Gesetz über Kirchenregionen

Zusammen ist machbar, was im Alleingang überfordert. Das gilt auch für Kirchgemeinden und ihre Angebote für und mit Menschen vor Ort. Die Zusammenarbeit in den Kirchenregionen achtet die Gemeindeautonomie und bringt doch verbindlich zusammen. Das fördert Austausch, Verbundenheit und Solidarität. Die Rahmenbedingungen werden aus Gründen der Rechtssicherheit in einem landeskirchlichen Gesetz geregelt.

Darum geht es: Zusammenarbeit / Austausch / Verbindlichkeit

Aktuell in Bearbeitung (bis Mitte 2020)

 

Vernehmlassungstext 1 (Kirchenregionen)

Stand: 18. Dezember 2018

Gesetz über die Kirchenregionen – Entwurf

I. Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Geltungsbereich
Dieses Gesetz regelt die Aufgaben, Organisation und Finanzierung der Kirchenregionen.

Art. 2 Rechtliche Stellung
1 Die Kirchenregionen sind im Umfang der ihnen übertragenen Aufgaben rechts- und handlungsfähig. Sie können Träger von Rechten und Pflichten sein und diese auf dem Rechtsweg einfordern oder durchsetzen.
2 Sie erlangen die Rechtspersönlichkeit nach Annahme der Statuten durch die zugehörigen Kirchgemeinden und deren Genehmigung durch den Kirchenrat.

Art. 3 Beitrittsverfügung
1 Ist die Lösung der einer Kirchenregion übertragenen Aufgaben nur möglich, wenn auch Kirchgemeinden mitwirken, die ihr nicht beigetreten sind, so kann der Kirchenrat ihren Beitritt anordnen, sofern zwei Drittel der Kirchgemeinden dieser Kirchenregion bereits angehören.
2 Ebenso kann der Kirchenrat die Aufnahme einer Kirchgemeinde anordnen, wenn diese von der Kirchenregion ohne zureichende Gründe abgelehnt wird.
3 Die Kirchenregion und die betroffenen Kirchgemeinden sind vorher anzuhören.

Art. 4 Archiv
1 Jede Kirchenregion führt ein Archiv. Der Regionalvorstand bestimmt die für das Führen des Archivs zuständige Person.
2 Für die Führung des Archivs finden die für die Landeskirche und die Kirchgemeinde geltenden Bestimmungen sinngemäss Anwendung.

II. Aufgaben

Art. 5 Grundsatz
1 Die Kirchenregionen dienen der wirkungsvollen Erfüllung von Aufgaben der zugehörigen Kirchgemeinden.
2 Sie nehmen überdies nach Massgabe der landeskirchlichen Verfassung und Gesetzgebung die ihnen von der Landeskirche übertragenen Aufgaben wahr.
3 Die Beschlüsse der Kirchenregionen sind verbindlich.

Art. 6 Zwingende und mögliche Aufgaben
1 Die Kirchenregionen sind für folgende überkommunale bzw. regionale Aufgaben zuständig:
a) Verkündigung und Seelsorge in den überkommunalen bzw. regionalen Institutionen wie Spitälern sowie Alters- und Pflegeheimen;
b) Koordination der kirchlichen Sozialarbeit;
c) Koordination und Verantwortung für den Religionsunterricht an der Volksschule, wenn der Unterricht regelmässig von Kindern und Jugendlichen aus mehreren Kirchgemeinden besucht wird;
d) Koordination und Verantwortung für überkommunale Angebote für Gäste;
e) Führen der Lohnbuchhaltung für die zugehörigen Kirchgemeinden.
2 Den Kirchenregionen können insbesondere folgende Aufgaben übertragen werden, welche die Möglichkeiten einzelner Kirchgemeinden übersteigen:
a) Angebote für Kinder und Jugendliche;
b) diakonische Projekte;
c) Sozialberatung;
d) Angebote der Erwachsenenbildung;
e) Verwaltungsaufgaben;
f) Kommunikation.

Art. 7 Aufgabenübertragung
1 Die Übertragung von Aufgaben durch die Kirchgemeinden an die Kirchenregion erfolgt mittels Anpassung der Regionalstatuten. Eine Rückübertragung erfolgt nach den gleichen Regeln.
2 Die Kirchenregion kann beschliessen, die Erfüllung einzelner regionaler Aufgaben mittels Vereinbarung einer Kirchgemeinde zu übertragen.
3 Die Statuten können vorsehen, dass einzelne von den Kirchgemeinden übertragene regionale Aufgaben in zwei oder mehr Teilgebieten erfüllt werden.

