeder muss seine eigene Bequemlichkeit überwinden. Es braucht einen inneren Wertewandel», erklärt Lorenz Kummer, der Kommunikationsverantwortliche von Brot für alle.

Auf der Website sehen-und-handeln.ch stellen die Hilfswerke lokale Projekte vor, die Nachhaltigkeit im Alltag fördern. Ausserdem geben sie Tipps, wie man bewusster konsumieren oder zu viel Abfall vermeiden kann. Weiter wird auf lokale Tauschbörsen, solidarische Landwirtschaft und Zero-Waste-Projekte verwiesen.

Die Kampagne wolle zeigen, wie genussvoll dieser «Grosse Wandel» sein könne.  «Wir wollen zeigen, dass  so ein Wertewandel kein Verzicht auf Freude bedeutet. Wir betonen die schönen Seiten eines bewussten Konsums», sagt Kummer. Leicht sei es dennoch nicht. Wer Nachhaltigkeit im Alltag umsetzen will, braucht Zeit und Durchhaltewillen. Dazu brauche es längerfristig die passenden gesellschaftlichen Strukturen und flexiblere Arbeitsmodelle.

«Es ist ein Wechselspiel zwischen der individuellen Verantwortung, der Politik und der Gesellschaft», sagt Kummer. Die ökumenische Kampagne zur Fastenzeit wolle ergänzend zu anderen politischeren Kampagnen die Verantwortung des Einzelnen thematisieren.

Im Rahmen der Kampagne diskutieren Fachleute und Teilnehmer über persönliche Gewohnheiten und nachhaltigen Wandel. Ausserdem starteten die Hilfswerke die spielerische Website «Join my Challenge». Dort kann man sich eine eigene kleine Herausforderung stellen – zum Beispiel zehn Tage lang auf Schokolade verzichten – und sich dafür von seinen Freunden mit Spenden an Brot für alle und Fastenopfer sponsern.

Die Ökumenische Kampagne dauert noch bis Ostern.

Quelle: ref.ch

Dossier "Werde Teil des Wandels"

Ehe für alle: Synode soll Stellung nehmen

9. Dezember 2019

Aus dem Kirchenrat

Ehe für alle. Der Kirchenrat nimmt die Empfehlung des Kirchenbundes zur Kenntnis, wonach die Ehe auf zivilrechtlicher Ebene für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet werden soll. Er überweist die Empfehlung an die Synode zur Stellungnahme.

Reformiert.Graubünden. Der Kirchenrat wählt Fadrina Hofmann, Redaktorin bei der Südostschweiz, als neues Mitglied der Herausgeberkommission.

Personelles. Der Kirchenrat genehmigt folgende Verträge: den Arbeitsvertrag des Kolloquiums IX Prättigau mit Sozialdiakonin Heidi Rupf; die Provisionsverträge von Pfr. Dominik Fröhlich und von Pfrn. Rahel Walker Fröhlich mit der Kirchgemeinde Oberengadin; den Stellvertretungsvertrag von Pfr. Alistair Murray mit der Kirchgemeinde Castrisch/Riein/Sevgein. Zudem genehmigt er die Wahl von Pfr. Reinhard Eisner durch die Kirchgemeinde Jenaz/Buchen.

Medienarbeit. Zur Unterstützung der Medienarbeit der Landeskirche erteilt der Kirchenrat ein Mandat „Medienkontakte und Berichterstattung“ an Pfrn. Sabine-Claudia Nold. Dieses ist vorläufig auf ein Jahr beschränkt.

Umlenkungsantrag. Der Kirchenrat genehmigt den Umlenkungsantrag der Kirchgemeinde Saas. Mit Umlenkungsanträgen können Gemeinden wegfallende Unterrichtsstunden kompensieren.

Kirchliche Bauten. Der Kirchenrat spricht folgende Beiträge: 27‘350 Franken an die Sanierungsarbeiten im Kirchgemeindehaus Brusio; 23‘700 Franken an die Sanierungsarbeiten des Kirchgemeindehauses Thusis; 13‘975 Franken an den Pfarrhausumbau in Scuol.

Unterrichtstraining. Der Kirchenrat wählt Pfr. Jens Köhre zum Co-Leiter des Unterrichtstrainings.

Amtsbericht. Der Kirchenrat verabschiedet die Anpassung der Gliederung. Amtsbericht, Rechnungslegung und Budget haben ab 2020 dieselbe Struktur.

 

Stefan Hügli
Kommunikation

Bild: istockphoto.com

Botschaft zum Regionengesetz verabschiedet

12. November 2019

Aus dem Kirchenrat

Gesetzgebung. Der Kirchenrat verabschiedet die Botschaft zum neuen Regionengesetz. Als nächstes folgt die Beratung im Evangelischen Grossen Rat.

Terminverschiebung. Die Frühjahrssitzung des Evangelischen Grossen Rates findet am 4. Juni 2020 statt. Grund für die Verschiebung ist die Belegung des Grossratssaals.

Kirchenbücher. In den neuen Kirchenbüchern können auch „weitere kirchliche Handlungen“ eingetragen werden. Der Kirchenrat genehmigt das entsprechende Reglement (216).

Unterrichtstraining. Der Kirchenrat diskutiert das Obligatorium des Unterrichtstrainings für neu im Kanton Graubünden arbeitende Pfarrpersonen.

Nothilfe. Der Kirchenrat überweist 5000 Franken für die Betreuung von Kriegsflüchtlingen in Syrien (HEKS).

GemeindeBilden. Der Kirchenrat genehmigt einen Umlenkungsantrag der Gemeinde Ausserheinzenberg. Mit Umlenkungsanträgen können wegfallende Religionsstunden durch GemeindeBilden-Projekte kompensiert werden.

Stefan Hügli
Kommunikation

Solidarität statt Nutzen

3. September 2019

Aus dem Kirchenrat

Vernehmlassung. Staatliche Entwicklungszusammenarbeit soll nicht primär wirtschaftlichen Interessen dienen, sondern der Armutsbekämpfung. Das sagt der Kirchenrat in der Vernehmlassung zum Botschaftsentwurf „Internationale Zusammenarbeit 2021-2024“ des Bundes.

Personelles. Der Kirchenrat genehmigt den Provisionsvertrag zwischen der Kirchgemeinde Landquart und Pfr. Tobias Winkler. Er genehmigt die befristeten Stellvertretungsverträge zwischen der Kirchgemeinde Andeer und Pfrn. Susanna Klöti sowie der Kirchgemeinde Davos Platz und Pfr. Patrick Brand.

Mobilfunkantennen. Der Kirchenrat verzichtet auf eine Empfehlung in Sachen Mobilfunkantennen in Kirchtürmen. Der Entscheid liege bei den Eigentümern – und das sind die Kirchgemeinden oder die politischen Gemeinden.

Gesetzesrevision. Der Kirchenrat beschliesst die Reihenfolge der Gesetzgebungsvorhaben im Zusammenhang mit der neuen Verfassung. Der Zeitplan rechnet mit fünf Jahren. Den Anfang macht das Gesetz zur Bildung von Kirchenregionen.

GemeindeBilden. Der Kirchenrat genehmigt Umlenkungsanträge aus den Gemeinden Avers, Churwalden, Parpan, Ardez/Ftan/Guarda und Rheinwald. Mit Umlenkungsanträgen können wegfallende Religionsstunden durch GemeindeBilden-Projekte kompensiert werden.

Stefan Hügli
Kommunikation

Solidarität statt Nutzen

3. September 2019

Aus dem Kirchenrat

Vernehmlassung. Staatliche Entwicklungszusammenarbeit soll nicht primär wirtschaftlichen Interessen dienen, sondern der Armutsbekämpfung. Das sagt der Kirchenrat in der Vernehmlassung zum Botschaftsentwurf „Internationale Zusammenarbeit 2021-2024“ des Bundes.

Personelles. Der Kirchenrat genehmigt den Provisionsvertrag zwischen der Kirchgemeinde Landquart und Pfr. Tobias Winkler. Er genehmigt die befristeten Stellvertretungsverträge zwischen der Kirchgemeinde Andeer und Pfrn. Susanna Klöti sowie der Kirchgemeinde Davos Platz und Pfr. Patrick Brand.

Mobilfunkantennen. Der Kirchenrat verzichtet auf eine Empfehlung in Sachen Mobilfunkantennen in Kirchtürmen. Der Entscheid liege bei den Eigentümern – und das sind die Kirchgemeinden oder die politischen Gemeinden.

Gesetzesrevision. Der Kirchenrat beschliesst die Reihenfolge der Gesetzgebungsvorhaben im Zusammenhang mit der neuen Verfassung. Der Zeitplan rechnet mit fünf Jahren. Den Anfang macht das Gesetz zur Bildung von Kirchenregionen.

GemeindeBilden. Der Kirchenrat genehmigt Umlenkungsanträge aus den Gemeinden Avers, Churwalden, Parpan, Ardez/Ftan/Guarda und Rheinwald. Mit Umlenkungsanträgen können wegfallende Religionsstunden durch GemeindeBilden-Projekte kompensiert werden.

Stefan Hügli
Kommunikation

Gesucht: Jugendbotschafter/-innen weltweit

young@mission

Der zweite Durchlauf des internationalen Jugendbotschaftsprogramms findet vom November 2019 bis November 2021 statt. Bereits 2019 bereiten sich Interessierte zwischen 18 und 30 Jahren auf ihre Rolle als Jugendbotschafter/-in vor. Nach einer Reise zu einer Partnerorganisation in Afrika, Asien oder Lateinamerika im Jahr 2020 finden im Folgejahr Rückbesuche von internationalen Jugendbotschafter/-innen in die Schweiz statt.

Mit Zertifikat. Wer teilnimmt, erhält am Ende des Programms ein Zertifikat für interkulturelle Kompetenzen in Zusammenarbeit mit dem IKF Luzern.

Interessiert?

Veranstalter: Mission 21

Flyer

5000 Franken für die Opfer der Waldbrände

10. Oktober 2019

Aus dem Kirchenrat

Nothilfe. Der Kirchenrat bewilligt 5000 Franken für die „Nothilfe Amazonas“ (HEKS). Das Geld kommt indigenen Menschen in Brasilien zu gut, deren Existenz durch die Waldbrände gefährdet ist.

Personelles. Der Kirchenrat genehmigt die Wahl von Pfr. Richard Aebi durch die Kirchgemeinde Davos Altein. Er genehmigt die Arbeitsverträge von Pfr. Alistair Murray mit der Kirchgemeinde Safiental und von Pfrn. Claudia Gabriel mit der Kirchgemeinde Vaz/Obervaz.

Budget. Der Kirchenrat bereinigt und verabschiedet das Budget 2020 zuhanden des Evangelischen Grossen Rates.

Gesetzesrevision. Der Kirchenrat verabschiedet eine Informationsbroschüre zu den Gesetzgebungsprojekten der nächsten fünf Jahre.

Palliative Care. Der Kirchenrat nimmt die Auswertung des Palliative Care Projekts zur Kenntnis. Im stationären Bereich ist die Zusammenarbeit besser als im ambulanten.

