Wer als Pfarrerin oder Pfarrer neu nach Graubünden kommt, will sich mit den Gegebenheiten der neuen Kirchenlandschaft vertraut machen.

Vorausgesetzt wird die Kenntnis folgender Quellen:

  • die kirchliche Gesetzessammlung (besonders KGS 100 und 210);
  • der Amtsbericht des Kirchenrates;
  • und die Website der Landeskirche.

Die Eigenheiten des Bündner Pfarramts werden im Folgenden benannt – mit praktischen Hinweisen für den Einstieg.

Eigenheiten des Bündner Pfarramts

Synode. Als Pfarrer oder Pfarrerin kann in der in der Evangelisch-reformierten Landeskirche nur ordentlich wirken, wer in die Synode aufgenommen worden ist. Die Synode ist wichtiger Ort für theologisches Arbeiten und für den kollegialen Austausch. Sie dient dem Zusammenhalt im „Kanton der 150 Täler“. Über die Synode hinaus nehmen die Pfarrpersonen – immer im Rahmen ihrer pfarramtlichen Anstellung – verschiedene Funktionen in Gremien und Arbeitsgruppen wahr. Ohne Aufnahme in die Snyode ist lediglich eine provisorische Anstellung möglich.

Die Kirchgemeinden geniessen eine grosse Autonomie. Das heisst: Sie haben weitgehende Gestaltungsmöglichkeiten innerhalb der kirchlichen Rechtsordnung. Sie unterscheiden sich untereinander stark, was auch auf sprachliche, kulturelle, geografische und konfessionelle Gegebenheiten zurückzuführen ist. Auch sind die Einflüsse des Tourismus und beträchtliche Grössenunterschiede zu nennen. Jede Pfarrperson ist herausgefordert, die Ortstraditionen und Besonderheiten der Kirchgemeinde sorgfältig wahrzunehmen und im Dialog mit dem Vorstand und den Mitgliedern weiter zu entwickeln. Es funktioniert oft nicht, andernorts bewährte Rezepte einfach anwenden zu wollen. Hingegen kann der Gestaltungsspielraum der Kirchgemeinde genutzt werden, wenn das Passende gefunden wurde.

Bekenntnisfreiheit. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts gibt es für die reformierten Kirchen in der Schweiz kein verpflichtendes Glaubensbekenntnis mehr. Das war das Resultat eines Richtungsstreits, der die Kirche einst fast zerrissen hätte. Seither sind die Schweizer Reformierten „bekenntnisfrei“, aber nicht bekenntnislos. Sie stützen sich auf verbindliche Texte und orientieren sich an Glaubenszeugnissen früherer Zeiten – doch das Ja zu diesen Texten ist für die Kirchenzugehörigkeit nicht verpflichtend.

Kirchgemeindevorstand und Pfarramt wirken zusammen. Vorstände wie Pfarrpersonen werden von der Kirchgemeindeversammlung gewählt. An den Vorstandssitzungen nehmen die Pfarrpersonen (oder bei grösseren Gemeinden eine Vertretung des Pfarramts) mit beratender Stimme teil. In Fragen des Gemeindeaufbaus und der allgemeinen Gemeindeleitung wirken Vorstand und Pfarramt im Sinne einer gemeinsamen Gemeindeleitung zusammen (KGS 100,9). Wenn es um arbeitsrechtliche Fragen geht, sind die Rollen anders verteilt. Der Kirchgemeindevorstand vertritt die Kirchgemeinde als Arbeitgeber der Pfarrperson. Theologische Fragen hingegen, z. B. der Inhalt von Predigten, liegen in der Verantwortung des Pfarramtes. In der Praxis wird es entscheidend sein, in gutem Einvernehmen zum Wohl der Kirchgemeinde zusammenarbeiten zu können.