Art. 8 Zusammenarbeit mit anderen Kirchenregionen
1 Eine Kirchenregion kann die ihr übertragenen Aufgaben zusammen mit einer oder mehreren anderen Kirchenregionen erfüllen.
2 Die Einzelheiten werden mittels Vereinbarung geregelt. Dabei ist festzulegen, ob und durch welche Kirchenregion die Aufgabe organisiert wird und wie die Entschädigung erfolgt.
3 Die Kirchenregion kann bei überregionalen Aufgaben die benachbarte Kirchenregion oder einzelne Kirchgemeinden beiziehen oder konsultieren. Die beigezogenen oder konsultierten Kirchenregionen oder Kirchgemeinden haben kein Stimmrecht, sofern ein solches nicht ausdrücklich vereinbart wird.

III. Organisation

Art. 9 Organe
1 Notwendige Organe der Kirchenregion sind:
a) die Regionalversammlung;
b) der Regionalvorstand;
c) das Revisorat.
2 Die Statuten können weitere Organe wie beispielsweise eine Konferenz der Kirchgemeindepräsidentinnen oder –präsidenten vorsehen oder der regionalen Pastoralkonferenz weitere Aufgaben zuweisen.

Art. 10 Statuten
1 Die Statuten der Kirchenregion regeln die Grundzüge der Zusammenarbeit der zugehörigen Kirchgemeinden.
2 Sie enthalten insbesondere Bestimmungen über:
a) die zugehörigen Gemeinden;
b) den Namen und den Sitz der Kirchenregion;
c) die Art und den Umfang der gemeinsamen Aufgaben;
d) die Regionalorgane sowie deren Zusammensetzung und Zuständigkeiten;
e) die Mitwirkungsrechte der zugehörigen Kirchgemeinden und deren Stimmberechtigten, namentlich deren Ausgabenbefugnisse;
f) die Finanzierung und die Kostenverteilung;
g) die Haftung der Kirchgemeinden für Verbindlichkeiten der Kirchenregion.
3 Die Annahme der Statuten bedarf der Zustimmung aller zugehörigen Kirchgemeinden. Statutenänderungen in Bezug auf die Aufgaben der Kirchenregion bedürfen der Zustimmung der Mehrheit der Kirchgemeinden. Für andere Erlasse und Beschlüsse ist die Mehrheit der Stimmenden erforderlich.

Art. 11 Beschlussfassung
1 Jede ordnungsgemäss einberufene Regionalversammlung ist beschlussfähig. Für die anderen Organe der Kirchenregion richtet sich die Beschlussfähigkeit nach dem landeskirchlichen Recht, sofern die Statuten keine Regelung vorsehen.
2 Bei Abstimmungen und Wahlen entscheidet die Mehrheit der Anwesenden. Bei Stimmengleichheit ist bei Abstimmungen die Vorlage abgelehnt, bei Wahlen entscheidet das Los.
3 Die Statuten der Kirchenregion können die Stimmkraft der Kirchgemeinden in der Regionalversammlung regeln, sofern diese nicht durch die Grösse der Vertretung sichergestellt ist.
4 Wird eine Kirchenregion beim Entscheid über eine Frage, welche zwingend einer Regelung bedarf, wiederholt blockiert, so kann sie den Kirchenrat um Unterstützung ersuchen. Ein allfälliger Entscheid des Kirchenrates ist abschliessend.

IV. Finanzierung und personelle Ressourcen

Art. 12 Entschädigung
1 Die Mitglieder der Regionalversammlung und des Regionalvorstandes haben Anspruch auf Taggeld und Spesenentschädigung. Der Kirchenrat regelt die Einzelheiten.
2 Die Kirchenregion kann den Mitgliedern des Regionalvorstandes unter Berücksichtigung des Aufwandes zusätzlich eine Pauschalentschädigung ausrichten. Die Pauschalentschädigung steht der Kirchgemeinde zu, wenn die Mitarbeit im Regionalvorstand als Arbeitszeit gilt.

Art. 13 Personelle Ressourcen
1 Die Kirchgemeinden stellen der Kirchenregion mindestens zehn Prozent der ihr vom Kirchenrat für das Pfarramt zugeteilten Stellenprozente für regionale Aufga-ben zur Verfügung.
2 Der Kirchenrat kann einer Kirchenregion Stellenprozente zuteilen, welche von dieser auf die Kirchgemeinden verteilt oder selber besetzt werden können. Der Kirchenrat legt die Einzelheiten fest.