Kommunikation. Der Kirchenrat beschliesst Anpassungen im Corporate Design der Kantonalkirche und gibt die Erarbeitung von Officevorlagen und eines Manuals in Auftrag.

GemeindeBilden. Der Kirchenrat genehmigt Umlenkungsanträge aus den Gemeinden Thusis, Masein und Cazis. Mit Umlenkungsanträgen können wegfallende Religionsstunden durch GemeindeBilden-Projekte kompensiert werden.

Stefan Hügli
Kommunikation

Damit Kirche lebendig bleibt

12. August 2019

Aus dem Kirchenrat

Kommunikation. Der Kirchenrat genehmigt das Kommunikationskonzept für die landeskirchlichen Gesetzesgebungsvorhaben. Der Kickoff ist anlässlich der Herbstsitzung des Evangelischen Grossen Rates vom 13. November 2019 geplant.

RU-Ausbildung. Der Kirchenrat genehmigt das Ausbildungskonzept des interkantonalen OKTAV-Lehrgangs zur Ausbildung von Fachlehrpersonen Religion. Neu umfasst der Lehrgang auch die Primarstufe.

Geschäftsordnung Synode. Daie Synode wird sich an einer ausserordentlichen Synode mit der Revision ihrer Geschäftsordnung befassen. Diese findet am 27./28. Januar 2020 im Rahmen der synodalen Arbeitstagung statt.

Personalgesetz. Der Entwurf des Personalgesetzes wird auch den Berufsvereinigungen (Pfarrverein, Diakonatskapitel, Fachlehrpersonen Religion, Sigristenverband, Verband für Orgeldienst und Kirchengesang in Graubünden) zur Stellungnahme vorgelegt.

Personelles. Der Kirchenrat genehmigt die Wahl von Pfrn. Wilma Finze-Michaelsen durch die Kirchgemeinde Landquart.

Unterstützung. Der Kirchenrat unterstützt die „Feckerchilbi 2020 Chur“ mit 1000 Franken. Die Feckerchilbi ist altes Brauchtum der Jenischen in der Schweiz.

Last Call. Der Kirchenrat setzt den 31. Dezember 2019 als allerletzte Frist für sogenannte „Umlenkungsanträge“ fest. Finanzabhängige Gemeinden, die bis dahin keine Projekte eingereicht haben, haben mit Kürzungen des Pfarramtsstellenpensums zu rechnen.

Stefan Hügli
Kommunikation

Baubeiträge von 500'000 Franken

9. Juli 2019

Aus dem Kirchenrat

Personelles. Der Kirchenrat genehmigt den Provisionsvertrag zwischen der Kirchgemeinde Scuol/Tarasp und Pfr. Niklaus Friedrich.

Baubeiträge. Der Kirchenrat bewilligt 73‘400 Franken für die Sanierung der Kirche Giarsun in Guarda; 366‘700 Franken für die Feuchtigkeitssanierung der Kirche in Fideris; 39‘200 Franken für die Renovation der Kirche San Andrea in La Punt; 24‘000 Franken für die  Restaurierung der Friedhofmauer in Davos Platz.

Frauensynode. Der Kirchenrat unterstützt die Frauensynode 2020 mit 1000 Franken.

Gesetzgebung. Der Kirchenrat überarbeitet den Entwurf des Gesetzes über die Bildung von Kirchenregionen und des Personalgesetzes zuhanden der Vernehmlassung in der Synode. Grundlage für die Überarbeitung sind die Vernehmlassungsantworten aus den Kolloquien.

Schräge Geschichten. Der Kirchenrat unterstützt das Buch „Der schiefe Turm – schräge Geschichten“ von Pfr. Dr. Holger Finze-Michaelsen, Igis, mit 1000 Franken.

Stefan Hügli
Kommunikation

Für mehr Gleichberechtigung

10.6.2019

Frauenstreik: Kirchenrat unterstützt Anliegen

Der Kirchenrat unterstützt die Evangelischen Frauen Schweiz, die anlässlich des Frauenstreiktags vom 14. Juni mit sieben Thesen zu Veränderungen in Gesellschaft und Kirche aufrufen. Auch 23 Jahre nach Inkrafttreten des Gleichstellungsgesetzes bleibt die praktische Gleichstellung von Frauen und Männern eine Herausforderung. Zum Beispiel bei der zweiten Säule der Altersvorsorge, wo Personen mit mehreren kleinen Pensen – und das sind oft Frauen – benachteiligt sind. Der Kirchenrat fördert bei den landeskirchlichen Angestellten die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und er unterstützt Bestrebungen, unbezahlte Care-Arbeit neu zu bewerten. Eine Selbstverständlichkeit ist für den Kirchenrat, dass alle kirchlichen Engagements vom freiwilligen Dienst bis zur Kirchenleitung für alle Geschlechtsidentitäten offen sind. Pfarrerinnen gibt es übrigens in der Evangelisch-reformierten Landeskirche Graubünden seit mehr als fünfzig Jahren.

Die sieben Thesen der Evangelischen Frauen Schweiz sind unter www.efs.ch zu finden.

Autobahnkirche: 5'000 Franken an Projektarbeit

6.6.2019

Aus dem Kirchenrat

Autobahnkirche. Der Kirchenrat bewilligt einen Beitrag von 5‘000 Franken an die Erarbeitung des Projekts „Autobahnkirche Andeer A13“.

Personelles. Der Kirchenrat genehmigt den Provisionsvertrag der Kirchgemeinde Mesolcina/Calanca mit Pfrn. Susanne Ortmann. Er wählt Pfrn. Hannah Thullen in die Kommission Kirche im Tourismus und Pfrn. Suzanna Hulstkamp in die Kommission ÖME Weltweite Kirche.

Augustkollekten. Der Kirchenrat setzt die Augustkollekte 2019 zugunsten des „Fördervereins Hospiz Graubünden“ ein. Als Ersatz für das Projekt der Augustkollekte 2018 unterstützt er Mission 21 beim Bau eines Schulhauses in der Demokratischen Republik Kongo. Die Kollekte hatte 15‘745 Franken ergeben.

„reformiert.“ Der Kirchenrat wählt Martina Fontana als Redaktorin von Nossa Baselgia, der romanischsprachigen Themenseite. Frau Fontana wird Nachfolgerin von Pfr. Magnus Schleich und tritt ihre Stelle am 1. August 2019 an.

Ilanz. Der Kirchenrat bewilligt einen Beitrag von 2000 Franken an die Abschlussfeierlichkeiten des Projekts „Refo500“ in Ilanz.
Prättigau. Der Kirchenrat genehmigt die Änderungen der Kolloquialstatuten und der Stiftungsurkunde der Evangelischen Gedächtnisstiftung. Grund dafür ist eine Organisationsänderung bei der Stiftung.

Software. Der Kirchenrat spricht 35‘000 Franken (einmalig) und 18‘000 Franken (wiederkehrend) an das Update der Finanzsoftware. Dieses ist für die Umstellung auf das harmonisierte Rechnungsmodell 2 zwingend.

Stefan Hügli
Kommunikation

5000 Franken Nothilfe für Simbabwe

14.5.2019

Aus dem Kirchenrat

Simbabwe. Der Kirchenrat spricht 5‘000 Franken für die Nothilfe in Simbabwe nach dem Tropensturm.

Flüchtlingsarbeit. Der Kirchenrat wählt Frau Rita Gianelli (Davos Platz) auf die Fachstelle Migration, Integration und Flüchtlinge. Rita Gianelli folgt auf Sozialdiakonin Daniela Troxler und tritt die Stelle am 1. September 2019 an.

Weiterbildungen. Der Kirchenrat ergänzt das Reglement Nr. 952 für die Weiterbildung kirchlicher Mitarbeiter/-innen, indem er dessen Geltungsbereich präzisiert. Das ergänzte Reglement tritt auf den 1. Januar 2020 in Kraft.

Strukturelles. Der Kirchenrat genehmigt die Teilrevision der Kirchgemeindeordnung von Malans.

GemeindeBilden. Der Kirchenrat spricht sich für ein „Forum Diakonie und Sozialarbeit“ aus, das im Mai 2020 stattfinden soll. Zudem genehmigt er einen Umlenkungsantrag aus der Gemeinde Trin. Umlenkungsanträge ermöglichen es den Gemeinden, wegfallende Religionsstunden durch GemeindeBilden-Projekte zu kompensieren. Sie können nur noch bis Ende Juli 2019 eingereicht werden.

Stefan Hügli
Kommunikation

Überschuss von 3'000 Franken

8.4.2019

Aus dem Kirchenrat

Jahresrechnung. Der Kirchenrat genehmigt die Rechnung 2018 der Kantonalen Evangelischen Kirchenkasse. Diese schliesst mit einem Überschuss von 3‘009 Franken bei Einnahmen von 11‘959‘655 Franken und Ausgaben von 11‘956‘646 Franken. Zudem genehmigt der Kirchenrat die Bilanz und Erfolgsrechnung der Stiftung Lienhard-Hunger, der Anton Cadonau-Gedächtnis-Stiftung, des Notfonds KEK sowie der Kollekten- und der Synodalkasse.

Amtsbericht. Der Kirchenrat verabschiedet den Amtsbericht 2018. Dieser gibt Auskunft über die Tätigkeit der Landeskirche im vergangenen Jahr. Er wird in der Juni-Sitzung dem Evangelischen Grossen Rat zur Diskussion und zur Genehmigung vorgelegt werden. 

Personelles. Der Kirchenrat genehmigt den Provisionsvertrag zwischen der Kirchgemeinde Jenaz/Buchen und Pfr. Reinhard Eisner, Jenaz. Er wählt Frau Michèle Klarer, Felsberg, als Mitarbeiterin in der Finanzverwaltung.

Reformierte Identität. Der Kirchenrat genehmigt Beiträge für folgende Projekte: 1‘000 Franken für die Aufarbeitung der Geschichte der Sprachvereinigungen „Renania“ und „Romania“ in der Surselva durch Dr. Christian Collenberg, Chur, und Dr. Manfred Veraguth, Sagogn; 6‘000 Franken für die Aufarbeitung der Reformationsgeschichte in Italienischbünden und im Veltin; 1‘000 Franken für die Passionskonzerte des Festtagschors Prättigau unter der Leitung von Rolf Rauber.

Anton Cadonau. Der Kirchenrat bestätigt die Stiftungsratsmitglieder für die Anton Cadonau Gedächtnisstiftung: GR Walter Grass (Urmein), Dekanin Cornelia Camichel Bromeis (Davos Platz), Pfr. PD Dr. Jan-Andrea Bernhard (Strada i. O.) und Pfr. Harald Schade (Flims).

Bauliches. Der Kirchenrat beteiligt sich an folgenden Renovationsvorhaben: mit 14‘850 Franken an der Reparatur der Wärmepumpe im Pfarrhaus Küblis, mit insgesamt 22‘100 Franken an den Malerarbeiten der Casa della Pleiv und des Pfarrhauses in Trin, mit 18‘700 Franken am Ersatz der Einbauküche im Pfarrhaus Seewis, mit 66‘700 Franken an der Sanierung der Kirche in Furna und mit 23‘000 Franken an der Vorplatzsanierung beim Pfarrhaus in St. Peter.

