30. März 2020

Mit Kerzen und Glocken

Ostern trotz Corona. In der ganzen Schweiz fallen die Gottesdienste und Veranstaltungen aus. Die Kirchen rufen darum zur Aktion „Lichtblick Ostern“ auf. Mit Lichtsymbolen und Glockengeläut wollen sie zu Hoffnung und Solidarität ermutigen. An der Aktion beteiligen sich Kirchen und Kirchgemeinden aus der ganzen Schweiz – auch aus Graubünden.

„Lichtblick Ostern“ besteht aus vier Aktionen:

  • Passionslicht. Die Kirchen laden ein, jeweils am Donnerstagabend um 20 Uhr eine Kerze am Fenster anzuzünden und für die Erkrankten, ihre Angehörigen, das Pflegepersonal und die Menschen in der Isolation beten.
  • Osterläuten. In der ganzen Schweiz sollen am 9. April um 20 Uhr (Gründonnerstag) und am Ostersonntag, den 12. April um 10 Uhr die Glocken läuten.
  • Osterlicht am Karsamstag. Kirchen laden ein, am Samstag, den 10. April um 20 Uhr vor der Kirche Osterlichter anzuzünden – oder alternativ zu Hause eine Kerze vor dem Fenster.
  • Hilfe für Flüchtlinge. Die Osterkollekte ist für Flüchtlinge bestimmt, die von der Corona-Krise besonders stark betroffen sind. Die Evangelische Kirche Schweiz empfiehlt zwei Projekte: ein erstes auf der griechischen Insel Lesbos, wo medizinische Hilfsgüter dringendst benötigt werden; ein zweites in Syrien, wo das Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (HEKS) Nothilfe für Vertriebene und Flüchtlinge leistet.

Initiiert wurde die Aktion von der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz, der Schweizer Bischofskonferenz, der Christkatholischen Kirche, der Schweizerischen Evangelische Allianz und dem Verband freikirchlicher Gemeinden. Es ist die erste gemeinsame Osteraktion dieser Art.

Stefan Hügli
Kommunikation

 

Website „Lichtblick Ostern“ der EKS

Bild: Kerzen auch vor Bündner Fenstern – ein trotziges Zeichen der Hoffnung und der Solidarität

 

Begleitwort der EKS

Die diesjährigen Osterfeiern stehen unter dem Eindruck des Corona-Virus. Die Sorgen der Menschen werfen dunkle Schatten auf die Osterzeit. Mit Blick auf die Geschichte Jesu drohen wir in der Unsicherheit von Karfreitag stecken zu bleiben. Die Zukunft liegt hinter einem geschlossenen, undurchsichtigen Vorhang. Wie damals im Jerusalemer Tempel braucht es eine andere Kraft, die den Vorhang zerreisst und das Licht hineinlässt.

Wir können die Schatten nicht selbst vertreiben. Aber wir können Kerzen anzünden, um unsere österliche Hoffnung leuchten zu lassen und so alleine oder gemeinsam im Kreis der Familie die Wärme und Geborgenheit des österlichen Lichts hautnah fühlen.

In dieser schwierigen Zeit sind die christliche Lichtsymbolik und die Klänge der Kirchenglocken starke Zeichen der Verbundenheit und Solidarität – trotz räumlicher und körperlicher Distanz. In einer ökumenischen Aktion der Schweizer Kirchen können deshalb nun Kirchen und Kirchgemeinden sich an vier miteinander verbundenen Aktionen beteiligen, um in der Passions- und Osterzeit die Gemeinschaft in Christus und untereinander zu erleben.

Hella Hoppe
(aus Newsletter der EKS vom 31. März 2020)