Art. 14 Finanzierung
1 Die Auslagen der Kirchenregion werden durch die zugehörigen Kirchgemeinden im Verhältnis ihrer Mitgliederzahl gedeckt, sofern die Statuten generell oder für einzelne Aufgaben nicht einen anderen Kostenverteiler vorsehen.
2 Die Landeskirche kann Beiträge an die Kosten der Kirchenregion leisten. Der Kirchenrat regelt die Einzelheiten.

Art. 15 Rechnungslegung und Berichterstattung
1 Die Kirchenregion hat den Kirchgemeinden jährlich über ihren Finanzhaushalt Rechnung abzulegen und einen Geschäftsbericht über ihre Tätigkeit zu erstatten.
2 Für den Finanzhaushalt und die Rechnungslegung finden die für die Kirchgemeinden geltenden Bestimmungen sinngemäss Anwendung. Der Kirchenrat kann abweichende Regelungen vorsehen.

V. Aufsicht

Art. 16 Grundsatz
1 Die Kirchenregionen unterstehen nach Massgabe der Kirchenverfassung der Aufsicht des Kirchenrates.
2 Die Statuten und deren Änderungen sowie Änderungen im Bestand bedürfen der Genehmigung durch den Kirchenrat.

Art. 17 Jahresrechnung und Geschäftsbericht
Die genehmigte Jahresrechnung der Kirchenregion und der Geschäftsbericht sind dem Kirchenrat nach den für die Kirchgemeinden geltenden Bestimmungen einzureichen.

VI. Schluss- und Übergangsbestimmungen

Art. 18 Übergangsbestimmungen
1 Die bei der Auflösung der Kolloquien vorhandenen Vermögenswerte und Verpflichtungen gehen von Gesetzes wegen entschädigungslos an die Kirchenregionen über.
2 Wenn das Gebiet des bisherigen Kolloquiums nicht deckungsgleich mit jenem der Kirchenregion ist, so erfolgt die Aufteilung im Verhältnis zur Mitgliederzahl.
3 Die Kirchenregionen sind verpflichtet, geeignete Archivräumlichkeiten für die Übernahme der Kolloquialarchive bereitzustellen. Bei der Teilung eines Kolloqui-ums folgt das Archiv dem grösseren Teil des Gebiets, sofern die Kolloquialver-sammlung nichts anderes bestimmt.
4 Die Kolloquialvorstände sind auch über den Auflösungszeitpunkt der Kolloquien hinaus dafür verantwortlich, dass die Auflösungsarbeiten sorgfältig zu Ende geführt werden. Sie sind berechtigt und verpflichtet, die hierfür notwendigen Rechtshandlungen vorzunehmen und Erklärungen abzugeben.
5 Kommt über die Zuordnung von Vermögenswerten und Verpflichtungen bzw. die Übernahme des Kolloquialarchivs keine Einigung zustande, entscheidet der Kirchenrat abschliessend.

 

Vernehmlassungstext 2 (Synode)

Stand: 7. Juni 2019

Gesetz über die Kirchenregionen – überarbeiteter Entwurf

Hinweis: Änderungen gegenüber dem Entwurf für die Vernehmlassung in den Kolloquien (siehe oben) sind durch Unterstreichen bzw. Auslassungszeichen […] gekennzeichnet.

I. Allgemeine Bestimmungen

Art. 1 Geltungsbereich
1 Dieses Gesetz regelt die Aufgaben, Organisation und Finanzierung der Kirchenregionen.
2 Es schafft die Rechtsgrundlagen, damit die Kirchenregionen ihre Aufgaben zweckmässig und gut erfüllen können.

Art. 2 Zweck
Die Kirchenregionen dienen der regionalen Zusammenarbeit der beteiligten Kirchgemeinden nach Massgabe der Statuten und sind das verbindende Glied zwischen den Kirchgemeinden und der Landeskirche.

Art. 3 Rechtliche Stellung
1 Die Kirchenregionen können in den Statuten vorsehen, dass sie im Umfang der ihnen übertragenen Aufgaben rechts und handlungsfähig sind. Sie können Träger von Rechten und Pflichten sein und diese auf dem Rechtsweg einfordern oder durchsetzen.
2 Sie erlangen die Rechtspersönlichkeit nach Annahme der Statuten durch die zugehörigen Kirchgemeinden und deren Genehmigung durch den Kirchenrat.