Stefan Hügli
Kommunikation

Veranstaltungen neu mit "Guidle"

10.3.2019

Aus dem Kirchenrat

Veranstaltungskalender. Der Kirchenrat entscheidet sich für die Ablösung des bestehenden Veranstaltungskalenders durch die Serviceplattform „guidle“.

Personelles. Der Kirchenrat genehmigt den Provisionsvertrag zwischen der Kirchgemeinde Vaz/Obervaz und Pfr. Virginio Robino, Salouf.

Umsetzung Kirchenverfassung. Der Kirchenrat blickt auf drei Informationsveranstaltungen zum Aufbau der Kirchenregionen zurück. 90 Prozent der Kirchgemeinden haben daran teilgenommen.

KIMUGR. Der Kirchenrat nimmt die Auflösung des Vereins „Kirchenmusikalische Ausbildung Graubünden“ zur Kenntnis. Es gilt nun, die kirchenmusikalische Ausbildung neu zu organisieren.

GemeindeBilden. Der Kirchenrat genehmigt Umlenkungsanträge aus den Gemeinden Thusis, Masein und Cazis. Umlenkungsanträge ermöglichen es den Gemeinden, wegfallende Religionsstunden durch GemeindeBilden-Projekte zu kompensieren.

Unterstützt. Der Kirchenrat bewilligt einen Beitrag von 1000 Franken an das Musikprojekt Bach-Kantate in Davos und Klosters. Ausserdem unterstützt er zwei Vorstellungen des Zwingli-Films für Schülerinnen und Schüler in den Regionen Zillis, Andeer, Schams, Rheinwald, Avers und Heinzenberg-Domleschg.

Reformierte Identität. Der Kirchenrat beschliesst eine Rückstellung von 50‘000 Franken für Projekte im Zusammenhang mit der Reformationsgeschichte im Kanton Graubünden.

Interreligiöser Dialog. Der Kirchenrat nimmt das Konzept zur Förderung des Interreligiösen Dialogs zur Kenntnis. Ziel ist es, durch Begegnung und Austausch das friedliche Miteinander unterschiedlicher Kulturen und Glaubensgemeinschaften zu fördern.

Stefan Hügli
Kommunikation

Jugendarbeit: 135 Projekte unterstützt

5.2.2019

Aus dem Kirchenrat

Jugendarbeit. Der Kirchenrat genehmigte im vergangenen Jahr 135 Gesuche mit einem Gesamtbetrag von 87‘000 Franken. Davon gingen 36‘000 Franken an Konfirmandenprojekte, 51‘000 Franken an Jugendprojekte.

Personelles. Der Kirchenrat genehmigt den Provisionsvertrag zwischen der Kirchgemeinde Sent und Pfrn. Brigitte Unholz.

Buchprojekt. Der Kirchenrat bewilligt einen Beitrag von 1000 Franken an die Herausgabe des Buches „Freischwimmen“ von Flurinda Raschèr.

Verwaltung. Der Kirchenrat bewilligt eine zusätzliche 20%-Stelle in der Finanzverwaltung.

GemeindeBilden. Der Kirchenrat genehmigt „Umlenkungsanträge“ aus den Gemeinden Trimmis/Says, Sent und Scharans/Fürstenau. Umlenkungsanträge ermöglichen es den Gemeinden, wegfallende Religionsstunden durch GemeindeBilden-Projekte zu kompensieren.

Regionale Zusammenarbeit. Der Kirchenrat bewilligt ein Projekt zur Schaffung einer Stelle für regionale Jugend- und Familienarbeit im Prättigau. Er hat ein entsprechendes Gesuch des Kolloquiums genehmigt.

Stefan Hügli
Kommunikation

Aufbau der Kirchenregionen

8.1.2019

Aus dem Kirchenrat

Kirchenregionen. Der Kirchenrat unterstützt die Kolloquien beim Aufbau der Kirchenregionen mit je 2000.- Franken. Zusätzlich kann er den Beizug einer externen Projektbegleitung auf Gesuch hin mit 5000 Franken pro Kirchenregion unterstützen. Gemäss neuer Verfassung müssen die Kolloquien bis Ende 2019 aufzeigen, mit wem sie in Zukunft regional zusammenarbeiten werden.

Synode. Der Kirchenrat beschliesst, am 28. Januar 2019 eine ausserordentliche Synode durchzuführen. Es muss ein stellvertretendes Mitglied der Rekurskommission gewählt werden.

Personelles. Der Kirchenrat genehmigt die Wahl von Pfrn. Constanze Broelemann durch die Kirchgemeinde Ausserdomleschg. 

Stelserberg. Die Fraktion Stelserberg wechselt zur Kirchgemeinde Schiers. Der Kirchenrat genehmigt die entsprechenden Änderungen in den Kirchgemeindeordnungen von Buchen/Jenaz und Schiers.

Spitalseelsorge. Der Kirchenrat wählt Pfarrerin Renata Aebi, Sargans, als neue Spitalseelsorgerin am Kantonsspital Graubünden. Stellenantritt ist der 1. Mai 2019. Sie wird ihre Stelle im Laufe des Frühjahrs 2019 antreten.

Lange Nacht. 2020 soll auch in Graubünden eine „Lange Nacht der Kirchen“ stattfinden. Der Kirchenrat hat die Fachstellen mit der Ausarbeitung eines entsprechenden Detailkonzeptes beauftragt.

Stefan Hügli
Kommunikation

Neue Verfassung ist in Kraft. Was nun?

7.1.2019

Interview mit Kirchenrat Frank Schuler

Am 1. Januar 2019 trat die neue Verfassung in Kraft. Woran merke ich als Kirchenmitglied, dass sich etwas geändert hat?
Ein normales Kirchenmitglied wird vorerst nichts merken. Anders ist das bei den Behördenmitgliedern, bei Kirchgemeindevorständen und Pfarrpersonen. Sie werden sich zu überlegen haben, wie die regionale Zusammenarbeit künftig funktionieren soll und mit wem.

40 Jahre seit der letzten Verfassung, 10 Jahre Vorarbeit für die neue Verfassung – wie lange wird die Umsetzung dauern?
Der Kirchenrat hat überprüft, was gemacht werden muss. Das wird relativ viel sein, was bedeutet, dass die Umsetzung doch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Ich rechne mit fünf bis maximal zehn Jahren. Alle Anpassungen müssen in die Vernehmlassung durch Kirchenregionen und Synode, danach werden sie im Evangelischen Grossen Rat behandelt. Das ist zwar aufwändig, doch es garantiert, dass Anliegen breit aufgenommen werden können. Zeit braucht die Umsetzung nicht zuletzt auch deshalb, weil sich die Synode nur einmal im Jahr trifft.

Die Verordnungen, die auf der alten Verfassung beruhen, bleiben vorerst in Kraft?
Die bleiben in Kraft. Nur diejenigen Bestimmungen in der neuen Verfassung, die inhaltlich sofort umsetzbar sind, gelten generell ab 1. Januar 2019.

Zum Beispiel?
Zum Beispiel die Zusammensetzung der Rekurskommission, für die neu Stellvertretende zu wählen sind. Aber auch die Zuständigkeiten von Kirchgemeindevorstand, Kirchenrat, Synode und Dekanat gelten ab 1. Januar 2019. So liegt der Entscheid über die Zulassung zum Bündner Pfarrdienst derzeit beim Kirchenrat. Neu wird das Dekanat dafür zuständig sein, eventuell mit juristischer Unterstützung. Oder ein anderes Beispiel: Bei Problemen in einer Kirchgemeinde sind neu die Kolloquien zuständig, auch wenn das Gesetz dazu noch nicht erlassen ist.

Gibt’s Dinge, die noch nicht ab 1. Januar 2019 gelten?
Die Ausnahmen vom Wohnsitzprinzip bei der Mitgliedschaft zum Beispiel. Diese werden erst möglich sein, wenn auch die gesetzliche Regelung dazu geschaffen ist. Der Kirchenrat wird dafür sorgen, dass dies bald geschieht, denn wir wissen, dass viele Erwartungen an diese Neuregelung geknüpft sind.

Gibt’s weitere Umsetzungen, die prioritär behandelt werden?
Im Personalrecht fehlt derzeit eine einheitliche Lösung. Diese soll im Zusammenhang der Neuregelung der Besoldung gefunden werden. Das neue Personalgesetz wird dem Referendum unterliegen. Das heisst: Während bisher ein solches Gesetz vom Evangelischen Grossen Rat allein verabschiedet worden wäre, kann neu eine bestimmte Anzahl Stimmberechtigter oder Kirchenregionen verlangen, dass darüber abgestimmt wird. Auch Fragen im Zusammenhang mit Aufgabe und Leben der Kirchgemeinde werden prioritär behandelt, ebenso die Frage nach den Kirchenregionen. Die Verfassung gibt in dieser Sache einen engen Zeitraum vor: ein Jahr für die Aufteilung der Kirchenregionen (es gilt zu klären, wer wie und mit wem zusammenarbeitet), ein weiteres Jahr für die Erarbeitung der rechtlichen Grundlagen. Das Budget 2019 ermöglicht die Unterstützung der Kirchenregionen, indem zusätzliche Aufwände zumindest teilweise entschädigt werden. Ich gehe davon aus, dass sich dabei manches verändern wird.

Das ist deutlich mehr als eine Umbenennung von «Kolloquium» zu «Kirchenregion»?
Definitiv. Die Kirchenregion ist etwas ganz anderes. Deshalb habe ich mich auch dafür eingesetzt, dass es eine andere Bezeichnung gibt. Kirchenregionen sind nicht mehr primär Vernehmlassungsorgane der Landeskirche, sondern sie sind der Ort, wo regionale Aufgaben mit den Kirchgemeinden definiert, geplant und durchgeführt werden.

Stichwort «gemeinsame Gemeindeleitung»?
Das ist jetzt prominent und neu in der Verfassung, obwohl es von der Sache her nicht grundsätzlich neu ist. Ausbildung, Behördenbildung und Beratung durch die Fachstellen sollen bei der Umsetzung helfen. Die gemeinsame Gemeindeleitung funktioniert noch längst nicht überall. Sie muss immer wieder neu verankert werden, wenn ein Vorstand oder ein Mitarbeiterteam neu zusammengesetzt wird. Mit dem Grundsatz der gemeinsamen Gemeindeleitung unterscheidet sich die Kirche klar von der Wirtschaft und der Politik. Es ist wichtig, dass alle Beteiligten das verstehen, dass sie sich beispielsweise in Workshops mit diesem Thema auseinandersetzen und sehen, wie das funktionieren kann.

Die Verfassung will primär kirchliches Leben fördern. Worin liegt deren grösste Stärke?
Die Verfassung macht deutlich, wie breit kirchliches Leben sein kann. Sie macht bewusst, dass ein solches nicht auf Religionsunterricht, Konfirmationsarbeit, Kasualien und Gottesdienst beschränkt ist. Die Verfassung macht sich stark für ein breites Angebot. In zweiter Priorität wird der Finanzausgleich neu geregelt werden. Derzeit funktioniert der Finanzausgleich so, dass er das Defizit von finanzabhängigen Gemeinden deckt. Dies setzt aber unter Umständen Fehlanreize. Neu könnten finanzabhängigen Gemeinden Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, welche diese so einsetzen, wie sie das brauchen. Sie können selbst bestimmen, wieviel sie davon in Gottesdienste investieren, denn blühendes kirchliches Leben misst sich nicht an der Anzahl Gottesdienste, selbst dann nicht, wenn die Kirche voll ist. Es braucht ein breiteres Angebot.

