10.3.2019

Begegnung mit Tony Nwachukwu

Von der Schönheit und den Konflikten Afrikas wolle er erzählen, sagte der nigerianische Maler Tony Nwachukwu anlässlich der Ausstellungseröffnung in der Regulakirche Chur. Es sind Bilder von Lebensfreude und Armut zugleich. Nwachukwu zeigt ein Bild, auf dem vor blaugrauem Hintergrund ein Baum und durch dessen Geäst der Mond zu sehen ist. Der Baum sei, nach afrikanischem Verständnis, Symbol für die Verantwortung gegenüber dem Leben. Ein anderes Bild zeigt einen Mann beim Fischen. Die Angel geht durch den Fisch hindurch bis auf den Grund, wo sie sich in einer Thunfischdose verfängt. Er wolle damit die Spannung zwischen dem traditionellen und dem modernen Afrika zeigen, erklärt Nwachukwu.

Tony Nwachukwu wurde 1959 in Enugu, im späteren Bürgerkriegsgebiet Biafra, geboren. Der Maler, Bildhauer und Schriftsteller absolvierte eine Kunstausbildung an der Universität Nsukka und arbeitete als Dozent für Bildhauerei und Kunstgeschichte an der Bendel State University Ekpoma. Heute ist er selbständiger Künstler mit eigenem Atelier in Owerri. In seinem Buch mit dem Titel „Die Frau meines Mannes“ zeigt er das Leben in einem nigerianischen Dorf. Mit feinem Gespür und Humor beschreibt er alltägliche Begebenheiten und beschreibt, wie althergebrachte Traditionen und christliches Gedankengut aufeinandertreffen. Auch die Rolle der Frau in einem moderner werdenden Afrika sei ihm ein grosses Anliegen.

„Wir können und müssen voneinander lernen“, sagte Pfr. Roland Just, Kirchenrat und Präsident der Mbara Ozoma Foundation, der ebenfalls einige Worte an die Anwesenden richtete. Zum Beispiel in Sachen Lebensfreude, Gemeinschaft, aber auch in der Fähigkeit, Abstand von den Problemen des Alltags zu nehmen. Im Rahmen des sogenannten „Pfingstprojekts“ unterstützt die Evangelisch-reformierte Landeskirche Graubünden die Projekte der Mbara Ozioma Foundation zugunsten wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung im Süden Nigerias. Tony Nwachukwu ist Mitglied des Stiftungsrates und stellt einen Teil des Erlöses aus dem Verkauf der Bilder in den Dienst dieser Projekte.

Bis 24. März sind 50 Bilder Nwachukwus in Graubünden zu sehen. Vom 8. bis 17. März in der Regulakirche Chur, vom 8. bis 12. März in der Steinkirche Cazis, vom 13. bis 21. März in der Kirche St. Johann Davos Platz und vom 19.-24. März in der Kirche St. Margarethen Ilanz. Zusätzlich finden Lesungen, Vorträge, Begegnungen anlässlich von Gottesdiensten und Workshops in Schulen statt.

Stefan Hügli
Kommunikation

Bild: Der nigerianische Maler Tony Nwachukwu und Peter Kreiliger, Präsident des Fördervereins Mbara Ozioma.

Flyer