13.9.2018

Zum Dank-, Buss- und Bettag

Vom Reichtum der Verschiedenheit und von gelebter Solidarität – davon handelt das Bettagsmandat 2018 der Bündner Regierung. Am Beispiel der Hilfeleistungen nach dem Murgang im Bergell zeigt die Regierung auf, dass im Krisenfall jede Talschaft des Kantons auf Solidarität zählen kann. Gelebte Solidarität schaffe Vertrauen und Raum, sie verbinde Menschen über politische, religiöse und konfessionelle Verschiedenheit hinweg. Zudem: Erlebte Solidarität bringe Menschen dazu, selbst solidarisch zu empfinden und dementsprechend zu handeln.

Angesichts aktueller Herausforderungen wie etwa der Generationenfrage oder der unterschiedlichen Entwicklungschancen in den Regionen, stelle sich die Frage nach Verschiedenheit und Solidarität erneut. Während in einzelnen Talschaften die Schulen und Gaststätten schliessen und auch Vereine kaum noch überleben, nimmt andernorts die Bevölkerung zu, neue Arbeitsplätze werden geschaffen und es steigt die Nachfrage nach Wohnraum. „Das stellt die Solidarität auf den Prüfstand“, stellt das Bettagsmandat fest, „wie können wir diese so unterschiedliche Entwicklungen bewältigen, ohne dass sich die 150 Täler auseinander leben?“

In guter Tradition. „Sind wir uns bewusst, dass unser Kanton gerade in seiner Vielfältigkeit nur darum existiert, weil über Jahrhunderte hinweg das Zusammenleben zum Teil mühsam gesucht und gefunden, manchmal erstritten und erzwungen wurde, (..) aber doch als gemeinsam getragene Verschiedenheit ein grosses Ganzes bilden konnte?“, fragt das Bettagsmandat. Die Generationen vor uns hätten das Fundament gelegt, darauf könne in Zuversicht und Vertrauen weiter gebaut werden.

Stefan Hügli

Bettagsmandat im Wortlaut