Kirche muss sich immer wieder die Frage stellen, was sie denn sonst noch tun könnte?
Ja, Kirche ist nicht Selbstzweck. Sie ist eine gesellschaftliche Organisation. Kirche soll sichtbar sein, sich für Menschen einsetzen. Das gehört zu ihrem Auftrag – sowohl der Landeskirche wie auch der Kirchgemeinden. Die Herausforderung besteht darin, die Ideen des Christentums in die postmoderne Gesellschaft zu übersetzen und sich dafür einzusetzen.

Mit der neuen Verfassung hat die Bündner Kirche ihr Selbstbewusstsein definiert. Von christlicher Gemeinschaft ist die Rede, vom Evangelium von Jesus Christus und vom Mittelweg zwischen Erneuerung und dem Treubleiben gegenüber den christlichen Grundlagen.
Nicht alles, was alt ist, ist auch bewährt, und Dinge nur darum neu zu machen, damit sie neu sind, ist auch kein Weg. Für mich ist die kritische Auseinandersetzung wichtig: Was ist gut, was soll weiterentwickelt werden, wo braucht es Neues? Die Gesellschaft verändert sich. Wichtig ist es, sich zu hinterfragen, ob das, was wir machen, auch ins neue Umfeld passt, oder ob man etwas besser machen könnte. Vor 30 Jahren hat noch niemand vom Internet geredet. Heute ist es eines der wichtigsten Informationsquellen. Es braucht das kritische Hinterfragen, es braucht das Zusammenspiel von Erneuerung und Tradition.

Als Jurist haben Sie die kantonale Verfassung mitgeprägt. Wo orten Sie mögliche Stolpersteine für die Umsetzung der neuen Verfassung in der Bündner Kirche?
Auch nach der jetzigen Verfassung sind die Kirchgemeinden Zentrum des kirchlichen Lebens. Wenn Vorstände und Pfarrpersonen weitermachen wie bisher, dann ändert sich nichts. In Graubünden gibt es ein ausgeprägtes Bewusstsein für Gemeindeautonomie. Das ist grundsätzlich eine Stärke, setzt aber voraus, dass die Gemeinden ihre Verantwortung tatsächlich wahrnehmen.

Gibt es gewisse Ängste, die den Umsetzungsprozess ausbremsen könnten?
Jeder Veränderungsprozess löst Ängste aus. Die einen sehen vor allem, was sie verlieren, andere sehen die Chancen. Und klar, wenn zu viele Leute zu viele Gefahren sehen, dann bremst das. Unterstützung, Information und Weiterbildung können solche Ängste aber nehmen.

Wo sehen Sie die grösste Chance?
Sie liegt im Anstoss zur Erneuerung. Ähnlich, wie das auch bei der Umlagerung vom Religionsunterricht zu Gemeindebilden geschieht. Das erzeugt Aufbruchstimmung. Die Suche nach Potenzial und der Wille, dieses weiterzuentwickeln. Und natürlich hängt auch hier viel von motivierten Behörden, Mitarbeitenden und Freiwilligen ab.

Das alles ist ein enormer Aufwand. Haben Sie nie daran gezweifelt, ob sich das lohnt?
Wir haben jetzt schon enorm viel Zeit und Geld in die neue Verfassung investiert. Das Ergebnis darf sich sehen lassen. Von daher wäre es sehr schade, bei der Umsetzung zu sparen.

Oder auf halbem Wege stehen zu bleiben…
Richtig. Viel Detailarbeit steht an, was mit Zusatzaufwand verbunden ist. Es ist wie bei einer Fusion: Nachdem sie angenommen worden ist, beginnt die Arbeit erst recht. Gemeinden müssen zusammengeführt werden, ein kirchliches Leben muss neu entstehen. Aber es ist auch ein spannender Prozess. Ähnlich bei der Verfassungsrevision: Wir haben die Grundstruktur gemacht. Jetzt müssen wir auf landeskirchlicher Ebene noch an der Gesetzgebung arbeiten. Aber das Lebendige, das daraus entstehen soll, wird in den Kirchgemeinden geschaffen.

Sie begleiten den Verfassungsprozess schon seit sechs Jahren. Haben Sie in dieser Zeit neue Seiten der Bündner Kirche entdeckt? Zum Beispiel durch die Zusammenarbeit mit Leuten, die sich beteiligt haben?
Ich habe viel gelernt, aber nicht nur durch die Verfassungsrevision. Ich habe erlebt, wie vielfältig die Bündner Kirche ist. Auch, wie oft es von Personen abhängt, ob etwas gelingt – oder eben nicht.

Wenn Sie der Bündner Kirche einen Wunsch mit auf den Weg geben könnten, welcher wäre das?
Dass wir mit der neuen Verfassung versuchen, etwas aus den Möglichkeiten zu machen, auch mit einer gewissen Lust am Experiment. Etwas zu versuchen, ob es Erfolg hat oder nicht. Wenn’s gelingt, ist es gut. Sonst muss man halt wieder Neues probieren. Wir haben Raum, wir haben Möglichkeiten. Es liegt an uns, etwas daraus zu machen.

Frank Schuler, besten Dank für das Gespräch.

Stefan Hügli

Verfassung
Costituzione
Constituziun

 

Kirchliche Stiftungen ins Handelsregister

10.11.2018

Aus dem Kirchenrat

Kirchliche Stiftungen. Das staatliche Recht verlangt, dass alle kirchlichen Stiftungen bis Ende 2020 im Handelsregister eingetragen sind. Dafür zuständig ist der jeweilige Stiftungsrat. Unterbleibt der Eintrag, so verliert die Stiftung ihre Rechtspersönlichkeit und wird von Gesetzes wegen aufgelöst. Der Kirchenrat unterstützt die bestehenden kirchlichen Stiftungen auf deren Wunsch bei der Eintragung. Gemäss kantonalem Recht obliegt ihm die Aufsicht über die kirchlichen Stiftungen.

Personelles. Der Kirchenrat genehmigt folgende Wahlen: von Pfr. Simon Becker durch die Kirchgemeinde Haldenstein, von Pfr. Markus Schärer durch die Kirchgemeinde Bivio-Surses und von Pfrn. Manuela Noack durch die Kirchgemeinde Chur. Er genehmigt die Provisionsverträge der Kirchgemeinde Klosters/Serneus mit Pfrn. Simone Geyda und der Kirchgemeinde Davos Dorf/Laret mit Pfrn. Astrid Fiehland van der Vegt.

Stefan Hügli
Kommunikation

Interreligiöse Kompetenz fördern

09.10.2018

Aus dem Kirchenrat

Interreligiöser Dialog. Der Kirchenrat unterstützt das Projekt „Dialogue en Route“ mit 1000 Franken. Das Projekt stärkt die interreligiöse Kompetenz von Jugendlichen und fördert eine offene Haltung gegenüber Religionen und Weltanschauungen.

Personelles. Der Kirchenrat genehmigt die Wahl von Pfrn. Beate Kopp-Engel durch die Kirchgemeinde Fläsch. Er genehmigt den neuen Stellvertretungsvertrag der Kirchgemeinden Poschiavo und Brusio mit Pfrn. Andrea Witzsch.

Humanitäre Hilfe. Der Kirchenrat bewilligt 5000 Franken Nothilfe für Südindien. Nach aussergewöhnlich heftigen Monsun-Regenfällen leiden dort Menschen unter den Folgen von Überschwemmungen, Tausende haben auf der Flucht vor den Fluten ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS) ist mit Partnerorganisationen vor Ort.

Umunumo. Der Kirchenrat anerkennt die im Zusammenhang mit dem Pfingstprojekt 2019-2021 angebotene Reise nach Umunumo (Nigeria) als Weiterbildungsveranstaltung. Die Reise findet vom 22. April bis 7. Mai 2019 statt.

Buchprojekte. Der Kirchenrat bewilligt einen Betrag von 1000 Franken an die Publikation „Die evangelische Bündnerkirche in der Krisen- und Kriegszeit 1933 bis 1945“ von Pfr. Hans Luzius Marx. Und er spricht einen Betrag von 500 Franken an die historisch-kritische Ausgabe des Katechismus von Steffan Gabriel.

Stefan Hügli
Kommunikation

Pfefferstern erhält Update

10.9.2018

Aus dem Kirchenrat

Pfefferstern. Der Kirchenrat unterstützt die Weiterentwicklung von „Pfefferstern“ mit 14‘000 Franken. „Pfefferstern“ ist eine Internetplattform der St. Galler Kirche für Konfirmandinnen und Konfirmanden. 20 Bündner Kirchgemeinden sind mit dabei.

Gemeindeentwicklung: Der Kirchenrat wählt Claudio Eugster in die Fachstelle Gemeindeentwicklung. Pfr. Dr. Markus Ramm verlässt die Fachstelle per Ende September, Stellenantritt von Claudio Eugster  ist am 1. Dezember 2018.

Personelles. Der Kirchenrat genehmigt die Wahlen von Pfrn. Peppina Schmid durch die Kirchgemeinde Scharans/Fürstenau und von Pfrn. Désirée Bergauer durch die Kirchgemeinde Untervaz. Er genehmigt die Provisionsverträge zwischen Pfarrer Andreas Wassmer und der Kirchgemeinde Oberengadin und von Pfr. Pfarrer Balthasar Bächtold und der Kirchgemeinde Kirchgemeinde Filisur/Albula/Alvra.

GemeindeBilden. Der Kirchenrat genehmigt Umlenkungsanträge für Projekte zur Gemeindeentwicklung in den Kirchgemeinden Scharans/Fürstenau, Safiental, Untervaz und Fideris.

Leihnani. Der Kirchenrat unterstützt das Leihnani-Angebot des Vereins Compagna Graubünden mit 5000 Franken.

Kulturelles. Der Kirchenrat unterstützt die Produktion 2018/19 des Theaters MiMe mit 1000 Franken. Er bewilligt einen Beitrag von 1000 Franken an die Publikation des Buches „Krefeld-Theresienstadt-Voltri. Die deportierte Krefelder Jüdin Auguste Hertz und Werner Goll, Pfarrer und Widerständler“ von Pfr. Hans-Walter Goll und einen Beitrag von 500 Franken an das Buch „Frida und die Migrantinnen“ von Verena Hartmann-Roffler.

Stefan Hügli
Kommunikation

Sitzverteilung für neue Amtsperiode

9.8.2018

Aus dem Kirchenrat

Evangelischer Grosser Rat. Der Kirchenrat legt die Sitze im Evangelischen Grosse Rat für die neue Amtsperiode wie folgt fest: Kolloquium I (Ob dem Wald): 8; Kolloquium II (Schams-Avers-Rheinwald-Moesa): 3; Kolloquium III (Nid dem Wald): 5; Kolloquium IV (Chur): 8; Kolloquium V (Herrschaft-Fünf Dörfer): 8; Kolloquium VI (Schanfigg-Churwalden): 4; Kolloquium VII (Engiadin'Ota-Bregaglia-Poschiavo-Sursès): 6; Kolloquium VIII (Engiadina Bassa-Val Müstair): 5; Kolloquium IX Prättigau, 8; Kolloquium X (Davos Albula): 5.

