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Verfassung ist auf Kurs

31. Januar 2017 veröffentlicht von shuegli

 

 

 

 

 

Die Synode hat in Chur den Entwurf für die neue Kirchenverfassung vernehmlasst. Dieser will die Kirchenregionen stärken und die Zusammenarbeit unter den Kirchgemeinden fördern.

Verfassungsarbeit sei Zukunftsarbeit, erinnerte Dekanin Cornelia Camichel Bromeis in ihrer Begrüssungsansprache. Sie ermutigte die rund 80 anwesenden Bündner Pfarrerinnen und Pfarrer, neue Formen von Kirche zu prüfen und weitere Zielgruppen ins Auge zu fassen. „Kirche neu träumen“, nennt es die Dekanin. Die Arbeit nach der Begrüssungsrede erforderte von den Synodalen dann allerdings viel Sitzleder und Ausdauer. 60 Artikel mussten durchberaten werden, eine Fülle von Änderungs-, Streichungs- und Ergänzungsanträgen galt es zu bewältigen. Das Ergebnis nach zweitätigem Vernehmlassungsmarathon ist erfreulich: Der Entwurf, welcher die jetzige Kirchenverfassung aus dem Jahr 1978 demnächst ablösen soll, findet breite Zustimmung.

Das ist nicht selbstverständlich. 2009 vom Evangelischen Grossen Rat in Auftrag gegeben, erlitt ein erster Verfassungsentwurf bereits zwei Jahre später Schiffbruch. Die vorgeschlagene Anzahl von Kirchgemeinden (lediglich 20 im ganzen Kanton) und die Festlegung eines einheitlichen Steuersatzes sorgten für so viel Kritik, dass das Projekt vorerst auf Eis gelegt wurde. Mittlerweile wurde ein zweiter Verfassungsentwurf erarbeitet. Zwar will auch dieser die Kirchenregionen stärken und die Zusammenarbeit unter den Kirchgemeinden fördern. Doch der Ton insgesamt ist gemässigter und lässt mehr Spielraum. Eines jedoch ist für Kirchenrat Frank Schuler, der den Entwurf vor der Synode vertrat, klar: Die Bündner Kirche will auch in Zukunft an ihrer öffentlich-rechtlichen Verfasstheit festhalten und bewusst Volkskirche sein.

Für Diskussionen in der Synode sorgte beispielsweise die Frage, ob allein der Wohnsitz bestimme, zu welcher Kirchgemeinde jemand gehöre. Der Verfassungsentwurf schlägt die Formulierung „in der Regel“ vor. Es wurde diskutiert, inwiefern und ob Mitgliedschaft  mit der Taufe zusammenhänge. Voraussetzung dafür sei die Taufe zwar nicht, meinte schliesslich eine Mehrheit der Synodalen, dennoch sei sie ein „sichtbares Zeichen“ und so auch in der Verfassung entsprechend zu erwähnen. Auch das Miteinander von Pfarrpersonen, Sozialdiakonen und weiteren Mitarbeitenden in den Kirchgemeinden gab zu ausführlichen Diskussionen Anlass.

Der Verfassungsentwurf kann nun zum Schlussspurt ansetzen. Bereits im Juni soll die Vorlage im Evangelischen Grossen Rat beraten werden. Geht es nach Fahrplan, könnte das evangelische Bündner Stimmvolk anfangs 2018 über die neue Verfassung abstimmen. Dass die Abschlussarbeiten an der neuen Kirchenverfassung damit ins Reformationsjubiläumsjahr fallen, sei nicht Absicht gewesen, meint Kirchenrat Frank Schuler. Ein schöner Zufall sei es dennoch.

Stefan Hügli

 

Bild: "Engführung oder Öffnung des Pfarramts?" - Kirchenrat Dr. Frank Schuler vertritt den Verfassungsentwurf des Kirchenrats. Rechts: Dekanin Cornelia Camichel Bromeis.