Praktische Hinweise

E-Mail-Adresse/Signatur: Alle angestellten Pfarrpersonen erhalten eine E-Mail-Adresse in folgender Form: . Die Verwaltung an der Loëstrasse richtet die Adresse ein und gibt nähere Auskünfte. Eine E-Mail wird mit der Signatur abgeschlossen, welche die Kontaktangaben enthält;
_____________________________
Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde X
Pfarramt
Vorname Name, Pfarrer/-in, Provisor/-in
Strasse Hausnummer
PLZ Ort
081 234 56 78

www.kirchgemeindexy.ch

Planungstool: Die Landeskirche stellt Vorständen und Pfarrpersonen ein Jahresarbeitszeitplanungstool (Excel-Tabelle) zur Verfügung. Dieses ermöglicht es, bei der Jahresplanung das Arbeitsvolumen eines Pfarramts zu beziffern. Das Tool geht von Richtzeiten für bestimmte Tätigkeiten aus (siehe Downloads).

Mediothek, Relimedia und Pastoralbibliothek: Die kirchliche Mediothek in Chur bietet kostenlos diverses Material für Unterricht und Gemeindearbeit. Die Medien werden auch per Post zugeschickt.Mitarbeitende der Bündner Kantonalkirche können auch bei Relimedia in Zürich gratis Materialien ausleihen oder herunterladen.Für theologische Fachliteratur steht die Pastoralbibliothek der Synode zur Verfügung, die in der Kantonsbibliothek in Chur zu finden ist.

Spitalausweis: Bei der Verwaltung kann ein Ausweis in Kreditkartenformat bezogen werden, welcher eine Pfarrperson als Gemeindepfarrer oder -pfarrerin einer evangelisch-reformierten Kirchgemeinde ausweist.

Stellvertretungen: Auf der Internetseite der Landeskirche (unter „Service“) sind Listen mit Stellvertreterinnen und -vertretern für Pfarrdienste und für Religionsunterricht verfügbar. Bei kürzeren Abwesenheiten wie Ferien oder der jährlichen Weiterbildung leisten sich Pfarrpersonen gegenseitig kostenlos Bereitschaftsdienst (KGS 815,2).

Telefonbucheintrag: Bei Amtsantritt ist zu überprüfen, ob der Eintrag im Telefonbuch local.ch aktuell ist. Dieser soll folgendermassen gestaltet sein:

  • in deutschsprachigen Gebieten:
    – Kirchgemeinde Evang.-ref.
    (Auflistung der Telefonnummern der Pfarrpersonen, Sozialdiakoninnen und -diakone sowie weiterer Mitarbeitender, soweit erforderlich)
    – Pfarramt Evang.-ref.
    (Auflistung der Telefonnummern der Pfarrpersonen, Sozialdiakoninnen und -diakone)
  • in italienischsprachigen Gebieten:
    –  Chiesa evangelica riformata
    (Auflistung der Telefonnummern der Pfarrpersonen, Sozialdiakoninnen und -diakone sowie weiterer Mitarbeitender, soweit erforderlich)
    – Uficio pastorale della chiesa evangelica riformata
    (Auflistung der Telefonnummern der Pfarrpersonen, Sozialdiakoninnen und -diakone)
  • in romanischsprachigen Gebieten:
    – Plaiv evang.-ref.
    (Auflistung der Telefonnummern der Pfarrpersonen, Sozialdiakoninnen und -diakone sowie weiterer Mitarbeitender, soweit erforderlich)
    –  Pravenda evang.-ref.
    (Auflistung der Telefonnummern der Pfarrpersonen, Sozialdiakoninnen und -diakone)

Die Bündner Synode ist ein Unikum in den kirchlichen Strukturen der Schweiz. Wer in der Bündner Kirche Pfarrer oder Pfarrerin sein möchte, muss in die Synode aufgenommen werden. Der Ursprung der Synode liegt in der Reformationszeit. Die Prediger des neuen Glaubens mussten entscheiden, wer in der Bündner Kirche das Pfarramt ausüben darf, welches Bekenntnis und welche weiteren Regelungen gelten sollten. Ein Beschluss des Bundstags 1537 unterstützte diese Bestrebungen, weshalb dieses Jahr als Gründungsjahr der Synode gilt. Die Synode ist bis heute zuständig für Ordination und die Aufnahme von Bewerberinnen und Bewerbern in den pfarramtlichen Dienst in Graubünden. Als Organ der Landeskirche nimmt sie Stellung in Vernehmlassungen und bringt ihre theologische Kompetenz in verschiedenen Arbeitsbereichen der Landeskirche ein.