Abstimmung. Der Kirchenrat stellt fest, dass die neue landeskirchliche Verfassung in der Volksabstimmung angenommen wurde und das Ergebnis rechtskräftig ist. Innert der gesetzlichen Frist sind keine Beschwerden gegen diese Abstimmung bzw. das Ergebnis eingegangen.

Vereinbarkeit Familie und Beruf. Der Kirchenrat beauftragt die Fachstelle UND mit einer Analyse der Arbeitsbedingungen bei der Landeskirche. Die Erkenntnisse sollen später auch den Kirchgemeinden zur Verfügung stehen.

Laienprediger/-innen. Der Kirchenrat erteilt oder erneuert die Laienprediger-Erlaubnis für David Lederer (Dalin), Silvia Rutigliano (Bondo), Edi Wäfler (Domat/Ems), Hanspeter Walther (Scharans), Kathrin Bechtiger (Maienfeld), Hanspeter Joos (Malans) und Christine Pozzoli (Zizers). Er beschliesst die Wiederaufnahme von Pfr. Martin Patzen in die Synode infolge Zuzugs in den Kanton und erteilt Pfr. Andreas Wassmer die Wählbarkeit für den pfarramtlichen Dienst in der Bündner Kirche.

GemeindeBilden. Der Kirchenrat genehmigt Umlenkungsanträge für Projekte zur Gemeindeentwicklung in den Kirchgemeinden Bergün/Latsch/Stuls und Filisur/Albula/Alvra.

Personell. Der Kirchenrat empfiehlt Pfrn. Anna-Regula Hofer zur Mitarbeit in der Kommission „Neue Religiöse Bewegungen“ des SEK.

Stefan Hügli
Kommunikation

5000 Franken Nothilfe für Rohingyas

3.7.2018

Aus dem Kirchenrat

Nothilfe.

Der Kirchenrat bewilligt 5000 Franken für die Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch. Das Geld ist für humanitäre Hilfe bestimmt und wird an das Hilfswerk der evangelischen Kirchen Schweiz HEKS überwiesen. Informationen zur Nothilfe des HEKS: spenden.heks.ch/bangladesch-rohingya.

Palliative Care. Das Pilotprojekt „Regionaler Seelsorge- und Notfall-Pikettdienst“ im Kolloquium Nid dem Wald erhält 5000 Franken.

Synode. Der Kirchenrat beantragt der Synode 2018, folgende Pfarrpersonen aufzunehmen: Simon Becker (Haldenstein), Désirée Bergauer (Untervaz), Constanze Broelemann (Chur), Claudia Haarmann (Sils i. D.), Dirk Haarmann (Sils i. D.), Beate Kopp-Engel (Fläsch), Manuela Noack (Chur), Peter Nowak (St. Peter) und Peppina Schmid (Rothenbrunnen). Die Provisionserlaubnis dieser Pfarrpersonen soll verlängert werden: Roland Robert Brendle (Seewis), Sandor Jakab (Castrisch), Csaba Kókai (Tschiertschen), Dorothea Wiehmann (Ascona) und Maria Wüthrich (Ilanz).

Personelles. Der Kirchenrat delegiert Pfr. David Last, Bever, in die SEK-Konferenz Protestantische Solidarität Schweiz. Er wählt Pfr. Oliver Santschi und Pfr. Hans Walter Goll als Delegierte der Landeskirche in die Bürgschafts- und Darlehensgenossenschaft.

Bauliches. Der Kirchenrat unterstützt die Sanierung des Pfarrhauses in Igis mit 206‘000 Franken und diejenige in Luven mit 170‘000 Franken.

GemeindeBilden. Der Kirchenrat fördert das Projekt „Sairadas da cumpagnia“ – monatlicher Jugendtreff für Schüler/-innen der 8./9. Klasse in Sent mit 3000 Franken. Er genehmigt Umlenkungsanträge gemäss Reglement 248A in den Kirchgemeinden Luzein/Pany, Ardez/Ftan/Guarda, Fideris, Furna und Scharans/Fürstenau.

„Spirit“. In Absprache mit der katholischen Landeskirche kündigt der Kirchenrat die Leistungsvereinbarung mit der Radio Südostschweiz AG. Es soll für die Sendung „Spirit“ eine neue Lösung gefunden werden.

Buchprojekt. Das Buchprojekt „Frauen lesen, besitzen und schreiben Bücher“ von Pfrn. Judith Engler und Pfr. Jan-Andrea Bernhard erhält 1000 Franken.

Stefan Hügli
Kommunikation

Klares Ja zur neuen Verfassung

10.6.2018

Weiter mit starken Kirchenregionen

94 Prozent der evangelischen Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sagen Ja zur neuen Verfassung. Andreas Thöny, Präsident des Evangelischen Kirchenrates, wertete das Ergebnis als „Top-Resultat". Es sei gelungen, die kritischen Stimmen einzubinden und eine mehrheitsfähige Verfassung vorzulegen, mit der die Bündner Kirche für die künftigen Herausforderungen gerüstet ist.

Die neue Verfassung gibt den Regionen mehr Gewicht. Eine verstärkte Zusammenarbeit der Kirchgemeinden untereinander soll auch in Randregionen ein vielfältiges Angebot sicherstellen. Ebenfalls in der neuen Verfassung verankert ist die „gemeinsame Gemeindeleitung“ durch Vorstand und Pfarramt.

Unverändert bleibt, dass Pfarrpersonen durch die Kirchgemeindeversammlung vor Ort gewählt werden. „Wir wollen mitreden und mitbestimmen, wer bei uns predigt“, so Thöny. Die Evangelische Bündner Kirche bleibe demokratisch und föderalistisch. Die Stimmbeteiligung betrug 20 Prozent.

Stefan Hügli

Schwerkranke und Sterbende begleiten

3.6.2018

Aus dem Kirchenrat

Letzte-Hilfe-Kurse auch in Graubünden. Der Kirchenrat will, dass die „Letzte-Hilfe“-Kurse auch in Graubünden angeboten werden und beantragt dem Evangelischen Grossen Rat ein entsperechendes Budget. Die Kurse vermitteln Grundkenntnisse zu Sterben, Tod und Trauern und zeigen, wie Schwerkranke und Sterbende begleitet werden können. Sie werden in der Zürcher Kirche bereits angeboten und stossen auf grosses Interesse.

Personelles. Der Kirchenrat genehmigt die Wahlen von Pfrn. Viola Schenk durch die Kirchgemeinde Domat/Ems und von Pfr. Kaspar Kunz durch die Kirchgemeinde Zillis/Schamserberg.

Augustkollekte. Der Kirchenrat spricht die Augustkollekte 2018 dem Blaukreuz-Projekt in Burkina Faso zu. Das Blaue Kreuz betreibt in Burkina Faso unter anderem eine Mangotrocknerei und ist mit Sensibilisierungs- und Präventionskampagnen präsent. Das Projekt findet innerhalb der Kirchgemeinde Klosters/Serneus aber auch im ganzen Tal die volle Unterstützung.

Bauliches. Der Kirchenrat bewilligt einen Beitrag von 1000 Franken an die Konservierungsarbeiten an der Kirchendecke in Zillis.

GemeindeBilden. Der Kirchenrat spricht 3000 Franken für das Projekt „Regionaler ökumenischer Jugendgottesdienst“ der Kirchgemeinde Klosters-Serneus. Die Jugendgottesdienste werden in Zusammenarbeit mit reformierten und katholischen Kirchgemeinden des Prättigaus durchgeführt.

Prix benevol. Der Kirchenrat bewilligt einen Beitrag von 1000 Franken zur Mitfinanzierung des Prix benevol Graubünden.

Stefan Hügli
Kommunikation

Lebenslang Mitglied bleiben

Mitgliedschaft stärken

Der Kirchenrat beantragt dem Evangelischen Grossen Rat 8‘250 Franken für eine Lizenz von „Lebenslang Mitglied bleiben“. Kirchgemeinden könnten so ab 2019 von zahlreichen Ideen und Vorlagen für die Kontaktpflege mit ihren Mitgliedern profitieren. Auch die synodale Arbeitstagung vom 28./29. Januar 2019 wird sich mit dem Thema Mitgliedschaft befassen.

weitere Themen aus der Kirchenratsitzung vom 12. April 2018:

Syrien. Der Kirchenrat bewilligt 5000 Franken als Nothilfe für Syrien. Das Geld wird dem Hilfswerk der Evangelischen Kirchen der Schweiz überwiesen.

Evangelischer Grosser Rat. Der Kirchenrat verabschiedet die Botschaft für den Evangelischen Grossen Rat vom 6. Juni 2018. Traktandiert sind der Amtsbericht und die Jahresrechnung sowie die Teilrevision des Konkordates zur Ausbildung der Pfarrerinnen und Pfarrer.

Bauliches. Der Kirchenrat bewilligt einen Beitrag von 1000 Franken an die Stiftung zur Erhaltung der Kirche San Gaudenzio oberhalb von Casaccia.

Mediothek. Der Kirchenrat bewilligt 2000 Franken für die Erstellung einer neuen, eigenen Homepage der kirchlichen Mediothek.

Pfingstprojekt: Der Kirchenrat bestimmt das Pfingstprojekt 2019-21. Er entscheidet sich für ein Projekt der Stiftung „Mo vinavon“ der Kirchgemeinde Cadi.

Stefan Hügli
Kommunikation

Ausgaben von 11‘465‘662 Franken

Überschuss von 4‘391 Franken

Der Kirchenrat genehmigt die Jahresechnung 2017 der Kantonalen Evangelischen Kirchenkasse. Sie schliesst mit einem Überschuss von 4‘391 Franken bei Einnahmen von 11‘470‘053 Franken und Ausgaben von 11‘465‘662 Franken. Zudem genehmigt er die Bilanz und Erfolgsrechnung der Stiftung Lienhard-Hunger, der Anton Cadonau-Gedächtnis-Stiftung, des Notfonds KEK sowie der Kollekten- und der Synodalkasse.

Weitere Themen aus der Kirchenratssitzung vom 15. März 2018:

Amtsbericht. Der Kirchenrat genehmigt den Amtsbericht 2017. Dieser gibt Auskunft über die Tätigkeit der Landeskirche im vergangenen Jahr. Er wird in der Juni-Sitzung dem Evangelischen Grossen Rat zur Diskussion und zur Genehmigung vorgelegt.

Personelles. Der Kirchenrat genehmigt den Provisionsvertrag der Kirchgemeinde Scharans/Fürstenau mit Peppina Schmid sowie den Stellvertretungsvertrag zwischen der Kirchgemeinde Poschiavo und Pfrn. Andrea Witzsch.