II. Aufgaben

Art. 4 Grundsatz
1 Die Kirchenregionen dienen der wirkungsvollen Erfüllung der ihnen in den Statuten übertragenen Aufgaben der zugehörigen Kirchgemeinden.
2 Sie nehmen überdies […] die ihnen von der Landeskirche in der Verfassung oder einem Gesetz übertragenen Aufgaben wahr.
3 Die Beschlüsse der Kirchenregionen in ihrem Zuständigkeitsbereich sind verbindlich.

Art. 5 Regionale Aufgaben
[…]
1 Den Kirchenregionen können in den Statuten insbesondere folgende Aufgaben übertragen werden
a) Verkündigung und Seelsorge in den überkommunalen bzw. regionalen Institutionen wie Spitälern sowie Alters- und Pflegeheimen;
b) Koordination der Gottesdienste und Kasualien;
c) Koordination der kirchlichen Sozialarbeit bzw. Anbieten von Sozialberatung;
d) Koordination und Verantwortung für den Religionsunterricht an der Volksschule, insbesondere wenn der Unterricht regelmässig von Kindern und Jugendlichen aus mehreren Kirchgemeinden besucht wird;
e) Koordination und Verantwortung für überkommunale Angebote für Gäste;
[…]
f) Angebote für Kinder und Jugendliche;
g) diakonische Projekte;
[…]
h) Angebote der Erwachsenenbildung;
i) Verwaltungsaufgaben wie Buchhaltung oder Sekretariat;
j) Kommunikation.

Art. 6 Aufgabenübertragung
1 Die Übertragung von Aufgaben durch die Kirchgemeinden an die Kirchenregion erfolgt mittels Anpassung der Regionalstatuten. Eine Rückübertragung erfolgt nach den gleichen Regeln.
2 Die Kirchenregion kann beschliessen, die Erfüllung einzelner regionaler Aufgaben […] einer Kirchgemeinde zu übertragen. Die Einzelheiten können in einer Vereinbarung geregelt werden.
3 Die Statuten können vorsehen, dass einzelne von den Kirchgemeinden übertragene regionale Aufgaben in zwei oder mehr Teilgebieten erfüllt werden.

Art. 7 Zusammenarbeit mit anderen Kirchenregionen
1 Eine Kirchenregion kann die ihr übertragenen Aufgaben zusammen mit einer oder mehreren anderen Kirchenregionen erfüllen.
2 Die Einzelheiten werden mittels Vereinbarung geregelt. Dabei ist festzulegen, ob und durch welche Kirchenregion die Aufgabe organisiert wird und wie die Entschädigung erfolgt.
3 Die Kirchenregion kann bei überregionalen Aufgaben die benachbarte Kirchenregion oder einzelne Kirchgemeinden beiziehen oder konsultieren. Die beigezogenen oder konsultierten Kirchenregionen oder Kirchgemeinden haben kein Stimmrecht, sofern ein solches nicht ausdrücklich vereinbart wird.

III. Organisation

Art. 8 Organe
1 Notwendige Organe der Kirchenregion sind:
a) die Regionalversammlung;
b) der Regionalvorstand;
c) das Revisorat.
2 Die Statuten können weitere Organe wie beispielsweise eine Konferenz der Kirchgemeindepräsidentin-nen oder präsidenten vorsehen oder der regionalen Pastoralkonferenz weitere Aufgaben zuweisen.

Art. 9 Statuten
1 Die Statuten der Kirchenregion regeln die Grundzüge der Zusammenarbeit der zugehörigen Kirchgemeinden.
2 Sie enthalten insbesondere Bestimmungen über:
a) die zugehörigen Gemeinden;
b) den Namen […] der Kirchenregion;
c) die Art und den Umfang der gemeinsamen Aufgaben;
d) die Regionalorgane sowie deren Zusammensetzung und Zuständigkeiten;
e) die Mitwirkungsrechte der zugehörigen Kirchgemeinden und deren Stimmberechtigten […];
f) die Finanzierung und die Kostenverteilung;
g) die Haftung der Kirchgemeinden für Verbindlichkeiten der Kirchenregion.
3 Die Annahme der Statuten bedarf der Zustimmung aller zugehörigen Kirchgemeinden. Statutenänderungen in Bezug auf die Aufgaben der Kirchenregion bedürfen der Zustimmung der Mehrheit der Kirchgemeinden. Für andere Erlasse und Beschlüsse ist die Mehrheit der Stimmenden erforderlich.

