25. 6. 2026

Über die Kirche der Zukunft

Bei sommerlicher Hitze haben sich am Donnerstag, 25. Juni, die Bündner Pfarrerinnen und Pfarrer in der Kirche St. Martin in Flims zur Eröffnung der Synode 2026 versammelt.

An der Synode beraten die reformierten Pfarrpersonen aller Bündner Talschaften und Sprachregionen über zahlreiche Angelegenheiten der Kirche. Verantwortliche und Beauftragte berichten über Projekte, Tätigkeiten und Angebote. Mit Adorján Török (Zizers) uns Stefan Schori (Bonaduz) bewerben sich zwei Pfarrer um die Aufnahme in die Synode. Die Aufnahme ist Voraussetzung, um im Kanton Graubünden von einer Kirchgemeinde als Pfarrerin oder Pfarrer gewählt werden zu können. Bis dahin amten die Pfarrerpersonen als Provisorinnen oder Provisoren.

Anlässlich der Eröffnungsfeier begrüssten der Flimser Gemeindepräsident Christoph Schmidt und der Präsident der Kirchgemeinde Ernst Wunderli die aus dem ganzen Kanton Angereisten. Ein besonders Willkommen gaben Flimser Schulkinder. Sie sangen unter der Leitung von Benjamin Morf fröhliche Lieder. Den grössten Applaus ernteten Sie mit dem «Kleinen grünen Kaktus». In seiner Eröffnungsansprache wies Dekan Thomas Müller-Weigl auf die zahlreichen und vielfältigen Angebote und Leistungen der Kirche für die Menschen und die Gesellschaft hin. Er erinnerte die Anwesenden aber, dass der Gottesdienst am Sonntag die DNA der Kirche sei.

Als Gastreferentin sprach die Theologin Hildegard Aepli vom Bistum St. Gallen über die französische Schriftstellerin, Sozialarbeiterin und Mystikerin Madeleine Delbrêl: «Madeleine Delbrêl, Prophetin für die Kirche der Zukunft». Delbrêl lebte von 1904 bis 1964. Sie war in ihrer Jugend Atheistin und fand nach einer Lebenskrise durch Begegnung mit jungen Christinnen und Christen zum Glauben. Das Vermächtnis von Delbrêl ist für Aepli, dass sie zu ihrer Zeit lebte, was heute auf uns alle zukommt oder bereits eingetroffen ist: «Es ist die Frage, wie wir unser Christsein in einem Umfeld, das immer säkularer wird, leben und gestalten.» Die Antwort Delbrêls war insbesondere eine Alltagsspiritualität, in der das Gebet seinen festen Platz hat: «Wir Leute von der Strasse glauben aus aller Kraft, dass diese Strasse, diese Welt, auf die Gott uns gesetzt hat, für uns der Ort unserer Heiligkeit ist.»

Die Synode dauert bis am Montag, 29. Juni.

Jan Roth
Kommunikation

Bild: Hildegard Aepli, Theologin vom Bistum St. Gallen, referiert über Madeleine Delbrêl als Prophetin für die Kirche der Zukunft. Foto: Jan Roth