Bauliches. Der Kirchenrat bewilligt folgende Beiträge:  16‘500 Franken an die Strassensanierung vor dem Pfarrhaus in Trimmis, 15‘700 Franken an die Deckensanierung der Kirche Castiel, 44‘430 Franken an die Renovation des Pfarrhauses in Zuoz und 29‘000 Franken an die Sanierung des Eingangsbereichs der Bruder-Klaus-Kirche in Samnaun.

Stellenprozente. Damit Kirchgemeinden trotz des Umbruchs beim Religionsunterricht planen können, berechnet der Kirchenrat die sogenannt „frei werdenden Ressourcen“ (Reglement 248A) pro Kirchgemeinde. Die Idee ist, dass Mitarbeitende anstelle von Religionsunterricht GemeindeBilden-Projekte realisieren können. Grundlage für die Berechnung ist eine Erhebung zum Religionsunterricht.

Stefan Hügli
Kommunikation

 

Jahresrechnung 2017

 

Neuer Lehrplan auf Kurs

Neuer Lehrplan. Der Kirchenrat genehmigt die Grundstruktur des neuen Lehrplans für den kirchlich verantworteten Religionsunterricht. Der neue Lehrplan ist ökumenisch angelegt und gewährleistet die Anschlussfähigkeit an den Lehrplan 21.

Weitere Themen aus der Kirchenratssitzung vom 18. Januar 2018:

Verfassung. Die Volksabstimmung über die neue Kirchenverfassung findet am 10. Juni 2018 statt.

Personelles. Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund delegiert Pfrn. Miriam Neubert an die Vollversammlung der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE), die vom 14.-18. September 2018 in Basel stattfindet.

Beiträge. Der Kirchenrat unterstützte im vergangenen Jahr 130 Konfirmanden- und Jugendarbeitsprojekte mit insgesamt 97‘000 Franken.

Stefan Hügli
Kommunikation

KIRCHENREGIONEN

Gesetz über die Kirchenregionen

Zusammen ist machbar, was im Alleingang überfordert. Das gilt auch für Kirchgemeinden und ihre Angebote für und mit Menschen vor Ort. Die Zusammenarbeit in den Kirchenregionen achtet die Gemeindeautonomie und bringt doch verbindlich zusammen. Das fördert Austausch, Verbundenheit und Solidarität. Die Rahmenbedingungen werden aus Gründen der Rechtssicherheit in einem landeskirchlichen Gesetz geregelt.

Darum geht es: Zusammenarbeit / Austausch / Verbindlichkeit

Erlassen am 4. Juni 2020 vom Evangelischen Grossen Rat. Das Gesetz untersteht dem fakultativen Referendum (bis 24. September 2020).
Gesetz über die Kirchenregionen

Archiv
Botschaft des Kirchenrats (2019-10-24)

 

PERSONALGESETZ

FÜR ATTRAKTIVE ARBEITSBEDINGUNGEN

Kirche lebt von Menschen, die sich engagieren – freiwillig, ehrenamtlich, angestellt. Das Personalgesetz regelt die Arbeitsbedingungen übersichtlich und transparent – von der Entlöhnung über die Anstellung oder Wahl bis zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Bisher war Personalrechtliches weder übersichtlich noch einheitlich geregelt. In der Praxis wurde oft kantonales Recht beigezogen, welches aber die spezifisch kirchlichen Verhältnisse nicht berücksichtigt.

Darum geht es: Wertschätzung / Transparenz / Arbeitsbedingungen

Aktuell in Bearbeitung (bis Ende 2020)

ZULASSUNG ZUM PFARRAMT

FÜR DIE RICHTIGEN LEUTE VOR ORT

Pfarrpersonen sind Teil der Gemeindeleitung und Schlüsselpersonen in Kirchgemeinden. Die Bündner Kirche achtet auf deren Ausbildung und prüft sorgfältig, wer das Recht erhält, ins Pfarramt gewählt zu werden. Sie regelt die Bedingungen für Quereinsteiger/-innen und Pfarrpersonen aus anderen Landeskirchen und Ländern und legt fest, welche Tätigkeiten zwingend durch Pfarrpersonen erledigt werden müssen.

Darum geht es: Voraussetzungen / Erwartungen / Qualitätssicherung

Bearbeitung ab 2020 (bis Ende 2021)

«GRÜNES HEFT»

FÜR PASSENDE ZUTEILUNG

Wie viel Zeit und Energie sollen Mitarbeitende wofür einsetzen können? Vorhandene Mittel müssen so zugeteilt werden, dass alle Gemeinden das bekommen, was sie brauchen. Es geht um Arbeitsplätze und Menschen, die ihren Lebensunterhalt in der Kirche verdienen. Eine neue Regelung muss die Veränderungen beispielsweise beim Religionsunterricht und angesichts von Fusionen berücksichtigen.

Darum geht es: Neue Berechnungsgrundlage / Stabilität / Grundversorgung

Bearbeitung ab 2020 (bis Ende 2022)

FINANZAUSGLEICH

FÜR INNERKIRCHLICHE SOLIDARITÄT

Überall im Kanton, wo Menschen sich zu einer Gemeinde zusammenschliessen, soll kirchliches Leben möglich sein. Dieses soll nicht allein von den eigenen finanziellen Möglichkeiten abhängen. Der Finanzausgleich ist Ausdruck innerkirchlicher Solidarität und hilft, dass die Kirche im Dorf bleibt. Seine Neuordnung ist nötig, weil das gegenwärtige System der Defizitdeckung wenig Spielraum lässt für Veränderungen und die heutigen Einnahmen der Landeskirche mittelfristig nicht gesichert sind.

Darum geht es: Solidarität / Föderalismus / Randregionen

Bearbeitung ab 2022 (bis Ende 2023)

AUFBAU & LEBEN KIRCHGEMEINDEN

FÜR MEHR LEBENSNÄHE

Neue Bedürfnisse und Lebensgewohnheiten verändern die Erwartungen. So erweitert die Mobilität den Lebensraum und stellt die bisherige Verknüpfung von Mitgliedschaft und Wohnort infrage. Soll jemand in der Kirchgemeinde am Arbeitsort oder Ferienort mitreden und aktiv im Kirchgemeindevorstand mittun
können? Wie können Gemeinden pflegen, was ihnen wertvoll ist, und zugleich offen sein für Neues?

Darum geht es: Modernisierung / Beteiligung / Chancen

Bearbeitung ab 2022  (bis Ende 2023)

  • Geschäftsordnungen für die Synode, den Evangelischen Grossen Rat und die Landeskirchliche Rekurskommission
  • Visitationen

KOVI: SYNODE FORDERT ETHISCHES HANDELN

25.6.2018

Synode der Evangelisch-reformierten Landeskirche Graubündens
Stellungnahme zur Konzernverantwortungsinitiative,zur Gesamtverantwortung aller.

Eine Querschnittsstudie von Fastenopfer und Brot für alle verdeutlicht: Nur 11 % der 200 grössten Schweizer Konzerne richten ihre Unternehmenspolitik nach den Leitprinzipien der UNO zu Wirtschaft und Menschenrechten aus. Das empört uns.

Die Bündner Synode orientiert sich am Grundsatz: «Wirtschaft soll den Menschen dienen.»
Dieser Leitsatz verpflichtet sie, sich einzusetzen für:

  • einen nachhaltigen Umgang mit der Um- und Mitwelt;
  • eine sozialverträgliche Arbeits- und Geschäftswelt;
  • eine menschenwürdige Wirtschaft.

Diese Verpflichtungen gründen sich im Spektrum biblischer Ethik, z.B. in der Generationengerechtigkeit. Das bedeutet: Im Sinne der Nachhaltigkeit sollen die Folgen wirtschaftlichen Tuns an die eigene Generation zurückgebunden und weder auf spätere Generationen noch auf andere Länder abgewälzt werden.

In der Konzernverantwortungsinitiative sieht die Synode eine Möglichkeit, sich für eine menschenwürdige Wirtschaft einzusetzen.
Deshalb setzt sich die Synode erneut für die Initiative ein, die die Gesamtverantwortung der Konzerne im Blick hat.

Brot für alle: KlimaGespräche

22. August 2020

Handeln statt Reden

Den eigenen Lebensstil auf Klimakurs zu bringen, ist nicht einfach. Gewohnheiten, Ängste, Überforderungsgefühle oder auch die äusseren Umstände stehen oft im Weg. Genau da setzen die KlimaGespräche an, die «Brot für alle» und «Fastenopfer» an unterschiedlichen Orten anbieten.

An sechs Gesprächsabenden nehmen die Teilnehmenden ihr eigenes Verhalten in bezug auf Mobilität, Energie, Ernährung und Konsum unter die Lupe. Gleichzeitig werden innere Prozesse beleuchtet, die eine Änderung des gewohnten Verhaltens erschweren oder erleichtern. Gruppengespräche helfen, Möglichkeiten für einen klimafreundlicheren Lebensstil zu erkennen und in die Tat umzusetzen.

Auch online kann an den KlimaGesprächen teilgenommen werden, was auch Personen aus abgelgenener Gebieten eine Teilnahme ermöglicht. Die Klimagespräche richten sich an alle, die energieeffizienter leben wollen.

Information und Anmeldung:

sehen-und-handeln.ch/klimagespraeche/

Jacqueline Baumer / Stefan Hügli
ÖME - Weltweite Kirche

Bild: istock

"Spiritualität ist gesundheitsrelevant"

Aus der Praxis für die Praxis

Spiritualität soll als gesundheitsrelevanter Aspekt stärker in den Blickpunkt geraten. Das fordern die beiden Seelsorgenden Renata Aebi und Pascal Mösli. Ihr neues Buch stellt Begegnungen mit Patienten und Behandlungsteams ins Zentrum und plädiert damit dafür, Spiritualität als Ressource fruchtbar zu machen. In ergänzenden Beiträgen bringen Fachleute aus Sozialarbeit, Pflege, Kunsttherapie, Psychoonkologie oder Medizin eine je eigene Perspektive von Spiritualität ein.

Spiritual Care funktioniert nur im Zusammenspiel der Berufsgruppen und ist Teil einer gemeinsamen Sorgekultur. Der Seelsorge, als fachlicher Expertin der Spiritual Care, komme dabei eine koordinierende Funktion zu, halten Aebi und Mösli fest. Dabei stehe stets die Lebensqualität und Patientenzufriedenheit im Zentrum der Überlegungen. Bewährt habe sich ein dreidimensionales Modell, das die Mikroebene des Patienten und seines Umfelds achte, auf der Mesoebene die Haltung im Team thematisiere und schliesslich auf der Makroebene die institutionellen Voraussetzungen im Blick halte. «Für mich sind es die beglückenden Praxiserfahrungen von gelingendem Miteinander, die mich bewegen, andere zu ermutigen, die spirituelle Dimension in der Behandlung in Blick zu nehmen», erklärt Aebi den Ansatz. «Spiritualität wird durch eine Wirksamkeitsforschung heute als Teil der Qualität im Gesundheitswesen verstanden», ergänzt Moesli. So sollen interprofessionelle Rapporte sowie Schulungen und die Bereitstellung von Ressourcen selbstverständlich werden.