Art. 10 Beschlussfassung
1 Jede ordnungsgemäss einberufene Regionalversammlung ist beschlussfähig. Für die anderen Organe der Kirchenregion richtet sich die Beschlussfähigkeit nach dem landeskirchlichen Recht, sofern die Statuten keine Regelung vorsehen.
2 Bei Abstimmungen und Wahlen entscheidet die Mehrheit der Anwesenden. Bei Stimmengleichheit ist bei Abstimmungen die Vorlage abgelehnt, bei Wahlen entscheidet das Los.
3 Die Statuten der Kirchenregion können die Stimmkraft der Kirchgemeinden in der Regionalversammlung regeln, sofern diese nicht durch die Grösse der Vertretung sichergestellt ist.
4 Wird eine Kirchenregion beim Entscheid über eine Frage, welche zwingend einer Regelung bedarf, wiederholt blockiert, so kann sie den Kirchenrat um Unterstützung ersuchen. Ein allfälliger Entscheid des Kirchenrates ist abschliessend.

Art. 11 Archiv
1 Jede Kirchenregion führt ein Archiv. Der Regionalvorstand bestimmt die für das Führen des Archivs zuständige Person.
2 Für die Führung des Archivs finden die für die Landeskirche und die Kirchgemeinde geltenden Bestimmungen sinngemäss Anwendung.

IV. Finanzierung und personelle Ressourcen

Art. 12 Entschädigung
1 Die Mitglieder der Regionalversammlung und des Regionalvorstandes haben Anspruch auf Taggeld und Spesenentschädigung. Der Kirchenrat regelt die Einzelheiten.
2 Die Kirchenregion kann den Mitgliedern des Regionalvorstandes unter Berücksichtigung des Aufwandes zusätzlich eine Pauschalentschädigung ausrichten. Die Pauschalentschädigung steht der Kirchgemeinde zu, wenn die Mitarbeit im Regionalvorstand als Arbeitszeit gilt.

Art. 13 Personelle Ressourcen
1 Die Kirchgemeinden stellen der Kirchenregion genügend personelle Ressourcen für regionale Aufgaben zur Verfügung.
2 Der Kirchenrat kann einer Kirchenregion Stellenprozente zuteilen, welche von dieser auf die Kirchgemeinden verteilt oder selber besetzt werden können. Der Kirchenrat legt die Einzelheiten fest.

Art. 14 Finanzierung
1 Die Auslagen der Kirchenregion werden durch die zugehörigen Kirchgemeinden im Verhältnis ihrer Mitgliederzahl gedeckt, sofern die Statuten generell oder für einzelne Aufgaben nicht einen anderen Kostenverteiler vorsehen.
2 Die Landeskirche leistet Beiträge an die Kosten der Kirchenregion […]. Der Kirchenrat regelt die Einzelheiten.

Art. 15 Rechnungslegung und Berichterstattung
1 Die Kirchenregion hat den Kirchgemeinden jährlich über ihre Tätigkeit zu berichten und ihren Finanzhaushalt Rechnung abzulegen […].
2 Für den Finanzhaushalt und die Rechnungslegung finden die für die Kirchgemeinden geltenden Bestimmungen sinngemäss Anwendung. Der Kirchenrat kann abweichende Regelungen vorsehen.

Art. 16 Grundsatz
1 Die Kirchenregionen unterstehen nach Massgabe der Kirchenverfassung der Aufsicht des Kirchenrates.
2 Die Statuten und deren Änderungen sowie Änderungen im Bestand bedürfen der Genehmigung durch den Kirchenrat.

Art. 17 Jahresrechnung und Tätigkeitsbericht
Die genehmigte Jahresrechnung der Kirchenregion und der Tätigkeitsbericht sind dem Kirchenrat nach den für die Kirchgemeinden geltenden Bestimmungen ein-zureichen.

Art. 18 Beitrittsverfügung
1 Ist die Lösung der einer Kirchenregion übertragenen Aufgaben nur möglich, wenn auch Kirchgemeinden mitwirken, die ihr nicht beigetreten sind, so kann der Kirchenrat ihren Beitritt anordnen, sofern zwei Drittel der Kirchgemeinden dieser Kirchenregion bereits an-gehören.
2 Ebenso kann der Kirchenrat die Aufnahme einer Kirchgemeinde anordnen, wenn diese von der Kirchenregion ohne zureichende Gründe abgelehnt wird.
3 Die Kirchenregion und die betroffenen Kirchgemeinden sind vorher anzuhören.