Rechtliche Grundlagen: Verfassung (KGS 100, 38-43), Geschäftsordnung (KGS 410)

Downloads:
Besetzung Pfarrstelle, Merkblatt
Provisionserlaubnis, Gesuch
Wahlbestätigung, Gesuch

Versammlungen

Die Synode versammelt sich jeweils vom Donnerstag vor dem letzten Sonntag im Juni bis zum folgenden Montag. Der Synodalort wird im Vorjahr gewählt. Eine ausserordentliche Synode wird einberufen, wenn ein Geschäft es erfordert, und findet normalerweise in Chur statt.

Die synodale Arbeitstagung findet jeweils Ende Januar von Montagmittag bis Dienstagmittag statt. Sie dient der Behandlung aktueller Themen aus Theologie, Ethik, Gesellschaft und kirchlicher Praxis.

Die regionalen Pastoralkonferenzen dienen der fachlichen Weiterbildung und dem kollegialen Austausch in der Region. Das Dekanat kann den Pastoralkonferenzen Themen zur Behandlung zuweisen.

Die Teilnahme an allen Versammlungen der Synode ist für Synodale wie für Provisorinnen und Provisoren obligatorisch. Einzige Ausnahme bildet die geschlossene Sitzung, an der die Provisorinnen und Provisoren nicht teilnehmen dürfen. Die Kirchenkasse entschädigt die Reise- und Übernachtungsspesen und entrichtet den Teilnehmenden ein Taggeld.

Die Leitung der Synode liegt beim Dekanat. Es setzt sich zusammen aus dem Dekan oder der Dekanin (gleichzeitig von Amtes wegen Mitglied des Kirchenrates), zwei Vizedekanen oder –dekaninnen, dem Quästor oder der Quästorin und dem Kanzellar oder der Kanzellarin.

Provision und Aufnahme

Stellung von Provisorinnen und Provisoren:

  • Anstellungsbedingungen: Der Provisionsvertrag zwischen der Kirchgemeinde und der Pfarrperson wird ohne Wahl durch die Kirchgemeindeversammlung abgeschlossen. Es gilt eine Kündigungsfrist von drei Monaten. Eine Treueprämie wird nicht ausbezahlt. Die weiteren Bedingungen wie Regelung zu Krankheit und Unfall, zu Familien- und Kinderzulage oder zu Spesenentschädigung unterscheiden sich nicht von einem definitiven Arbeitsvertrag. Vor Übernahme einer Provision muss beim Dekanat ein Gesuch um eine Provisionserlaubnis gestellt werden. Diese wird jeweils bis zur kommenden Synode erteilt und kann danach falls nötig erneuert werden.
  • Teilnahmepflicht, Stimm- und Wahlrecht: Provisorinnen und Provisoren sind wie Synodale verpflichtet, an den Versammlungen des Kolloquiums resp. der Region, an der Synode (ausser an der geschlossenen Sitzung), der synodalen Arbeitstagung und an Pastoralkonferenzen teilzunehmen. Sie haben jedoch bis zur Aufnahme in die Synode weder Stimm- noch Wahlrecht.