Man müsse kein spiritueller Mensch sein, um aus dem Buch Gewinn zu ziehen, hält denn auch Prof. Dr. Traugott Roser von der Universität Münster (D) fest. Es sei eine grosse Hilfe, die spirituelle Dimension stets mitzudenken. Das Buch «Interprofessionelle Spiritual Care - Im Buch des Lebens lesen» ist erschienen im Hogrefe-Verlag, Bern (ISBN 978-3-456-85857-9). Pfrn. Renata Aebi ist Seelsorgerin am Kantonsspital Graubünden in Chur.

Reinhold Meier / Stefan Hügli
Kommunikation

Bild: istock

Aufruf zum Flüchtlingssonntag

10.6.2019

Nach Babel

Aufruf der christlichen Kirchen und der jüdischen Religionsge-meinschaft zum Flüchtlingssonntag und Flüchtlingsschabbat
vom 15./16. Juni 2019

«Ein Wort gibt das andere: das ist die grosse Gabe» Elazar Benyoëtz (israelischer Aphoristiker und Lyriker)

«Wohlan, lasst uns hinabsteigen und dort verwirren ihre Sprache, dass sie nicht verstehen einer die Sprache des anderen.» (Noach/Genesis 11,7). Der Turmbau zu Babel ist nicht nur eine sehr bildhafte Erklärung für die Sprachenvielfalt unter den Menschen, sondern zeigt auch das Problem von Zugehörigkeit und Ausschluss durch Sprache auf. In der Folge verstanden sich nur noch die Familien-, Sippen- oder Stammesmitglieder untereinander. Sie entdeckten sich neu als Gemeinschaft, die von allen anderssprachigen Gemeinschaften unterschieden war. In der Welt nach Babel tauchte etwas zuvor völlig Unbekanntes auf: das Übersetzungsproblem. Wollten Menschen unterschiedlicher Gemeinschaft friedlich miteinander in Kontakt treten, mussten sie die fremden Sprachen lernen, um sich verständigen zu können.

Mit der Globalisierung ist die Menschheit nach Babel zurückgekehrt. Sie verfügt zwar über die Welt verbindende Technologien, aber die Verständigungsprobleme sind geblieben. Niemand bekommt die kulturellen und sprachlichen Grenzen unmittelbarer zu spüren als die Flüchtlinge. Sie waren gezwungen, ihren vertrauten Sprach- und Kulturraum zu verlassen, um in Ländern mit fremden Kulturen und Sprachen Schutz zu suchen. Wer die Landessprache nicht versteht und sich darin nicht ausdrücken kann, dessen Worte bleiben ohne Gewicht, werden nicht gehört und nicht verstanden. Wer sich nicht verständigen kann, wird sprachlos. Und wer sprachlos ist, bleibt aus der Gemeinschaft ausgeschlossen.

Interesse, Aufmerksamkeit, Beteiligung und Zugehörigkeit sind ohne Kommunikation nicht möglich. Sprache schafft Gemeinschaft und nur wer diese Sprache versteht und spricht kann zu dieser Gemeinschaft dazugehören. Staat und Politik tragen deshalb Verantwortung dafür, dass die aufgenommenen Flüchtlinge einen qualitativ hochwertigen Unterricht in der Sprache ihres neuen Lebensmittelpunktes erhalten. Rudimentäre Sprachkenntnisse, wie für eine touristische Urlaubsreise, reichen dafür nicht aus.

Integration bedingt einerseits die Bereitschaft, sich integrieren zu wollen, andererseits das Vorhandensein von Ressourcen, um sich integrieren zu können. Wer Integration einfordert, muss die Menschen auch dazu befähigen. Ein funktionierendes Zusammenleben hängt wesentlich davon ab, sich gegenseitig hören und Gehör verschaffen zu können. Dazu braucht es eine intensive und qualifizierte Sprachförderung für Flüchtlinge.

Anlässlich des Flüchtlingssonntags und Flüchtlingsschabbats rufen der Schweizerische Israelitische Gemeindebund und die drei Landeskirchen Bund, Kantone und Gemeinden dazu auf, die institutionellen und organisatorischen Ressourcen für eine nachhaltige Sprachförderung auch für Flüchtlinge zu schaffen und zu erhalten.

Gottfried Locher
Präsident des Rates
Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund SEK

Bischof Dr. Felix Gmür
Präsident
Schweizer Bischofskonferenz SBK

Bischof Dr. Harald Rein
Christkatholische Kirche der Schweiz CKS

Dr. Herbert Winter
Präsident
Schweizerischer Israelitischer Gemeindebund SIG

 

Bild: Caritas

Demnächst im Briefkasten

20.6.2019

Am Puls von Zeit und Raum

Erfahren Sie in der Sommer-Ausgabe von reformiert.Graubünden mehr über die Promenade in Davos als Anatomie eines markanten Stücks Weg.

Weitere Themen:
Kritik. Verklärt unsere Entwicklungshilfe das Kleinbauerntum zu sehr?
Bergün. Die Trilogie über die Entstehung des Bergünerstein ist Frauenliteratur.

die Juli-Ausgabe
Reformiert.info

Demnächst im Briefkasten

26. Mai 2020

Empathie aus der Retorte

Wenn der Mensch, mit dem du befreundet bist, gar kein Mensch ist.

Weitere Themen:
Waldenser. Die Reformierten in Norditalien leiden unter der Corona-Krise.
Verletzlichkeit. Die Pandemie konfrontiert uns mit unserer Endlichkeit.

Juniausgabe
Reformiert.info

Demnächst im Briefkasten

21. April 2020

Endlich Frieden: ein Rückblik

Eine Zeitzeugin und ein Nachgeborener schildern die Schrecken des Naziterrors.

Weitere Themen:
GESELLSCHAFT. Welche bleibenden Spuren die Corona-Pandemie zurücklässt.
GOTTESDIENSTE. Video-Predigten auf Youtube. Wie können sie gelingen?

Maiausgabe
Reformiert.info

Demnächst im Briefkasten

27. August 2020

Körnig, kostbar, knapp

Sand gibt es wie den sprichwörtlichen Sand am Meer. Aber stimmt das wirklich?

Weitere Themen:
Exorzismus. Wie wird man Geister los, von denen man sich besessen glaubt?
Sexarbeit. Gibt es die selbstbestimmte Prostitution? Eine Sexarbeiterin erzählt.

Septemberausgabe
Reformiert.info

CAS Diakonie-Entwicklung - Jetzt anmelden

Für Benachteiligte einstehen

Der CAS Diakonie-Entwicklung sucht motivierte Personen, die in ihrem kirchlichen Umfeld, etwas bewegen wollen und bietet dazu fachliche und persönliche Begleitung. Teilnehmende lernen, Eingesessenes und Überkommenes zu hinterfragen und zu diakonischen Aufbrüchen zu motivieren. Die Weiterbildung ist eine Zusammenarbeit der FHS St. Gallen, der Evangelisch-reformierten Landeskirche und des Bistums St. Gallen.

Die Weiterbidlung bietet

  • Tipps und Tools zu Projektmanagment und diakonischer Gemeinwesenarbeit;
  • persönliches Coaching für die eigene Projektarbeit;
  • unterwegs-sein in einer Gruppe von motivierten und ideenreichen Menschen.

Im vergangenen Durchgang haben Pfarrpersonen, SozialdiakonInnen, Jugendarbeitende, Behördenmitglieder und Freiwillige teilgenommen.

Die Präsenzzeit beträgt neun Tage. Dazu kommen Einzel- und Gruppencoaching. An den weiteren Tagen wird direkt am eigenen Projekt gearbeitet.
Start ist am 29. März 2021.

Website
Film

Johannes Kuonie / Stefan Hügli
Kommunikation

 

Quereinstieg in den Pfarrberuf - Infoveranstaltung

28. August 2020

Noch einmal durchstarten

Aktuell gibt es zwei Studiengänge, die den Quereinstieg in den reformierten Pfarrberuf ermöglichen:

  • Quest ist ein Angebot der Konkordatskirchen (Deutschschweiz und Tessin, ohne Bern-Jura-Solothurn) und der Theologischen Fakultäten Basel und Zürich.
  • Ithaka wird von den Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn zusammen mit der Theologischen Fakultät der Universität Bern angeboten.

Quest

Der Quereinstieg in den reformierten Pfarrberuf im Konkordat – ist ein Studienprogramm, für Menschen, die beruflich eine neue Herausforderung suchen, ihre Fähigkeiten und Ressourcen sinnvoll einsetzen und gerne reformierte/r Pfarrer/in werden möchten. Ab Studienstart 2021 ist Quest über die Universität Basel auch für Interessierte mit einem Masterabschluss einer Fachhochschule zugänglich. An der Universität Zürich wird nach wie vor explizit ein universitärer Studienabschluss vorausgesetzt.

Das Masterstudium kann an der Theologischen Fakultät Basel und Zürich absolviert werden und dauert in der Regel drei Jahre (Vollzeit) bis ca. vier Jahre (Teilzeit). Auf den akademischen Teil der Ausbildung folgt das einjährige Lernvikariat als praktische Berufsausbildung in kirchlicher Verantwortung. Zur Ausbildung zugelassen ist, wer die kirchlichen und universitären Zulassungsvoraussetzungen erfüllt und das kirchliche Aufnahmeverfahren erfolgreich absolviert hat. Das Aufnahmeverfahren wird jährlich durchgeführt, das Studium beginnt jeweils im Herbst. Quest ist ein gemeinsames Angebot der Konkordatskirchen (Deutschschweiz und Tessin, ohne Bern-Jura-Solothurn) und der Theologischen Fakultäten Basel und Zürich.

Website

Ithaka

Die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn bieten zusammen mit der Theologischen Fakultät der Universität Bern das Ausbildungsprogramm ITHAKA an. Das Intensivstudium für Akademikerinnen und Akademiker richtet sich an Interessierte, die ein universitäres Studium auf Masterniveau absolviert haben oder einen adäquaten Abschluss vorweisen können und fünf Jahre im Beruf tätig waren (Elternzeit wird angerechnet). Neu ist es zudem möglich, mit Masterabschlüssen von Pädagogischen Hochschulen sowie Fachhochschulen ins Quereinsteigerstudium einzusteigen. Jeder Abschluss wird auf Äquivalenz überprüft.

Website

Der Quereinstieg in den Pfarrberuf gehört zu den Nachwuchsförderungsmassnahmen der reformierten Kirchen. Hintergrund bildet die Tatsache, dass in den nächsten 15 Jahren zwei Drittel aller amtierenden reformierten Pfarrerinnen und Pfarrer in der Deutschschweiz pensioniert werden.

Stefan Hügli
Kommunikation

benevol.ch bald auch für Kirchgemeinden

3. September 2020

Aus dem Kirchenrat

Freiwilligenarbeit. Der Kirchenrat entscheidet sich für die Plattformen benevol.ch und benevol-jobs.ch, um den Angeboten und Bedürfnissen der Kirchgemeinden eine grössere Öffentlichkeit zu geben.

Personelles. Der Kirchenrat genehmigt die Wahl von Pfrn. Bettina Schönmann, St. Maria, durch die Kirchgemeinde Val Müstair.