Art. 19 Übergangsbestimmungen
1 Die bei der Auflösung der Kolloquien vorhandenen Vermögenswerte und Verpflichtungen gehen von Gesetzes wegen entschädigungslos an die Kirchenregionen über.
2 Wenn das Gebiet des bisherigen Kolloquiums nicht deckungsgleich mit jenem der Kirchenregion ist, so erfolgt die Aufteilung im Verhältnis zur Mitgliederzahl.
3 Die Kirchenregionen sind verpflichtet, geeignete Archivräumlichkeiten für die Übernahme der Kolloquialarchive bereitzustellen. Bei der Teilung eines Kolloquiums folgt das Archiv dem grösseren Teil des Gebiets, sofern die Kolloquialversammlung nichts anderes bestimmt.
4 Die Kolloquialvorstände sind auch über den Auflösungszeitpunkt der Kolloquien hinaus dafür verantwortlich, dass die Auflösungsarbeiten sorgfältig zu Ende geführt werden. Sie sind berechtigt und verpflichtet, die hierfür notwendigen Rechtshandlungen vorzunehmen und Erklärungen abzugeben.
5 Kommt über die Zuordnung von Vermögenswerten und Verpflichtungen bzw. die Übernahme des Kolloquialarchivs keine Einigung zustande, entscheidet der Kirchenrat abschliessend.

Art. 20 Aufhebungen und Änderungen des bisherigen Rechts
1 Folgender landeskirchlicher Erlass wird auf den Zeitpunkt des Inkrafttretens dieses Gesetzes aufgehoben:
1. Verordnung über die Organisation der Kolloquien vom 3. November 1982 (Nr. 310).
2 Änderungen des geltenden Rechts werden im Anhang geregelt.

Art. 21 Referendum und Inkrafttreten
1 Dieses Gesetz untersteht dem fakultativen Referendum.
2 Der Kirchenrat bestimmt das Inkrafttreten.

Anhang (Art. 19 Abs. 2)
In folgenden Bestimmungen wird auf den 1. Januar 2021 der Ausdruck:
1. „Kolloquium“ durch den Ausdruck „Kirchenregion“ (mit der entsprechenden grammatikalischen Anpassung oder Ergänzung) ersetzt:
a) Art. 29 Abs. 1 Geschäftsordnung des Evangelischen Grossen Rates (KGS 510);
b) Art. 7 Abs. 3 Reglement für die Herausgabe von „reformiert. Bündner Kirchenbote (KGS 515);
c) Art. 21, Art. 24 Abs. 1 und 2 Geschäftsordnung des Evangelischen Kirchenrates (KGS 610);
d) Art. 5 Abs. 2 Verordnung über die Besoldung der evangelischen Pfarrpersonen im Kanton Graubünden (KGS 811);
e) Art. 4, Art. 12 Abs. 1, Art. 13 Abs. 1 Ziff. 2 Abs. 1, Art. 13 Abs. 1 Ziff. 5 Abs. 3, Art. 13 Abs. 1 Ziff. 6 und 7 Verordnung über die Berechtigung zum pfarramtlichen Dienst in Graubünden (KGS 910).
2. „Kolloquien“ durch den Ausdruck „Kirchenregionen“ ersetzt:
a) Art. 1, Art. 19 Abs. 2 und 3 Geschäftsordnung des Evangelischen Grossen Rates (KGS 510);
b) Art. 5 Ziff. 2.3, Art. 10, Art. 19, Art. 21, Art. 22 Geschäftsordnung des Evangelischen Kirchenrates (KGS 610);
c) Art. 6, Art. 7, Art. 13 Geschäftsordnung der Landeskirchlichen Rekurskommission (KGS 710).
3. „Kolloquialvorstand“ durch den Ausdruck „Regionalvorstand“ ersetzt:
a) Art. 24 Abs. 1 Geschäftsordnung des Evangelischen Kirchenrates (KGS 610).
4. „Kolloquialversammlung“ durch den Ausdruck „Regionalversammlung“ ersetzt:
a) Art. 13 Abs. 1 Ziff. 2 Abs. 2 Verordnung über die Berechtigung zum pfarramtlichen Dienst in Graubünden (KGS 910).

Botschaft

Publikation folgt

Beschluss

Publikation folgt

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