Aufnahme in die Synode:

  • Aufnahmebedingungen. Sobald ein Provisor oder eine Provisoren die Bedingungen für die Aufnahme in die Synode erfüllt, leitet das  Dekanat das Aufnahmeverfahren ein. Die betreffenden Kirchgemeinden werden aufgefordert, ein Empfehlungsschreiben zu verfassen. Die Bewerberinnen und Bewerber werden zu einem Treffen mit dem Dekanat eingeladen, wo sie über den Ablauf informiert werden.
  • Vorstellung an der Synode stellen sich die Bewerberinnen und Bewerber mit Lebenslauf und Predigt vor. Indem sie um Aufnahme in die Synode ersuchen, zeigen sie ihre Absicht, in den Bündner Kirchendienst treten und sich von einer Kirchgemeinde wählen lassen zu wollen. In der geschlossenen Sitzung stimmt die Synode schriftlich über die Aufnahme ab. Am Synodalgottesdienst legen die neuen Synodalen das Synodalgelübde ab und werden in den Kreis der Bündner Pfarrerinnen und Pfarrer aufgenommen. Sie tragen ihre Namen in die Synodalmatrikel ein.
  • Nach der Aufnahme können die neuen Synodalen der Kirchgemeindeversammlung zur Wahl vorgeschlagen werden. Das Wahlbestätigungsgesuch muss zusammen mit dem neuen, nun ordentlichen, Arbeitsvertrag dem Kirchenrat zur Genehmigung unterbreitet werden.

Berufsethische Richtlinien

Wegleitung. Die Synode hat sich eine „Wegleitung für das berufsethische Handeln der Pfarrerinnen und Pfarrer in Graubünden“ gegeben (KGS 420).

Diese umfasst folgende Abschnitte:

  • I Grundlagen und Zweck
  • II Die Person der Pfarrerin und des Pfarrers
  • III Gestaltung pfarramtlicher Handlungsfelder
  • IV Persönliche Ressourcen

Fraktionen der Synode

Es gibt in der Synode drei Fraktionen. Sie bereiten die Geschäfte der Synode vor und pflegen den kollegialen Austausch. Während der Synode ist ein Abend für die Fraktionssitzungen eingeplant. Die Kontaktangaben sind jeweils in der Traktandenliste zur Synode zu finden. Die Fraktionen beschreiben sich selbst wie folgt:

  • AFT – Arbeitsgemeinschaft freie Theologie: Die AFT setzt sich für Dialog, Offenheit und Toleranz in der reformierten Bündner Kirche ein. Als liberale Fraktion der Synode engagiert sie sich für eine zukunftsorientierte und moderne Kirche, die einen Beitrag zu Lebensqualität und menschenfreundlichem Zusammenleben leistet. In ihren Stellungnahmen betont sie die individuelle Glaubens- und Gewissensfreiheit sowie die Eigenverantwortung des Menschen. Sie sieht darin zentrale Werte des Evangeliums.
  • TAG – Theologische Arbeitsgemeinschaft Graubünden: Der Ursprung der TAG liegt im Umkreis der positiv- kirchlichen Richtung. Als Kriterium der Theologie gilt ihr das Wort Gottes in seiner dreifachen Gestalt, wie es Karl Barth gelehrt hat: offenbart, geschrieben, verkündigt. Daraus ergibt sich ökumenische Weite. Die TAG orientiert sich am gesamten Zeugnis der Bibel und interessiert sich für Glaubensbekenntnisse aus alter und neuer Zeit. Das Erbe der Reformation liegt ihr am Herzen. Die TAG fragt: Wie lebt Kirche und Gemeinde heute? Sie pflegt bei ihren Treffen kollegiale Gemeinschaft. Andacht, Austausch und theologische Arbeit prägen die Sitzungen.
  • RSF – Religiös-soziale Fraktion: Die RSF steht für eine solidarische, geschwisterliche Kirche. Sie versteht sich als Teil des weltweiten, christlichen Engagements für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Die RSF fragt nach dem Platz der Kirche in der heutigen Gesellschaft. Sie reflektiert über die Aufgabe als Pfarrer/-innen in dieser Kirche und ringt um ein glaubwürdiges, christliches Zeugnis in unserer Zeit. Die RSF engagiert sich in der Synode: für Transparenz von Strukturen und Abläufen; für die Anerkennung und Stärkung der unterschiedlichen Fähigkeiten des kirchlichen Personals; für einen partnerschaftlichen Umgang von Behörden, Gemeinden und Mitarbeitenden.