Beiträge an Dritte. Der Kirchenrat überprüft die jährlichen Beiträge an diverse Organisationen in der Höhe von 750‘000 Franken.

Bauvorhaben. Der Kirchenrat spricht einen Beitrag von maximal 41‘000 Franken an die Sanierung des Kirchgemeindehauses in Schiers.

Personalgesetz. Der Kirchenrat prüft die Anpassungsvorschläge der Vorberatungskommission und übernimmt sie mehrheitlich. Die Vorlage wird vom Evangelischen Grossen Rat in seiner Herbstsitzung beraten.

Projektbeiträge. Der Kirchenrat unterstützt das Projekt „circo futuro“ – des Jugendzirkus Encuentros mit 2000 Franken. Es bringt  Jugendliche aus dem Rhein- und Albulatal zusammen mit Jugendlichen aus den Transitzentren Trimmis und Davos und Jugendlichen mit psychischen Beeinträchtigungen. Zudem unterstützt der Kirchenrat das Buch „Und jetzt das Corona-Virus“  von Pfr. Hans Walter Goll mit 1000 Franken.

Religionsunterricht. Der Kirchenrat beschliesst die Durchführung eines Netzwerktages im Jahr 2021. Dieser soll Anerkennung für das Engagement und Weiterbildung zusammenbringen.

Grenzverletzungen. Der Kirchenrat entscheidet sich, weiter am Thema Prävention von Grenzverletzungen zu arbeiten. Ein entsprechender Betrag soll ins Budget aufgenommen werden.

Katastrophenhilfe. Der Kirchenrat leistet einen Beitrag von 2000 Franken an die Near East School Of Theology (NEST) in Beirut. Sie wurde durch die Explosion vom 4. August stark beschädigt.

Pfingstprojekt. Der Kirchenrat bestimmt Mission 21 als Partner der Pfingstkollekte 2022.

Stefan Hügli
Kommunikation

 

Regierung zum Bettag: "Kräfte bündeln"

17. September 2020

Von Zukunftssorgen und Innovationskraft

Angesichts der Coronakrise komme dem Bettag dieses Jahr eine besondere Bedeutung zu, schreibt Regierungspräsident Dr. Christian Rathgeb im Bettagsmandat. Der Eidgenössische Dank-, Buss- und Bettag wolle vorhandene Kräfte bündeln und Menschen aller Landesteile, Sprachen, Kulturen, Religionen und Konfessionen zusammenführen. Damit fördere und stärke er den Respekt vor Andersdenkeden. Und das sei eine wichtige staatspolitische Aufgabe – auch angesichts von Covid-19. Einheit in Vielfalt mache ein Land lebenswert und stark.

Die Regierung dankt den Einwohnerinnen und Einwohnern des Kantons Graubünden für ihre Solidarität, ihr Verantwortungsbewusstsein und Verständnis in schwieriger Zeit. „Über Nacht hat das Virus die Situation radikal verändert“, heisst es im Schreiben, niemand kenne die weltweiten Auswirkungen und nicht wenige sorgten sich um ihre Zukunft. Die Krise werfe auch die Frage auf nach dem, was wichtig und was nebensächlich sei – und wie zielstrebig man bereit sei, die Gestaltung der Zukunft anzugehen. „Das Danken gibt Mut und Kraft, uns mit Freude für eine gute Zukunft einzusetzen.“

Busse heisse Umkehr und Umkehr bedeute, den eigenen Lebensstil zu hinterfragen. Obwohl viele Herausforderungen heute global sind, sei es wichtig, dass jeder einzelne einen Beitrag leiste. „Wir tun gut daran, unsere Meinung zu äussern und jene, die sich aktiv engagieren, zu unterstützen“, heisst es im Bettagsmandat. Schweigen diene nur jenen, die Eigeninteressen verfolgten. Insofern sei eine Krise auch eine Chance, denn sie gebe Denkanstösse für Verbesserungen und positive Entwicklungen. „Wir Bündnerinnen und Bündner haben schon manche Krise und Naturkatastrophe überwunden und daraus Innovation geschöpft“.

Nicht alles ist machbar. Diese Erkenntnis wiederum sei Anlass zum Beten, schreibt Rathgeb im Namen der Regierung und bittet darum, den bevorstehenden Dank- Buss- und Bettag vom 20. September als Tag der Besinnung zu begehen.

Bettagsmandat

Stefan Hügli
Kommunikation

Nicole Romer-Frei

Kirchgemeindepräsidentin
Postfach 226
7017 Flims Dorf
079 649 23 58

E-MAIL

Friedrich Schweitzer kommt nach Graubünden

21. September 2020

Religionspädagogische Tagung

Am 8. Mai 2021 findet in Graubünden zum ersten Mal eine Religionspädagogische Tagung zum Thema „Anerkennung und Qualität im Religionsunterricht“ statt. Prominenter Gast ist der Tübinger Religionspädagoge Prof. Dr. Friedrich Schweitzer. Die Landeskirche setzt mit dem Weiterbildungstag ein Zeichen der Wertschätzung für das Engagement von Religionsunterrichtenden und Ressortbeauftragten Religion.

Spannende Workshops. Die Tagung thematisiert Zusammenhänge zwischen Anerkennung im Berufsalltag und Qualitätsentwicklung im Unterricht. Drei Themen werden zur Vertiefung angeboten: "Talente weiter entwickeln", "Krisen bewältigen" und "Motivation im Berufsalltag fördern". Religionsunterrichtende und Ressortbeauftragte Religion erhalten die Möglichkeit, sich über neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zum Thema Qualitätssicherung im Religionsunterricht zu informieren.

Vernetzung und Austausch. Darüber hinaus ist die Tagung eine gute Gelegenheit zu kantonalem Austausch und Vernetzung zwischen Religionsunterrichtenden und Ressortbeauftragten Religion.

mehr

Dr. Maria Thöni

test

lorem ipsum

Lange Nacht der Kirchen 2021

1. September 2020

Bunt wie die Kirche

Am 28. Mai 2021 lädt die Landeskirche die Bündner Kirchgemeinden zur Mitwirkung an der "Langen Nacht der Kirchen" ein. Die Idee: Die Kirchgemeinde halten ihre Kirchentüren von 18 bis 24 Uhr offen und gestalten ein Programm nach ihren Wünschen und Möglichkeiten: Mit Konzert, Theater, Film, Gottesdienst, Führung, Atempause und Kulinarischem. Spätenschlossene können sich noch bis am 30. November anmelden.

Einladung für Kirchgemeinden
Projektinfos und Zeitplan
Anmeldetalon

Bild: Wenn Kirche ganz anders ist: Lichtinstallation an der WM 2017 in St. Moritz.

Praktisch: Webseiten für Kirchgemeinden

24. September 2020

Erste Gemeindeseiten online

Fideris hat innerhalb zweier Monate einen Webauftritt auf die Beine gestellt und auch Ardez/Ftan/Guarda hat im September eine zweisprachige Webseite aufgeschaltet. Arosa und Tamins/Bonaduz/Rhäzüns werden folgen. Die in Zusammenarbeit mit einer Webagentur erarbeiteten Webseitenvorlagen ermöglichen Kirchgemeinden einen soliden Webauftritt bei vertretbarem Aufwand. In der Art eines Baukastens stehen verschiedene Module zu Verfügung.

Eine Navigation ist bereits vorgeschlagen (kann aber geändert werden), Schnittstellen zum Veranstaltungskalender mit Guidle oder zu kantonalen oder nationalen Newsmeldungen sind bereits integriert. Die Gestaltung knüpft an das Design der landeskirchlichen Website an, lässt zugleich aber viel Freiraum für eigene Vorstellungen.

Das beste dabei: Wer sich für den Websitebaukasten entscheidet, wird von Webprofis unterstützt. Sie ein unterstützen beim Erarbeiten, sind aber auch später da, falls es Probleme gibt. Die Kosten für die Kirchgemeinde betragen CHF 3'500 einmalig und CHF 500.- jährlich wiederkehrend für Support und Hosting. Details zum Angebot gibts bei der Fachstelle Kommunikation.

Website Fideris

Veranstaltungskalender mit Guidle

24. September 2020

Jetzt umsteigen

Der neue Veranstaltungskalender mit Guidle macht kirchliche Angebote sichtbar. In der eigens auf die Bedürfnisse der Gemeinden zugeschnittenen Lösung sind praktische Anwendungen bereits integriert: Sie können Veranstaltungen in ihre bestehende Website einbinden oder sie an die Gemeindeseitenredaktion von reformiert. exportieren. Auch der Ausdruck von Monatsprogrammen und Plakaten für den Infokasten ist möglich.

33 Bündner Kirchgemeinden sind bereits dabei. Der Einstieg ist jederzeit möglich, die Landeskirche übernimmt die Kosten für Account und Microsite. Übrigens: der neue Veranstaltungskalender ist auch für Kirchenregionen eine starke Lösung, denn die Gemeinden können regionale Veranstaltungen in ihrem Kalender anzeigen lassen. Accounts können bei der Fachstelle Kommunikation bestellt werden.

Beispiel Felsberg
Beispiel Behördenbildung
Leitfaden Erfassung

Leitfaden Export

Videoschulung

Frischzellenkur für den Auftritt

24. September 2020

Markenzeichen und Vorlagen

Das Corporate Design der Landeskirche mit dem Markenzeichen „Graubünden reformiert – Grischun refurmà – Grigioni riformato“ bietet auch Kirchgemeinden die Chance für eine Auffrischung ihres Auftritts. Die Idee: Kirchgemeinden können bei Bedarf die landeskirchliche Bildmarke mit den blauen Fischen und der Taube übernehmen. Die Wortmarke besteht aus dem Ortsnamen in Kombination mit den Zusatz „reformiert“, zum Beispiel „Fideris reformiert“. Die Lösung eignet sich auch für Kirchenregionen, zum Beispiel "Prättigau reformiert".

Das Bestechende dabei: weitere Vorlagen sind vorhanden und können mit wenig Aufwand angepasst werden – zum Beispiel für Powerpoint oder das Briefpapier. Weitere werden folgen. Das Markenzeichen ist eine Kurzform. Auf Begriffe wie Kirchgemeinde, Landeskirche oder Kirchenregion wird bewusst verzichtet. Im Absenderelement, welches das Markenzeichen wo immer möglich ergänzt, haben diese aber selbstverständlich ihren Platz, bei Bedarf auch mehrsprachig.  

Stefan Hügli
Kommunikation

"Kirche Praktisch" geht online

24. September 2020

"Kirche Praktisch" geht online

Nützliches und Praktisches für die Arbeit in den Kirchgemeinden – das war die Vorgabe für die Erarbeitung von Kirche Praktisch. Verschiedene Autoren haben dafür Wissen zusammengestellt. Erste Texte stehen bereit, weitere werden folgen. Kirche Praktisch knüpft an die gleichnamige Printpublikation an, ist über die Website der Landeskirche zugänglich und wird fortlaufend erweitert. 

Kirche praktisch wächst mit. Gerne erwarten wir auch Ihr Feedback und nehmen Anregungen entgegen. Kirche Praktisch soll Menschen unterstützen, die sich für die Bündner Kirche engagieren.

Kirche Praktisch

Sent