Stillstand und Hunger

Noch im Januar schien Covid-19 aus afrikanischer Perspektive ein Problem ferner Kontinente zu sein. Doch mittlerweile ist das Virus auch in Umunumo angekommen. Die nigerianische Regierung reagierte in der dritten Märzwoche: Sie verordnete die Schliessung aller Schulen, Kirchen, Kaufhäuser, Werkstätten und Märkte. Auch öffentliche Busse und Taxiverkehr wurden verboten.

Lockdown bedeutet in Umunumo keine Arbeit zu haben und kein Geld. Kontaktpersonen der Stiftung MO VINAVON berichten von Hunger in Umunumo. Die Bevölkerung mache die Erfahrung, dass der Lockdown schneller töte als das Virus. Die Preise für Lebensmittel und Medikamente seien massiv gestiegen.

Auch Spitex und Berufsschule sind vom Lockdown betroffen. Es fehlt an Schutzmasken und Desinfektionsmittel. Die Berufsschule MOCTECH ist geschlossen und die Regierung hat einen Baustopp für die letzte Ausbauetappe verfügt. Studentenwohnheim, Aula, Küche, Bäckerei, Speisesaal und Fussballplatz konnten bisher nicht fertiggestellt werden. Auch die Planungen für das kommende Landwirtschaftsprojekt Songhai mussten gestoppt werden.

Im Newsletter von MBARA OZIOMA  geben verschiedene Personen Einblick in die aktuelle Lage vor Ort: Irene Okoro, Leiterin des Spitex-Dienstes; Igwe Tobechukwu, Schulleiter der MOCTECH, sowie weitere Lehrpersonen und Studierende. Die Verantwortlichen des Pfingstprojekts und der Stiftung MO VINAMON danken für alle Aufmerksamkeit und Solidarität.

Jacqueline Baumer / Stefan Hügli
ÖME Weltweite Kirche

Bild: Auf der Projektreise 2019 begann mit den Genossenschaftsfrauen die Planung von Songhai. Auch dieses Projekt ist vorerst gestoppt.