Das Kirchgemeindearchiv ist das Gedächtnis der Kirchgemeinde. Es bietet einen Blick in die Vergangenheit und ist wichtige Quellen für die Lokalgeschichte. Das Archiv muss darum sorgfältig und lückenlos geführt werden.

Zwei Abteilungen. Das Kirchgemeindearchiv ist in zwei Abteilungen unterteilt, eine kirchgemeindliche und eine pfarramtliche. Die Pfarrperson ist zuständig für den pfarramtlichen Teil, zu dem auch die Kirchenbücher gehören. Sie kann vom Kirchgemeindevorstand auch für beide Abteilungen als Archivverwalterin eingesetzt werden. In einer grösseren Gemeinde trägt das Sekretariat die Amtshandlungen ins Kirchenbuch ein. Die Verantwortung für die Weiterleitung der korrekten Angaben liegt bei der Pfarrperson.

Rechtliche Grundlagen: Verordnung (KGS 210, 37 und 38), Reglemente (KGS 215 und 216)

Kirchenbuch

Im Kirchenbuch werden alle pfarramtlichen Handlungen handschriftlich eingetragen, namentlich Taufen, Konfirmationen (in diesem Verzeichnis auch Eintritte), Trauungen und Abdankungen.

Für weitere kirchliche Handlungen gibt es in Kirchenbüchern, die ab 2019 angefangen wurden, eine eigene Abteilung. Die Eintragungen sind die Grundlage, um später etwa eine Taufbescheinigung auszustellen. Sie sind vollständig und genau vorzunehmen.

Details zu den Eintragungen können dem Reglement 216 entnommen werden. Wenn ein Kirchenbuch voll ist, kann die Kirchgemeinde bei der Verwaltung der Landeskirche ein neues bestellen. Siehe dazu das Formular unten.

Kirchenbuch, Formular für Bestellung

 

Hilfsmittel für die Führung des Pfarramts

Zum Pfarramtsarchiv gehören diverse Gegenstände und Drucksachen, die für die Führung des Pfarramts unentbehrlich sind. Sie stehen der amtierenden Pfarrperson zur Verfügung und müssen daher nicht neu angeschafft werden. Dazu gehören etwa:

  • Kanzelbibel und Liturgien
  • Tauf- und Abendmahlsgeschirr
  • Kirchliche Gesetzessammlung
  • Handbibliothek des Pfarramts mit Werken zur Kirchengeschichte Graubündens und der Schweiz
  • Unterrichtsmaterial

 

Archivinspektion

Durch Inspektionen wird sicher gestellt, dass die Archivalien geschützt aufbewahrt werden, das Archiv ordnungsgemäss geführt ist und keine Lücken aufweist. Es wird überprüft, ob die wesentlichen Unterlagen vorhanden sind, damit das Archiv seinen Zweck als Erinnerungsspeicher und Sammlung von Hilfsmitteln erfüllen kann.

Alle fünf Jahre ordnet der Kirchenrat eine ordentliche Archivinspektion an, bei der alle Kirchgemeindearchive besucht werden. Die Inspektorinnen und Inspektoren werden von der Kolloquial-, resp. Regionalversammlung bestimmt.

Eine ausserordentliche Archivinspektion findet statt, wenn es einen Wechsel im Pfarramt gibt. In diesem Fall nimmt ein Mitglied der Archivkommission die Inspektion vor.

Recht und Pflicht. Amtierende Pfarrpersonen können, wie alle Mitarbeitenden, Beiträge und Arbeitszeit für ihre berufliche Weiterbildung beanspruchen. Sie stehen im Gegenzug unter einer Weiterbildungspflicht. Nach sieben Dienstjahren kann ein Sabbatical bezogen werden. Bestimmte Weiterbildungen sind obligatorisch, etwa bei erstmaligem Dienst in der Bündner Landeskirche.

Für Weiterbildungen und Sabbaticals muss grundsätzlich im Voraus ein Gesuch beim Kirchenrat eingereicht werden, das vom Kirchgemeindevorstand genehmigt ist. Nach der Weiterbildung können Beiträge aus dem persönlichen Weiterbildungskonto beantragt werden.

Supervisionen können ohne vorgängiges Gesuch in Anspruch genommen und direkt bei der Verwaltung der Landeskirche abgerechnet werden. Für den genauen Ablauf siehe das Merkblatt unter den Downloads.

Rechtliche Grundlagen: Verordnung (KGS 951), Reglement (KGS 952)

Unterrichtstraining

Pfarrpersonen, die erstmals schulischen Religions- oder Konfirmationsunterricht erteilen, sind verpflichtet, das dreijährige Unterrichtstraining zu besuchen (KGS 952,9). Der Kirchenrat lädt die Teilnehmenden ein, und es muss kein Weiterbildungsgesuch eingereicht werden (KGS 951,9). In begründeten Fällen kann der Kirchenrat Ausnahmen bewilligen.

Downloads:
Regelung Unterrichtstraining

In den ersten Amtsjahren: WeA

Einstieg in den Beruf. Pfarrpersonen, die ihre Ausbildung im Konkordat absolviert haben, sind in den ersten fünf Amtsjahren verpflichtet, die „Weiterbildung in den ersten Amtsjahren“ zu absolvieren. In fünf Jahren sind acht Kurse zu belegen. Es stehen dafür fünf zusätzliche Arbeitstage zur Verfügung, also total 15 Weitebildungstage pro Jahr. Die Kosten für WeA-Kurse werden von der Kirchenkasse übernommen, ohne dass sie dem persönlichen Weiterbildungskonto belastet würden (KGS 952,10).

Training für den Unterricht. Parallel dazu besuchen die Berufseinsteigerinnen und -einsteiger das kantonale Unterrichtstraining. Dieses kann als ein WeA-Kurs anerkannt werden lassen.

Weiterbildungsangebote "A+W" und andere

Offizielle Anbieter für Weiterbildungsangebote für Pfarrpersonen sind (KGS 952,2):

  • Deutschschweizer Konkordatskirchen (A+W)
  • Reformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn (pwb)
  • Office Protestant de la Formation de la Conférence des Églises romandes (opf)
  • Evangelische Kirche im Rheinland

Wenn Angebote anderer Anbieter besucht werden wollen, muss dies besonders begründet werden.

Abrechnung und Spesen

Alle Mitarbeitenden haben ein persönliches Weiterbildungskonto. Bei einem vollen Arbeitspensum stehen jeweils für einen Zeitraum von drei Jahren CHF 3’500 zur Verfügung. Bei Teilzeitangestellten reduziert sich der Betrag im Verhältnis zur Anstellung, aber höchstens um einen Drittel (KGS 952,7).

Nach Abschluss einer Weiterbildung kann ein Beitragsgesuch gestellt werden, Formular siehe Downloads.

Reisespesen werden bis zur Landesgrenze vergütet.

Spracherwerb

Pfarrpersonen, welche in italienisch- oder romanischsprachigen Gemeinden arbeiten und die Sprache noch erlernen müssen, erhalten eine zusätzliche finanzielle Unterstützung von maximal CHF 2’000.- (gemäss Beschluss des Kirchenrates). Die Rechnungen von Sprachkursen oder Einzelunterricht können direkt bei der Verwaltung eingereicht werden. Ein vorgängiges Weiterbildungsgesuch ist nicht nötig.